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Zuletzt aktualisiert am 28. September 2020

Neue Umlagen U1/U2: Das gilt jetzt für Minijob-Arbeitgeber

Zum 1. Oktober 2020 erhöhen sich für Minijob-Arbeitgeber die Umlagesätze der Arbeitgeberversicherung. Die Umlage 1 steigt auf 1,0 Prozent und die Umlage 2 beträgt künftig 0,39 Prozent. Wofür diese Umlagen gut sind und was Arbeitgeber nun tun müssen, erklären wir in diesem Beitrag.

Warum werden die Umlagen gezahlt?

Minijobber haben bei Krankheit sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft einen Anspruch auf Fortzahlung des Verdienstes durch den Arbeitgeber. Auf die Arbeitgeber können dadurch unter Umständen erhebliche finanzielle Belastungen zukommen.

Minijob-Arbeitgeber sind durch die Zahlung von Umlagen gegen diese finanziellen Risiken bei der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft-Bahn-See abgesichert. Als bundesweit größte Ausgleichskasse betreut die Arbeitgeberversicherung mehr als zwei Millionen gewerbliche und private Arbeitgeber.

Diesen erstattet sie die Kosten der Lohnfortzahlung, die im Krankheitsfall (Umlage 1) oder bei Mutterschaft einer Beschäftigten (Umlage 2) entstehen. In unserem Video erhalten Sie dazu noch weitere Informationen:


Am Umlageverfahren U1 nehmen in der Regel Betriebe mit bis zu 30 Mitarbeitern teil. Schnell und einfach kann hier geprüft werden, ob ein Betrieb an diesem Verfahren teilnimmt. Die Umlage U2 müssen alle Arbeitgeber zahlen.

Neue Umlagesätze ab dem 1. Oktober 2020

Zum 1. Oktober 2020 erhöht die Arbeitgeberversicherung die Umlagesätze U1 und U2. Die Umlage 1 steigt von 0,9 auf 1,0 Prozent und die Umlage 2 wird von 0,19 auf 0,39 Prozent angehoben.

Auslöser für die Anhebung sind zum einen die durch die Corona-Pandemie geringeren Umlageeinnahmen und zum anderen die deutlich gestiegenen Ausgaben bei den Erstattungsleistungen.

Neu:
ab 1. Oktober 2020
Alt:
bis 30. September 2020
Umlage U1:
Erstattung bei Krankheit
1,0 %0,9 %
Umlage U2:
Erstattung bei Mutterschaft
0,39 %0,19 %

Unverändert bleibt die Höhe der Erstattung für die Arbeitgeber. Diese liegt weiterhin  

  • im Krankheitsfall bei 80 Prozent und
  • bei einer Mutterschaft sogar bei 100 Prozent.

Was müssen Arbeitgeber jetzt beachten?

Die Umlagen 1 und 2 werden zusammen mit den anderen Abgaben auf dem Beitragsnachweis nachgewiesen und an die Minijob-Zentrale gezahlt.

Bleiben die Minijob-Abgaben über einen längeren Zeitraum unverändert, reichen viele Arbeitgeber einen Dauer-Beitragsnachweis für ihre Minijobber ein. Die Änderung der Umlagen zum 1. Oktober 2020 passt die Minijob-Zentrale in diesen Fällen automatisch an. Die Arbeitgeber müssen also in der Regel keinen neuen Dauer-Beitragsnachweis einreichen. Falls sich die Höhe des Verdienstes ändert, müssen die Arbeitgeber einen neuen Dauer-Beitragsnachweis übermitteln.

Werden die Beiträge überwiesen und wurde zu diesem Zweck bei der Bank ein Dauerauftrag eingerichtet, muss dieser ebenfalls entsprechend angepasst werden. Lesen Sie mehr zum Dauer-Beitragsnachweis auf unserer Internetseite.

Wie ist die Arbeitgeberversicherung zu erreichen?

Bei Fragen erreichen Sie die Arbeitgeberversicherung per Kontaktformular oder telefonisch unter 0234 304-43990. Das Service-Telefon der Arbeitgeberversicherung ist montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr und freitags von 7 bis 14 Uhr für Sie da.

Weitere Informationen und Services finden Sie auf der Internetseite der Arbeitgeberversicherung.

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20 Kommentare zu “Neue Umlagen U1/U2: Das gilt jetzt für Minijob-Arbeitgeber”

  1. Sehr interessant, wie man wieder für dumm verkauft wird. OK, 11 % Steigerung für U1 (Erstattung bei KRANKHEIT) und mehr als Verdoppelung (+ 105%) für U2 (Erstattung für MUTTERSCHAFT). Ganz klar, im Rahmen von Corona werden alle schwanger… Querfinanzierung. Klammheimlich ohne große Presse.

  2. Also, ich bin kein AG, aber Minijobberin. In unserem Unternehmen bekommen die Minijobber keine Gehaltsfortzahlung beu Urlaub oder Krankheit. Wir bekommen nur bezahlt, was wir arbeiten. Wie kann das sein. Ist unser Chef eventuell U1 / u2 befreit ?
    LG, Elvira

    1. Hallo Elvira,

      die LFZ hat m.E. nichts mit der U1/u2 Befreiung zu tun. Dass Sie keine LFZ bekommen ist grundsätzlich nicht Rechtens!! Dies steht Ihnen auch als Minijobber wie allen anderen Arbeitnehmern zu.

      LG Uli

    2. Hallo Elvira,

      mit einer eventuellen Befreiung des Arbeitgebers hat das nichts zu tun. Auch als Minijobber haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder auf bezahlten Erholungsurlaub. Arbeitsrechtlich gilt für Minijobber der Grundsatz der Gleichbehandlung. Sie dürfen also als Minijobberin nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer. Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit Ihnen als Minijobberin trifft.

      Das Thema Arbeitsrecht und Minijob finden Sie zum Nachlesen auf unserer Homepage: http://t1p.de/MJZE-Arbeitsrecht

      Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche selbst durchsetzen. Die zuständige Stelle ist das Arbeitsgericht.
      Darüber hinaus erteilt das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Auskunft zum Arbeitsrecht. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Es ist aus unserer Sicht nicht nachzuvollziehen, dass sich zum 1. Oktober 2020 bei der Arbeitgeberversicherung die Umlagesätze U1 und U2 erhöhen. Die Arbeitgeber haben ebenfalls mit Einnahmeverlusten zu kämpfen, jetzt müssen sie auch noch erhöhte Krankenkassenbeiträge abführen? Das geht gar nicht. Zum Anderen sei an dieser Stelle bemerkt, dass über einen Zeitraum von ca. 22 Jahren unser Mini – Jobber nie krank war und wir nie AG Ausgleichszahlung in Anspruch genommen haben ! Auch das Argument von deutlich gestiegenen Ausgaben bei den Erstattungsleistungen kann nicht akzeptiert werden.

  4. Lieber Markus,
    toll, wie Sie die 99% ermittelt haben. Hätte mich mehr interessiert, wie Sie den Minijob Rechner bisher gefunden haben. Habe meine Beiträge seit je “per Hand” gerechnet und brav bezahlt. Meine Problemchen mit Arbeitnehmern bestehen eher darin, dass die über 3 Monate unangemeldet in Heimaturlaub gehen, mir fröhliche What-app-Fotos schicken und ich sehen kann, wie ich die Arbeit selber mache. Ciao.

    1. Hallo Herr Kreis,

      die Änderungen aufgrund der Erhöhung der Umlagesätze in unseren Print-Medien, Internetauftritten sowie im Minijob-Rechner erfolgen zum 1. Oktober 2020. Ab diesem Zeitpunkt stehen Ihnen die neuen Informationen auch als Ausdruck auf unseren Homepage als Broschüre zur Verfügung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

        1. Sehr geehrter Herr Grahl

          sie zeigen am persönlichen Beispiel wie Unqualifiziert 99 % der Arbeitgeber sind wenn es um das Thema Minijob geht.
          Die Meisten Betriebe wissen nämlich garnichts, z.b. nicht einmal das ein Minijobber die GLEICHEN rechte hat wie jeder andere Arbeit nehmer wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Bezahlten Urlaub, Kündigungsschutz, etc.

          Mit freundlichen Grüßen

        2. @Markus:
          Ach und um das zu wissen, braucht man den Minijob Rechner? Ich habe da keinerlei Rechtsauskünfte gesehen
          Jedes normale Lohnprogramm rechnet das aus, was der MinijobRechner macht, wir haben den in 20 Jahren auch noch nicht einmal genutzt, das hat doch nichts damit zu tun das man die Rechte der AN nicht kennt und beachtet.

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