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Vier Schritte zur erstmaligen Anmeldung eines Minijobbers – eine Anleitung für frisch gebackene Arbeitgeber und Existenzgründer

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Jetzt auch online möglich: Der Antrag auf Erteilung einer Betriebnummer

Jeden Monat stehen insbesondere Existenzgründer und andere Arbeitgeber zum ersten Mal vor der Aufgabe, einen Minijobber bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Die Anmeldung ist in nur vier Schritten möglich:

Schritt 1: Wo wird eine Betriebsnummer beantragt?

Zur Teilnahme am Beitrags- und Meldeverfahren benötigen Arbeitgeber eine Betriebsnummer. Wenn Arbeitgeber erstmalig einen Arbeitnehmer beschäftigen, muss die Betriebsnummer beim Betriebsnummern-Service der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken beantragt werden.

Neu seit 1. Januar 2017: Gesetzliche Regelungen sehen vor, dass der Antrag elektronisch zu stellen ist. Dies geht ganz einfach mit dem Online-Antrag auf Erteilung einer Betriebsnummer.

Hinweis: Der Betriebsnummern-Service ist wie folgt zu erreichen:
Tel.: 0800 4 5555 20

Fax: 0681 / 988429-1300
Postanschrift: 66088 Saarbrücken

Web: Betriebsnummernservice der Bundesagentur für Arbeit
E-Mail: betriebsnummernservice@arbeitsagentur.de

Weitere Infos gibt es auch in der Broschüre der Bundesagentur für Arbeit

Schritt 2: Personalfragebogen für die versicherungsrechtliche Beurteilung

Arbeitgeber sind gesetzlich dazu verpflichtet, einen Arbeitnehmer sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat eigens für die Beurteilung eines Minijobbers einen Personalfragebogen entwickelt. Diese Checkliste für geringfügig entlohnte oder kurzfristig Beschäftigte hilft festzustellen, ob ein Minijob vorliegt oder der Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig bei der zuständigen Krankenkasse zu melden ist. Darüber hinaus können im Einzelfall weitere Angaben erforderlich sein.

Hinweis: Der Personalfragebogen ersetzt nicht den Arbeitsvertrag zwischen dem Arbeitgeber und dem Minijobber. Er dient lediglich zur Vervollständigung der Lohnunterlagen und als Nachweis bei Betriebsprüfungen.

Schritt 3: Meldung zur Sozialversicherung

Wenn ein Arbeitnehmer vom Arbeitgeber versicherungsrechtlich als Minijobber beurteilt wurde, ist dieser namentlich mit der Meldung zur Sozialversicherung bei der Minijob-Zentrale zu melden. Die Angaben zur Person des Minijobbers sind amtlichen Dokumenten zu entnehmen, z. B. die Sozialversicherungsnummer aus dem Sozialversicherungsausweis.

Hinweis: Besitzt der Minijobber noch keine Sozialversicherungsnummer, sind weitere personenbezogene Angaben zum Arbeitnehmerin der Meldung zur Sozialversicherung erforderlich (Geburtsort, Geburtsname und Geburtsdatum).

Schritt 4: Beitragsnachweis und Beitragszahlung

Neben der individuellen Meldung zur Sozialversicherung für jeden Minijobber ist der Minijob-Zentrale auch ein sogenannter Beitragsnachweis zu übermitteln. Der Arbeitgeber erstellt jeden Monat einen Beitragsnachweis, der die monatliche Gesamtsumme aller Beiträge und Abgaben für seine Minijobber enthält. Er ist für jeden Kalendermonat spätestens drei Tage vor Fälligkeit der Beiträge durch Datenübertragung zu übermitteln.

Der Beitrag ist dann monatlich zum Fälligkeitstag unter Angabe der Betriebsnummer an die Minijob-Zentrale zu überweisen. Zur Berechnung der Beiträge stellt die Minijob-Zentrale einen Beitragsrechner bereit.

Die bequemste Art der Beitragszahlung ist, der Minijob-Zentrale ein SEPA-Basislastschriftmandat zu erteilen. So können Arbeitgeber sicher sein, dass die Beiträge fristgerecht zur Fälligkeit abgebucht werden. Weiterhin ist von vornherein ausgeschlossen, dass die Minijob-Zentrale Säumniszuschläge und Mahngebühren aufgrund unpünktlicher Zahlungen erhebt. Sollten sich Arbeitgeber für dieses Verfahren entscheiden, kann der Minijob-Zentrale ein SEPA-Basislastschriftmandat per Post bzw. per Fax zugestellt werden.

Hinweis: Die Meldungen zur Sozialversicherung und die Beitragsnachweise müssen durch elektronische Datenübertragung übermittelt werden. Eine Möglichkeit zur elektronischen Übertragung der Daten bietet die kostenlose Software „sv.net“. Sie ermöglicht Arbeitgebern das unkomplizierte Erstellung und die maschinelle Übermittlung von Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweisen an die Minijob-Zentrale.

Weitere Infos zu sv.net gibt es auf den Internetseiten der ITSG (Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung GmbH)

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Bruno Mieslinger
Bruno Mieslinger
2 Jahre zuvor

Kamm eine WEG eine Putzkraft, Minijb´ob anmelden?

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Bruno Mieslinger
2 Jahre zuvor

Guten Tag Herr Mieslinger,

auch eine Wohnungseigentümergemeinschaft kann einen Minijobber zum Beispiel als Hausmeister oder Reinigungskraft beschäftigen.
Es handelt sich dabei um einen Minijob im gewerblichen Bereich. Die Anmeldung können Sie analog zu unserem Blog-Beitrag vornehmen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Lederer William
Lederer William
3 Jahre zuvor

Guten Tag,
Ich hätte zwei Fragen zu klären.
Darf ein Beamter ein Gewerbe anmelden?
Ist Herr …..(personenbezogene Daten durch die Minijob-Zentrale gelöscht) , bei Ihnen gemeldet wo er als Hausmeister tätig ist, für 250,-€ monatlich?

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Lederer William
3 Jahre zuvor

Hallo Herr Lederer,

übt ein Arbeitnehmer neben seiner Tätigkeit als Beamter eine selbständige Tätigkeit aus, so muss er dafür auch ein Gewerbe anmelden. In jedem Fall muss er jedoch seinen Dienstherrn über seine Nebentätigkeit informieren.

Auskünfte über personenbezogene Daten können wir Ihnen aus Datenschutzgründen nicht erteilen. Die von Ihnen im Kommentar genannten Personendaten haben wir ebenfalls gelöscht.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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