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Zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2021

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Mindestlohn steigt zum 1. Juli – Das gilt für Minijobs

Zum 1. Juli 2021 erhöht sich wieder der gesetzliche Mindestlohn. Der Mindestlohn wird von derzeit 9,50 Euro auf 9,60 Euro pro Stunde angehoben. Auch Minijobber haben Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Was die Anhebung für Minijobs bedeutet, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Minijob-Grenze darf nicht überschritten werden

Arbeitgeber müssen ihren Minijobbern ab dem 1. Juli 2021 mindestens einen Stundenlohn von 9,60 Euro brutto zahlen. Dieser neue Mindestlohn gilt für Minijobs im gewerblichen Bereich, aber auch für Minijobs in Privathaushalten. 

Aufmerksam sein sollten Arbeitgeber bei Minijobbern, die den Mindestlohn erhalten und mit ihrem Verdienst bereits vor der Anhebung ab 1. Juli 2021 die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs in Höhe von 450 Euro ausschöpfen. Wenn diese Arbeitnehmer weiterhin als Minijobber beschäftigt werden sollen, muss die monatliche Arbeitszeit entsprechend reduziert werden. 

Bei einem Mindestlohn von 9,60 Euro pro Stunde ist maximal eine monatliche Arbeitszeit von etwa 46 Stunden (450 Euro im Monat / 9,60 Euro die Stunde = 46,875 Stunden) möglich. Bei dieser Berechnung wird davon ausgegangen, dass der Minijobber keine Einmalzahlungen erhält und lediglich die Arbeitsstunden vom Arbeitgeber vergütet werden. Zu den Einmalzahlungen zählen beispielsweise ein Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld.

Mit dem Mindestlohn-Rechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) können Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausrechnen, wie sich ein neuer Mindestlohn auf die Höhe des monatlichen Verdienstes auswirkt.

Aus dem Minijob kann eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden

Wird die Arbeitszeit nicht angepasst und überschreitet der Arbeitnehmer durch die Erhöhung des Stundenlohns die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro, liegt kein Minijob mehr vor. Die Beschäftigung ist dann als Midijob sozialversicherungspflichtig. In diesem Fall muss der Arbeitgeber die Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale abmelden und stattdessen bei der gesetzlichen Krankenkasse des Arbeitnehmers anmelden.

Mindestlohn erhöht sich stufenweise bis Juli 2022

Bereits im Jahr 2020 hat die Mindestlohnkommission die stufenweise Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns bis zum 1. Juli 2022 festgelegt. Die Regelungen zum Mindestlohn ergeben sich aus dem Mindestlohngesetz. 

Wie sich der Mindestlohn weiter entwickeln wird und wie sich das zukünftig auf die maximale Arbeitszeit im Minijob auswirkt, können Sie in unserem Beitrag „2021: Mindestlohn steigt auch im Minijob stufenweise“ nachlesen.

Für konkrete Fragen zum Thema Mindestlohn wenden Sie sich bitte unter 030 60 28 00 28 an das Bürgertelefon des BMAS. Außerdem finden Sie auf der Internetseite des BMAS ausführliche Informationen rund um das Thema Mindestlohn.

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Sandra
Sandra
4 Monate zuvor

Hallo zusammen! Muss mein AG mir für Juli ab sofort € 9,60 zahlen? Oder gibt es auch AG die die Umsetzung der gesetzlichen Grundlage aus “bestimmten Gründen” hinauszögern dürfen?

Andrea Krahl
Andrea Krahl
4 Monate zuvor

Ich halte von dem ganzen Mindestlohn nicht viel. Die Menschen sollten soviel Arbeit annehmen können , wie Sie möchten und Zeit haben und den Lohn normal versteuern. Dann kann jeder soviel Geld verdienen , wie er kann und möchte.

Tina
Tina
4 Monate zuvor

War wohl 3 mal über 450 und wurde auf Lohnsteuerklasse 6 gestuft. Bin letzten Monat dann drunter gewesen wurde aber nicht wieder auf 1 gestuft. Wielange dauert sowas und bekomm ich dann rückwirkend mein Geld zurück ,

Müller Wolfram
Müller Wolfram
Reply to  Tina
4 Monate zuvor

Gerne ein Tip von mir: Man sollte sich um diese Dinge immer vorher kümmern, nicht hinterher. Rückwirkend gibts nichts zurück. Man muss schon eine Einkommensteuererklärung abgeben um evt. etwas zurück zu bekommen. Und das hängt von einigen anderen Faktoren ab, ob überhaupt was zurückkommt. Und nicht auf den Arbeitgeber vertrauen. Dem ist in aller Regel wurscht, was beim Arbeitnehmer ankommt.

Siegfried Lucht
Siegfried Lucht
4 Monate zuvor

mag sein; dies bedeutet aber auch weniger sozialversicherungspflichte Arbeitnehmer, sprich mehr Menschen, die auf staatliche Zuwendungen angewiesen sind.

Huneke
Huneke
4 Monate zuvor

Das zeigt wieder, daser Gesetzgeber endlich die Grenze auf über 500,-€ anheben muss. Meine Beobachtung ist, das alle das gleiche leisten müssen mit geringeren Stunden, schaut man sich z.B. das Reinigungsgewerbe an.

Rebecca Albers
Rebecca Albers
Reply to  Huneke
4 Monate zuvor

Jeah, stimme voll und ganz zu!

Gabriele Hoffmann
Gabriele Hoffmann
5 Monate zuvor

Und unsere Politiker stecken sich mal locker Eine 5 stellige Summe in den Track. 10 Cent, was für ein Hohn.

W.-R. Schwarz
W.-R. Schwarz
Reply to  Gabriele Hoffmann
5 Monate zuvor

Gebe ich Dir Recht aber wie kann es geändert werden ?? Vorschläge erwünscht !!

Hans Roth
Hans Roth
Reply to  W.-R. Schwarz
4 Monate zuvor

Es kann schon mal daduch geändert werden, dass die Minijobber besser informiert werden. Viele AG handeln doch mit der Angst der Minijobber, wenn sie sagen, dass keine Lohnfortzahlung im Kranheitsfall zu leisten wäre, dass kein Anspruch auf Urlaub besteht usw….
Den Minijobbern muss die “Angst” genommen werden!!!! Nur dann können sie auch standfest verhandeln mit dem AG.
Politik schafft NICHTS in diesem Sinne; diese Herrschaften leben zu weit von der Realität entfernt

Otto Rainer
Otto Rainer
Reply to  Gabriele Hoffmann
4 Monate zuvor

Ähm, ich meinte, daß der Stundenlohn mit dem Arbeitgeber ausgemacht wird? Und nicht mit den Politikern!

Jeanette Welter
Jeanette Welter
Reply to  Otto Rainer
4 Monate zuvor

Also das hatten wir vor dem gesetzlichen Mindelstlohn genug. Mit dem AG den Lohn aushandeln geht gar nicht. Da werden die MA ungerecht behandelt und unter Druck gesetzt, mit z.B. ich habe viele Bewerbungen erhalten. Unter 17 jährige werden immer noch unter dem Mindestlohn bezahlt, z. B. wenn es sich um einen Einzelkaufmann handelt, wie der Kollege über 18 Jahre. Beide verrichten die gleiche Arbeit.

Jeanette Welter
Jeanette Welter
Reply to  Jeanette Welter
4 Monate zuvor

Auch da wo ich bin, werden die Teilzeitkräfte besser bezahlt, als die Minijobler. Wir verrichten alle dieselbe Arbeit. Ohne Mindestlohn würden wir noch weniger bekommen. Ich bin Minijobler, sagen darf man nichts.

Rebecca Albers
Rebecca Albers
Reply to  Gabriele Hoffmann
4 Monate zuvor

Entgelte für Spitzenverdiener höher besteuern und für Politiker auf Beamtenniveau begrenzen