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Schwankender Verdienst im Minijob – Worauf Arbeitgeber achten müssen!

Bei Minijobs stellt sich häufig die Frage, was passiert, wenn der Verdienst schwankt und in einzelnen Monaten die 450-Euro-Grenze übersteigt. Liegt dann überhaupt noch ein Minijob vor?

Um dies festzustellen, muss der Arbeitgeber die zu erwartenden Verdienste schätzen. Wie eine Schätzung funktioniert und was bei schwankenden Verdiensten zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Wie funktioniert die Schätzung?

Bei einem 450-Euro-Minijob darf ein Minijobber im Monat bis zu 450 Euro verdienen, in einem Jahr nicht mehr als 5.400 Euro. Wird diese Verdienstgrenze überschritten, liegt in der Regel kein 450-Euro-Minijob, sondern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor.

Der Arbeitgeber hat daher zu Beginn einer Beschäftigung eine versicherungsrechtliche Beurteilung vorzunehmen. Er prüft, ob es sich wirklich um einen Minijob oder um eine versicherungspflichtige Beschäftigung handelt. Ändern sich im Laufe der Beschäftigung wesentliche Merkmale, wie z.B. der Arbeitsumfang oder der vereinbarte Verdienst wird dauerhaft erhöht, so ist eine erneute Schätzung vorzunehmen.

Der monatliche Verdienst kann aus verschiedenen Gründen unterschiedlich hoch ausfallen. So kommt es in einigen Berufszweigen wie zum Beispiel im Eisverkauf, in der Landwirtschaft oder im Dachdeckerhandwerk saisonal bedingt oft zu Mehrarbeit. Da kann der Verdienst eines Minijobbers in einigen Monaten schnell mal über 450 Euro steigen.

Wenn der Arbeitsaufwand beispielsweise saisonal bedingt schwankt, muss der Arbeitgeber vergangene Zeiträume einbeziehen, um voraussehbare Umstände abschätzen zu können. Bei neuen Mitarbeitern ist der Verdienst eines vergleichbaren Arbeitnehmers zu berücksichtigen.

So gehts:

  1. Arbeitsentgelte jedes einzelnen Monats schätzen
  2. Arbeitsentgelte zusammenrechnen
  3. durch 12 Monate (oder tatsächliche Beschäftigungsmonate) teilen

Liegt der durchschnittliche Verdienst bei maximal 450 Euro, ist die Beschäftigung ein Minijob und muss bei der Minijob-Zentrale angemeldet werden. Wird die 450-Euro-Grenze überschritten, liegt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor, die bei der Krankenkasse des Arbeitnehmers angemeldet wird.

Beispiel:
Ein Kellner im Eiscafé erzielt in den Monaten April bis September monatlich 600 Euro und in den Monaten Oktober bis März monatlich 250 Euro.

Berechnung:
6 x 600 Euro   = 3.600 Euro
6 x 250 Euro   = 1.500 Euro
Summe           = 5.100 Euro

Ein Zwölftel dieses Betrages beläuft sich auf 5.100 Euro / 12 = 425 Euro

Lösung:
Der regelmäßige monatliche Verdienst liegt unterhalb der Verdienstgrenze von 450 Euro, so dass der Kellner als Minijobber bei der Minijob-Zentrale anzumelden ist.

Was ist bei erheblichen Schwankungen des Verdienstes zu beachten?

Arbeitet ein Arbeitnehmer nur wenige Monate im Jahr in Vollzeit, das restliche Jahr aber so stark reduziert, dass sein Jahresverdienst die 5.400-Euro-Grenze nicht übersteigt, handelt es sich um eine erhebliche Schwankung. Er kann dann nicht als Minijobber angemeldet werden.

Beispiel:
Ein Abiturient überbrückt die Zeit bis zum Studienbeginn mit einer Aushilfsbeschäftigung als Kellner. Die Beschäftigung wird in der Zeit vom 1. Juni bis zum 31. Dezember ausgeübt und überschreitet in diesem Zeitraum einen Umfang von 70 Arbeitstagen. Hierfür erhält er folgenden Verdienst:

Juni bis August                     970 Euro
September bis Dezember       60 Euro

Lösung:
Die Schwankungen in der Arbeitszeit verändern den Charakter der Beschäftigung derart, dass es sich nicht durchgehend um dieselbe regelmäßige Beschäftigung handelt. Die Tätigkeit kann daher nicht einheitlich beurteilt werden.
Die Beschäftigung ist in den Monaten Juni bis August kein 450-Euro-Minijob und muss bei der zuständigen Krankenkasse angemeldet werden. In der Zeit von September bis Dezember handelt es sich um einen 450-Euro-Minijob. Dabei ist es unerheblich, dass der Gesamtverdienst im Zeitraum Juni bis Dezember die zulässige anteilige Verdienstgrenze von 3.150 Euro (7 Monate à 450 Euro) nicht übersteigt.

Übrigens: Die Beschäftigung ist auch kein kurzfristiger Minijob, weil bereits zu Beginn feststeht, dass die Dauer von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschritten wird.

Was passiert, wenn der Verdienst unvorhersehbar schwankt?

Wird die Verdienstgrenze von 450 Euro unvorhersehbar oder nur gelegentlich überschritten – etwa bei Krankheitsvertretungen – gilt die Beschäftigung weiterhin als Minijob. Dies darf allerdings auch nur bis zu drei Mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum vorkommen.

Beispiel:
Ein Verkäufer mit einem regelmäßigen Verdienst von monatlich 420 Euro übernimmt für einen Monat zusätzlich eine Krankheitsvertretung. Er verdient dadurch in diesem Monat 900 Euro.

Lösung:
Die Beschäftigung gilt weiterhin als Minijob, da die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro nur gelegentlich (in einem Monat) und mit der Krankheitsvertretung nicht vorhersehbar überschritten wird.

Weitere Infos zur Verdienstgrenze von Minijobs und zu schwankenden Verdiensten gibt es auch auf unserer Homepage.

Auf YouTube erklärt unsere Kollegin Ilona, was bei einem Minijob zu beachten ist, wenn der Verdienst schwankt.

51 Kommentare zu “Schwankender Verdienst im Minijob – Worauf Arbeitgeber achten müssen!”

  1. Guten Tag, unsere Physiopraxis musste Corona bedingt 2 Monate (Juni, Juli) geschlossen bleiben, da unsere alten Patienten ihre Termin abgesagt hatten. Es wurden keine Aushilfslöhne bezahlt in diesen beiden Monaten. Nun kommen unsere Patienten wieder und wir würden unsere Aushilfen gerne mehr arbeiten lassen, entsprechend steigt der Verdienst. Angedacht ist, dass im August quasi die Monate Juni und Juli reingearbeitet werden und ausbezahlt werden sollen. Was ist da zu beachten? Vielen Dank im Voraus.

    1. Hallo Bärbel,

      erhält ein Minijobber länger als einen Monat keinen Verdienst, muss der Arbeitgeber dies bei der Minijob-Zentrale melden. Dies erfolgt mit der sogenannten Unterbrechungsmeldung mit dem Meldegrund „34“. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blog-Beitrag vom 30. Juni 2020 „Unterbrechung eines Minijobs ohne Verdienst – So müssen Arbeitgeber melden“ – https://t1p.de/Blogbeitrag-Unterbrechung-eines-Minijobbers-ohne-Verdienst-so-muessen-Arbeitgeber-melden

      Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen schwankendem Verdienst (ohne Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro) und dem gelegentlichen Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen (mit Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro). Dabei ist zu beachten, dass die Jahresverdienstgrenze für eine in 12 Monaten ununterbrochen ausgeübte Beschäftigung gilt (12 x 450 Euro). Bestand die Beschäftigung nicht im gesamten Jahr, muss die Verdienstgrenze anteilig anhand der Monate reduziert werden.

      Hat der Arbeitnehmer schwankenden Lohn und überschreitet die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro nicht, ist die Anzahl der monatlichen Überschreitung nicht festgelegt. So dürfte der Minijobber zum Beispiel 8 Monate jeweils einen Verdienst von 500 Euro bekommen und in den anderen 4 Monate jeweils 350 Euro. Die Grenze von 5.400 Euro wird nicht überschritten und es bleibt bei einem Minijob.

      Daneben gibt es das gelegentliche Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen (zum Beispiel Krankheitsvertretung). Als gelegentlich galt bisher ein Zeitraum von bis zu 3 Monaten innerhalb des zurückliegenden Jahres. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 übergangsweise ein bis zu 5-maliges unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze als gelegentlich. In diesem Fall darf auch die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro überschritten werden – der Minijob bleibt weiterhin bestehen.

      Für den Fall, dass die Beschäftigungsverhältnisse wegen der Corona-Pandemie im Juni/Juli unterbrochen waren, kann die Regelung des gelegentlichen unvorhersehbaren Überschreitens angewandt werden. Handelt es sich hingegen um die Aufnahme neuer Beschäftigungsverhältnisse, ist eine erneute vorausschauende sozialversicherungsrechtliche Beurteilung erforderlich.

      Weitere Informationen zur Verdienstgrenze finden Sie auf unserer Homepage: https://t1p.de/Minijob-Verdienstgrenze

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Ich arbeite Vollzeit in einer Baumschule und Minijob in einem Restaurant. Ich möchte meinen Minijob am 1. Juli in einem Restaurant aufgeben und einen neuen Mini-Job beim Export beginnen. Kann ich ab dem 20. Juni in einem neuen Minijob starten?

    1. Hallo Patryk,

      neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung dürfen Sie nur genau einen 450-Euro-Minijob ausüben. Der zweite 450-Euro-Minijob wird mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und ist in der Regel versicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

      Nehmen Sie zum 20. Juni 2020 den Minijob im Export auf, ist dieser versicherungspflichtig und steuerpflichtig bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse zu melden bis der erste Minijob im Restaurant beendet ist.

      Lesetipp für Sie: Unser Blog-Beitrag vom 13. Mai 2019 „Mehrere Minijobs neben einer Hauptbeschäftigung – Geht das?“ https://t1p.de/Blogbeitrag-Mehrere-Minijobs-neben-einer-Hauptbeschaeftigung

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Ich bin Rentner seit 2005. Seitdem habe ich einen minijob mit € 450,00.
    Ab 01.05.2020 hat mich mein AG wegen Corona gebeten voraus sichtlich 3 Monate mehr zu arbeiten. Seit 2005 habe ich die Grenze von € 450,00 nie überschritten.
    Habe ich oder mein AG einen Nachteil wenn ich meinem AG zusage und über die bisherigen € 450,00 hinaus verdiene?

    1. Hallo Hans Ulrich,

      das gelegentliche und unvorhersehbare Überschreiten der Verdienstgrenze im Minijob beendet diesen nicht und birgt aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht auch keine Nachteile.

      Als gelegentlich galt bisher ein Zeitraum von bis zu 3 Monaten innerhalb des zurückliegenden Jahres. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 übergangsweise ein bis zu 5-maliges unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze als gelegentlich. In diesem Fall darf auch die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro überschritten werden – der Minijob bleibt weiterhin bestehen.

      Ob und wie sich ein höherer Verdienst evtl. nachteilig auf Ihren Rentenbezug auswirkt bitten wir Sie, bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger zu erfragen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Sehr geehrtes Team der Minijob-Zentrale,

    gemäß der Richtlinien für die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen
    (Geringfügigkeits-Richtlinien) vom 21.11.2018 Muss man meiner Meinung nach unterscheiden ob der grundsätzlich schwankende Verdienst vorhersehbar ist oder nicht. (Beispiele 7a und 7b der Geringfügigkeitsrichtline)

    Bei nicht vorhersehbarem Verdienst ist es zunächst zulässig im Rahmen der Schätzung zu Beginn der Beschäftigung zu unterstellen, dass die Jahresgrenze nicht überschritten wird. (Seite 35 Pkt. 2.2.1.2 Schwankendes Arbeitsentgelt dazu Beispiel 7a) Die Ausnahme dass bis zu 3 Überschreitungen im Zeit-Jahr unschädlich sind und die Jahresgrenze dadurch überschritten werden darf, gilt für diesen Fall jedoch nicht. (Seite 70 Pkt. 3.1.Überschreiten der Arbeitsentgelt- und Zeitgrenzen, 2. Absatz letzter Satz „Die vorherigen Ausführungen zum gelegentlichen unvorhersehbaren Überschreiten der Entgeltgrenze finden hier keine Anwendung“)

    Zulässig wäre es nur, wenn zum Beispiel von Vorneherein feststeht dass ein Mitarbeiter der 10€ pro Stunde verdient von April bis September 56 Stunden pro Monat und von Oktober bis März 34 Stunden pro Monat arbeiten soll. (Beispiel 7b) Wenn es jetzt wegen Krankheit zu einer ungeplanten Erhöhung in einem Monat kommt, darf dadurch die Jahresgrenze überschritten werden.

    Wenn ein Stundenlöhner aber auf Abruf mit ganz unterschiedlichen im Vorfeld nicht festgelegten Stunden eingesetzt wird, muss die Jahresgrenze eingehalten werden.

    Interessant wäre die Frage ab wann der Stundenlöhner kein Minijobber mehr ist. Ich denke wenn im Laufe des Jahres erkennbar ist, dass auf Grund der bisherigen Entgelte die Grenze überschritten wird müsste SV-Pflicht eintreten. Im nächsten Monat würde ich wieder 12 Monate in die Zukunft neu schätzen und ggf. wieder den Minijob annehmen.
    Leider gibt es zu diesem Fall der Überschreitung keine weitergehenden Aussagen oder Beispiele in der Geringfügigkeitsrichtlinie.

    Vielleicht können Sie ja diesen Fall noch mal aufgreifen.

    Mein Beispiel wäre dass zu Beginn der Beschäftigung geplant ist den Mitarbeiter nach Bedarf für Maximal 540 Stunden je 10€ zu beschäftigen.
    Bis Ende August hat der Mitarbeiter durch ungeplante Einsätze bereits 440 Stunden geleistet. Da er in den verbleibenden 4 Monaten an jedem Wochenende 8 Stunden eingesetzt werden soll, kommen voraussichtlich noch mal 16 mal 8 = 128 Stunden hinzu. Die Grenze von 540 mal 10€ wird also überschritten. Ich würde den Mitarbeiter ab September SV-pflichtig machen. Im Oktober würde ich neu schätzen mit den durchschnittlichen Stunden aus den Wochenenden und käme nur auf 416 Stunden je 10€. Ich würde den Mitarbeiter somit ab Oktober wieder als Minijobber abrechnen.

    Können Sie mir diese Sichtweise bestätigen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Rainer Beck

    1. Hallo und guten Tag Rainer,

      offensichtlich wird von Ihnen das Überschreiten der Jahresentgeltgrenze nicht geplant. Deshalb bitten wir zu prüfen, ob es sich nicht doch um ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der monatlichen Entgeltgrenze handelt. Unvorhersehbar heißt, dass die Mehrarbeit im Voraus nicht vereinbart war oder aufgrund einer Krankheitsvertretung (nicht hingegen Urlaubsvertretung, die vorhersehbar ist) begründet wird. Als gelegentlich war bislang grundsätzlich ein Zeitraum bis zu 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. Dieser Zeitraum wurde vorübergehend erhöht: Aufgrund der unvorhersehbaren Ereignisse im Zusammenhang mit dem Coronavirus dürfen 450-Euro-Minijobber die Verdienstgrenze bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres überschreiten. Diese Regelung gilt vorerst vorübergehend für die Monate März bis Oktober 2020. In diesem Fall würde es sich trotz Überschreitung der jährlichen Entgeltgrenze von 5.400 Euro durchgehend um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung handeln.

      Kommen Sie aber zu dem Ergebnis, dass es sich nicht um ein zulässiges Überschreiten im Sinne der vorherigen Ausführungen handelt, ergibt sich eine mehr als geringfügige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. In diesem Zusammenhang stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die Mehrarbeit nicht bereits zu Beginn der Beschäftigung bzw. zu Beginn des Prognosezeitraums zur Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Arbeitsentgelts (12-Monats-Zeitraum) feststand. Sollte dies der Fall sein, läge bereits ab diesem Zeitpunkt eine mehr als geringfügige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor.

      Lautet Ihr Ergebnis letztendlich, dass es sich zwar nicht um ein gelegentliches unvorhersehbares Überschreiten im oben genannten Sinne handelt, aber gleichwohl um ein solches, welches im Vorfeld nicht bekannt war und zur Mehrarbeit nur in einem kurzen Zeitraum geführt hat, ergibt für diese Zeit eine mehr als geringfügige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Danach liegt dann wieder eine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor, weil das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt dauerhaft im Durchschnitt einer neu angestellten Jahresbetrachtung 450 Euro nicht übersteigt.

      Gestatten Sie uns noch den Hinweis, dass auch im Minijob die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich festzuhalten sind. Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang auch unser Blogbeitrag „Arbeit auf Abruf – Worauf Minijob-Arbeitgeber seit 2019 achten müssen!“ http://t1p.de/Blogbeitrag-Arbeit-auf-Abruf

      Bitte haben Sie auch Verständnis dafür, dass wir in diesem öffentlichen Blog keine verbindliche versicherungsrechtliche Beurteilung im Einzelfall vornehmen können. Für weitere Detailfragen dürfen Sie sich aber gerne schriftlich an uns wenden. Unser Kontaktformular finden Sie unter minijob-zentrale.de: https://t1p.de/MJZE-Kontakt

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    1. Hallo Günter,

      die Entgeltgrenze für geringfügige Beschäftigungen wurde nicht angehoben und liegt nach wie vor bei 450 Euro. Es ist lediglich für einen Übergangszeitraum (März bis Oktober 2020) zulässig, die Entgeltgrenze von 450 Euro bis zu fünfmal zu überschreiten, wenn dies unvorhersehbar ist. Normalerweise ist dies nur bis zu dreimal in einem Jahr möglich. Eine Verdienstgrenze gibt es bei diesem Sachverhalt von Seiten der Sozialversicherung nicht.

      Beziehen Sie jedoch parallel andere Leistungen – z. B. Kurzarbeitergeld, Rente oder ähnliches – ist es möglich, dass Ihr zusätzlicher Verdienst hier angerechnet wird. In diesem Fall bitten wir Sie, Ihre Anfrage an die auszahlende Stelle zu richten.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Sehr geehrte Minijobzentrale,

    folgende Frage. Wir haben mehrere nach Stunden bezahlte Minijobler (kein fester Monatslohn). Nun dürfen wir ja bis zu 3 mal im Jahr die 450 € Grenze auf Grund unvorhersehbarer Ereignisse (hier Corona) überschreiten.

    Darf auch bei den Mitarbeitern mit schwankendem Lohn dadurch die Jahresgrenze von 5.400 € überschritten werden? Unser Lohnabrechner meint, dies geht nur bei Minijoblern, die immer fest 450 € jeden Monat verdienen.

    Und wo findet man eine Auskunft dazu?

    Viele Grüße Katrin Kramer

    1. Hallo Frau Kramer,

      grundsätzlich können auch Minijobber mit einem schwankendem Verdienst Gebrauch von der Überschreitung der Jahresverdienstgrenze aufgrund unvorhergesehener Ereignisse machen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Monate in welchen die Grenze von 450 Euro überschritten worden ist bei der Prüfung der Einhaltung der Zeitgrenze (3 x mal in 12 Monaten) zu berücksichtigen sind.

      Hinweis:
      Vorübergehende Änderung der Regelungen für geringfügige Beschäftigungen aufgrund der Covid-19-Pandemie sind nicht ausgeschlossen. Zu aktuellen Änderungen informieren wir zeitnah auf unserer Homepage, Twitter, Blog und Newsletter.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Was wenn wir den Betrieb auf Grund behördlicher Anordnung schliessen müssen. (Corona)? Kann ich evtl auch für Minijobber Kurzarbeit vereinbaren? Wenn nicht, was tun?

    1. Hallo,

      Minijobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

      Ein Minijob ist eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung in der keine Pflichtbeiträge zur Arbeitslosenversicherung erhoben bzw. eingezahlt werden. Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der zuständigen Agentur für Arbeit deren Anspruchsberechtigung auf einer versicherungspflichtigen Beschäftigung beruht.

      Was Arbeitgeber im Zusammenhang mit dem Coronavirus wissen sollten, haben wir auf unserer Internetseite zusammengefasst: https://t1p.de/MJZE-Coronavirus

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Dann noch eine Frage: wenn die Mitarbeiter einverstanden sind, darf ich dann auch für die Krisenzeit einen unbezahlten Urlaub vereinbaren?

        Und wenn nicht, was passiert nach den im Link genannten 6 Wochen Lohnfortzahlung?
        Vielen Dank vorab

  7. Hallo Minijobzentrale,

    vielen Dank für die Ausführungen im Blog bzw. für die grundlegenden Informationen.

    Hierbei ist noch eine Frage zum Thema „Kein Minijob wenn die Arbeitszeit erheblich schwankt“ aufgekommen. In Ihren Fachbeitrag dazu (nicht im Blog) wird darauf hingewiesen, dass bei einer Beschäftigung weniger Monate in Vollzeit, aber einer Reduzierung der Stunden im restlichen Jahr, dass insgesamt die Stundenanzahl den maximalen Jahresverdienst von 5.400 € nicht überschreitet, kein Minijob vorliegt. Außerdem wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass eine Arbeitsfreistellung von bis zu 3 Monaten erfolgen kann.

    Im dazugehörigen Beispiel wird auf einer jährlichen Arbeitszeit von 360 Stunden eingegangen. Dabei wird im Januar und Februar jeweils 140 Stunden gearbeitet und in den darauffolgenden Monaten März bis Dezember nur jeweils 8 Stunden. Aus diesem Beispiel wird von Ihnen eine erhebliche Schwankung abgeleitet.

    In Ihren Beispielen zum Arbeitszeitkonto (Variante A – D) finden sich Stundeneinträge bei vereinbarten 45 Stunden im Monat, bei denen teilweise 70 Stunden in einem Monat gearbeitet wird und das dazugehörige Arbeitszeitkonto sogar mit 90 Stunden im Plus ist.

    Der Mindestlohn soll hier bitte nicht thematisiert werden. Es geht rein darum, ab wann tatsächlich eine erhebliche Schwankung vorliegt. Im Fachbeitrag wird von einer kurzen Beschäftigung in Vollzeit gesprochen. Da das Beispiel aber bereits bei 140 Stunden eine erhebliche Schwankung aufzeigt, obwohl hier nicht von einer Vollzeitarbeit ausgegangen werden kann, wäre eine Konkretisierung der Definition sehr hilfreich.

    Machen wir dazu ein einfaches Beispiel: Es sind 45 Stunden pro Monat zu je 10,00 € vereinbart. Das ergibt einen Jahresverdienst in Höhe von 5.400,00 €. Ein vergleichbarer Vollzeitangestellter würde 170 Stunden im Monat arbeiten. Ab wann liegt in einem Monat eine erhebliche Schwankung vor, so dass kein Minijob mehr abgeleitet werden kann. Bei 91 Stunden, da hier mehr als 100% der vereinbarten Arbeitszeit zusätzlich gearbeitet wurde? Bei 127,50 Stunden, weil das 75% eines Vollzeitarbeitnehmers entspricht? Oder erste bei 140 Stunden wie dies in Ihrem Beispiel angegeben wurde und 140 Stunden einfach 140 Stunden sind.

    Über eine Ausführung von Ihnen hierüber wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Beste Grüße

    1. Sehr geehrter Herr Müller,

      ob eine erhebliche Schwankung vorliegt, ist nicht zwingend von der monatlichen Arbeitszeit und damit von der Höhe des erzielten Arbeitsentgelts abhängig. Entscheidend ist vielmehr, was der Grund für die Schwankung ist. Insofern kann auch bereits ein monatlicher Verdienst von beispielsweise 900 Euro kritisch sein.

      Klassische Arbeitszeit- und Arbeitsentgeltschwankungen, die den betrieblichen Arbeitsabläufen und -prozessen geschuldet sind, sprich solche, die der Arbeitgeber nachvollziehbar begründen kann, gefährden bei Einhaltung der Jahresarbeitsentgeltgrenze grundsätzlich nicht den Charakter einer durchgehend geringfügig entlohnten Beschäftigung. Dies gilt beispielsweise für im Jahresverlauf vorhersehbare Schwankungen der Arbeitszeit und des Arbeitsentgelts aufgrund anfallender Mehrarbeit wegen geplanter Urlaubsvertretungen.

      Eine erhebliche Schwankung liegt hingegen vor, wenn eine Beschäftigung nicht dem natürlichen Betriebsablauf entspricht und vom Arbeitgeber künstlich in die Länge gezogen wird, um geringfügig zu sein. Arbeitergeber laufen Gefahr, dass eine Beschäftigung im Rahmen einer Überprüfung beanstandet wird, wenn sie einen Arbeitnehmer im Jahresverlauf so beschäftigen, dass der tatsächliche Verdienst in der überwiegenden Anzahl der Beschäftigungsmonate weit unter dem monatlichen Durchschnittsverdienst liegt, weil sich dieser für den maßgebenden Beurteilungszeitraum aus der in wenigen Monaten erbrachten hohen Arbeitsleistung ableitet.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  8. Tja, nun………
    Ich hatte ein monatlich schwankendes Gehalt
    – deshalb hat mein Chef auch, natürlich, mein Gehalt halbjährlich rückwirkend gemeldet-
    eben weil wir es vorher nicht wussten.
    Ich habe aber die Grenze von
    5400 Euro im Kalenderjahr mit meinen beiden Minijobs zusammen NIE überschritten

    Hatte ich zu viel, haben wir meine Arbeitszeit verringert, wann es dann eben ging.

    Was nun passiert ist :
    Beide Minijobs wurden beendet, ich verdiente schon 2018 zu viel

    Verdienst 2018 = 5.309,5 Euro

    Es ist egal, ob ich unter dem Jahresverdienst liege.
    Ich habe zu viel verdient.

    Das ich dieses Jahr auch zu viel verdienen werde, weiß man auch schon.
    Laut den unterschiedlichen Berechnungen oben kann man unter anderen Umständen ein Vielfaches mehr verdienen, auch über die Grenze von 5400 Euro.
    Und mir dreht man einen Strick aus kleinen Beträgen, obwohl ich unter der 5400 Euro Grenze lag.
    Ich muss das wirklich sacken lassen, aber im Moment habe ich schlaflose Nächte, weil ich das NICHT verstehe.

    1. Ich habe nun das ganze Wochenende damit verbracht, sämtliche offiziellen Stellen nach zu lesen.
      Selbst bei der Krankenkasse : Bleibt man unter der Jahresverdienstgrenze, ist selbst die Anzahl der überschrittenen Monate egal.
      Ich bin sehr gespannt, was DAS nun wird.

      1. Hallo DeGe,

        wie bereits beschrieben liegen Sie mit einem gesamten Verdienst von 5.309,50 Euro grundsätzlich noch unter der jährlichen Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Minijob. Bitte rufen Sie uns an, wir beraten Sie individuell zu Ihrem Fall. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

        1. Herzlichen Dank für die Antwort !

          Die Klärungsversuche meiner Arbeitgeberin scheiterten leider jedes mal ( mehrere Anrufe innerhalb der letzten Tage ),
          obwohl sie natürlich jedes mal mehrfach auf den Jahresverdienst aufmerksam gemacht hat.
          Zuletzt fragte man sie, warum sie denn nun schon wieder anruft.
          Ich bin gespannt, wie man Morgen reagiert.

          Herzliche Grüße !

    2. Hallo DeGe,

      haben Sie volle 12 Monate gearbeitet, liegen Sie mit einem gesamten Verdienst von 5.309,50 Euro noch unter der jährlichen Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Minijob. Ein 450-Euro-Minijob ist damit grundsätzlich möglich.

      Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass wir Ihren persönlichen Sachverhalt aufgrund des Datenschutzes nicht innerhalb unseres öffentlichen Blogs klären können. Gern beraten wir Sie telefonisch. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Ich habe nun sämtliche Register gezogen.
        Beendigung der Minijobs wurde zurückgenommen-
        auf das zu viel verdient beharrt man.
        Wann und wo ich zu viel verdient habe, um eventuell einen Fehler ausfindig zu machen – wird ignoriert.
        Wie der Betrag, den man ganz genau weiß, zu Stande kam ( Schnitt oder konkreter Monat ) – wird ignoriert.
        Mehrfache Angabe von mir und meinem Arbeitgeber, das ich unter dem Jahresverdienst lag – nö, wird ignoriert.

        Ich schicke jetzt alles per Einschreiben hin, sämtliche von der Minijobzentrale BESTÄTIGTEN Beträge, die belegen, ich liege drunter.

        Leute, das ich echt peinlich.
        Anfangs dachte ich mir, Mist, vielleicht war irgendwo ein Fehler, ist was schief gelaufen, was auch immer,
        ich hätte mich entschuldigt, selbstverständlich.
        Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Und dann muss man sich, wie im Falle meiner Chefin, noch anpampen lassen, warum man denn schon wieder anruft.

        Mit was wollt ihr gleich noch Werbung machen,
        das man sich anmelden soll ?

        1. Hallo DeGe,

          wie bereits mitgeteilt können wir Ihren persönlichen Sachverhalt nicht innerhalb unseres öffentlichen Blogs klären. Wir bitten um Verständnis.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Hallo… ich habe eine Frage:

    Mein Kollege ist krank. Ich komme jetzt mit meinen Stunden auf 870€. Darf ich nur genau die Stunden mehr arbeiten/verdienen wie er krank ist oder ist das egal, solange ich unter 900€ bleibe?

    1. Hallo Herr Jansen,

      erhalten Sie als Minijobber einen Jahresverdienst bis 5.400 Euro im Jahr, darf Ihr Verdienst in einzelnen Monaten auch mehr als 450 Euro betragen. Übersteigt der Jahresverdienst 5.400 Euro, weil sich Ihr Verdienst in einzelnen Monaten auf mehr als 450 Euro erhöht, kommt es darauf an, ob dies regelmäßig und vorhersehbar oder gelegentlich und nicht vorhersehbar erfolgt.

      Passiert das gelegentlich und nicht vorhersehbar – das heißt bis zu drei Mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum – bleibt die Tätigkeit ein Minijob. In solchen Ausnahmefällen darf der Jahresverdienst auch weit mehr als 5.400 Euro betragen. Eine Grenze von Seiten der Sozialversicherung gibt es hier nicht.

      Verdienen Sie dagegen regelmäßig über 450 Euro im Monat, ist die Beschäftigung kein Minijob mehr, sondern sozialversicherungspflichtig. Dies gilt ab dem Tag, an dem Ihr Arbeitgeber erkennt, dass Sie aufgrund des vorhersehbaren höheren Verdienstes mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Sehr geehrte Minijobzentrale,

        folgende Frage dazu. Wir haben mehrere nach Stunden bezahlte Minijobler (kein fester Monatslohn). Nun dürfen wir ja bis zu 3 mal im Jahr die 450 € Grenze auf Grund unvorhersehbarer Ereignisse (hier Corona) überschreiten.

        Darf auch bei den Mitarbeitern mit schwankendem Lohn dadurch die Jahresgrenze von 5.400 € überschritten werden? Unser Lohnabrechner meint, dies geht nur bei Minijoblern, die fest 450 € verdienen.

        Und wo findet man eine Auskunft dazu?

        Viele Grüße Katrin Kramer

  10. Hallo, ich habe Fragen zur Verknüpfung von Übungsleiterpauschale und Minijob.
    Unsere ca. 60 Ehrenamtlichen erhalten grundsätzlich Aufwandsentschädigung bis maximal 2400 € pro Jahr (Stundenabrechnung, Arbeitstage und -zeiten richten sich nach der Nachfrage). Jedes Jahr erreichen ca. 3 – 8 Einzelne im Jahresverlauf die 2400€-Grenze und es ist unvorhersehbar, wer dies im jeweiligen Jahr sein wird und in welchem Monat der Einzelne die Grenze erreicht, manchmal geschieht dies erst im 3. oder 4. Quartal.
    1. Frage: Dürfen wir die betroffenen Ehrenamtlichen für den Rest des Jahres in ein Minijob-Verhältnis ohne bestimmte Arbeitstage und -zeiten mit entsprechend unvorhersehbar schwankender Bezahlung übernehmen? Oder müssten wir für ALLE Ehrenamtlichen zu Jahresbeginn Minijob-Verträge vereinbaren, auch wenn im Verlauf des Jahres nur 3 – 8 Personen dann tatsächlich Minijobber werden?
    2. Frage: Wieviel Überschreitung der 450€-Grenze ist in wievielen Monaten zulässig, wenn Minijobverhältnisse bei schwankendem Verdienst kein ganzes Jahr, sondern zwischen 7 und 3 Monaten pro Jahr dauern?
    Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße.

    1. Hallo Ruth,

      ein 450-Euro-Minijob liegt erst dann vor, wenn die Aufwandsentschädigung aufgebraucht wurde. Ab dem Monat, in dem ein tatsächliches Arbeitentgelt im Sinne der Sozialversicherung gezahlt wird, ist der Arbeitnehmer bei der Minijob-Zentrale anzumelden.

      Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt 450 Euro übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht. Das dürfte in Ihren Fällen dann immer bis zum 31. Dezember sein, da im darauffolgenden Jahr die Aufwandsentschädigung wieder angewandt wird. Die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts hat stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder Veränderung in den Verhältnissen im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu erfolgen. Bei schwankenden Arbeitsentgelt ist der regelmäßige Betrag durch eine Schätzung bzw. durch eine Durchschnittsbetrachtung zu ermitteln. Die Tatsache, dass in einzelnen Monaten auch Arbeitsentgelte oberhalb von 450 Euro erzielt werden, ist unschädlich für das Vorliegen eines 450-Euro-Minijobs, solange die zulässige Gesamt-Entgeltgrenze (450 x entsprechende Monate) nicht überschritten wird.

      Bei der arbeitsvertraglichen Gestaltung sind gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten. Folgende Blog-Beiträge empfehlen wir Ihnen, um einen Überblick über die wichtigsten Inhalte zu erlangen: https://t1p.de/Blogbeitrag-Arbeitsvertrag und http://t1p.de/Blogbeitrag-Arbeit-auf-Abruf. Sollten darüber hinaus Fragen zur Gestaltung des Arbeitsvertrags bestehen, empfehlen wir Ihnen, Ihre Fragen an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu richten. Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  11. Hallo, ich benötige eine kurze Erklärung über 2% Steuerpauschale bei Schwankungen. Beispiel: Ein Minijober bekommt am Februar 475€, augrund wie immer (z.B. Vertretung), Am März bekommt er aber 425€. Bedeutet das, daß Steuerpauschale des Februar 9,5€(2%) und des März 8,5 ist?

    1. Hallo Manolis,

      Sie liegen richtig. Die Pauschalsteuer in Höhe von 2 % wird immer vom tatsächlichen Monatslohn berechnet. Auch bei monatlich schwankendem Arbeitsentgelt.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  12. hallo
    ich arbeite seit März bei meinem AG und habe schon mehrmals mehr als 450€ ausbezahlt bekommen. Trotz dass ich ihn darauf hingewiesen habe, dass das nicht geht hat er mich immer viel mehr arbéiten lassen.
    um die 4500€(max-Einkommen bei 10Monaten) nicht zu überschreiten will er mir diesen Monat jetzt das Gehalt um 400€ kürzen um darunter zu bleiben und alles als Überstunden aufschreiben
    Darf er das so einfach? ich habe schließlich auch fixe Kosten, die beglichen werden müssen

    Vielen Dank für die Hilfe

    1. Hallo Dini,

      es ist grundsätzlich richtig, dass Ihr Arbeitgeber auf die Einhaltung der 450-Euro-Grenze achtet. Jedoch sind auch hierbei arbeitsrechtliche Vorgaben zu beachten, wie zum Beispiel Regelungen zu Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit oder Ähnliches.

      Steht bereits zu Beginn der Beschäftigung fest, dass diese nicht durchgehend für mindestens 12 Monate gegen Arbeitsentgelt besteht, ist die zulässige Arbeitsentgeltgrenze für den Gesamtzeitraum entsprechend zu reduzieren.

      Für die Einhaltung der Geringfügigkeitsgrenze sind das gezahlte Arbeitsentgelt und auch die Ansprüche auf Arbeitsentgelt aus einem Stundenkonto zu berücksichtigen. Mit Überschreitung der (anteiligen) Geringfügigkeitsgrenze, liegt Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung vor.

      Das Führen von Stundenkonten im Minijob, so genannte flexible Arbeitszeitreglung, bedarf einer gesonderten Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Was hierbei zu beachten ist finden Sie unter folgendem Link: https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/01_grundlagen/01_450_euro_gewerbe/03_flexible_azregelungen/node.html

      Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Sie zu arbeitsrechtlichen Einzelanfragen im Detail nicht beraten können. Als Minijob-Zentrale erteilen wir lediglich allgemeine Auskünfte zum Thema Arbeitsrecht. Für eine individuelle Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  13. Hallo! Ich habe einen Minijobvertrag vom 01.08.-23.10.18 ausgeübt. Sonst keine weiteren Mini oder Haupthindernis nebenher! Habe selbst in der Probezeit gekündigt, da der AG unzuverlässig und unseriös ist. Hat keine weiteren AN gehabt erst seit 15.9.! Bis dahin musste ich mehr Stunden leisten als im Ursprung vereinbart. Ich kam somit höher als 450 € in den 3 Monaten, und zwar auf gesamt 1730 €! Da ich u. A. Länger krankheitsbedingt Ausfälle und auch in nächster Zeit keinen Minijob ausüben kann, kommt auch in den nächsten 9 Monaten kein Minijobverdienst zustande. Bleib ich für die zuletzt Beschäftigten 3 Monate im Minijobverhältnis abrechnungstechnisch gesehen? Vielen Dank für eine kurze Rückmeldung. VG

    1. Hallo Asko,

      für den Minijob gilt grundsätzlich eine durchschnittliche monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro. Der Arbeitgeber stellt bei wechselndem monatlichen Entgelt zu Beginn der Beschäftigung eine vorausschauende Prognose auf, um zu prüfen ob tatsächlich ein Minijob vorliegt. Wird in dieser vorausschauenden Betrachtung für 12 Monate der Verdienst von 5.400 Euro nicht überschritten, so liegt ein Minijob vor. Ein gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten führt nicht zwingend zur Versicherungspflicht.

      In Ihrem Fall gehen wir davon aus, dass die Beschäftigung grundsätzlich im Minijob geplant war. Durch die Kündigung war es offensichtlich nicht mehr möglich, den höheren Verdienst in einem der Folgemonate auszugleichen. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Grund für die Überschreitung (Ihre Kündigung) für den Arbeitgeber unvorhersehbar war. Ist das der Fall bleibt es für die zurückliegende dennoch bei der Minijob-Anmeldung, obwohl ein höherer Durchschnittsverdienst erzielt wurde.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    2. Ich kann wirklich nur jedem raten in die Gewerkschaft einzutreten . Muss man zwar selbt bezahlen Aber es lohnt sich . Der Beitrag wird anhand des Verdienste abgerechnet . Bei ihr wirst du auch kostenlos rechtsbersten und Anwalt zur Seite gestellt . Ausserdem bekommst du urlaubsgeld . Das wird dir anhand des Verdienste gerechnet . Also lohnt es sich im doppelten Sinn .
      LG…BIRGIT
      . .

    1. Guten Tag Frau Hennig,

      ein gewerblicher Arbeitgeber eines Minijobbers zahlt Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung, eine Pauschsteuer und Umlagen als Ausgleich für Aufwendungen bei Krankheit und Mutterschaft sowie eine Umlage für den Fall einer Insolvenz. Insgesamt belaufen sich die Abgaben für den Arbeitgeber auf 31,20 Prozent vom Arbeitsentgelt. Dabei darf der Arbeitgeber seine Sozialversicherungsbeiträge nicht auf den Arbeitnehmer umlegen. Dieses ist nur für die Pauschsteuer in Höhe von 2 Prozent zulässig.

      Für Sie als Arbeitnehmerin fallen grundsätzlich Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung in Höhe von 3,6 Prozent vom Arbeitsentgelt an. Auf Antrag können Sie sich jedoch von der Zahlung Ihres Beitrags befreien lassen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Ich habe im März über 450 Euro gearbeitet weil krankheitsbedingt Vertretung machen müssen . Ansonsten nur auf 450 Euro . Ist das dann noch mini job ? Weil es nur 15 Euro drüber war .

        1. Guten Tag Frau Henning,

          es bleibt bei einem Minijob. Laut Ihrer Aussage verdienen Sie regelmäßig 450 Euro, somit besteht die Möglichkeit aus unvorhersehbaren Gründen (z.B. Krankheitsvertretung) bis zu dreimal im Jahr mehr zu verdienen.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  14. Super ! Mein Arbeitgeber weigert sich angeblich Verträge ändern zu müßen, da nur kurzfristig Krank & Urlaubsvertretungen im Jahr sind. So wie ich den Beitrag verstanden hab, tut dies nicht not? (Frührentner auf GFB 450€ Hinzuverdienstgrenze lt. Bescheide statt 5400 sind es 6300 € im Jahr) Sollte diese Grenze überschritten werden, folgen anteilge Abzüge der Rente! Hoffe man kann mein Arbeitgeber davon überzeugen, das dies in Zukunft in Ordnung geht bei einer Firma tätig zu sein, bringt Ihn nur Vorteile!

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