Wie Privathaushalte durch die Anmeldung ihrer Haushaltshilfen Steuern sparen können

Die Schwarzarbeit in Deutschlands Privathaushalten blüht. Nur ca. 270.000 Haushalte haben ihre Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale offiziell angemeldet. Die Dunkelziffer liegt jedoch viel höher. Bis zu vier Millionen Menschen verrichten haushaltsnahe Dienstleistungen, ohne angemeldet zu sein. Dies birgt einige Nachteile und auch Gefahren. Dabei können Privathaushalte in vielen Fällen durch die Anmeldung ihrer Haushaltshilfe sogar mehr Steuern sparen, als sie an Abgaben zu entrichten haben. Eine ganz legale Möglichkeit, auf diesem Weg die Haushaltskasse aufzustocken.

Der Steuervorteil

Der Gesetzgeber fördert Privathaushalte, die haushaltsnahe Dienstleistungen von Minijobbern verrichten lassen, auf besondere Art und Weise. Das Finanzamt erkennt 20 Prozent der gesamten Aufwendungen, maximal jedoch 510 Euro, als Minderungsbetrag bei der Steuerschuld an. Anders als bei Werbungskosten oder Sonderausgaben, deren Anerkennung lediglich das steuerpflichtige Einkommen vermindert und nur zu einer anteiligen Erstattung nach der jeweiligen Progressionsstufe führt, erhöht der Absetzungsbetrag für Minijobs in Privathaushalten die Einkommensteuererstattung unmittelbar. Die von den Privathaushalten an die Minijob-Zentrale abzuführenden Abgaben betragen maximal 14,44 Prozent. Durch die Absetzbarkeit von 20 Prozent der Arbeitgeberaufwendungen für den Minijobber kann sich bei der Steuererklärung hier ein echtes Plus ergeben.

Beispiel:
Zum 1. Februar 2013 stellt ein Ehepaar eine Haushaltshilfe ein. Die Haushaltshilfe ist gesetzlich krankenversichert und unterliegt im Minijob nicht der Rentenversicherungspflicht. Das Ehepaar zahlt der Haushaltshilfe eine Vergütung von 150,00 Euro im Monat. Das Ehepaar verfügt über Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit. Die Steuerschuld des Ehepaares für das Jahr 2013 beträgt 8.500,00 Euro.

Berechnung der an die Minijob-Zentrale für das Jahr 2013 zu zahlenden Abgaben:
11 Monate x 150,00 Euro = 1.650,00 Euro x 14,44 % = 238,26 Euro
Berechnung des Absetzungsbetrags von der zu zahlenden Einkommensteuer (2013):
1.650,00 Euro (Bruttolohn) + 238,26 Euro (Abgaben) = 1.888,26 Euro x 20 % = 377,65 Euro

Durch die Berücksichtigung des Absetzungsbetrags vermindert sich die Einkommensteuerschuld nachträglich um 377,65 Euro auf 8.122,35 Euro. Die Steuerersparnis übersteigt den Betrag, den das Ehepaar für die Haushaltshilfe an die Minijob-Zentrale abzuführen hat, um 139,39 Euro (377,65 Euro abzüglich 238,26 Euro).

Wie Privathaushalte ihre Haushaltshilfe ganz unbürokratisch anmelden

Der Gesetzgeber hat für die Anmeldung von Haushaltshilfen, die regelmäßig nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen, ein besonders unkompliziertes Verfahren entwickelt. Minijobs sind von den Privathaushalten mit dem sogenannten Haushaltsscheck bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Es handelt sich hierbei um ein Formular, das alle erforderlichen Abfragen auf einem Blatt zusammenfasst. Es ist von dem Privathaushalt als Arbeitgeber und der Haushaltshilfe als Arbeitnehmer zu unterschreiben und anschließend an die Minijob-Zentrale zu schicken. Das ist alles. Der Haushaltsscheck ist auch bei allen Änderungen und bei der Abmeldung zu verwenden.

Was passiert nach der Anmeldung bei der Minijob-Zentrale?

Wenn die Minijob-Zentrale den Haushaltsscheck erhält, übernimmt sie alle Pflichten, die normalerweise vom Arbeitgeber zu erfüllen sind. Sie meldet die Haushaltshilfe bei der gesetzlichen Unfallversicherung an, leitet die Abgaben an die Sozialversicherung weiter und führt die Pauschsteuer an die Finanzverwaltung ab. Sie erstellt alle erforderlichen Meldungen sowie Bescheinigungen. An zwei festen Stichtagen, dem 15. Januar und 15. Juli, bucht sie die fälligen Abgaben für die vorangegangenen sechs Kalendermonate vom Konto des Privathaushalts ab. Der Privathaushalt selbst braucht sich um nichts zu kümmern. Nach Abbuchung der Beiträge stellt die Minijob-Zentrale dem Privathaushalt als Arbeitgeber eine Steuerbescheinigung aus, mit der er den Steuerabsetzungsbetrag gegenüber dem Finanzamt unmittelbar geltend machen kann.

Minijob: Anmelden lohnt sich

Abgabefrist 31.5. – Was Arbeitgeber bei der Steuererklärung beachten sollten

Den folgenden Radiobeitrag finden Sie auch hier im Audio-Format:

Kinder hüten - © SergiyN / Fotolia.com

Rasen mähen, Kinder hüten, Fenster putzen: Immer mehr Familien und beruflich geforderte Deutsche suchen sich eine Haushaltshilfe. Häufig sind das Nebenjobs von Studenten und Schülern oder es sind Frauen, die sich ihre Haushaltskasse aufbessern möchten. Was viele Arbeitsgeber nicht wissen: Wer einen Minijobber beschäftigt, kann sich einen Teil der Kosten über die Steuererklärung wieder zurückholen. Und die muss bis spätestens zum 31. Mai abgegeben werden. Meine Kollegin Iris Mohr hat sich erkundigt.

Bald steht die Abgabe der Lohnsteuererklärung an. Und wer möchte sich da nicht das wiederholen, was einem auch zusteht?

„Die Arbeitgeber von Minijobbern in Privathaushalten können sich 20 Prozent der Kosten – maximal 510 Euro im Jahr – vom Finanzamt wiederholen. Bei der Kinderbetreuung können die Eltern sogar bis zu 4.000 Ero pro Jahr und Kind als Sonderausgaben absetzen. Dazu gilt: Die Summe der pauschalen Abgaben beträgt maximal 14,44 Prozent des gesamten Arbeitsentgelts.“ erläutert der Experte der Minijob-Zentrale, Christian Schirk, und erklärt es am Beispiel:

„Bei einer Beschäftigung von beispielsweise 200,- Euro im Monat betragen die Abgaben für den Arbeitgeber gerade einmal 28,88 Euro. Das Finanzamt erstattet jedoch 42,50 Euro und übernimmt damit quasi einen Teil des Lohns. Jeder kann sich individuell informieren, indem er den Haushaltsscheck-Rechner auf www.minijob-zentrale.de besucht. Einfach den monatlichen Verdienst der Haushaltshilfe eingeben und so die mögliche Steuererstattung berechnen lassen.“

Wenn manche auch nur das Wort „Steuererklärung“ hören, stellen sich schon die Nackenhaare auf. Dabei ist es ganz einfach, das Geld zurückzubekommen.

„Der Arbeitgeber erhält nach Ablauf eines Kalenderjahres von der Minijob-Zentrale eine Bescheinigung für das Finanzamt, aus der die Höhe des im Vorjahr gezahlten Arbeitsentgelts und der darauf entfallenden Abgaben hervorgehen. Im Lohnsteuerformular sind diese Ausgaben unter der Rubrik „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ einzutragen. Das war es schon.“

Bis zu 450 Euro im Monat darf ein Minijobber verdienen. Im Krankheitsfall hat er dann Anspruch auf Lohnfortzahlung, ist offiziell unfallversichert und automatisch rentenversichert.

Übrigens: Wer sich nicht an den offiziellen Weg hält und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro rechnen. Hat der Minijobber einen Unfall, kann es ebenfalls teuer werden. Denn dann wird die Unfallversicherung vom Arbeitgeber die Beiträge nachfordern sowie die Leistungen, für die sie in Vorkasse getreten ist.