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Mehrarbeit wegen Corona: 450-Euro-Grenze darf im Minijob überschritten werden

Arbeitgeber beschäftigen aufgrund der Corona-Krise ihre 450-Euro-Minijobber teilweise in größerem Umfang als ursprünglich vereinbart. Dies kann zum Überschreiten der monatlichen Verdienstgrenze von 450 Euro führen. Für eine Übergangszeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 ist nun sogar ein fünfmaliges Überschreiten der Verdienstgrenze möglich. In unserem Blog erklären wir, wann trotz Überschreiten der Verdienstgrenze weiterhin ein Minijob vorliegt.

Das Überschreiten der Entgeltgrenze muss gelegentlich und unvorhersehbar sein

Übersteigt der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 Euro, weil sich der Verdienst in einzelnen Monaten erhöht, liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, wenn der höhere Verdienst gelegentlich und nicht vorhersehbar gezahlt wird. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle. Eine betragsmäßige Obergrenze für das Überschreiten gibt es also nicht.

Unvorhersehbar heißt, dass die Mehrarbeit im Voraus nicht vereinbart war. Diese kann sich beispielsweise ergeben, weil andere Arbeitnehmer erkrankt sind oder aufgrund der Corona-Pandemie unter Quarantäne stehen.
Als gelegentlich war bislang grundsätzlich ein Zeitraum bis zu 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. Dieser Zeitraum wird nun vorübergehend erhöht.

450-Euro-Minijob profitiert vom kurzfristigen Minijob

Die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung wurden übergangsweise vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen auf 5 Monate oder 115 Arbeitstage angehoben. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Blog „Corona: Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs werden ausgeweitet“.

Analog zu der vorübergehenden Erhöhung der Zeitgrenzen bei der kurzfristigen Beschäftigung kann ein gelegentliches Überschreiten der Verdienstgrenze bei 450-Euro-Minijobs für die Monate März bis Oktober 2020 bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres erfolgen. Das haben die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in der Verlautbarung „Vorübergehende Erhöhung der Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020“ vom 30. März 2020 geregelt.

Unvorhersehbar höherer Verdienst in der Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020

Verdient ein Minijobber in den Kalendermonaten März bis Oktober 2020 mehr als ursprünglich vorgesehen, ist zu prüfen, wie oft dies innerhalb des letzten Zeitjahres (12-Monats-Zeitraum) geschehen ist. Der 12-Monats-Zeitraum endet immer mit dem Ende des Kalendermonats, in dem ein unvorhersehbares Überschreiten vorliegt und beginnt 12 Monate vorher. Wurde die Verdienstgrenze innerhalb des 12-Monats-Zeitraum maximal in 5 Kalendermonaten nicht vorhersehbar überschritten, liegt ein gelegentliches Überschreiten vor.

Beispiel

Eine Raumpflegerin arbeitet seit dem 01.01.2019 gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von 420 Euro. Im März 2020 bittet der Arbeitgeber sie, vom 01.04. bis zum 31.05.2020 mehr zu arbeiten, da aufgrund der Corona-Pandemie ein erhöhter Reinigungsbedarf besteht. Dadurch erhöht sich der Verdienst in den Monaten April und Mai 2020 auf monatlich 2.000 Euro.

Die Raumpflegerin hatte bereits im Juni, September und Dezember 2019 Krankheitsvertretungen für Vollzeitkräfte übernommen und dadurch in diesen Monaten die monatliche Verdienstgrenze von 450-Euro überschritten.

Ergebnis
Die Beschäftigung der Raumpflegerin bleibt auch für die Zeit vom 01.04. bis zum 31.05.2020 ein 450-Euro-Minijob. Innerhalb des maßgebenden 12-Monats-Zeitraums wurde maximal in 5 Kalendermonaten die Verdienstgrenze nicht vorhersehbar überschritten.

Der 12-Monats-Zeitraum endet immer mit dem Ende des Entgeltabrechnungsmonats, in dem ein unvorhersehbares Überschreiten vorliegt und beginnt 12 Monate vorher. Somit verläuft die Frist für den Monat Mai 2020 vom 1. Juni 2019 bis 31. Mai 2020. Innerhalb dieses Zeitraums hat die Reinigungskraft in 5 Kalendermonaten unvorhersehbar mehr verdient (Juni, September und Dezember 2019 sowie April und Mai 2020). Damit liegt ein gelegentliches Überschreiten der Verdienstgrenze vor und es handelt sich weiter um einen Minijob.

Überschreiten der Verdienstgrenze ab dem 1. November 2020

Die Möglichkeit des fünfmaligen nicht vorhersehbaren Überschreitens der Verdienstgrenze, ist auf die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober 2020 begrenzt. Wird die monatliche Verdienstgrenze danach (ab dem 1. November 2020) überschritten, darf dies nicht in mehr als 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres passieren, damit ein gelegentliches Überschreiten vorliegt.

Fortsetzung des Beispiels

Der Arbeitgeber bittet die Raumpflegerin Ende Oktober 2020, vom 01.11. bis zum 30.11.2020 zusätzlich die Krankheitsvertretung für eine Vollzeitkraft zu übernehmen. Dadurch erhöht sich der Verdienst im Monat November 2020 auf 2.000 Euro. Ab 01.12.2020 werden wieder laufend 420 Euro monatlich gezahlt.

Ergebnis
Die Beschäftigung der Raumpflegerin ist für die Zeit vom 01.11. bis 30.11.2020 kein 450-Euro-Minijob mehr, sondern eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung.
Der regelmäßige monatliche Verdienst übersteigt unter Berücksichtigung der Krankheitsvertretung im Durchschnitt der Jahresbetrachtung (01.01.2020 bis 31.12.2020) die Verdienstgrenze von 450 Euro.
Innerhalb des maßgebenden 12-Monats-Zeitraums (01.12.2019 bis 30.11.2020) hat bereits in den Monaten Dezember 2019 sowie April und Mai 2020 ein nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze vorgelegen. Im Monat November 2020 liegt somit kein gelegentliches (für die Zeit ab 1.11, maximal dreimaliges) Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze mehr vor.
Ab 01.12.2020 liegt wieder ein 450-Euro-Minijob vor, weil der regelmäßige monatliche Verdienst von diesem Zeitpunkt an durchschnittlich 450 Euro nicht übersteigt.

Weitere Informationen zur Verdienstgrenze im Minijob finden Sie in unserem Blogbeitrag „Schwankender Verdienst im Minijob – Worauf Arbeitgeber achten müssen!“.

284 Kommentare zu “Mehrarbeit wegen Corona: 450-Euro-Grenze darf im Minijob überschritten werden”

  1. Hallo, ich arbeite seit einem Jahr auf 450 € Basis. Diese wurden bisher auch eigentlich noch nie überschritten. Diesen Monat mache ich zusätzlich dazu noch ein Praktikum in einem anderen Betrieb, bei dem ich eine einmalige Vergütung von ebenfalls 450 € erhalte.
    Da meine Stunden bzw. mein Entgelt in meinem Job meist zwischen 380 und 450 € schwanken, kann ich noch nicht vorhersehen, ob ich durch das Entgelt des Praktikums die 5400 € Grenze überschreite.
    Meine Frage: Wäre es problematisch, wenn ich durch diese einmal Zahlung über die 5.400 € komme?
    Vielen vielen Dank!

    1. Hallo Mia,

      Praktika werden in der Sozialversicherung ganz unterschiedlich beurteilt. Hier kommt es ganz wesentlich darauf an, um welche Art von Praktikum es sich handelt. Ein Schülerpraktikum wird beispielsweise anders beurteilt als ein freiwilliges oder vorgeschriebenes Praktikum im Rahmen eines Studiums. Um Ihre Frage richtig beantworten zu können ist es daher wichtig zu wissen, um welche Art von Praktikum es sich handelt (beispielsweise Vor-, Zwischen- oder Nachpraktikum im Rahmen eines Studiums) und ob dieses vorgeschrieben ist oder freiwillig geleistet wird.
      Gern beraten wir Sie hierzu auch telefonisch. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo und guten Tag,
    mein bislang langjähriges Arbeitsverhältnis habe ich/wurde mit Aufhebungsvertrag zum Ende letzten Jahres gekündigt.
    Ich bin jetzt 61 und erhalte seitdem eine vorgezogene Altersrente.
    Seit Ende Februar diesen Jahres 2020 konnte ich einen 450€-Job antreten, der allerdings jetzt, im Rahmen meiner Probezeit, wieder gekündigt wurde. Im Vorfeld meines geplanten Urlaubs im September mache ich keine Anstalten einen neuen Mini-Job anzutreten. Allerdings habe ich Aussichten ggfls. ab Oktober eine Tätigkeit beim Gesundheitsamt zur Nachverfolgung von CORONA-Verdachtsfällen anzutreten. Die Anforderungen in diesem Tätigkeitsfeld zeichnen sich als zeitintensiv ab.
    Kann ich/darf ich, bei Vertragsabschluss eines zweiten 450€-Jobs noch in diesem Jahr ab Oktober, eine vertraglich, zeitliche Vereinbarung eingehen, bei der ich von Oktober 2020 bis Jahresende (3Monate) bzw. darüberhinaus (biszu..5Monate?) die 450€ Verdienstgrenze überschreite ?

    1. Hallo Tommy,

      üben Sie keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung aus, können Sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausüben. Der gesamte monatliche Verdienst darf jedoch durchschnittlich 450 Euro nicht überschreiten, um versicherungsfrei zu bleiben.

      Verdienen Sie insgesamt mehr als 450 Euro im Monat, werden alle Beschäftigungen versicherungspflichtig zu Ihrer Krankenkasse gemeldet.

      Auch die Versteuerung des Verdienstes kann dann nicht mehr pauschal mit 2 Prozent erfolgen. Vielmehr werden Ihre Einkommen nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen versteuert (z. B. Lohnsteuerklasse 1 und 6). Alternativ kann eine pauschale Lohnsteuer in Höhe von 20 Prozent gewählt werden. Rund um das Thema Steuern berät Sie darüber hinaus Ihr zuständiges Finanzamt.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Hallo liebes Team,

    ich habe einen Arbeitnehmer als Minijobber seit dem 18.05.2020. Er erhält monatlich 450 €.
    Ab August soll er für 5 Monate mehr Lohn erhalten, da ein anderer Arbeitnehmer längerfristig erkrankt ist.
    Ist dies möglich? Wie zählt die 5-Monatsfrist, da sie nur von März bis Oktober eingeführt wurde.
    Würde er dann ab November die Grenzen überschreiten und sv-pflichtig werden?

    Mit freundlichen Grüßen
    Katja N.

    1. Hallo Katja,

      Sie haben recht. Die Sonderregelungen zum gelegentlichen und unvorhersehbaren Überschreiten der Verdienstgrenze im Minijob enden am 31. Oktober 2020.
      Überschreitet Ihr Minijobber im November erneut die Verdienstgrenze und hat er innerhalb der letzten 12 Monate (1. November 2019 bis 31. Oktober 2020) diese Grenze bereits 3 mal überschritten, tritt Versicherungspflicht ab November 2020 ein. Die Versicherungspflicht gilt für die Monate, in welchen weiterhin infolge der Krankheitsvertretung ein höheren Verdienst gezahlt wird. Erhält Ihr Minijobber dann wieder die vereinbarten max. 450 Euro, kann die Beschäftigung wieder zur Minijob-Zentrale gemeldet werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Wir haben folgende Situation: ein Verlag bereitet alle Mustervorlagen für Lehrbetriebe vor. Teilweise wird dies im Papierform und teilweise elektronisch zu Download-Daten erstellt. Diese wurde von der verantwortliche Mitarbeiterin im Rahmen 450,00 € Mini Job erledigt. Durch Corona bedingte Abänderung des Unterrichts (kein Schulbesuch mehr) war die Mitarbeiterin verpflichtet die Unterlagen jedem einzelnen Lehrer speziell vorbereiten und zu zusenden. Dies erforderte eine erhebliche Steigerung des Arbeitszeit. Fällt diese Erhöhung der Stunden unter die Corona- Sonderregelung unter?

    1. Hallo,

      der erhöhte zeitliche Aufwand im Zusammenhang mit den durch die Pandemie bedingten Schutzmaßnahmen war nicht vorhersehbar.
      Überschreitet Ihre Minijobberin gelegentlich aufgrund dieser unvorhersehbaren Ereignisse die Verdienstgrenze von 450 Euro, führt das nicht zwangsläufig zur Versicherungspflicht. Als gelegentlich galt bisher ein Zeitraum von bis zu 3 Monaten innerhalb des zurückliegenden Jahres. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 übergangsweise ein bis zu 5-maliges unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze als gelegentlich. In diesem Fall darf auch die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro überschritten werden – der Minijob bleibt weiterhin bestehen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Hallo ,
    Monika fragt ,
    Ich bin in Rente u habe.einen 450€ Job in der Altenpflege.
    Wieviel corona Prämie steht mir zu ?
    Auf meinem Abrechnungszettel stehen 125€.
    Ist das korrekt? Mit freundlichen Grüßen
    u danke für die Antwort

    1. Hallo Monika,

      der Bundestag hat eine Bonuszahlung für alle in der Altenpflege arbeitenden Beschäftigten beschlossen (sogenannter Pflegebonus), der den Arbeitgebern von den Pflegekassen spätestens zum 15. Juli ausgezahlt werden soll. Die Arbeitgeber sollen diesen Bonus dann spätestens mit der nächsten Gehaltsüberweisung an ihre Arbeitnehmer weitergeben.
      Auch Minijobber können grundsätzlich einen Pflegebonus erhalten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sie innerhalb des Zeitraums vom 1. März bis zum 31. Oktober 2020 mindestens drei Monate in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung beschäftigt sind. Da es sich im Minijob um Teilzeitbeschäftigte handelt, steht der Pflegebonus Minijobbern nur anteilig zu.

      Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir an dieser Stelle keine umfassende rechtliche Beratung vornehmen können. Bei Fragen zur Höhe des Pflegebonus bitten wir Sie, sich an Ihre zuständige Pflegekasse zu wenden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Hallo,

    ich habe folgende Frage: Arbeitnehmer hat einen 130 Std. Job als Hauptjob und einen 450€ Job nebenbei. Im HAuptjob werden nun 100% Kurzarbeit ausgerufen. Im 450€ Job könnte er mehr Stunden arbeiten für die Zeit der Kurzarbeit um das finanziell auszugleichen. Ist das Möglich? Arbeitsamt sagt das man bis zum ursprünglichen netto, ohne Anrechnung aufs KUG, im Nebenjob verdienen darf, dies hat er aber bereits mit dem normalen 450€ Job.

    Darf er die Differenz zum Hauptjob dazu verdienen + seinen Regulären Nebenjob oder Nur so viel wie er mit dem Hauptjob verdient?

    1. Hallo Andre,

      grundsätzlich dürfen Minijobber 5.400 Euro sozialversicherungsfrei verdienen, wenn dieser ein gesamtes Jahr (12 Monate) ununterbrochen beschäftigt war. 12 Monate entsprechen hierbei einem Zeitjahr und können auch kalenderjahrübergreifend gezählt werden.

      Übersteigt der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 Euro, weil sich der Verdienst in einzelnen Monaten erhöht, liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, wenn der höhere Verdienst gelegentlich und nicht vorhersehbar gezahlt wird. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle.

      Unvorhersehbar heißt, dass die Mehrarbeit im Voraus nicht vereinbart war. Als gelegentlich war bislang grundsätzlich ein Zeitraum bis zu 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. Dieser Zeitraum wird nun vorübergehend erhöht: Aufgrund der unvorhersehbaren Ereignisse im Zusammenhang mit dem Coronavirus dürfen 450-Euro-Minijobber die Verdienstgrenze bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres überschreiten. Diese Regelung gilt vorerst vorübergehend für die Monate März bis Oktober 2020.

      Durch die Bundesregierung wurde zwischenzeitlich ein zweites Sozialschutzpaket https://t1p.de/BMAS-Sozialschutzpaket-IIverabschiedet. Es enthält eine Reihe weiterer Regelungen zur Bewältigung der Corona-Krise.

      Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit werden beispielsweise die bereits bestehenden Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert. Gemäß der Informationen für Arbeitnehmer zum Kurzarbeitergeld (Bundesagentur für Arbeit) bleibt ein 450-Euro-Minijob nun gänzlich anrechnungsfrei. https://t1p.de/BfA-KUG-Informationen-Arbeitnehmer

      Zur individuellen Auswirkung eines Nebenjobs auf das Kurzarbeitergeld berät Sie die zuständige Agentur für Arbeit.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  7. Guten Tag,

    wir möchten zwei Reinigungskräfte (schwankender Verdienst) am 01.08. auf sozialversicherungspflichtig umstellen.

    Laut Zeitjahr wäre RK1 im Otkober, November, Januar, Mai, Juni und Juli über der Grenze gewesen und
    RK2 im Oktober, Januar, März, April, Mai, Juni und Juli.

    Durch Corona sind wir uns nun unsicher.

    Nach unserem Verständnis wäre laut Kalenderjahr eine Umstellung von RK1 zum 01.08. möglich und bei RK2 rückwirkend zum 01.07.

    Liegen wir da richtig? Vielen Dank im Voraus.

    1. Hallo,

      wir gehen davon aus, dass der Wechsel in eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufgrund der Ausschöpfung des unvorhersehbaren Überschreitens erfolgt.

      Ab bekannt werden, dass die Grenze für das unvorhersehbare Überschreiten nicht eingehalten wird besteht Sozialversicherungspflicht und die Beschäftigung ist zur gesetzlichen Krankenkasse des Arbeitnehmers zu melden.

      Geht man vom fünfmaligen Überschreiten aus, müsste RK1 grundsätzlich ab Juli 2020 und RK2 ab Juni 2020 sozialversicherungspflichtig gemeldet werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  8. Hallo,
    Ich habe eine Frage bezüglich meinen Nebenjobs welchen ich seit März 2020 habe. In den Monaten März bis Juni habe ich mehr als 450 Euro verdient. Der Monat Juni wurde mir jedoch Sozialversicherungspflichtig abgerechnet. Warum? Durch die Corona Krise ist doch ein bis zu 5 maliges Überschreiten der 450 Euro möglich. An wen muss ich mich diesbezüglich wenden?
    Vielen Dank.

    1. Hallo Svenja,

      richtig. Aufgrund der Corona-Pandemie dürfen 450-Euro-Minijobber die Verdienstgrenze innerhalb eines Zeitjahres 5-mal überschreiten. Dies gilt in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. Oktober 2020.

      Ihre richtiger Ansprechpartner für Ihre Lohnabrechnung ist Ihr Arbeitgeber. Wir bitten Sie daher, mit Ihrem Arbeitgeber ins Gespräch zu gehen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Hallo,
    ich habe folgende Frage: Ein Mitarbeiter von uns ist seit dem 31.07.20 in Rente und arbeitet ab dem 01.08.20 weiterhin auf 450 € Basis bei uns.
    Kann er auch aufgrund von unvorhersehbaren Gründen bis Oktober 20 die 450 € Grenze überschreiten? Ein Rückrechenzeitraum von 12 Monaten ist ja hier nicht vorhanden, da der Minijob erst begonnen hat?

    1. Hallo Olivia,

      grundsätzlich dürfen Minijobber 5.400 Euro sozialversicherungsfrei verdienen, wenn Sie ein gesamtes Jahr (12 Monate) ununterbrochen beschäftigt sind. 12 Monate entsprechen hierbei einem Zeitjahr und können auch kalenderjahrübergreifend gezählt werden.

      Übersteigt der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 Euro, weil sich der Verdienst in einzelnen Monaten erhöht, liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, wenn der höhere Verdienst gelegentlich und nicht vorhersehbar gezahlt wird. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle.

      Unvorhersehbar heißt, dass die Mehrarbeit im Voraus nicht vereinbart war. Als gelegentlich war bislang grundsätzlich ein Zeitraum bis zu 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. Dieser Zeitraum wird nun vorübergehend erhöht: Aufgrund der unvorhersehbaren Ereignisse im Zusammenhang mit dem Coronavirus dürfen 450-Euro-Minijobber die Verdienstgrenze bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres überschreiten. Diese Regelung gilt vorerst vorübergehend für die Monate März bis Oktober 2020.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  10. Ich habe folgende Situation.
    habe bereits seit 4 Jahren einen 450-Minijob denn ich aktuell auch wie gewohnt ausübe.
    Aktuell bin ich bei meinem Hauptarbeitgeber in Kurzarbeit bis zum Ende vom Jahr
    Jetzt im Juli – Oktober habe ich noch einen zusätzlichen 450-Minijob angenommen.
    Jetzt verstehe ich aber nicht ob das in Ordnung geht, bzw was ich beachten muss.
    Wie wird mir dieser angerechnet, bzw muss ich da was beachten?
    Wem melde ich dass bzw kann mich dazu informieren zu Sozialabgaben,versteueren etc

    LG

    1. Hallo,

      neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung (Kurzarbeit) dürfen Sie nur genau einen 450-Euro-Minijob ausüben. Unabhängig davon, ob die Grenze von 450 Euro eingehalten wird oder nicht. Jeder weitere 450-Euro-Minijob wird sozialversicherungspflichtig und steuerpflichtig zu Ihrer gesetzlichen Krankenkasse gemeldet.

      Neben dem 450-Euro-Minijob gibt es noch die sogenannte kurzfristige Beschäftigung http://t1p.de/MJZE-kurzfristig-gewerbliche-Minijobs

      Es ist möglich eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, einen 450-Euro-Minijob und kurzfristige Beschäftigungen parallel auszuüben. Die Verdienste aus einem 450-Euro-Minijob und einer kurzfristigen Beschäftigung werden nicht zusammengerechnet.
      Hier finden Sie den passenden Blog-Beitrag dazu: http://t1p.de/Blogbeitrag-Hauptjob-Minijob-kurzfristig

      Zur individuellen Anrechnung des Nebenverdienstes auf das Kurzarbeitergeld informiert Sie Ihre zuständige Agentur für Arbeit. Vielleicht helfen Ihnen aber auch bereits die Informationen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Anrechnung von Nebenjobs während der Kurzarbeit unter dem Punkt „Erweiterung der Hinzuverdienstmöglichkeiten während der Kurzarbeit“: https://t1p.de/BMAS-Erleichtertes-Kurzarbeitergeld

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  11. Hallo,
    wir haben eine Neueinstellung ab August auf Minijob Basis, weil der Vorgänger plötzlich nicht mehr kommt. Nun liegt aber gerade im August so viel Arbeit an, dass er die 450,- weit überschreiten würde. Danach würde er regulär höchstens 450,-/Monat verdienen. Eher auch mal weniger.
    Kann der Minijobber direkt im ersten Monat viel mehr arbeiten? Gilt das noch als Minijob? Oder muss er für den ersten Monat SV-pflichtig gemeldet werden?

    1. Hallo Bianca,

      grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen schwankendem Verdienst (ohne Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro) und dem Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen (mit Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro). Dabei ist zu beachten, dass die Jahresverdienstgrenze für eine in 12 Monaten ununterbrochen ausgeübte Beschäftigung gilt (12 x 450 Euro). Bestand die Beschäftigung nicht im gesamten Jahr, muss die Verdienstgrenze anteilig anhand der Monate reduziert werden.

      Hat der Arbeitnehmer schwankenden Lohn und überschreitet die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro nicht, ist die Anzahl der monatlichen Überschreitung nicht festgelegt. So dürfte der Minijobber zum Beispiel 8 Monate jeweils einen Verdienst von 500 Euro bekommen und in den anderen 4 Monate jeweils 350 Euro. Die Grenze von 5.400 Euro wird nicht überschritten und es bleibt bei einem Minijob.

      Daneben gibt es das gelegentliche Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen (zum Beispiel Krankheitsvertretung). Als gelegentlich galt bisher ein Zeitraum von bis zu 3 Monaten innerhalb des zurückliegenden Jahres. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 übergangsweise ein bis zu 5-maliges unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze als gelegentlich. In diesem Fall darf auch die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro überschritten werden – der Minijob bleibt weiterhin bestehen.

      Der Arbeitgeber konnte mit dem plötzlichen Fernbleiben des Vorgängers nicht rechnen, somit gilt dies grundsätzlich als unvorhersehbar. Die Anmeldung im Rahmen eines Minijobs ist grundsätzlich ab dem ersten Monat möglich.

      Weitere Informationen zur Verdienstgrenze finden Sie auf unserer Homepage: https://t1p.de/Minijob-Verdienstgrenze

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  12. Hallo,

    um nochmal ganz sicher zu gehen: Die Überschreitung muss aus „Corona-Gründen“ erfolgen? Was ist wenn eine Aushilfe eine schwangere Mitarbeiterin teilweise ersetzt da diese ins Homeoffice gegangen ist und von da aus nicht alle Arbeiten ausführen konnte. Die schwangere Mitarbeiterin hat allerdings trotzdem Vollzeit gearbeitet.
    Wenn die MA das Kind bekommt und dadurch fiele weiterhin Mehrarbeit für die Aushilfe an, allerdings wegen des Mutterschutzes, wäre das ein Grund für das Überschreiten in der Coronakrise? Da die Geburt ja nicht unvorhergesehen war.

    Vielen Dank vorab!
    May

    1. Hallo May,

      unvorhersehbare Gründe können wegen der Corona-Pandemie vorliegen aber auch zum Beispiel durch Krankheits- und Schwangerschaftsvertretung sowie einer Vertretung wegen Gründen des Mutterschutzes. Das gelegentliche unvorhersehbare Überschreiten wurde aufgrund der Corona-Pandemie von 3 auf 5-mal in der Zeit vom März bis Oktober 2020 angehoben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Vielen Dank für die schnelle Antwort!

        Ist das sicher, dass der Mutterschutz als unvorhersehbares Ereignis gilt?
        Also ich finde schon, dass das vorhersehbar ist. Wenn Urlaubsvertretung nicht als unvorhersehbares Ereignis zählt, hätte ich da Bedenken, dass Vertretung bei Mutterschutz durchgeht, das weiß man ja unter Umständen noch länger vorher als ein Urlaub.

        1. Hallo,

          der Mutterschutz gehört im Rahmen der Schwangerschaftsvertretung grundsätzlich dazu. Die Schwangerschaft einer Minijobberin ist für den Arbeitgeber ein unvorhersehbares Ereignis. Abhängig von der Branche, kann es für den Arbeitgeber einige Zeit in Anspruch nehmen, geeignetes Personal für die zu vertretende Stelle zu finden.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  13. Hallo,

    ich arbeite in einem Hotel (hauptberuflich). Mit dem Lock Down musste ich in 100% Kurzarbeit und habe mir einen 450€ Job gesucht. Dort habe ich Mitte April angefangen zu arbeiten. Leider ist mein 450€-Job-Arbeitgeber eine Zeitarbeitsfirma (nicht systemrelevant). So langsam fange ich wieder an zu arbeiten im Hotel (seit Ende Mai). Aktuell würde ich sagen, habe ich ca.50% Kurzarbeit (ich teile mir mit meiner Kollegin eine volle Stelle) Durch Urlaubstage schwankt es etwas.
    Nun habe ich im Juli aufgrund von Krankheit und Urlaub die 450 € in meinem Minijob überschritten und komme somit auch über mein volles Netto-Einkommen im Hotel ohne KUG.

    In wie weit wird das Einkommen betrachtet? Kommt es hier auch auf einen Jahresmittelwert an oder wird jeder einzelne Monat betrachtet von der Agentur für Arbeit und ich muss mit Abzügen des KUGs im Folgemonat rechnen?

    Eigentlich habe ich aktuell aufs Jahr betrachtet mehr verloren als hinzuverdient.

    Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe.

    Liebe Grüße

    1. Hallo,

      durch die Bundesregierung wurde zwischenzeitlich ein zweites Sozialschutzpaket https://t1p.de/BMAS-Sozialschutzpaket-II verabschiedet. Es enthält eine Reihe weiterer Regelungen zur Bewältigung der Corona-Krise.

      Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit werden beispielsweise die bereits bestehenden Hinzuverdienstmöglichkeiten erweitert. Gemäß der Informationen für Arbeitnehmer zum Kurzarbeitergeld (Bundesagentur für Arbeit) https://t1p.de/BfA-KUG-Informationen-Arbeitnehmer bleibt ein 450-Euro-Minijob nun gänzlich anrechnungsfrei.

      Zudem ist gelegentliche und unvorhersehbare Mehrarbeit wegen Corona unschädlich für die 450-Euro-Grenze.

      Zur individuellen Verrechnung eines Nebenjobs mit dem Kurzarbeitergeld berät Sie Ihre zuständige Agentur für Arbeit.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  14. Hallo,
    ich habe von Januar-Juli auf Mini-Job Basis gearbeitet. Mein Arbeitgeber bittet mich nun im August und im September wesentlich mehr zu arbeiten. Zum 31.12.2020 würde ich dann jedoch die max. Grenze von 5.400,00 EUR überschreiten.
    Liegt dann trotzdem noch ein Mini-Job vor oder werde ich für das ganze Jahr rückwirkend Sozialversicherungspflichtig eingestuft inkl. Steuern? Vielen Dank!

    1. Hallo,

      grundsätzlich dürfen Sie als Minijobber 5.400 Euro sozialversicherungsfrei verdienen, wenn Sie ein gesamtes Jahr (12 Monate) ununterbrochen beschäftigt waren. 12 Monate entsprechen hierbei einem Zeitjahr und können auch kalenderjahrübergreifend gezählt werden.

      Übersteigt der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 Euro, weil sich der Verdienst in einzelnen Monaten erhöht, liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, wenn der höhere Verdienst gelegentlich und nicht vorhersehbar gezahlt wird. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle. Eine betragsmäßige Obergrenze für das Überschreiten gibt es also nicht.

      Unvorhersehbar heißt, dass die Mehrarbeit im Voraus nicht vereinbart war. Als gelegentlich war bislang grundsätzlich ein Zeitraum bis zu 3 Kalendermonaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen. Dieser Zeitraum wird nun vorübergehend erhöht: Aufgrund der unvorhersehbaren Ereignisse im Zusammenhang mit dem Coronavirus dürfen 450-Euro-Minijobber die Verdienstgrenze bis zu 5-mal innerhalb eines Zeitjahres überschreiten. Diese Regelung gilt vorerst vorübergehend für die Monate März bis Oktober 2020.

      Trifft die auf die Überschreitung in Ihrem Sachverhalt für die Monate August und September das oben genannte zu, bleibt es bei einem Minijob.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  15. Es liegt ein unbefristeter 450€Job vor.

    1. Ist dann der Betrachtungszeitraum grundsätzlich das Kalenderjahr, oder wird jeden Monat das letzte Jahr (Im Monat 06 von 07 Vorjahr bis 06 lfd Jahr) für die Überschreitungen betrachtet?

    2. In den Monaten März bis September 2020 wird in 5 Monaten die Verdienstgrenze überschritten. Zählen diese Überschreitungen nur für diesen Zeitraum und kann dann in den Monaten Jan, Feb, Nov und Dez 2020 nochmal 3 Mal diese Grenze überschritten werden.

    1. Hallo Frau Ufer,

      der Jahresbetrachtungszeitraum ist in der Weise zu ermitteln, dass vom letzten Tag des zu beurteilenden Beschäftigungsmonats ein Jahr zurück gerechnet wird.

      Die Überschreiten im Rahmen der Übergangsregelung aufgrund der Corona-Pandemie ist in den Betrachtungszeitraum außerhalb der Übergangsregelung mit zu berücksichtigen. Wurde bereits bis September 2020 fünfmal die Verdienstgrenze aus unvorhersehbaren Gründen überschritten, ist nach der Übergangsregelung im Jahr 2020 grundsätzlich kein überschreiten mehr möglich.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  16. Hallo,

    unsere Mitarbeiter (Minijobber) konnten wegen Corona-Schliessung 3 Monate nicht arbeiten, sollen jetzt wieder eingesetzt werden. Wegen deren Verlusten möchten sie am liebsten so viel wie möglich und kämen 2-3 mal über 450€. Was sollten wir beachten?

    1. Hallo Frau de Moll,

      grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen schwankendem Verdienst (ohne Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro) und dem Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen (mit Überschreitung der Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro). Dabei ist zu beachten, dass die Jahresverdienstgrenze für eine in 12 Monaten ununterbrochen ausgeübte Beschäftigung gilt (12 x 450 Euro). Bestand die Beschäftigung nicht im gesamten Jahr, muss die Verdienstgrenze anteilig anhand der Monate reduziert werden.

      Hat der Arbeitnehmer schwankenden Lohn und überschreitet die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro nicht, ist die Anzahl der monatlichen Überschreitung nicht festgelegt. So dürfte der Minijobber zum Beispiel 8 Monate jeweils einen Verdienst von 500 Euro bekommen und in den anderen 4 Monate jeweils 350 Euro. Die Grenze von 5.400 Euro wird nicht überschritten und es bleibt bei einem Minijob.

      Daneben gibt es das gelegentliche Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen (zum Beispiel Krankheitsvertretung). Als gelegentlich galt bisher ein Zeitraum von bis zu 3 Monaten innerhalb des zurückliegenden Jahres. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 übergangsweise ein bis zu 5-maliges unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze als gelegentlich. In diesem Fall darf auch die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro überschritten werden – der Minijob bleibt weiterhin bestehen.

      Weitere Informationen zur Verdienstgrenze finden Sie auf unserer Homepage: https://t1p.de/Minijob-Verdienstgrenze

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  17. Super, dass man hier Fragen stellen kann!!!!! Ich möchte folgendes nachfragen: Die Jahresverdienstgrenze beträgt im Jahr 5.400 Euro. Ich bin seit 1. März beschäftigt. Dann wäre die Obergrenze 4500 Euro? Wie sich jetzt herausstellt, sind meine Stunden schwankend, so zwischen 300 und 650 Euro, je nach Einsatz. Weiß noch nicht, wie oft ich über 450 Euro liegen werde. Sind diese monatlichen Schwankungen o.k., wenn ich die Jahresobergrenze nicht überschreite? Vielen Dank

    1. Hallo Karin,

      richtig. Halten Sie die anteilige Verdienstgrenze von 4.500 Euro (10 x 450 Euro) ein, kann der monatliche Verdienst beliebig oft schwanken.

      Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang unser Blog-Beitrag vom 24. September 2018 : „Schwankender Verdienst: im Minijob – Worauf Arbeitgeber achten müssen!“ https://t1p.de/Blogbeitrag-Minijob-schwankender-Verdienst

      Vielen Dank auch für Ihr positives Feedback. Das freut uns sehr.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  18. Hallo Zusammen,
    ich arbeite in einem mittelständischen Unternehmen und es geht um einen Altersvollrentner, der bei uns einen Minijob hat und nun Mehrarbeit leisten muss in Verbindung mit der Corona Krise. Darf er bis Oktober 2020 die 450,00 Grenze überschreiten ohne, dass seine Rente gekürzt wird? Sein Stundenlohn liegt bei 15,00 Euro und bei ca. 120 Stunden monatlich würde sich sein Verdienst auf 1800,00 Euro brutto belaufen. Er zahlt auch weiterhin Rentenversicherungsbeiträge über die Lohnabrechnung ein. Meine Frage wäre nun, ob das alles so richtig ist und wir mit ihm so verfahren können? Muss die Bitte der Mehrarbeit vertraglich festgehalten werden?
    Wäre super, wenn Sie mir helfen könnten.
    Freundliche Grüße
    Stefanie

    1. Hallo Stefanie,

      hat Ihr Minijobber die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht, gibt es sogenannte Hinzuverdienstgrenzen. Im Jahr 2020 dürfen Altersvollrentner, die die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, bis zu 44.590 Euro dazuverdienen. Bis zu dieser Grenze wird die Rente nicht gekürzt. Für eine individuelle Beratung zur Hinzuverdienstgrenze empfehlen wir Ihrem Arbeitnehmer, sich direkt an den zuständigen Rentenversicherungsträger zu wenden.

      Auch Rentner dürfen aus unvorhersehbaren Gründen die Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro im Minijob überschreiten. Vertraglich muss das unvorhersehbare Überschreiten nicht festgehalten werden. Es ist lediglich in den Lohnunterlagen zu dokumentieren.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  19. Guten Morgen,

    wie verhält sich die „Rückschau“ ab 01.11.2020?

    Ich habe (die allerste) krankheitsbedingte Mehrarbeit im Minijob in den Monaten 04/2020 + 05/2020 + 06/2020 + 07/2020 + vorauss. auch in 08/2020. Somit wäre die rückwirkende Betrachtung mit 5x Überschreiten ausgeschöpft.
    Wenn ich nun z. Bsp. wieder in 11/2020 krankheitsbedingte Mehrarbeit leisten soll, wie wäre dann die rückblickende Betrachtung?
    Betrachtungszeitraum: 12/2019 bis einschl. 11/2020 = 5x überschritten aufgrd. der Corona Pandiemie!
    Ab wann könnte ich denn wieder krankheitsbedingte Mehrarbeit im Rahmen des 3x maligen Überschreitens wieder leisten?

    Vielen Dank im Voaus und
    vG;

    1. Hallo,

      das fünfmalige Überschreiten aus unvorhersehbaren Gründen gilt für den Zeitraum vom 1. März 2020 bis zum 31. Oktober 2020. Kommt es im November 2020 zu einem erneuten unvorhersehbaren Überschreiten, gilt die wieder alte Regelung in Kraft. Innerhalb des maßgebenden 12-Monats-Zeitraum (01.12.2019-30.11.2020) darf somit 3 mal die Verdienstgrenze überschritten werden, ohne dien Minijob zu gefährden.

      Da Sie im Jahr 2020 bereits aus unvorhersehbaren Gründen 5 mal überschritten haben, würde ab November 2020 Versicherungspflicht bestehen.

      Kommt es zum Beispiel im August 2021 zu einem erneuten unvorhersehbaren Überschreiten, gilt der Betrachtungszeitraum vom 1. September 2020 bis zum 31. August 2021. Haben Sie in diesem Zeitraum nicht bereits in 3 Monaten die Verdienstgrenze überschritten, bleibt es bei einem Minijob.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  20. Hallo, ich bin AN mit einer soz.pfl. Beschäftigung, derzeit mit 50% in Kurzarbeit. Ich habe einen Mini-Job auf 450€-Basis. Soweit ich es verstanden habe, darf ich nur einen Mini-Job zur Zeit haben. Wenn ich aber noch eine weitere geringfügige Beschäftigung(Lebensmittler – ca. 10Std/Woche) ausüben möchte, wie kann das gestaltet werden? Muss diese Beschäftigung über die LstKl 6 versteuert werden? oder kann es pauschal versteuert werden?

    1. KORREKTUR! es ist anders herum: Ich habe eine geringfügige kurzfristige Beschäftigung und kann noch eine geringfügige Beschäftigung bei einem Lebensmittler ausüben. Kann beides parallel laufen oder muss eine Beschäftigung versteuert werden?

      1. Hallo Petra,

        eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, einen 450-Euro-Minijob und keinen kurzfristigen Minijob können Sie aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht parallel ausüben. Die Verdienste werden nicht addiert.
        Die Art der Versteuerung bestimmt im Minijob grundsätzlich der Arbeitgeber. Er kann hierbei sowohl im 450-Euro-Minijob, als auch im kurzfristigen Minijob wählen zwischen der Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Arbeitnehmers (z. B. Steuerklasse 6) oder einer pauschalen Steuer in Höhe von 2 Prozent (450-Euro-Minijob) oder 25 Prozent (kurzfristiger Minijob). Bei der Entscheidung wird der Arbeitgeber aber immer Ihre individuelle Situation als Minijobber beachten, damit Ihnen keine Nachteile entstehen.
        Weitere Informationen zur Besteuerung von Minijobs finden Sie auch auf unserer Homepage: https://t1p.de/MJZE-Besteuerung-von-Minijobs
        Ob und wie sich ein weiterer Nebenjob ggf. auf Ihr Kurzarbeitergeld auswirkt erfahren Sie bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

        1. Habe ich es richtig verstanden: ich kann neben der Hauptbeschäftigung entweder einen 450€Minijob oder einen kurzfristigen Minijob aus soz.vers. Sicht parallel laufen lassen? Nicht alle drei Jobs zusammen? Sonst würde ein Nebenjob versteuert werden müssen?

        2. Hallo Petra,

          Sie können neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung genau einen 450-Euro-Minijob und kurzfristige Beschäftigungen ausüben. Die Verdienste aus dem 450-Euro-Minijob und der kurzfristigen Beschäftigung sowie der Hauptbeschäftigung werden nicht zusammengerechnet. Somit können auch 3 Beschäftigungen parallel laufen (Hauptbeschäftigung, 450-Euro-Minijob und kurzfristige Beschäftigung).

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  21. Hallo zusammen,
    wir haben eine 450,-€ Kraft die aufgrund Corona und fehlendem Personal einiges an Überstunden durch Mehrarbeit angesammelt hat.
    Mit welcher Lohnart rechne ich die Mehrarbeit ab, ohne das dieser Mitarbeiter lohnsteuer-oder sozialversicherungspflichtig wird?

    1. Hallo Andrea,

      das können wir nicht pauschal beantworten. Hier ist jeder Fall einzeln zu betrachten. Handelt es sich um ein gelegentliches Überschreiten der Verdienstgrenze aus unvorhersehbaren Gründen, kann der höhere Verdienst weiterhin als Minijob abgerechnet werden.
      Als gelegentlich galt bisher ein Zeitraum von bis zu 3 Monaten innerhalb des zurückliegenden Jahres. Aufgrund der Corona-Pandemie gilt für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 übergangsweise ein bis zu 5-maliges unvorhersehbares Überschreiten der Verdienstgrenze als gelegentlich.
      Gern beraten wir Sie hierzu auch telefonisch. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Ich bin in einer sozialen Einrichtung des Hilfsvereins für seelische Gesundheit und habe einen 450 Euro Job .
        Mein Arbeitgeber und ich möchten gerne dass ich kurzfristig mehr Arbeite. darf ich das ohne dass ich dann aus
        meinen Hilfsanspruch verliere beim Jobcenter Singen

        1. Hallo Viola,

          die Minijob-Zentrale ist die zentrale Servicestelle für die Abwicklung des Melde- und Beitragsverfahren zur Sozialversicherung für Minijobs. Wir bitten daher um Ihr Verständnis, dass wir Ihre konkrete Frage nicht beantworten können. Ihr richtiger Ansprechpartner zur Auswirkung eines Hinzuverdienstes auf Ihre Leistungen, ist Ihr zuständiges Jobcenter.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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