Neu: Die Abgaben für Minijobber in 2018 – Unser Minijob-Rechner hilft

Zum Jahreswechsel sinken die Abgaben für Minijobs. Wie hoch die neuen Abgaben ab dem 1. Januar 2018 für einen gewerblichen 450-Euro-Job sind und wie man diese ganz schnell mit unserem Minijob-Rechner ermitteln kann, erfahren Sie hier.

Was zahlen Arbeitgeber für 450-Euro-Minijobber?

Für 450-Euro-Minijobber zahlen Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung, verschiedene Umlagen und die einheitliche Pauschsteuer direkt an die Minijob-Zentrale. Die Höhe der Abgaben hängt von der Höhe des Verdienstes des Minijobbers ab. Weiterlesen

Zunehmende finanzielle Bedeutung der Minijobs für die Sozialversicherung

Die Bedeutung der Minijobs für die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Von 2003 bis 2013 wurden im Rahmen der gewerblichen Minijobs für die Renten- und Krankenversicherung fast 58 Milliarden Euro von der Minijob-Zentrale vereinnahmt.

Der jeweilige Jahresgesamtbetrag der aus Minijob-Arbeitsverhältnissen resultierenden Beiträge ist seit 2003 jährlich angewachsen. Mit dem Anstieg der Beitragseinnahmen nimmt auch die finanzielle Bedeutung der Minijobs für die Sozialversicherung weiter zu. Seit 2004 erhöhte sich allein die Summe der eingezogenen Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge von rund 4,0 Mrd. Euro im Jahr 2004 auf ca. 6,6 Mrd. Euro im Jahr 2013. Innerhalb von zehn Jahren erhöhte sich damit das jährliche Beitragsaufkommen um mehr als 60 Prozent.

Diese Einnahmen aus geringfügigen Beschäftigungen kommen beispielsweise den Krankenkassen zugute, ohne dass für den Minijobber durch die Zahlung der Pauschalbeiträge zusätzliche Leistungsansprüche in der gesetzlichen Krankenversicherung entstehen (z.B. Krankengeld). Für Minijobber, die familienversichert sind, kommt die Zahlung der Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung zudem einer Mitfinanzierung des Krankenversicherungsschutzes gleich.

Nach Anhebung der Entgeltgrenze von Minijobs von 400 auf 450 Euro zum Jahreswechsel 2012/2013 und der gleichzeitig erfolgten Einführung der generellen Rentenversicherungspflicht von Minijobbern stieg zudem auch das Beitragsvolumen in der Rentenversicherung deutlich an. Lag die Höhe der eingezogenen Beiträge im Jahr 2012 noch bei 3,4 Mrd. Euro, so konnten im Jahr 2013 bereits fast 3,7 Mrd. Euro vereinnahmt werden.

Höhe der Beitragseinnahmen

Entwicklung der Beitragseinnahmen aus Minijobs bis 2013

Was passiert mit den Beiträgen, die von der Minijob-Zentrale eingezogen werden?

BeitragszahlungDie Minijob-Zentrale behält die eingezogenen Beiträge und Abgaben nicht für sich, sondern leitet diese arbeitstäglich weiter an die Träger der Gesetzlichen Rentenversicherung, den Gesundheitsfonds, das Bundeszentralamt für Steuern und die Bundesagentur für Arbeit. Für diese Dienstleistung erhält die Minijob-Zentrale wiederum von den Sozialversicherungsträgern eine Vergütung und vom Bundesministerium der Finanzen einen jährlichen Zuschuss. Die Bestimmungen hierfür sind geregelt in § 28 I Sozialgesetzbuch Viertes Buch.

Renten- und Krankenversicherungsbeiträge

Die Rentenversicherungsbeiträge werden aufgeteilt zwischen der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund), der Knappschaft-Bahn-See (Bundesanteil) sowie der DRV Mitteldeutschland (Ost) und der DRV Westfalen (West). Das Bundesversicherungsamt verwaltet den Gesundheitsfonds, dem die Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung zugeführt werden. Aus dem Gesundheitsfonds erhalten die Krankenkassen Zuweisungen, mit denen sie ihre Leistungen finanzieren und ihre Verwaltungskosten bestreiten. Auf dem Beitragsnachweis müssen die Arbeitgeber jeweils den Rechtskreis angeben, also ob die Beschäftigung im Ost- oder Westteil unseres Landes ausgeübt wird. Dementsprechend werden die Beiträge entweder dem Ost- oder Westteil unseres Landes zugeordnet und aufgeteilt.

Pauschsteuer

Das Bundeszentralamt für Steuern erhält die vereinnahmten Pauschsteuern. Aus der Gesamtsumme der Pauschsteuer entfallen grundsätzlich 90 Prozent auf die Einkommenssteuer, sowie jeweils 5 Prozent auf den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Anhand der übermittelten Entgeltmeldungen errechnet die Minijob-Zentrale den Verteilungsschlüssel des Einkommenssteueranteils auf die einzelnen Bundesländer. Grundlage hierfür ist der gemeldete Wohnort der Minijobber.

Umlagen

Auch Minijobber haben im Falle einer Insolvenz ihres Arbeitgebers Anspruch auf die Zahlung von Insolvenzgeld durch die Agentur für Arbeit. Deshalb wird auch für Minijobber die Insolvenzgeldumlage erhoben und von der Minijob-Zentrale an die Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet. Im Falle einer Erkrankung oder während des Mutterschutzes haben Minijobber – genau wie jeder andere Beschäftigte – Anspruch auf die Fortzahlung ihres Arbeitsentgeltes. Damit die Arbeitgeber nicht übermäßig belastet werden, haben die sie die Möglichkeit, eine Erstattung ihrer Aufwendungen zu erlangen. Die finanziellen Mittel hierfür werden über die Arbeitgeberversicherung in Form der Umlage 1 für Aufwendungen im Krankheitsfall und der Umlage 2 für Aufwendungen bei Schwangerschaft/Mutterschaft aufgebracht.

Säumniszuschläge und Zinsen

Als zuständige Einzugsstelle überwacht die Minijob-Zentrale die pünktliche Beitragszahlung. Gehen die Beiträge nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages ein, gibt es für die Minijob-Zentrale eine gesetzliche Verpflichtung zur Erhebung von Säumniszuschlägen. Auch diese Säumniszuschläge und Zinsen für Beiträge, etwa im Falle von Stundungen, führen wir an unsere Auftraggeber ab.