Studentenjobs: Der echte Werkstudent beginnt da, wo der Minijobber aufhört

Welche Besonderheiten gibt es für Studenten, wenn sie einen Minijob ausüben wollen und was haben Arbeitgeber dann zu beachten? In einem aktuellen Beitrag aus dem Kompass erklären wir u.a. auch das Werkstudenten-Privileg. Der „Kompass“ ist das amtliche Mitteilungsblatt der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und berichtet sechsmal pro Jahr unter anderem über aktuelle Themen der Sozialversicherung.

Das Werkstudenten-Privileg

Beschäftigungen von Studenten erfreuen sich großer Beliebtheit. Bevorzugt werden Teilzeitjobs, die neben dem Studium zeitlich möglich sind. In der Altersgruppe 20 bis unter 25 waren Ende Juni 2017 rund 696.000 Arbeitnehmer auf Basis eines 450-Euro-Minijobs und gut 2,4 Mio. Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

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Wintersemesterbeginn: Neben dem Studium hinzuverdienen

Einige Studenten arbeiten das gesamte Semester hindurch, um sich das Studium zu finanzieren. Andere nutzen nur die vorlesungsfreie Zeit, um sich etwas Geld zum Studium hinzuzuverdienen.

Studenten - © tomazl / istockphoto.com

Studenten, die neben ihrem Studium arbeiten, zahlen unter bestimmten Voraussetzungen keine oder nur geringe Abgaben zur Sozialversicherung. Hier die verschiedenen Varianten:

450-Euro-Minijob
Ein Minijob liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt nicht mehr als 450 Euro im Monat beträgt. Von diesem Arbeitsentgelt zahlt der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag an die Sozialversicherung. Der Student zahlt darüber hinaus einen Eigenanteil von 3,9 Prozent an die Deutsche Rentenversicherung und erwirbt so vollwertige Pflichtbeitragszeiten. Von der Pflicht, diesen Eigenanteil zu zahlen, kann man sich befreien lassen. Das hat aber auch Nachteile und sollte gut überlegt werden.

Kurzfristiger Minijob
Verdient ein Student mehr als 450 Euro im Monat, ist die Beschäftigung aber im Voraus auf nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Kalenderjahr befristet, fallen keinerlei Sozialversicherungsbeiträge für den Arbeitgeber und den Studenten an. Die Lohnsteuer ist entweder individuell entsprechend der Steuerklasse vom Arbeitnehmer zu zahlen oder wird pauschal vom Arbeitgeber übernommen.

Werkstudent
Ist die Beschäftigung bei einem Verdienst von mehr als 450 Euro im Monat auf Dauer angelegt, sind grundsätzlich Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen, die zusammen vom Studenten und seinem Arbeitgeber aufzubringen sind. Eine Befreiung ist hier nicht möglich. Der Student erwirbt vollwertige Rentenansprüche. Zu den übrigen Versicherungszweigen der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fallen in der Regel weder für den Studenten, noch für seinen Arbeitgeber Beiträge an. Dies setzt allerdings voraus, dass ein sogenanntes ordentliches Studium vorliegt (Werkstudent).

Von einem ordentlichen Studium spricht man in der Regel, wenn der Student nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich während der Vorlesungszeit beschäftigt ist. Während der Semesterferien kann die 20-Stunden-Grenze überschritten werden.

Ob Sie als Student für Ihre Beschäftigung Beiträge zu den verschiedenen Zweigen der Sozialversicherung zahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.  Hier hilft Ihnen das Service-Center der Minijob-Zentrale unter der Rufnummer 0355 290 270799