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Unterbrechung eines Minijobs ohne Verdienst – So müssen Arbeitgeber melden

Verschiedene Gründe können zur Unterbrechung der Zahlung des Verdienstes im Minijob führen. Wenn ein Minijobber länger als einen Monat keinen Anspruch auf Verdienst hat, muss der Arbeitgeber dies melden. Wir erklären, wann und wie die Meldung zu erstellen ist.

Bei einer Unterbrechung von länger als einem Monat ist der Minijob abzumelden

Wird ein Minijob unterbrochen und hat der Beschäftigte länger als einen Monat keinen Anspruch auf seinen Verdienst, muss der Arbeitgeber grundsätzlich eine Abmeldung, auch Unterbrechungsmeldung genannt, mit dem Meldegrund „34“ zum Ende der Monatsfrist erstellen. Die Abmeldung ist erforderlich, da ohne Verdienst spätestens nach einem Monat keine meldepflichtige Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung mehr vorliegt. Dauert die Unterbrechung ohne Zahlung eines Verdienstes nicht länger als einen Monat, ist keine Meldung abzugeben.

Bei Wiederaufnahme der Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt ist eine Anmeldung mit Meldegrund „13“ zu erstellen. Die Abmeldung mit dem Meldegrund „34“ und die Anmeldung mit Meldegrund „13“ muss spätestens innerhalb von 6 Wochen nach dem meldepflichtigen Beschäftigungsende bzw. -beginn erfolgen.

Gründe für eine Unterbrechung des Minijobs ohne Verdienst

Gründe, die zu einer längeren Unterbrechung der Verdienstzahlung im Minijob führen können, sind z. B. ein unbezahlter Urlaub oder wenn ein Minijobber über die sechswöchige Dauer der Entgeltfortzahlung hinaus arbeitsunfähig ist. Da aufgrund des Minijobs kein eigener Krankenversicherungsschutz als Arbeitnehmer besteht, hat der Minijobber im Anschluss an die Entgeltfortzahlung auch keinen Anspruch auf Krankengeld. Deshalb ist der Minijobber auch nicht, wie bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern üblich, wegen des Krankengeldbezuges mit dem letzten Tag der Entgeltzahlung abzumelden, sondern erst, wenn weitere Arbeitsunfähigkeit ohne Zahlung eines Verdienstes länger als einen Monat andauert.

So wird die Monatsfrist berechnet

Nur wenn die Unterbrechung eines Minijobs ohne Verdienst länger als einen Monat anhält, hat der Arbeitgeber eine Abmeldung zu erstellen. Die Monatsfrist beginnt mit dem ersten Tag der Arbeitsunterbrechung, für den kein Verdienst gezahlt wird und endet nach Ablauf eines Monats:

  • Wenn die Monatsfrist am 1. Tag eines Kalendermonats beginnt, endet sie am letzten Tag dieses Kalendermonats.
  • Beginnt die Frist im Laufe eines Kalendermonats, dann endet sie einen Monat später mit dem Tag des Datums vor Beginn der Frist.

Beispiel – Beginn am 1. Tag eines Kalendermonats

Ein Minijobber hat vom 01.06. bis 15.07 unbezahlten Urlaub.

So wird die Monatsfrist berechnet:

31.05. Letzter Tag mit Verdienst vor der Arbeitsunterbrechung

01.06. Beginn der Monatsfrist

30.06. Ende der Monatsfrist

Der Arbeitgeber hat zum 30.06. eine Abmeldung mit Meldegrund „34“ zu erstellen.

Der unbezahlte Urlaub endet am 15.07. Der Arbeitgeber hat eine Anmeldung ab dem 16.07 mit Meldegrund „13“ zu erstellen.

Beispiel – Beginn im laufenden Kalendermonat

Ein Minijobber ist vom 27.04. bis 31.07. arbeitsunfähig erkrankt. Für die Zeit vom 27.04. bis 07.06. wird sechs Wochen der Verdienst fortgezahlt. Ab dem 08.06 ist der Minijob ohne Verdienst.

So wird die Monatsfrist berechnet:

07.06. Letzter Tag mit Verdienst (Entgeltfortzahlung)

08.06. Beginn der Monatsfrist

07.07. Ende der Monatsfrist

Der Arbeitgeber hat zum 07.07. eine Abmeldung mit Meldegrund „34“ und zum 01.08. eine Anmeldung mit Meldegrund „13“ zu erstellen.

Arbeitsrechtlich besteht der Minijob weiterhin

Auch wenn für einen Minijob eine Abmeldung mit Meldegrund „34“ erstellt wurde, liegt arbeitsrechtlich weiterhin ein Arbeitsverhältnis vor. Eine länger als einen Monat andauernde Unterbrechung ohne Verdienst hat nur sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen.

Weitere Informationen zur Meldung von Minijobbern finden Sie auf der Internetseite der Minijob-Zentrale.

11 Kommentare zu “Unterbrechung eines Minijobs ohne Verdienst – So müssen Arbeitgeber melden”

  1. Hallo,
    folgender Sachverhalt ergibt sich gerade in unserem Betrieb. Leider mussten wir aufgrund von Corona fast alle Minijobber abmelden, weil wir nicht wissen, wann es weitergeht (Veranstaltungsbereich). Dies geschieht ja dann mit Abmeldegrund 30 „Ende der Beschäftigung“. Nun sind aber einige Mitarbeiter dabei, die mit Meldegrund 34 vorher schon abgemeldet wurden und bei denen über die Datev keine neue Abmeldung mit Grund 30 erstellt wurde. Ich bin der Meinung, das ist nicht richtig so. Unser Steuerberater und auch die Datev meinen, das kann man so lassen. Können Sie mir die richtige Antwort dazu geben?

    1. Hallo Claudia,

      bei einer Meldung mit dem Meldegrund 34 handelt es sich tatsächlich bereits um eine Abmeldung. Eine zusätzliche Meldung mit Grund „30“ muss nur dann erstellt werden, wenn die Beschäftigung zwischenzeitlich wieder aufgenommen wurde. Das setzt jedoch eine erneute Anmeldung mit Grund 13 voraus.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo, in meinem Fall hat der Arbeitgeber (AG) mich abgemeldet mit Code „34“ ZUM 30.04.2020 . Die Meldung ist rechtens und korrekt, nur wurde ich erst AM 17.06.2020 darüber informiert! Somit entstand mir eine irreparable Lücke in meinem Rentenverlauf!!! Da ich in den nächsten Jahren wohl einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen werde, ist das ein RIESENPROBLEM für mich! Mittlerweile arbeite ich wieder beim AG. FRAGE: WIE KANN DER AG DIESE LÜCKE WIEDER SCHLIESSEN?

    1. Hallo Thomas,

      diese Frage können wir Ihnen nicht pauschal beantworten. Hier wäre beispielsweise der Grund der Unterbrechung von Bedeutung.

      Sie geben an, dass Ihr Arbeitgeber aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht korrekt gehandelt hat.
      Sollte Ihnen durch Ihren Arbeitgeber dennoch ein Schaden entstanden sein, ist dieser ggf. arbeits- oder zivilrechtlich zu beurteilen.
      Zu arbeitsrechtlichen Fragen informiert das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004.
      In zivilrechtlichen Fragen kann ggf. die Beratung durch einen Anwalt hilfreich sein.
      Wir empfehlen Ihnen darüber hinaus auch die Rücksprache mit Ihrem Rentenversicherungsträger. Dieser kann Sie individuell zu Ihrem Rentenversicherungskonto beraten und ggf. Lösungswege aufzeigen.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    2. Hi, hab vor einer Woche einen Hauptjob angenommen.
      Und nun ein paar Fragen hinsichtlich meines Nebenjobs….

      Kurz zur Situation:

      Vor einem Jahr habe ich einen Minijob angenommen, den ich kontinuierlich nachgegangen bin.
      Zudem habe ich vor dem unterzeichnen meines Hauptjobs einen weiteren Nebenjob angenommen (Vertag unterzeichnet, ca. 2 Wochen vor dem Hauptjob)
      Bei dem zweiten Nebenjob wurde bisher keine einzige Stunde Arbeit geleistet.

      Nun wurde ich bei meinem alten Nebenjob gekündigt und ein paar Tage später hatte ich bereits Ersatz gefunden, wo ich in den nächsten Tagen angemeldet werde.
      Nun habe ich gelesen, dass der erste Nebenjob, zeitlich gesehen, steuerfrei ist. Der zweite jedoch nicht….
      Den Nebenjob welchen ich zwei Wochen vor dem Hauptjob unterzeichnet habe steht nun theoretisch an erster Stelle?
      Diesen werde ich aber nicht nachgehen, da mir die Arbeit von Job zwei mehr Spaß macht.
      Die Kündigungsfrist beträgt jedoch zwei Wochen und der Vertrag läuft noch bis Ende des Jahres von diesem Minijob.

      Nun zu meiner Frage:
      Hat mich der Arbeitgeber überhaupt registriert, wenn ich keinerlei Arbeit bei Ihm verrichtet habe?
      Wenn ja, steht dieser trotzdem an erster Stelle, auch wenn ich keinerlei Stunden bei diesem absolviert habe und dies auch niemals vorhabe?

      Etwas kompliziert aber ich hoffe ich habe es verständlich erklärt. :)

      1. Hallo Marc,

        grundsätzlich haben Sie das richtig zusammengefasst. Üben Sie zwei 450-Euro-Minijobs neben Ihrer Hauptbeschäftigung aus, zählt die zeitliche Reihenfolge, in welcher Sie die Beschäftigungen aufgenommen haben. Der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob bleibt sozialversicherungsfrei. Eine Beschäftigung im sozialversicherungsrechtlichen Sinn setzt jedoch auch die Zahlung eines Verdienstes voraus. Haben Sie Ihren ersten Minijob nie ausgeübt, empfehlen wir Ihnen das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber zu suchen. Wenn beide Seiten nicht an einer Weiterbeschäftigung interessiert sind, lässt sich sicher eine Lösung finden.

        Freundliche Grüße
        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Benötigt der AN nach Abmeldung (34)/Anmeldung (13) denn eine neue Erklärung bzgl. der RV-Befreiung? Wäre in diesem Fall evtl. auch wieder eine Rückkehr zur RV möglich?

    1. Guten Tag,

      nein, ein neuer Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht muss in diesem Fall nicht gestellt werden.
      Eine Abmeldung mit Grund 34 wird nur dann erstellt, wenn die Beschäftigung länger als einen Monat ohne Anspruch auf einen Verdienst fortbesteht. Die Beschäftigung ist in diesen Fällen nicht beendet. Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht behält hierdurch Ihre Wirksamkeit. Der Beschäftigte kann in diesem Fall nicht ohne Weiteres zur RV-Pflicht zurückkehren.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Diesen Aufsatz möchte ich gerne ausdrucken. Eine Druckversion steht jedoch nicht zur Verfügung – jedenfalls erkenne ich dies nicht! Können Sie mir helfen?

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