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Neuer Online-Halbjahresscheck – So einfach ist der Verdienst einer Haushaltshilfe zu melden

Wenn der Verdienst einer Haushaltshilfe schwankt, müssen private Arbeitgeber der Minijob-Zentrale am Ende jedes Kalenderhalbjahres die genauen monatlichen Beträge mitteilen. Mit dem neuen Online-Halbjahresscheck lässt sich diese Meldung noch schneller und einfacher erledigen. Wir erklären, wie das geht.

Wo ist der Online-Halbjahresscheck zu finden?

Der Online-Halbjahresscheck kann auf der Website der Minijob-Zentrale aufgerufen werden. Neben der Online-Anmeldung von Haushaltshilfen und dem Online-Änderungsscheck zur Mitteilung von Änderungen im Laufe einer Beschäftigung, können nun auch die monatlich schwankenden Verdienste einer Haushaltshilfe online an die Minijob-Zentrale gemeldet werden.

Wie wird der Online-Halbjahresscheck ausgefüllt?

Mit dem Online-Halbjahresscheck kann der Verdienst einer Haushaltshilfe für das vergangene Kalenderhalbjahr mitgeteilt werden. Im ersten Schritt der Meldung sind die persönlichen Daten des Arbeitgebers und der Haushaltshilfe einzugeben. Zum Ausfüllen sollten Arbeitgeber ihre Betriebsnummer und die Rentenversicherungsnummer ihrer Haushaltshilfe bereit liegen haben. Der Arbeitgeber muss zudem angeben, für welches Kalenderhalbjahr er die Verdienste seiner Haushaltshilfe meldet.

Im zweiten Schritt gibt er die Verdienste für die einzelnen Monate an. Wichtig hierbei: Es können nur volle Eurobeträge eingegeben werden. Monate, in denen die Haushaltshilfe keinen Verdienst bekommen hat, weil sie beispielsweise nur jeden zweiten Monat im Haushalt hilft, sind mit „0“ zu melden.

Ebenfalls muss mitgeteilt werden, ob die Beschäftigung noch andauert oder zu welchem Zeitpunkt sie beendet wurde. Wenn der Arbeitgeber alle Daten korrekt eingegeben hat, können sie an die Minijob-Zentrale übermittelt werden.

Welche Fristen sind zu beachten?

Die Minijob-Zentrale übernimmt die Berechnung der Abgaben und zieht diese per Lastschrift zu festen Terminen vom Konto des Arbeitgebers ein. Für den Verdienst des ersten Halbjahres ist dies der 31. Juli und für den Verdienst des zweiten Halbjahres der 31. Januar des folgenden Jahres.

Damit die Minijob-Zentrale die Abgaben rechtzeitig und in korrekter Höhe berechnen und einziehen kann, sollte der Online-Haushaltsscheck für das erste Halbjahr bis zum 30. Juni und für das zweite Halbjahr bis zum 31. Dezember übermittelt werden. Sofern Arbeitgeber den genauen Verdienst für die Monate Juni oder Dezember noch nicht kennen, können sie den voraussichtlichen Verdienst schätzen, um die Meldung an die Minijob-Zentrale rechtzeitig vorzunehmen. Sollte der Arbeitgeber im Nachhinein feststellen, dass seine Schätzung für diesen Monat nicht zutreffend war, kann er entweder einen neuen korrigierten Halbjahresscheck einreichen oder den abweichenden tatsächlichen Verdienst formlos – unter Angabe seiner Betriebsnummer und der Rentenversicherungsnummer seiner Haushaltshilfe – mitteilen. Für die Mitteilung kann das Kontaktformular der Minijob-Zentrale genutzt werden.

Mehr zu den Online-Meldungen für Haushalthilfen erfahren Sie in unseren Beiträgen „Haushaltshilfe online anmelden – jetzt noch einfacher“ und „Mehr Service für Privathaushalte: Änderungen online mitteilen“.

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5 Kommentare zu “Neuer Online-Halbjahresscheck – So einfach ist der Verdienst einer Haushaltshilfe zu melden”

  1. Guten Tag. Ich möchte eine Haushaltshilfe als Minijobberin einstellen. Der Stundenlohn soll 15 Euro betragen, sie soll einmal in der Woche zu uns kommen; in Summe soll sie 300 Euro im Monat erhalten. Dazu ergeben sich 2 Fragen:
    1. Wir haben einen großen Haushalt und es ist wirklich notwendig, dass die Haushaltshilfe einmal in der Woche kommt. Ich habe gelesen, dass sie aber nicht zu kommen braucht, wenn der eigentlich vereinbarte Tag auf einen Feiertag fällt. Bisher hatte ich Haushaltshilfen, die auf Rechnung gearbeitet haben, und ich habe einfach einen anderen Tag flexibel für die betroffene Woche vereinbart. Ist das hier auch möglich?
    2. Wie ist die Urlaubsregelung, wenn ich mit ihr vorab die monatlichen Einsätze flexibel vereinbare – zB in einem Monat 5x, dafür in anderen Monaten nur 3x – wenn ich ihr die Stunden bezahle, die sie tatsächlich arbeitet?
    Ich habe den Eindruck, dass ein Minijobber nicht so flexibel ist wie ein AN, der auf Rechnung arbeitet, weil ich als AG auch den vollen Lohn zahle, wenn der AN 3 Wochen in den Urlaub geht. Bei knappem Budget einer Familie ist das schwierig zu vermitteln….gibt es hier eine für alle Beteiligten faire Regelung?
    Vielen Dank

    1. Hallo Christine,

      zu Ihrer ersten Frage:
      Fällt der Tag, an welchem Ihre Haushaltshilfe normalerweise arbeiten müsste, auf einen Feiertag, muss sie als Minijobberin – wie alle anderen Beschäftigten auch – nicht zur Arbeit gehen. Der Verdienst wird weiter gezahlt. Sie dürfen die Fortzahlung des Verdienstes an Feiertagen nicht dadurch umgehen, indem Sie die ausgefallene Arbeitszeit an einem sonst arbeitsfreien Tag vor- oder nacharbeiten lassen.

      Zu Ihrer zweiten Frage:
      Das Bundesurlaubsgesetz gesteht jedem Arbeitnehmer in Deutschland mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub im Jahr zu. Auch für Minijobber mit unregelmäßigen Arbeitstagen pro Woche lässt sich der Anspruch auf Urlaub ganz leicht berechnen. Ist die Anzahl von Arbeitstagen in der Woche regelmäßig ungleich, also z. B. mal zwei oder drei Tage in der Woche, bezieht sich die Berechnung des Urlaubs auf das Jahr und nicht auf die Woche. Die auf 52 Wochen (= 1 Jahr) bezogenen Werte ergeben dann die Jahresarbeitstage. Das Bundesarbeitsgericht hat festgelegt, dass die Arbeitsverpflichtung in einem Jahr bei einer 5-Tage-Woche 260 Arbeitstage beträgt und 312 Werktage bei einer 6-Tage-Woche.

      Die Formel lautet dann: Gesetzliche oder tarifvertragliche Urlaubstage x eigene Arbeitstage / Jahreswerktage (312)/Jahresarbeitstage (260)

      Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang auch unser Blogbeitrag “Urlaub berechnen leicht gemacht”: http://t1p.de/Blogbeitrag-Urlaub-berechnen-leicht-gemacht

      Gestatten Sie uns noch folgende Anmerkung:
      Arbeitnehmer arbeiten stets im Rahmen eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses gegen Arbeitsentgelt. Die Grundlage bildet meist ein Arbeitsvertrag. Selbständig Tätige bzw. Dienstleistungsunternehmen hingegen erstellen Rechnungen gemäß Dienst- oder Werkvertrag. Auch für Arbeitnehmer im Privathaushalt müssen die gesetzlich fixierten arbeitsrechtlichen Vorgaben eingehalten werden, wie z.B. das Bundesurlaubsgesetz, Lohnfortzahlungsgesetz und Sozialgesetzbuch. Als Arbeitgeberin im Privathaushalt profitieren Sie nicht nur von der Unterstützung in Ihrem Haushalt sondern z.B. auch von den Steuervorteilen. https://t1p.de/Steuervorteil-im-Privathaushalt

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    2. “Ein AN der auf Rechnung arbeitet.” So etwas gibt es nicht. Wenn man eine Haushaltshilfe beschäftigen möchte, muss man auch die damit einhergehenden Bestimmungen beachten und nicht wegen eines “knappen Budgets in der Familie” RIsiko und Abwicklungsunwägbarkeiten auf den möglicherweise finanziell sehr viel knapper situierten Angestellten abwälzen. Ein nach Rechnung arbeitender Auftragnehmer wird seine Dienstleistung auch nicht für 15 Euro/Stunde anbieten.

  2. Bisher waren beim Halbjahresscheck zwei Unterschriften notwendig. Jetzt offensichtlich nicht mehr. Es wäre gut, das in der Anleitung für das neue Online-Verfahren zu erwähnen.

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