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Wie sich das neue Flexirentengesetz auf Minijobs auswirkt

Mit dem neuen Flexirentengesetz können auch Altersvollrentner mit einem Minijob in die Rentenversicherung zahlen, um die Höhe ihrer Rente zu steigern. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Neuerungen der Flexirente für Altersvollrentner, die nebenher einen Minijob ausüben.

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Wie Arbeitgeber für die Rente ihrer Minijobber sorgen

Unabhängig davon, ob im 450-Euro-Minijob Rentenversicherungspflicht besteht oder nicht – die Arbeitgeber sorgen mit ihren Beitragszahlungen auch immer für die spätere Rente der Minijobber. Mit Zahlung der Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung wird einerseits die spätere Rente erhöht. Außerdem wird die Dauer des Minijobs auch anteilig zur Sicherung von Mindestversicherungszeiten angerechnet.

Was zahlen die Arbeitgeber für die Rente ein?

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Anders als bei einer Vollzeitstelle – bei der sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitrag jeweils zur Hälfte teilen – zahlt der Minijob-Arbeitgeber einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz als Pauschalbeitrag. Dieser ist bei Minijobs im gewerblichen Bereich und bei Minijobs in Privathaushalten unterschiedlich hoch.

  •  Im gewerblichen Bereich zahlt der Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 % des Arbeitsentgelts.
  • Bei Minijobs in Privathaushalten liegt der pauschale Rentenversicherungsbeitrag bei 5 % des Arbeitsentgelts.

Durch eine mögliche Befreiung des Minijobbers von der Rentenversicherungspflicht entfällt nur die Zahlung des Arbeitnehmeranteils am Rentenbeitrag. Der Arbeitgeber zahlt weiterhin den Pauschalbeitrag von 5 bzw. 15 %. Hierdurch wird sichergestellt, dass auch Minijobber Ansprüche in der Rentenversicherung erwerben.

Wie profitieren Minijobber vom vollen Schutz in der Rentenversicherung?

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Nachgefragt (12): Mit Rentenversicherungspflicht volle Ansprüche sichern

aktualisiert am 22. November 2017

Wir erklären Ihnen, welche Ansprüche Minijobber mit einem kleinen Eigenanteil in der Rentenversicherung erzielen können. Weiterlesen

Minijobs in den Semesterferien – was Studenten beim Jobben beachten sollten

Studenten - © goodluz / Fotolia.comIn den ersten Bundesländern, so auch in NRW, starten jetzt die Semesterferien. Viele Studenten nutzen die vorlesungsfreie Zeit, um sich etwas Geld zum Studium hinzuzuverdienen. Ob sie für ihre Beschäftigung Beiträge zu den verschiedenen Zweigen der Sozialversicherung zahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier ein kurzer Überblick, was Studenten beachten sollten, wenn sie in den Ferien einen Minijob ausüben oder eine kurzfristige Beschäftigung annehmen:

Studenten, die einen Minijob ausüben, sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, sie selbst müssen keine Beiträge zahlen. Hier führt der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag für die Krankenversicherung und Steuer ab.

In der Rentenversicherung sind jedoch Studenten wie auch alle anderen Minijobber, die seit dem 1. Januar 2013 im 450-Euro-Job Geld hinzuverdienen versicherungspflichtig. Der Arbeitgeber zahlt dabei 15 Prozent des Bruttoverdienstes an die Rentenkasse, der Minijobber zahlt die Differenz-von zur Zeit 3,9 Prozent, bis zum vollen Beitragssatz der Rentenversicherung.

Je nachdem, ob Studenten als Minijobber im gewerblichen Bereich arbeiten oder einen Minijob im Privathaushalt ausüben, gelten hier für Arbeitgeber und Minijobber unterschiedliche Beitragsätze: Abgaben für gewerbliche 450-Euro Minijobs

Auf Antrag können sich Studenten auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Allerdings verliert man hierdurch einige Vorteile. Denn durch die Versicherungspflicht erwirbt der Student vollwertige Beitragszeiten, die u. a. zur Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente erforderlich sind. Die Versicherungspflicht wirkt sich zudem rentensteigernd aus.

Kurzfristiger Minijob – der typische Ferienjob bei Studenten

Beliebt und am häufigsten ausgeübt sind die so genannten Semesterferien-Jobs. Meist sind diese Jobs kurzfristige Beschäftigungen. Das sind Beschäftigungen, die von vornherein auf nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahrs befristet sind und nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Sie sind – auch für den Arbeitgeber – völlig frei von Sozialabgaben. Die Höhe des Verdiensts ist ohne Bedeutung. Kurzfristige Beschäftigungen zählen im Übrigen auch zu den Minijobs. Hier ist die Minijob-Zentrale der zentrale Ansprechpartner: Kurzfristiger Minijob

Vorsicht: BAföG-Kürzung droht

Beschäftigte Studenten mit einem Minijob müssen aber noch etwas beachten: Das BAföG wurde zum 1. Januar 2013 nicht angepasst! Bevor Studenten einen Nebenjob annehmen, sollten sie sich vom zuständigen BaföG-Amt ausrechnen lassen welches Einkommen anrechnungsfrei ist.

Auch minderjährige Minijobber können sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen

In allen Minijobs, die Beschäftigte nach dem 31. Dezember 2012 aufgenommen haben bzw. aufnehmen werden, besteht grundsätzlich eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Von dieser Pflicht kann sich der Beschäftigte jedoch befreien lassen. Das entsprechende Antragsformular finden Sie in unserem Download-Center: Antrag auf die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

Eine Auswertung der Neuanmeldungen im April 2014 ergab, dass über zehn Prozent aller Minijobber bei Aufnahme ihrer Beschäftigung noch nicht volljährig sind. Gerade diese Personen möchten sich häufig von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht muss bei Minderjährigen allerdings von einem gesetzlichen Vertreter unterschrieben werden.

Keine Rentenversicherungspflicht für Altersvollrentner

Altersvollrentner müssen – genau wie Ruhestandsbeamte und Bezieher einer berufsständischen Altersversorgung – generell keine Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Auch dann nicht, wenn sie einen Minijob aufnehmen. Die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht müssen Rentner auch nicht gesondert beantragen: Der Arbeitgeber meldet seinen Minijobber über die Minijob-Zentrale mit der Beitragsgruppe 5 in der Rentenversicherung an. Ein Pauschalbeitrag von 15 Prozent des Arbeitsentgelts muss vom Arbeitgeber wegen des Bezugs der Rente dennoch entrichtet werden.

Sollte ein Arbeitgeber einen Altersvollrentner im Minijob irrtümlich als rentenversicherungspflichtig beurteilt und in der Beitragsgruppe 1 angemeldet haben, können die damit zu Unrecht gezahlten Beiträge dem Arbeitnehmer zurückerstattet werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer können dann bei der Minijob-Zentrale einen entsprechenden Erstattungsantrag stellen. Das Antragsformular finden Sie hier: http://www.kbs.de/erstattungsantrag_zu_unrecht_gezahlte_beitraege

Nicht immer muss jedoch ein förmlicher Antrag gestellt werden. Unter gewissen Voraussetzungen hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, überzahlte Beiträge mit den Beiträgen für den laufenden Entgeltabrechnungszeitraum zu verrechnen: Die Überzahlung darf nicht länger als 24 Kalendermonate zurückliegen. Darüber hinaus darf während des Erstattungszeitraums keine Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung stattgefunden haben. Sofern Arbeitgeber den Weg der Verrechnung wählen, sind die Meldungen zur Sozialversicherung zu korrigieren. Die zurückerstatteten Arbeitnehmeranteile sind an den Beschäftigten auszuzahlen.