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Wie man mit der Anmeldung einer Haushaltshilfe Geld spart

Arbeitgeber im Privathaushalt, die ihre Haushaltshilfe als Minijobber bei der Minijob-Zentrale anmelden, profitieren von zahlreichen Vorteilen. Neben der Sicherheit, dass die Haushaltshilfe durch die Anmeldung offiziell unfallversichert ist, ist vor allem der finanzielle Vorteil lukrativ für Arbeitgeber.

Kosten für angemeldete Haushaltshilfe steuerlich absetzbar

Minijobs im Privathaushalt werden besonders gefördert. Arbeitgeber zahlen nur geringe Abgaben in Höhe von maximal 14,69 % des monatlichen Verdienstes der Haushaltshilfe an die Minijob-Zentrale. Dafür können die entstandenen Kosten für die Beschäftigung einer Haushaltshilfe steuerlich geltend gemacht werden. Die Einkommensteuer des Arbeitgebers ermäßigt sich um 20 % der Gesamtkosten (monatlicher Verdienst der Haushaltshilfe zuzüglich der Abgaben an die Minijob-Zentrale), maximal um 510 Euro im Jahr. Arbeitgeber können also von einer Ermäßigung der Einkommensteuer bis zu 42,50 Euro monatlich profitieren. Der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer kommen dann noch on top.

Steuervorteil größer als die Mehrkosten durch die Anmeldung

Für Arbeitgeber, die ihrer Haushaltshilfe einen monatlichen Verdienst von bis zu 289 Euro zahlen, ist der Steuervorteil immer größer als die monatlichen Abgaben, die an die Minijob-Zentrale gezahlt werden.

Am größten ist der Vorteil für Arbeitgeber, die ihrer Haushaltshilfe einen monatlichen Verdienst von 185 Euro zahlen. In diesem Fall können Arbeitgeber mit der Anmeldung bei der Minijob-Zentrale monatlich etwa 15 Euro sparen.

Unser Beispiel zeigt, wie sich der Steuervorteil berechnet:

Die Haushaltshilfe arbeitet monatlich 18,5 Stunden und verdient 10 Euro pro Stunde.
Monatsverdienst Haushaltshilfe                                                                     185,00 Euro
Monatliche Abgaben des Arbeitgebers an die Minijob-Zentrale
(14,69 %* von 185 Euro)                                                                               + 27,18 Euro
Gesamtkosten                                                                                                212,18 Euro
Gesparte Einkommensteuer pro Monat (20 % von 212,18 Euro)                  42,44 Euro

*) ohne Beitragsanteil des Arbeitnehmers zur Rentenversicherung

Der Steuervorteil ist mit 42,44 Euro größer als die Summe der Abgaben für den Minijob mit 27,18 Euro, so dass der Arbeitgeber monatlich 15,26 Euro durch die erstattete Einkommensteuer spart. Dieser Betrag erhöht sich noch um den Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls die Kirchensteuer, die in Abhängigkeit von der Einkommensteuer überzahlt wurden.

mtl. Verdienst100 €185 €200 €290 €
mtl. Abgaben14,69 €27,18 €29,38 €42,60 €
mtl. Gesamtkosten114,69 €212,18 €229,38 €332,60 €
mtl. gesparte Einkommensteuer (20% der Gesamtkosten)22,94 €42,44 €42,50 €42,50 €
mtl. Ersparnis (mtl. gesparte Einkommensteuer abzgl. der mtl. Abgaben)8,25 €15,26 €13,12 €-0,10 €

Selbst bei einem monatlichen Verdienst von 290 Euro hat der Arbeitgeber kaum nennenswerte Mehrkosten. Zwar sind die monatlich zu zahlenden Abgaben an die Minijob-Zentrale mit 42,60 Euro höher als die monatliche Steuerersparnis mit 42,50 Euro. Die Haushaltshilfe kostet unter Berücksichtigung des Einkommensteuervorteils gerade mal 10 Cent mehr im Monat. Wenn die zusätzlichen Steuererstattungen in Höhe des Solidaritätszuschlags und gegebenenfalls der Kirchensteuer berücksichtigt werden, ist es aber schon wieder ein Gewinngeschäft.

Wie die Kosten für die Haushaltshilfe beim Finanzamt geltend gemacht werden, erklären wir in unserem Blog „Minijobs im Privathaushalt – So erhalten Arbeitgeber Geld vom Finanzamt“.

Die Anmeldung einer Haushaltshilfe kann ganz einfach online unter minijob-zentrale.de/haushaltsscheck vorgenommen werden. Die Minijob-Zentrale übernimmt dann alles Weitere für den Arbeitgeber, wie die Berechnung der Abgaben und den Einzug dieser bequem per Lastschrift vom Konto.

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8 Kommentare zu “Wie man mit der Anmeldung einer Haushaltshilfe Geld spart”

  1. ich muss wegen einer schwerbehinderung assistenzen im arbeitgebermodell beschäftigen. ich bekomme jeden monat das gleiche geld dafür vom landschaftsverband rheinland. was passiert, wenn meine assistenz krank wird? muss ich dann den lohn weiter zahlen, auch wenn sie nicht arbeitet? das würde ich ja tun wollen. aber wie bezahle ich dann die assistenz, die für die kranke person einspringt? denn ich brauche ja die assistenzleistungen zum (über)leben…

    1. Guten Tag,

      sind die Assistenzkräfte im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses bei Ihnen gemeldet? Dann handelt es sich im arbeitsrechtlichen Sinn um Arbeitnehmer, welche auch einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall haben. Für diese Arbeitnehmer zahlen Sie als Arbeitgeber unter anderem auch Umlagen, wie zum Beispiel die Umlage U1 für Krankheitsaufwendungen. Finden die Beschäftigungen im Rahmen eines Minijobs statt, ist unsere Arbeitgeberversicherung für Sie zuständig. Im Fall der gesetzlich vorgeschriebenen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber erstatten wir Ihnen auf Antrag 80 Prozent des fortgezahlten Verdienstes.
      Ob ggf. noch weitere Leistungen zur Finanzierung (z. B. durch Ihre Krankenkasse) möglich sind, bitten wir Sie bei den jeweils zuständigen Stellen zu erfragen.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo, ich krieg nirgends Auskunft, auch nicht bei beim Arbeitsamt. Wahrscheinlich habe ich es hier übersehen, aber ich möchte wissen, wieviel Urlaub einer angemeldeten Haushaltshilfe zustehen und wie im Krankheitsfall zu verfahren ist. Wäre über Auskunft sehr dankbar. MfG.!

    1. Hallo Petra,

      Minijobber, die infolge unverschuldeter Krankheit arbeitsunfähig sind, haben bis zu sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Das Entgelt wird für die Tage fortgezahlt, an denen Arbeitnehmer ohne Arbeitsunfähigkeit zur Arbeitsleistung verpflichtet wären (§§ 3 – 4 Entgeltfortzahlungsgesetz – EntgFG).

      Minijobber haben auch einen gesetzlichen Mindestanspruch auf 4 Wochen bezahlten Erholungsurlaub. Unabhängig davon, ob die Beschäftigung in einem Privathaushalt oder im gewerblichen Bereich ausgeübt wird.

      Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang unser Blog-Beitrag vom 18. Mai 2015 “Urlaub bei Minijobs: Hierauf kommt es an” http://t1p.de/Blogbeitrag-Urlaub-bei-Minijobs

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    1. Guten Tag,

      in der Regel ist eine Lohnabrechnung über das Steuerbüro bei einer Beschäftigung im Rahmen des Haushaltscheckverfahrens nicht erforderlich. Die Minijob-Zentrale übernimmt hier Ihre Arbeitgeberpflichten im Bezug auf die Lohnabrechnung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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