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Was ist ein Minijob? Das Wichtigste auf einen Blick

Minijobs bieten eine gute Möglichkeit, sich etwas hinzuzuverdienen. Zudem kann ein Minijob auch für den Einstieg ins Berufsleben hilfreich sein. Aber was genau ist ein Minijob? Und was müssen Arbeitgeber und Minijobber beachten?

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung. Hier wird unterschieden zwischen 450-Euro-Minijobs und kurzfristigen Minijobs. Während bei der einen Beschäftigung die Höhe des Verdienstes begrenzt ist, darf die andere Beschäftigung nur für einen begrenzten Zeitraum ausgeübt werden. Den Unterschied erklären wir in unserem Beitrag.

Was ist ein 450-Euro-Minijob?

Ein 450-Euro-Minijob kann auf unbegrenzte Zeit ausgeübt werden. Der monatliche Verdienst darf regelmäßig nicht mehr als 450 Euro im Durchschnitt betragen. Sind Minijobber ein ganzes Jahr durchgehend beschäftigt, können Sie maximal 5.400 Euro verdienen. Wird diese Verdienstgrenze eingehalten, bleibt der 450-Euro-Minijob – mit Ausnahme der Rentenversicherung – für den Minijobber in der Regel sozialversicherungsfrei. Was alles zum Verdienst zählt und wie Sonderzahlungen (z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) zu berücksichtigen sind, erfahren Sie auf unserer Website oder hier im Blog.

Volles Leistungspaket der Rentenversicherung für 450-Euro-Minijobber

In der Rentenversicherung sind 450-Euro-Minijobber versicherungspflichtig und damit voll abgesichert. Mit einem Eigenanteil von derzeit 3,6% sichern sich Minijobber den Anspruch auf das komplette Leistungspaket der Rentenversicherung. Aufwand entsteht für den Minijobber dadurch nicht: Den Eigenanteil zieht der Arbeitgeber automatisch vom Verdienst des Minijobbers ab.

Will der Minijobber den vollen Schutz der Rentenversicherung nicht in Anspruch nehmen, kann er sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen und zahlt dann keinen Eigenanteil mehr. Den Befreiungsantrag finden Sie auf unserer Website: Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

2 Alternativen der Besteuerung: pauschal oder individuell

Bei einem 450-Euro-Minijob gibt es zwei Möglichkeiten, den Verdienst zu versteuern. Der Arbeitgeber kann den Minijob pauschal mit 2% (Pauschsteuer) oder individuell nach der Lohnsteuerklasse des Minijobbers versteuern. Die Pauschsteuer von 2% zahlt der Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale. Mit dieser Zahlung ist alles erledigt und es muss keine separate Meldung an das Finanzamt erfolgen. Hat er sich dagegen für die individuelle Lohnsteuer entschieden, zahlt er diese direkt an das zuständige Finanzamt.
Weitere Details zur Besteuerung von 450-Euro-Minijobs finden Sie auf unserer Website.

Was ist ein kurzfristiger Minijob?

Ein kurzfristiger Minijob ist von vornherein auf eine bestimmte Dauer festgelegt. Kurzfristige Minijobs dürfen innerhalb eines Kalenderjahres generell

  • für 3 Monate (wenn der Minijobber an mindestens 5 Tagen pro Woche arbeitet)

oder

  • 70 Arbeitstage (wenn der Minijobber regelmäßig weniger als 5 Tage wöchentlich arbeitet)

ausgeübt werden. Der Verdienst im kurzfristigen Minijob ist nicht begrenzt. Hier darf weit mehr als 450 Euro im Monat verdient werden, ohne dass Sozialabgaben zu zahlen sind.

Wichtig bei Verdienst über 450 Euro: Prüfung der Berufsmäßigkeit

Wenn der Verdienst über 450 Euro im Monat liegt, muss die Beschäftigung von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung sein. Das heißt, der Minijobber darf aus dieser Beschäftigung nicht alleine seinen Lebensunterhalt bestreiten. In der Sozialversicherung spricht man hier von „Berufsmäßigkeit“.

So kann beispielsweise ein kurzfristiger Minijob neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt werden. Der Arbeitnehmer gilt dann nicht als berufsmäßig Beschäftigter. Bei der Beurteilung im Einzelfall ist unsere Entscheidungshilfe zur Prüfung der Berufsmäßigkeit hilfreich.

Weitere Infos zur Prüfung der Berufsmäßigkeit gibt es hier.

Auch bei kurzfristigen Minijobs 2 Alternativen der Besteuerung

Kurzfristige Minijobs können auf 2 Arten besteuert werden. Individuell nach der Steuerklasse des Minijobbers oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal in Höhe von 25 %. Unabhängig davon, für welche Besteuerungsart sich der Arbeitgeber entscheidet, ist das Finanzamt zuständig und damit auch Ansprechpartner für alle weiteren Informationen.

Infos zur Besteuerung von kurzfristigen Minijobs gibt es auf unserer Website.

Speziell für gewerbliche Arbeitgeber – Das Beitrags- und Meldeverfahren.

Gewerbliche Arbeitgeber melden ihre Minijobber bei der Minijob-Zentrale an. Folgende Beiträge und Abgaben müssen sie an die Minijob-Zentrale zahlen:

Übersicht über die gültigen Beitrags- und Umlagesätze

Bitte beachten Sie: Zum 1. Juni 2019 sinkt der Umlagesatz U2 auf 0,19%.

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Geertjan de Vos
Geertjan de Vos
6 Monate zuvor

Hallo,
ich habe zwei verschiedene Fragen:

1. Ein Arbeitnehmer von mir hat einen Minijob, aber musste im Juli 2020 Steuer (mehr als 2%) bezahlen, da er im Zeitraum August 2019 bis Juli 2020 mehr als 5400 € verdient hat.
Meine Frage is jetzt: wenn er in den kommenden Monaten so wenig verdient, dass er von Januar 2020 bis Dezember 2020 insgesamt wieder unter 5400 € bleibt, kann er den Steuer von Juli 2020 dann zurückbekommen?

2. Ein anderer Arbeitnehmer hat im Juli angefangen und sofort im Juli mehr als 450 € verdient.
Deswegen sind bei ihm Sozialabgaben abgezogen.
Die Frage: wenn er letztendlich am Ende des Jahres unter 2700 € (durchschnittlich 450 € pro Monat) geblieben ist, kann er diese Sozialabgaben dann auch zurückbekommen?

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen,
Geertjan de Vos

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Änderungen bei den Midijobs – Verdienstgrenze auf 1.300 Euro angehoben | Die Minijob-Zentrale
1 Jahr zuvor

[…] sich im Laufe ihrer Beschäftigung dazu, ihre Arbeitszeit auszudehnen. Schnell wird dann aus einem Minijob ein sogenannter Midijob. Hierbei verdient man mehr als 450 Euro und ist – anders als im Minijob […]

Gisa Reinelt
Gisa Reinelt
1 Jahr zuvor

Wie sind die Regeln bei einem Minijob auf 165,00€ im Privathaushalt?
Muss der Arbeitnehmer krankenversichert werden, wenn er diese Tätigkeit zusätzlich zu einem regulären Arbeitsverhältnis ausübt?
D.h. er ist gesetzlich krankenversichert.

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Gisa Reinelt
1 Jahr zuvor

Hallo Frau Reinelt,

unabhängig von der Höhe des gezahlten Verdienst erfolgt die Abwicklung für einen 450-Euro-Minijob im Privathaushalt über das Haushaltsscheckverfahren https://t1p.de/MJZE-450-Euro-Minijob-im-Privathaushalt.

Es besteht, im Rahmen eines 450-Euro-Minijob, für den Arbeitnehmer kein eigener Krankenversicherungsschutz. Er ist selbst für seine Krankenversicherung verantwortlich. Ist der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert fallen für den Arbeitgeber im Privathaushalt 5 % Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung an. Ist der Arbeitnehmer hingegen privat krankenversichert entfällt die Pauschalabgabe in Höhe von 5% für den Arbeitgeber.

Gerne können Sie Ihre Haushaltshilfe mit dem Haushaltsscheck https://t1p.de/MJZE-Haushaltsscheck-Formular bei der Minijob-Zentrale anmelden.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Andrea
Andrea
1 Jahr zuvor

Liebes Blog-Team,
Kann unser Sportverein einen Übungsleiter als Minijobber einstellen, der eine Hauptbeschäftigung als Angestellter hat und gleichzeitig noch als selbständiger Gewerbetreibender angemeldet ist? Der Übungsleiter-Freibetrag von 2400 Euro ist schon voll ausgeschöpft.
Viele Grüße, Andrea

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Andrea
1 Jahr zuvor

Hallo Andrea,

das ist durchaus möglich.

Ein Arbeitnehmer kann neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung, der Tätigkeit als Gewerbetreibender zusätzlich eine Tätigkeit im Rahmen des 450-Euro-Minijobs ausüben.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Di Piazza Monika
Di Piazza Monika
1 Jahr zuvor

Hallo zusammen, würde gerne erfahren , wieviel Stunden im Monat muss ich arbeiten um
Exat auf 450€ Monatslohn zu kommen? Bin in der Reinigugns Branche.

Mit freundlichen Grüßen Monika.

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Di Piazza Monika
1 Jahr zuvor

Sehr geehrte Frau Di Piazza,

die Höhe der zu leistenden Arbeitsstunden ist vom vereinbarten Stundenlohn abhängig.

Der gesetzliche Mindestlohn liegt aktuell bei 9,19 Euro. Seit dem 1. Januar 2019 liegt der sogenannte Branchenmindestlohn in der Gebäudereinigung für Innen- und Unterhaltsreinigung bei 10,56 Euro (West) bzw. 10,05 Euro (Ost).

Ausführliche Informationen zum Thema Mindestlohn erhalten Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter der Telefonnummer:
030/60 28 00 28.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Anonym
Anonym
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
1 Jahr zuvor

Vielen Dank für die Info.
M.Di Piazza

Roland
Roland
1 Jahr zuvor

Hallo,
ich möchte in meinem Privathaushalt eine Gartenhilfe als kurzfristigen Mini-Jobber (Zeitraum 8 Monate je 4 Stunden) beschäftigen. Ist es richtig, das bei Privathaushalten 1,6% Unfallversicherung von der Minijob-Zentrale abgeführt werden, während gewerbliche Arbeitgeber sich selbst um die Anmeldung bei der Unfallversicherung kümmern müssen?
Zur Besteuerung von kurzfristigen Mini-Jobs möchte ich noch folgendes sagen:
Ich habe mich bei meinem Finanzamt einmal über die Abläufe bei der steuerlichen Anmeldung eines Arbeitnehmers und die zu erbringenden Tätigkeiten bei der Lohnabrechnung bzw. Meldungen an das Finanzamt erkundigt. Ein immenser Aufwand kommt da auf eine Privatperson zu, die sich in Lohnabrechnungsfragen nicht auskennt. Diese Tätigkeit kann man nur an ein Lohnbüro bzw. an einen Steuerberater übergeben, wenn man bei Finanzamt nicht in eine Falle laufen möchte.

Beste Grüße
Roland

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Roland
1 Jahr zuvor

Hallo Roland,

ja, das ist richtig. Findet die geplante Beschäftigung in Ihrem Privathaushalt statt, übernimmt die Minijob-Zentrale das Melde- und Beitragsverfahren für den Arbeitgeber. Das beinhaltet auch die Unfallversicherung. Der Beitrag liegt momentan bei 1,6 % vom Verdienst des Minijobbers. Bei einem Minijob im gewerblichen Bereich obliegt das Melde- und Beitragsverfahren sowie auch die Meldung zur Unfallversicherung ausschließlich dem Arbeitgeber.

Bei einem geplanten Beschäftigungszeitraum von 8 Monaten ist dem Grunde nach aber auch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung möglich – vorausgesetzt, der monatliche durchschnittliche Verdienst liegt nicht über 450 Euro. In diesem Fall kann die Abführung der Pauschsteuer zusammen mit den weiteren Beiträgen über die Minijob-Zentrale vorgenommen werden. Ausführliche Informationen zu den Abgaben im Privathaushalt finden Sie unter folgendem Link: https://t1p.de/Abgaben-450-Euro-Minijob-im-Privathaushalt

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Roland
Roland
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
1 Jahr zuvor

Liebes Blog-Team,

danke für die schnelle Antwort.
Meine Gartenhilfe hat neben dem Hauptjob bereits einen 450€ Mini-Jobs. Bleibt also nur der kurzfristige Mini-Job.

Viele Grüße
Roland