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Zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2020

Minijobs 2020: Das sind die Änderungen im neuen Jahr

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Wir erklären, welche Änderungen es für Minijobs im neuen Jahr 2020 gibt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Themen:

  1. Die neuen Fälligkeitstermine
  2. Das sind die Abgaben für Minijobs in 2020
  3. Der Mindestlohn steigt
  4. Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung von kurzfristigen Minijobs werden angehoben
  5. Neuer Online-Halbjahresscheck für Privathaushalte
  6. Neue sv.net Version 20.0

1. Die neuen Fälligkeitstermine

Für Arbeitgeber gibt es in der Sozialversicherung feste Termine für die Zahlung von Beiträgen und die Übermittlung von Beitragsnachweisen. Diese Termine sind auch für die Arbeitgeber von gewerblichen Minijobbern wichtig.

Generell gilt: Die Abgaben sind spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig und die zugehörigen Beitragsnachweise müssen zwei Arbeitstage vor Fälligkeit der Beiträge bei der Minijob-Zentrale vorliegen. Welche genauen Fälligkeits- und Übermittlungstermine sich daraus für das Jahr 2020 ergeben, haben wir in unserem Beitrag „Alles auf einen Blick: Fälligkeiten und Abgaben im Jahr 2020“ zusammengefasst. Dort erklären wir auch, wie unser kostenloser Erinnerungsservice in Anspruch genommen werden kann.

2. Das sind die Abgaben für Minijobs in 2020

Im Jahr 2020 bleiben die Abgaben für Minijobs unverändert. Eine Übersicht der im Jahr 2020 zu zahlenden Beiträge finden Sie ebenfalls in unserem Blogbeitrag „Alles auf einen Blick: Fälligkeiten und Abgaben im Jahr 2020“.

Wichtig für Arbeitgeber:
Bleibt der Verdienst über einen längeren Zeitraum unverändert, reichen uns viele Arbeitgeber einen Dauer-Beitragsnachweis für ihre Minijobber ein. Da sich die Abgaben im Jahr 2020 nicht ändern, gelten die eingereichten Dauer-Beitragsnachweise auch über den Jahreswechsel hinaus.

3. Der Mindestlohn steigt

Zum Jahreswechsel wird der gesetzliche Mindestlohn erneut angehoben. Er steigt von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Davon profitieren nicht nur Vollzeitbeschäftigte, sondern auch Minijobber. Denn auch für Minijobs gilt der gesetzliche Mindestlohn – unabhängig davon, ob eine Beschäftigung im gewerblichen Bereich oder Privathaushalt ausgeübt wird.

Achtung: Erhalten Minijobber den Mindestlohn und liegt der Verdienst nahe der 450-Euro-Grenze, muss die Zahl der Arbeitsstunden eventuell angepasst werden. Nur dann bleibt der Minijob auch im Jahr 2020 weiterhin ein Minijob.

Alle Informationen und Tipps gibt es in unserem Beitrag „Mehr Geld für Minijobber: Mindestlohn wird 2020 angehoben“.

4. Höhere Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung von kurzfristigen Minijobs

Angehoben werden zum 1. Januar 2020 auch die Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung der kurzfristigen Minijobs. Die neuen Grenzen werden damit an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst. Der durchschnittliche Verdienst pro Arbeitstag steigt von 72 auf 120 Euro, der durchschnittliche Verdienst pro Arbeitsstunde von 12 auf 15 Euro. Was das genau bedeutet, erklären wir in unserem Beitrag „Kurzfristige Minijobs: Neue Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung“.

5. Neuer Online-Halbjahresscheck für Privathaushalte

Wenn der Verdienst einer Haushaltshilfe schwankt, müssen private Arbeitgeber der Minijob-Zentrale am Ende jedes Kalenderhalbjahres die genauen monatlichen Beträge mitteilen. Mit dem neuen Online-Halbjahresscheck lässt sich diese Meldung noch schneller und einfacher erledigen.
Der Online-Halbjahresscheck kann auf der Website der Minijob-Zentrale aufgerufen werden. Wie der Online-Halbjahresscheck ausgefüllt wird, erklären wir in dem Blog-Beitrag „Neuer Online-Halbjahresscheck – So einfach ist der Verdienst einer Haushaltshilfe zu melden

6. Neue sv.net Version 20.0

Wichtige Info für alle sv.net Nutzer: Ab dem 2. Januar 2020 gibt es eine neue sv.net Version 20.0. Die enthaltenen fachlichen Anpassungen machen es dringend erforderlich, dass alle Arbeitgeber ab dem 2. Januar 2020 die neue sv.net Version nutzen. Diese wird ab dem genannten Stichtag unter diesem Link zur Verfügung stehen.

Wir wünschen Ihnen allen ein fröhliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und viel Glück im neuen Jahr 2020!

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18 Kommentare zu “Minijobs 2020: Das sind die Änderungen im neuen Jahr”

  1. Hallo, ich arbeite in der Gleitzone und verdiene 1000,- Euro Brutto. Jetzt möchte ich noch in einem Minijob 450,- Euro dazu verdienen. Damit komme ich aber über die 1300,- Euro für den Midijob (Gleitzone).
    Der Minijob wäre bei einem anderen Arbeitgeber und hat nichts mit der anderen Tätigkeit zu tun.
    Im Midijob komme ich auf knapp 800,- Euro Netto und plus dem Minijob wären es dann 1250,- Netto.
    Ist das so machbar, oder habe ich da was falsch verstanden?
    Freundliche Grüße
    Herbert

    1. Hallo Herbert,

      das haben Sie richtig verstanden.

      Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung (Midijob) dürfen Sie genau einen 450-Euro-Minijob ausüben.

      Arbeitsentgelte aus einem 450-Euro-Minijob, der neben einem Midijob ausgeübt wird, sind bei der Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts nicht zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass eine Zusammenrechnung somit ausgeschlossen ist.

      Eine Zusammenrechnung der Arbeitsentgelte scheidet auch für den Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung aus, wenn der 450-Euro-Minijobber der Rentenversicherungspflicht unterliegt. Arbeitsentgelte aus kurzfristigen Beschäftigungen sind ebenfalls nicht anzurechnen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo,
    ich hatte bis18.6.20 einen Minijob in einer Zahnarztpraxis. (ohne Arbeitsvertrag) Mir wurden bis März 20 pauschal 350,-€ gezahlt. So wurde es mündlich vereinbart. Ab April wurden mir nur geleistete Std. bezahlt ohne Ankündigung. Darum habe ich meinen Minijob mit sofortiger Wirkung nach Beendigung meiner geleisteten Std.am 18.6. beendet. Auf meinen Std. Nachweis stand (berechnet für den zeitraum 20.5. bis17.6. 17,75h) Die Büromitarbeiterin (Frau d. Chefs) rief mich am Montag 22.6. an. Was mich dazu gebracht hätte sofort zu kündigen. Ich habe ihr erklärt das ich mit der Berechnung nicht einverstanden bin und das ich keine Information zur Std.-Abrechnung hatte. Tatsächlich fehlt mir der oben genannte Zeitraum.
    Ich habe ihr erklärt, das am 21.5. Feiertag war, 22.5. Praxis (Brückentag geschlossen) u. ich v. 28.5.-12.6. Urlaub hatte. Auf einmal sollte mir kein Urlaub mehr zustehen u. keine Feiertagsbezahlung. Nach dem Minijobgesetz stehen mir bei 5 Tage Woche 20 Tage Urlaub zu. Anteilig für ein 1/2 Jahr ca. 10 Tage. Ich bin auch Schwerbehindert mit 50% BG. Also zusätzlich 5 Tage Urlaub pro jahr. Mir fehlt aus oben stehenden Zeitraum Gehalt. Wo kann ich mich hinwenden wenn ich es nicht erhalte?

    MfG

    HM

    1. Hallo,

      uns, der Minijob-Zentrale ist es ein großes Anliegen unsere Kunden, zum Beispiel Arbeitgeber und Arbeitnehmer, über Ihre Rechte und Pflichten zu informieren. Insbesondere zum Arbeitsrecht erhalten wir sehr viele Anfragen, die wir gewissenhaft beantworten.
      Die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden durch das Arbeitsrecht geregelt. Im Individual-Arbeitsrecht werden Arbeitsbedingungen geklärt. Dazu gehören zum Beispiel Urlaubsregelungen, Arbeitszeit, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung.
      Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche bei Ihrem zuständigen Arbeitsgericht selbst durchsetzen.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Ich arbeite Vollzeit in einer Baumschule und Minijob in einem Restaurant. Ich möchte meinen Minijob am 1. Juli in einem Restaurant aufgeben und einen neuen Mini-Job beim Export beginnen. Kann ich ab dem 20. Juni in einem neuen Minijob starten?

    1. Hallo Patryk,

      neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung dürfen Sie nur genau einen 450-Euro-Minijob ausüben. Der zweite 450-Euro-Minijob wird mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und ist in der Regel versicherungspflichtig in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

      Nehmen Sie zum 20. Juni 2020 den Minijob im Export auf, ist dieser versicherungspflichtig und steuerpflichtig bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse zu melden bis der erste Minijob im Restaurant beendet ist.

      Lesetipp für Sie: Unser Blog-Beitrag vom 13. Mai 2019 “Mehrere Minijobs neben einer Hauptbeschäftigung – Geht das?” https://t1p.de/Blogbeitrag-Mehrere-Minijobs-neben-einer-Hauptbeschaeftigung

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Hallo , ich bin zur Zeit berentet und noch im Angestelltenverhälniss und arbeite jetzt auch da auf 450 Basis . Ich würde jetzt gern aufhören wollen . Wie gehe ich da vor ?

    1. Hallo Maria,

      arbeitsrechtlich betrachtet handelt es sich bei einem Minijob um ein ganz normales Teilzeitbeschäftigungsverhältnis. Sie haben also mehrere Möglichkeiten, dieses zu beenden. Denkbar ist beispielsweise, dass Sie kündigen oder mit Ihrem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag schließen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arbeitgeber, um die für Sie beide günstigste Variante zu finden.

      Benötigen Sie Hilfe in arbeitsrechtlichen Fragen empfehlen wir Ihnen, sich an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu wenden. Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Ich beginne neben meinem Hauptjob demnächst noch einen Minijob. Wie ist es mit dem Arbeitsvertrag? Muss dort eine wöchentliche Arbeitszeit festgelegt werden?
    Ich werde einmal die Woche dasein. Flexibler Tag um es mit meinem Hauptjob zu vereinbaren. Es könnten mal 3 Std, mal 4 Std, vielleicht auch mal 5 Std sein. Ich werde ein Stundenkonto führen und diese Stunden werden mir dann vergütet. Werde die 450€ nie monatlich erreichen.
    Oder gilt das nur für Minijobs auf Abruf?

    Vielen Dank schon für ihre Antwort.

    1. Hallo Danuta,

      um flexibel auf Produktionsspitzen oder Personalengpässe reagieren zu können, haben Arbeitgeber die Möglichkeit die Personalplanung auf der Grundlage einer sogenannten „sonstigen flexiblen Arbeitszeitregelung“ vorzunehmen. Das Führen eines Arbeitszeitkontos muss schriftlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden.

      Der Arbeitnehmer erhält ein vertraglich vereinbartes gleichbleibendes Arbeitsentgelt, dem abhängig vom Stundenlohn eine bestimmte Soll-Arbeitszeit zugrunde liegt. Dabei muss die Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Jahr berücksichtigt werden.

      Ausführliche Informationen zur flexiblen Arbeitszeitregelung finden Sie unter folgendem Link: http://t1p.de/MJZE-flexible-Arbeitszeitregelungen

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    1. Hallo,

      wir bitten zu berücksichtigen, dass wir ein Sozialversicherungsträger sind und unsere Kernkompetenz somit im Bereich des Sozialversicherungsrechts liegt. Ihre Anliegen betrifft aber das Arbeitsrecht. Unsere Auskünfte zum Arbeitsrecht beschränken sich nur darauf, über die gesetzlichen Regelungen zu informieren, nicht hingegen hierzu zu beraten oder vorzugeben, wie diese in der Praxis umzusetzen sind.

      Zu arbeitsrechtlichen Fragen informiert das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. WIE erstelle und übermittle ich einen Beitragsnachweis an die Minijob-Zentrale und woher weiss ich welchen Beitrag ich als Arbeitgeberin an meine Minijobberin zu zahlen habe? ich habe gerade das erste Mal eine Minijobberin angemeldet und dachte, dass dann automatisch der Beitrag errechnet und per Bankeinzug eingezogen wird! Es ist überall wahnsinnig viel Text aber alles sehr umständlich erklärt und ich komme nicht weiter!

  7. Hallo, ich habe eine Frage zum Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung (in Höhe von 5%), die der Arbeitgeber bei einem Minijob im Privathaushalt zu zahlen hat. Fließt dieser Beitrag an die konkrete Krankenkasse (z.B. AoK usw.), bei welcher der Minijobber (z.B. aufgrund seines Hauptberufes oder aufgrund von freiwilliger Versicherung) versichert ist? Oder landen diese 5% in einem allgemeinen Topf, der dann auf alle Krankenkassen verteilt wird?

    1. Hallo Carsten,

      der Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung wird nicht direkt an die eigentliche Krankenkasse des Minijobbers weitergeleitet, sondern fließt in den Gesundheitsfond. Aus diesem werden alle gesetzlichen Krankenkassen anteilig bedacht.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  8. Alles schön und gut, aber wie ist es mit den auf 500€ erhöhten MINIJOBLOHN: FRAGE muß ich von meinen Arbeitgeber die Erhöhung fordern oder ist er dazu verpflichtet dies freiwillig auszuzahlen??.

    1. Hallo Herr Oestmann,

      die monatliche Verdienstgrenze für einen 450-Euro-Minijob liegt nach wie vor bei 450 Euro. Eine Anhebung der Minijob-Grenze wird durch den Gesetzgeber beschlossen. Dies ist bis dato nicht erfolgt.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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