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Können mehrere Minijobs gleichzeitig ausgeübt werden?

In Deutschland gibt es viele Arbeitnehmer, die neben ihrer Hauptbeschäftigung einen Minijob ausüben. Aktuell sind rund 2,8 Millionen Minijobber (Stand: März 2018) in einem solchen Nebenjob beschäftigt. Aber ist es eigentlich erlaubt, mehrere Minijobs gleichzeitig auszuüben?

Unabhängig davon, ob Minijobs im gewerblichen Bereich oder im Privathaushalt ausgeübt werden, gelten für Mehrfachbeschäftigungen bestimmte Regeln.

Unter welchen Voraussetzungen darf man mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben?

Wer keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung hat, darf mehr als einen Minijob ausüben, wenn der Gesamtverdienst der Minijobs im Monat die 450-Euro-Grenze nicht überschreitet.

Beispiel:
Karin erhält als Haushaltshilfe bei Familie Meier im Monat 260 Euro. Da sie keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausübt, darf sie bei Frau Perez zusätzlich bis zu 190 Euro im Monat verdienen. Denn mit beiden Minijobs zusammen verdient sie nicht mehr als 450 Euro.
Sollte Karin mit dem Verdienst aus ihrem zweiten Minijob diese Verdiensthöchstgrenze überschreiten, sind beide Beschäftigungen keine Minijobs mehr, sondern sozialversicherungspflichtig.

Ist ein Arbeitnehmer dagegen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darf er nebenher nur einen Minijob ausüben.

Beispiel:
Stefan ist in Teilzeit als Grafikdesigner beschäftigt. Er darf zusätzlich einen Minijob ausüben und bis zu 450 Euro im Monat hinzuverdienen. Ein weiterer Minijob wäre aber mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig.

Immer mehr Minijobber arbeiten im Privathaushalt. Über 300.000 sind bereits bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Was für diese Minijobber bei mehreren Nebenjobs zu beachten ist, erfahren Sie im Radio-Interview mit Thomas Methler von der Minijob-Zentrale. Hören Sie rein!

Weitere Informationen rund um die Mehrfachbeschäftigung zeigt unser Erklärfilm:

444 Kommentare zu “Können mehrere Minijobs gleichzeitig ausgeübt werden?”

  1. Liebes minijob Team,

    Ich bin Student und hatte bis Juni nur einen Minijob. Aufgrund des langen Arbeitsweges, habe ich nun einen zweiten Nebenjob angefangen. Ich bin momentan noch familienversichert, rutsche aber ab Mitte August in die studentische KK-Versicherung. (Altergrenze von 25J)

    Ich habe nun die Möglichkeit im August, also in den Semesterferien, in beiden Beschäftigungen mehr als 450€ zu verdienen.

    Nun zu meinen Fragen:
    1) Werde ich dann, falls ich mehr als 450€, voll Sozialversicherungspflichtig für beide Beschäftigungen nur für den Monat August oder gilt das dann auch für die nachfolgenden Monate, auch wenn ich dann wieder unter 450€ pro Monat verdiene?
    2) Ich habe gehört das ich auch bei der Sozialversicherung den Sonderstatus „Student“ erlangen kann und ich somit nicht mehr voll Sozialversicherungspflichtig bin. In dem Falle könnte ich dann max. 20h pro Woche in der Vorlesungszeit und unbegrenzt in den Semesterferien arbeiten. Wie funktioniert das dann? Muss ich mich darum kümmern oder klärt das dann die KK mit den Betrieben ab?

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Lucas.

    1. Hallo Lucas,

      Ihre erste Frage können wir nicht pauschal beantworten.
      Üben Sie keine versicherungspflichtige Beschäftigung aus, dürfen Sie grundsätzlich mehrere 450-Euro-Minijobs gleichzeitig ausüben. Werden beide Beschäftigungen ununterbrochenen für 12 Monate ausgeübt ergibt das eine Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro. Wird diese Grenze nicht überschritten, kann Ihr Verdienst in einzelnen Monaten auch über 450 Euro liegen, ohne das Versicherungspflicht eintritt. Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang auch unser Blog-Beitrag vom 24. September 2018 „Schwankender Verdienst im Minijob – Worauf Arbeitgeber achten müssen!“ https://t1p.de/Blogbeitrag-Minijob-schwankender-Verdienst
      Schöpfen Sie bereits mit beiden Beschäftigungen die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro aus, besteht mit dem Überschreiten dem Grunde nach Versicherungspflicht zur Sozialversicherung. Ob für Sie das sogenannte Werkstudentenprivileg Anwendung finden kann (Beschäftigung in der Vorlesungszeit nur maximal 20 Stunden pro Woche), entscheidet Ihre zuständige Krankenkasse. Bei Fragen hierzu empfehlen wir Ihnen, sich mit dieser in Verbindung zu setzen.
      Als Lesetipp für Sie: Unser Blogbeitrag vom 2. Mai 2018 „Studentenjobs: Der echte Werkstudent beginnt da, wo der Minijobber aufhört.“ http://t1p.de/Blogbeitrag-Werkstudent

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo liebes Team der Minijob-Zentrale,
    ich hätte folgende Frage, und zwar arbeite ich momentan in einem Minijob bei dem ich unter 450 Euro verdiene. Nun wollte ich zu einem anderen Minijob wechseln, bei dem ich mehr Arbeitsstunden als bei meinem jetzigen erhalten würde. Bevor ich dann meinen momentanen Job gekündigt habe, würde ich einen Monat lang bei zwei Minijobs arbeiten und somit mehr als 450 Euro verdienen.
    Was muss ich in diesem Fall beachten?

    Beste Grüße und vielen Dank im Voraus
    Saskia

    1. Hallo Saskia,

      üben Sie keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung aus, können Sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausüben. Der gesamte monatliche Verdienst darf jedoch durchschnittlich 450 Euro nicht überschreiten.
      Verdienen Sie insgesamt mehr als 450 Euro im Monat, werden alle Beschäftigungen in diesem Monat versicherungspflichtig zu Ihrer Krankenkasse gemeldet.
      Auch die Versteuerung des Einkommens kann dann nicht mehr pauschal mit 2 Prozent erfolgen. Vielmehr wird das Einkommen nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen versteuert. Alternativ ist auch eine pauschale Lohnsteuer in Höhe von 20 Prozent möglich. Die Entscheidung darf grundsätzlich der Arbeitgeber treffen. Rund um das Thema Steuern berät Sie darüber hinaus Ihr zuständiges Finanzamt.
      Ist der erste Minijob dann beendet, kann Ihr verbleibender Minijob-Arbeitgeber Ihre Beschäftigung wieder zur Minijob-Zentrale anmelden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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