Lesedauer: 2 Minuten

Haben Minijobber Anspruch auf monatliche Lohnabrechnungen? (Nachgefragt #38)

Frau Müller betreibt einen kleinen Bio-Laden. Sie verkauft Obst und Gemüse und beschäftigt unregelmäßig bis zu sechs Minijobber. Sie zahlt pünktlich den Lohn an ihre Minijobber und die Abgaben an die Minijob-Zentrale. Frau Müller war bislang der Meinung, das sei ausreichend.

Monatliche Lohnabrechnungen hat sie bis dato nicht ausgestellt. Nun verlangt eine neue Minijobberin die Aushändigung einer monatlichen Lohnabrechnung. Frau Müller möchte wissen, ob sie Lohnabrechnungen für ihre 450-Euro-Minijobber erstellen muss?

Beantwortet von Maik aus dem Service-Center:

Hallo Frau Müller,

Minijobbern steht mit der Zahlung des Verdienstes eine Lohnabrechnung in schriftlicher Form zu. Nur so haben sie die Möglichkeit, die Abrechnungen auf Richtigkeit zu überprüfen.

Die Erstellung einer Lohnabrechnung kann dann für einzelne Monate entfallen, wenn sich die Angaben gegenüber der letzten Abrechnung nicht geändert haben. Bei Änderungen sind Sie aber verpflichtet, eine erneute schriftliche Abrechnung zu fertigen.

Diese Infos gehören in die Lohnabrechnung

Der Inhalt der Lohnabrechnung ist in der Gewerbeordnung (GewO) gesetzlich geregelt. Zum Inhalt zählen folgende allgemeine Angaben

  • Name und Anschrift des Arbeitgebers
  • Name, Anschrift und Geburtsdatum des Arbeitnehmers
  • Sozialversicherungsnummer des Arbeitnehmers
  • Steuer-Identifikationsnummer und Steuerklasse des Arbeitnehmers
  • Datum des Beschäftigungsbeginns

Außerdem müssen Sie Angaben über den Abrechnungszeitraum und die Zusammensetzung des Verdienstes machen. Zum Verdienst sind nicht nur die Beträge in brutto und netto auszuweisen, sondern auch wie er sich zusammensetzt. Hierzu gehören also Angaben wie

  • der Bruttolohn,
  • die Art und Höhe von Zuschlägen und Zulagen (z. B. Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit),
  • die Art und Höhe der Abzüge (wie z. B. der Beitrag zur Rentenversicherung für rentenversicherungspflichtige Minijobber),
  • sonstige Vergütungen und Vorschüsse sowie
  • der Auszahlungsbetrag in Euro (Nettolohn).

Die Lohnabrechnung ist zu den Entgeltunterlagen zu nehmen

Die Lohnabrechnung ist ein Bestandteil der Entgeltunterlagen, die Sie für alle Minijobber führen müssen. Gut dokumentierte Entgeltunterlagen sind besonders wichtig und können letztendlich vor Beitragsnachforderungen schützen. Bei einer Betriebsprüfung kann der Prüfer Einsicht in die Entgeltunterlagen verlangen.

Welche Angaben und Unterlagen ansonsten noch zu den Entgeltunterlagen gehören, können Sie in unserem Blog „Welche Unterlagen muss ein Minijob-Arbeitgeber führen? (Nachgefragt #22)“ nachlesen.

5 Kommentare zu “Haben Minijobber Anspruch auf monatliche Lohnabrechnungen? (Nachgefragt #38)”

    1. Hallo Markus, hallo Sascha,

      die Verpflichtung zur Erstellung einer Lohnabrechnung ist in der Gewerbeordnung gesetzlich geregelt. Diese gilt nicht für Arbeitgeber im Privathaushalt, die über das Haushaltsscheckverfahren melden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Kommentar verfassen