Lesezeit: 2 Minuten

Kann auch bei Minijobbern ein Arbeitszeitkonto geführt werden?

Steffen aus Cottbus fragt, ob er einen 450-Euro-Minijobber flexibel einsetzen kann. Er beabsichtigt, seinen Minijobber je nach Bedarf und Auftragslage in einem Monat mehr, im nächsten wieder weniger zu beschäftigen. Dies soll aber gegen einen festen Monatsverdienst erfolgen. Geht das?

Beantwortet von Robin aus dem Service-Center:

Hallo Steffen,

ja, das geht! Sie beabsichtigen quasi nichts anderes, als ein klassisches Arbeitszeitkonto zu führen. Wichtig hierbei ist, dass Sie dem Minijobber unabhängig von den geleisteten Arbeitsstunden jeden Monat denselben Verdienst zahlen wollen. Dies ist auch zwingend erforderlich, um die Voraussetzungen zu erfüllen, die die Sozialversicherung in diesem Zusammenhang vorsieht.

Die Sozialversicherung spricht von der sogenannten „sonstigen flexiblen Arbeitszeitregelung“. Darunter versteht man Arbeitszeitkonten, die in Form von Gleitzeit- oder Jahreszeitkonten geführt werden. Sie erleichtern es Ihnen als Arbeitgeber, die Einhaltung der Verdienstgrenze von Minijobs zu gewährleisten und gleichzeitig eine flexible Personaleinsatzplanung vorzunehmen. Das Führen eines Arbeitszeitkontos muss schriftlich zwischen Ihnen und Ihrem Minijobber vereinbart werden.

Der Arbeitnehmer erhält einen vertraglich vereinbarten monatlich gleichbleibenden Verdienst, dem abhängig vom Stundenlohn eine bestimmte Soll-Arbeitszeit zugrunde liegt. Ausgehend vom vereinbarten Stundenlohn können Sie errechnen, wie viele Stunden Sie den Minijobber bei einem zulässigen Jahresverdienst von 5.400 Euro über einen Zeitraum von 12 Monaten einsetzen dürfen:

Beispiel:

Vertraglich vereinbarter, monatlich gleichbleibender Lohn 440 Euro
Stundenlohn 11 Euro / Std.
Soll-Arbeitszeit pro Monat (440 Euro / 11 Euro/Std.) 40 Std.
Zulässiger Jahresverdienst: 12 Monate x 450 Euro/Monat 5.400 Euro im Jahr
Möglicher Stundeneinsatz des Minijobbers  
(5.400 Euro/ Jahr / 11 Euro/Std.) 490 Std./Jahr

 

Wenn die betriebliche Situation es erfordert, kann der Arbeitnehmer je nach Bedarf unterschiedlich viele Stunden im Monat eingesetzt werden. Dies kann sogar zu einer Freistellung von der Arbeitsleistung für die Dauer von maximal drei Monaten unter Fortzahlung des vereinbarten Verdienstes führen. Die Beschäftigung im Sinne der Sozialversicherung besteht dann durchgehend weiter und muss nicht abgemeldet werden. Der Vorteil dieser Vereinbarung ist auch, dass Sie die Abgaben an die Minijob-Zentrale immer nur vom vereinbarten Monatsverdienst zahlen müssen. Ohne eine solche Vereinbarung wären die Abgaben unabhängig vom Auszahlungsbetrag immer von dem Verdienst zu zahlen, der tatsächlich vom Arbeitnehmer erwirtschaftet wurde. Bei z. B. 60 Arbeitsstunden à 11 Euro Stundenlohn also von 660 Euro.

Achten Sie darauf, dass die zulässige Gesamtstundenzahl im Jahresverlauf nicht überschritten wird. Deshalb ist es auch erforderlich, dass Zeitguthaben nicht nur auf-, sondern auch abgebaut werden. Wird bei einer Prüfung der Sozialversicherung festgestellt, dass der Abbau eines Zeitguthabens von vornherein nicht beabsichtigt war, kann die Vereinbarung über die Arbeitszeit und damit der Minijob beanstandet werden. In der Folge wären Beiträge aufgrund einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzuzahlen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auch aus unserer Broschüre „Arbeitszeitkonten für Minijobs“ und auf unserer Homepage.

 

War der Blogartikel hilfreich für Sie?

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
58 Kommentare
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
Carolin
Carolin
1 Monat zuvor

Eine Frage zu den drei Monaten, die Minijobber zum Zwecke des AZK-Abbaus unter Fortzahlung der Vergütung freigestellt werden dürfen. Macht es einen Unterschied, ob diese drei Monate Freistellung zusammenhängen oder sich einzeln auf die 12 Monate verteilen? Gehe ich richtig in der Annahme, dass Kalendermonate und keine Zeitmonate (bspw. 12.04.22. bis 11.05.22) gemeint sind?

Gundula
Gundula
2 Monate zuvor

Ich habe eine ganz spezielle Frage. Wenn ein geringfügig Beschäftigter (mit Zeitkonto) verstirbt, kann dann in dem Monat, in dem er gestorben ist und in dem auch noch sein Gehalt überwiesen wurde, sein restliches „Guthaben“ ausgezahlt werden und so wie für geringfügig beschäftigt versteuert werden? Es handelt sich um ca. 5 Monate Zeitguthaben. Welches an seine Frau vererbt würde.

Beate
Beate
8 Monate zuvor

Ich habe am 01.01.21 einen unbefristeten Minijob angetreten mit vereinbartem Arbeitszeitkonto.
Ich bekomme monatl. 450€ ausgezahlt und habe inzwischen
60 Plusstunden angesammelt. Mein Arbeitgeber weigert sich
wegen hohem Arbeitsaufkommen mir diese Stunden als Feizeit zu gewähren.
Wir sind bis Jahresende voll ausgebucht mit Aufträgen.
Was passiert, wenn ich zum 31.10.21 kündige mit meinen Plusstunden?
Ich habe ja dann mindestens 60 Plusstunden in 10 Monaten angesammelt. Wenn ich diese dann ausgezahlt bekomme, ist das dann rückwirkend ein Midijob?

Beate
Beate
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
8 Monate zuvor

Vielen Dank. In meinem Fall gäbe es genügend Zeit, die Stunden abzubauen. Das Problem ist, das mein AG mir kein frei geben möchte, weil so viele Aufträge da sind, was nicht absehbar war.
Habe ich nicht trotzdem das Recht auf ein Abbummeln der Stunden zu bestehen? Es steht doch hier irgendwo zum Thema Arbeitszeitkonto, dass der AG mir die Möglichkeit des Abbaus von Mehrstunden ermöglichen muß. Ich habe nicht die Absicht einen Midijob auszuführen, zumal die Auftragslage in der Firma schwer einschätzbar ist.

Ich sehe es so, dass der Arbeitgeber dafür zu sorgen hat, dass bei anhaltend erhöhter Auftragslage die Mitarbeiterzahl erhöht werden muss, wenn er in seinem Betrieb ausschließlich Minijobber beschäftigt. Wenn er dazu nicht bereit ist, dann muß er eben Aufträge ablehnen…
Oder sehe ich das falsch?
LG Beate

Anthonija
Anthonija
10 Monate zuvor

Minijobber koennen auch Weihnachtsgeld bekommen …. also quasi 5400 Euro plus Weihnachtsgeld oder Entgelt plus Weihnachtsgeld maximal 5400 Euro ?

Leni
Leni
1 Jahr zuvor

Hallo,

Wie sieht es in diesem Fall aus?

Minijobber bekommt 12,50 pro Stunde und bekommt jeden Monat fix. 450 Euro ausgezahlt. Der Minijobber baut pro Monat Plusstunden auf.
Das Arbeitsverhältnis besteht 6 Monate, danach wird der Minijobber abgemeldet.
Nach diesen 6 Monaten steht aufgrund der aufgebauten Plusstunden jedoch noch Gehalt aus.
Hat der AG dieses auszuzahlen berechnet auf 12,50 /Stunde oder wie wird das gehandhabt? Bzw. entstehen dem AG dadurch Nachteile und er hat zusätzliche Abzüge?
Der AG hat dem Minijobber für die restlichen ausstehenden Stundenplötzlich einen Stundenlohn von 10 Euro/Stunde zugrunde gelegt, mit der Argumentation, es habe jetzt viel mehr Abzüge..

Danke schon mal für die Hilfe :-)

Thomas
Thomas
1 Jahr zuvor

Guten Morgen, ich habe eine Frage dazu. Durch die Corona-Krise musste mein Betrieb schließen, ich konnte also nicht arbeiten (Minijob), auch wenn ich wollte. Meinen Verdienst habe ich auch weiterhin bekommen, genau 450,- € mtl. Nur hat mein AG die Tage bzw. Stunden, die ich während der pandemiebedingten Schließung nicht arbeiten konnte, meinem Zeitkonto gut- bzw. “schlecht”geschrieben d.h. mir sind dadurch Minusstunden entstanden. Mittlerweile hat mein Betrieb wieder geöffnet und ich “darf” die Minusstunden nach und nach wieder reinholen. Wie sieht das hier rechtlich aus? Darf mein AG so verfahren? Wer trägt das Risiko während der durch die Behörden angeordneten Schließung?

Karlchen
Karlchen
1 Jahr zuvor

Hallöchen,
habe einen Minijob mit Arbeitszeitkonto und regelmäßig monatl. 450,00€. Frage darf das Arbeitszeitkonto am ende Minusstunden aufzeigen bzw. dürfen die in den nächsten 12monats Jahreszeitraum übernommen werden? Oder muss dieses Arbeitszeitkonto generell am ende des Jahreszeitraumes ausgeglichen sein? Plus sowie Minusstd? 01.01.2020-31.12.2020

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Karlchen
1 Jahr zuvor

Hallo,

aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht darf der Gegenwert aus dem regelmäßig gezahlten Einkommen und einem evtl. Zeitguthaben auf dem Arbeitszeitkonto 5.400 Euro nicht überschreiten. In welchem Umfang Sie Minusstunden sammeln dürfen und in welchem Zeitraum diese wieder auszugleichen sind obliegt der Regelung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber. Ggf. finden Sie eine Antwort auf diese Frage auch bereits in Ihrer Vereinbarung zur flexiblen Arbeitszeitregelung mit dem Arbeitgeber.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Karlchen
Karlchen
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
1 Jahr zuvor

Danke für diese Antwort. Nun habe ich noch eine Frage dazu. Habe zur Zeit 30 Plusstunden ,diese kann ich wahrscheinlich nicht mehr bis 31.12.2020 vollständig abbauen, kann ich mir die Reststunden dann auszahlen lassen? Und wenn ja, wann müssen diese dann ausgezahlt werden? Im Dez 2020. oder auch im Januar 2021 rückwirkend für DEZ 2020. da ja dann erst die vollständige Monatsberechnung für Dez. vorliegt? Ohne das diese dann in2021 zum neuen Jahreszeitraum berechnet werden? Ich habe von 01.2020- 31.12.2020 5080,00€ Minijobeinkommen demnach wären ja noch 320,00€ bis zur 5400,00€grenze für 2020 möglich oder sehe ich das falsch?
Habe nicht von Anfang an 450,00€ bekommen sondern erst ab Oktober 2020 daher noch diese 320,00€ differenz bis zur 5400,00€ Grenze für das Jahr 2020.
Vielen Dank im vorraus für Ihre mühe.

Gruß Karlchen

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Karlchen
1 Jahr zuvor

Hallo Karlchen,

wir können Ihre Frage nicht pauschal beantworten. Uns fehlen einfach wichtige Fakten. Allgemein gilt:
Wurde mit Ihrem Arbeitgeber eine Vereinbarung zur flexiblen Arbeitszeitregelung getroffen, können Sie Mehrstunden auf einem Stundenkonto sammeln. Der Gegenwert aus dem verstetigten monatlichen Verdienst und dem Guthaben auf Ihrem Stundenkonto darf jedoch 5.400 Euro im Jahr (12-Monatszeitraum, das muss nicht zwingend ein Kalenderjahr sein) nicht überschreiten, um den Minijob nicht zu gefährden. Wurde keine Vereinbarung zur flexiblen Arbeitszeitregelung getroffen, muss der Arbeitgeber die gearbeiteten Stunden grundsätzlich in dem Monat bezahlen, in welchem Sie erarbeitet wurden.
Bitten haben Sie Verständnis dafür, dass wir in unserem öffentlichen Blog aufgrund des Datenschutzes keine umfassende sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der geschilderten Beschäftigung vornehmen können. Für weitere Detailfragen dürfen Sie sich aber gerne schriftlich an uns wenden. Unser Kontaktformular finden Sie unter minijob-zentrale.de: https://t1p.de/MJZE-Kontakt
Gern beraten wir Sie hierzu auch telefonisch. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Marie
Marie
1 Jahr zuvor

Ich begann meinen Minijob im März 2019 mit ca.6h/ Wo.
Zum Jahresende wurde der Sozialvers. mein Einkommen von knapp 3000€ gemeldet.
1. Frage: wie ist nun bei mir der Abrechenzeitraum? Von März 20 bis Dezember 20 oder von März 19 bis Februar 20?

Ab Januar 20 stiegen meine wöchentlichen Stunden durch Corona ein wenig an.
Andererseits verdiene ich in den Sommermonaten tlw.so gut wie gar nichts durch die Ferienzeit.
Mein Chef und ich überlegen nun, ein Arbeitszeitkonto zu vereinbaren, um diese Schwankungen abzumildern.

2.Frage: Sollten wir einen festen Lohn ab Oktober 20 mit Arbeitszeitkonto vereinbaren, wie ist dann der Abrechenzeitraum für die 5400 €?
Von Januar 20 – Dez. 20…
Von März 20 – Februar 21 oder von
Okt. 20 – September 21?
Danke für Ihre Antwort.

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Marie
1 Jahr zuvor

Hallo Marie,

bei Beschäftigungsbeginn hat der Arbeitgeber eine Prognosezeitraum von 12 Monaten (März 2019 bis Februar 2020), hier ist festzustellen, ob das durchschnittliche Arbeitentgelt unter 450 Euro liegt.

Wenn jetzt zum Januar 2020 eine neue Vertragsvereinbarung getroffen wird, ist die Beschäftigung erneut zu beurteilen. Hierbei ist der Zeitraum Januar bis Dezember 2020 maßgeblich.

Natürlich ist auch die Umstellung des Arbeitsvertrages auf ein Arbeitszeitkonto eine solche erneute dauerhafte Veränderung. Ab diesen Zeitpunkt ist erneut eine Beurteilung des Beschäftigungsverhältnis vorzunehmen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Marie
Marie
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
1 Jahr zuvor

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Es tut sich bei mir noch die Frage auf, wie es mit dem Urlaub geregelt ist.
Eigentlich besteht der ja für ein volles Kalenderjahr.
Müsste ich vor einer Vertragsänderung zu eventuell Oktober/November meinen Jahresurlaub anteilig nehmen.

Ich hatte eigentlich geplant, in den Weihnachtsferien Urlaub zu nehmen.

Sollte man mit der Vertragsänderung besser bis Januar warten, um es nicht unnötig kompliziert zu machen?

Ich war bisher immer davon ausgegangen, dass mein Abrechenzeitraum seit Beginn im März 19 am 31.12.2019 endet mit Meldung bei der Sozialversicherung.
Und dass der neue Abrechenzeitraum jetzt
vom1.1 2020 – 31.12.2020 lautet.
Das macht dich die ganze Abrechnerei viel einfacher…

Liebe Grüße Marie

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Marie
1 Jahr zuvor

Hallo Marie,

als Arbeitnehmerin haben Sie einen gesetzlichen Grundanspruch auf mindestens vier Wochen bezahlten Urlaub im Kalenderjahr. Grundsätzlich darf ein Arbeitnehmer, welcher schon längere Zeit im Unternehmen beschäftigt ist, diesen vollen Urlaubsanspruch – in Abhängigkeit der betrieblichen Belange – auch bereits zu Beginn des Kalenderjahres voll ausschöpfen. Wird die Beschäftigung jedoch neu aufgenommenen, sieht das Bundesurlaubsgesetz eine Wartezeit von 6 Monaten vor. Hier heißt es “Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben”. Volle vier Wochen bezahlten Urlaub können Sie also erst nach 6-monatigem Bestehen des Beschäftigungsverhältnisses beanspruchen. Bis zur Erfüllung der Wartezeit haben Sie lediglich Anspruch auf 1/12 des vollen Jahresurlaubsanspruchs.
Abschließend empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Frage an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wenden. Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Diana Tukhtiyeva
Diana Tukhtiyeva
1 Jahr zuvor

Hallo alle zusammen,
ich schaffe für 450 Euro als Aushelferin bei Netto Marken Discount. Normalerweise kann ich 48,13 Stunden pro Monat schaffen. Es ist ca. 12 St./Woche. Im Arbeitsvertrag steht nur Mindestarbeitszeit 8 St/ Woche. Aber der Chef sagte mir, dass ich Maximum 10 Stunde / Woche darf. Das heißt , dass ich wenige als 450 Euro am ende des Monats kriege. Warum kann ich nicht 12 stunde / Woche arbeiten? Können Sie mir vielleicht das erklären? Und noch eine Frage. Habe ich für eine Bezahlet Urlaub haben, wenn es im Arbeitsvertrag steht gar nichts?
Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Diana

Diana Tukhtiyeva
Diana Tukhtiyeva
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
1 Jahr zuvor

Hallo,
auf Ihren Rat hin habe ich mich mit diesen Fragen an die Filialleiterin gewandt. Mir wurde mit Arbeitszeit gesagt, dass ich nur 10 Stunden pro Woche arbeiten kann, da ich 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten kann. Mit dieser Frage ist alles klar. Und Sie hat mir gesagt , dass ich einen Urlaub von 33/36 Tagen habe, aber der Urlaub wird nicht für Minijobber bezahlt. Bezahlter Urlaub erhalten nur beim Teil und Vollzeit …
Was ich in dieser Situation machen soll?

Freundliche Grüße
Diana

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Diana Tukhtiyeva
1 Jahr zuvor

Hallo Diana,

für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. Demnach dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer. Auch Minijobber haben ein gesetzliches Recht auf bezahlten Urlaub.

Uns, der Minijob-Zentrale ist es ein großes Anliegen unsere Kunden, zum Beispiel Arbeitgeber und Arbeitnehmer, über Ihre Rechte und Pflichten zu informieren. Insbesondere zum Arbeitsrecht erhalten wir sehr viele Anfragen, die wir gewissenhaft beantworten.
Die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden durch das Arbeitsrecht geregelt. Im Individual-Arbeitsrecht werden Arbeitsbedingungen geklärt. Dazu gehören zum Beispiel Urlaubsregelungen, Arbeitszeit, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung.
Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche bei Ihrem zuständigen Arbeitsgericht selbst durchsetzen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Karsten Wendt
Karsten Wendt
2 Jahre zuvor

muss man bei einem Jahres – Arbeitszeitkonto mit 450€ Monatsverdienst die regelmäßigen Arbeitszeiten angeben – z.B. 2 Tage die Woche 5 Arbeitstunden? Wenn nun in einem Monat Mehrarbeit – z.B. an 3 Tagen anfällt – ändert sich dann der Urlaubsanspruch? Wie verhält es sich bei einer Kündigung des Mitarbeiters wenn bis dahin Mehrarbeit angefallen war – reicht es, diesen freizustellen und/oder diese durch Zahlung auszugleichen?

Tussy
Tussy
2 Jahre zuvor

Hallöchen,

wenn in meinem Minijob plus oder minus stunden anfallen, müssen diese innerhalb eines Jahres abgebaut bzw. nachgeholt werden? oder darf man diese mit ins neue Jahr mitnehmen und dann abbauen oder nachholen?

2. laut Tarif bekomme ich eine Jahresprämie, diese soll dann so ausfallen das die 5400€ im Jahr nicht überschritten werden. ist das so korrekt? Auch erhalte ich, wenn eine Tariferhöhung im Jahr ansteht diese dann monatlich. Mein derzeitiges festes regeleinkommen beträgt 407 €

dieminijobzentrale
dieminijobzentrale
Editor
Reply to  Tussy
2 Jahre zuvor

Guten Tag,

vereinbart Ihr Arbeitgeber mit Ihnen eine flexible Arbeitszeitregelung, muss er neben dem Aufbau eines Zeitguthabens auch den tatsächlichen Abbau ermöglichen. Auch bei einem Arbeitszeitkonto darf der Verdienst innerhalb von 12 Monaten 5.400 Euro nicht überschreiten – inkl. eines ggf. bestehenden Zeitguthabens. 12 Monate bedeutet hierbei nicht zwangsläufig ein Kalenderjahr. Hat die Beschäftigung beispielsweise innerhalb eines Kalenderjahres begonnen, wird der 12-Monatszeitraum kalenderjahrübergreifend gezählt.

Zu Ihrer zweiten Frage:
Arbeitsrechtlich dürfen Sie bei der tariflichen Jahressonderzahlung als Minijobber nicht schlechter behandelt werden, als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Kollegen. Überschreiten Sie jedoch mit einer solchen planbaren und jährlich widerkehrenden Zahlung die jährliche Verdienstgrenze von 5.400 Euro, liegt ab dem Bekanntwerden der Überschreitung kein Minijob mehr vor. Verzichten Sie als Arbeitnehmerin im Voraus selbst auf diese Zahlung, muss sie bei der Prüfung der Einhaltung der Verdienstgrenze nicht mit berücksichtigt werden.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Tussy
Tussy
Reply to  dieminijobzentrale
2 Jahre zuvor

Veilen Dank für die Info,

noch eine Frage wenn innerhalb des Jahres ( 1.1 -31.12 minusstunden anfallen, bis wann muss ich diese nachgearbeitet haben, bzw. gibt es da Fristen innerhalb des Jahreszeitraumes? Das gleiche dann auch mit Plusstunden?

Und wenn ich einen Minijob (450€ monatl. mit Arbeitszeitkonto habe mit verzicht auf die tarifliche Jahresprämie um nicht über die 5400€ zu kommen, habe ich im Krankheitsfall anrecht auf 6 Wochen Lohnfortzahlung?

dieminijobzentrale
dieminijobzentrale
Editor
Reply to  Tussy
2 Jahre zuvor

Guten Tag,

in welchem Zeitraum Minusstunden nachzuarbeiten sind obliegt der arbeits- oder tarifvertraglichen Regelung zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber.

Ähnlich ist es auch bei Plusstunden. Bei einem bestehenden Arbeitszeitguthaben muss für Minijobber darüber hinaus wie bereits beschrieben, die Verdienstgrenze im Rahmen eines 450-Euro-Minijobs beachtet werden. Ein Minijob liegt spätestens ab dem Zeitpunkt nicht mehr vor, ab dem zu erkennen ist (auch vor Jahresablauf /12 Monatszeitraum), dass die Verdienstgrenze in Höhe von 5.400 Euro überschritten wird und die zu viel geleisteten Arbeitsstunden im laufenden Jahr nicht mehr ausgeglichen werden können.

Ein Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht unabhängig von einem eventuellen Verzicht auf eine jährliche Einmalzahlung.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Anonym
Anonym
3 Jahre zuvor

Ich habe einen “Zeitungs-Verlag” als Mandanten. Dieser hat im Monat ca- 50-60 Verteiler welche nach Stückzahl der ausgetragenen Zeitungen bezahlt werden.
Letztes Jahr gab es eine Prüfung der Rentenversicherung in der beanstandet wurde, dass die Verteiler als “geringfügig” und nicht als “kurzfristig” angemeldet werden dürfen – diese Anmeldungen wurden von dem vorherigen Steuerbüro durchgeführt. Die Verteiler dürfen nicht als “kurzfristig” angemeldet werden, weil z.B.: die Zeitnachweise nicht vorliegen und weil es überwiegend Schüler und Studenten sind.

Die Verteiler arbeiten nur 9 Monate im Jahr. Also im Januar, August und September gar nicht, weil in diesen Monaten keine Zeitung verlegt wird.
Zudem arbeiten diese nur 1x im Monat für ca. 2-3 Stunden.

Sie wären damit deutlich unter den Grenzen einer kurzfristigen Beschäftigung.
Können Sie mir Auskunft über die Anmeldung der Verteiler geben, ob als “kurzfristig” oder “geringfügig”?

Mit freundlichen Grüßen

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Anonym
3 Jahre zuvor

Guten Tag,

pauschal lässt sich Ihre Frage nicht beantworten, vielmehr müsste jeder einzelne Fall für sich betrachtet werden.

Eine kurzfristige Beschäftigung ist von vornherein auf die Zeitdauer von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen begrenzt und darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Berufsmäßigkeit kann im Status der Person oder aufgrund von Vorbeschäftigungszeiten vorliegen. Bei der Prüfung helfen Ihnen sicher die Ausführungen auf unserer Homepage: http://t1p.de/kurzfristige-Minijobs.

Während die geringfügig entlohnte Beschäftigung grundsätzlich auf Dauer bzw. regelmäßige Wiederkehr angelegt ist, sieht die kurzfristige Beschäftigung hingegen als Grundvoraussetzung einen befristeten Arbeitseinsatz vor. Die beiden Beschäftigungsarten unterscheiden sich somit in erster Linie dadurch, dass eine geringfügig entlohnte Beschäftigung regelmäßig und eine kurzfristige Beschäftigung nur gelegentlich ausgeübt wird.

Bei der Beurteilung der Beschäftigungen sind wir Ihnen auch gern telefonisch behilflich. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Rufnummer 0355 – 2902 70799 für Sie da.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Julia N.
Julia N.
3 Jahre zuvor

Hallo und erst einmal vielen Dank für den tollen Support. Ich beabsichtige eine Urlaubsvertretung für die Gastro einzustellen als 450 euro Kraft. Einsatzzeiträume sind bekannt und diese übernehme ich in ein Arbeitszeitkonto. Nun zu meiner Frage, muss das Konto von Jan.- Dez. Laufen oder eben ab Eintrittsdatum (April – März) ? Wie viele Überstunden darf sie dann im Monat haben und in den Folgemonat mitnehmen unter Berücksichtigung des Mindestlohns? Vielen Dank

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Julia N.
3 Jahre zuvor

Hallo Julia,

als Arbeitgeberin beurteilen Sie die Beschäftigung vorausschauend erstmals zu ihrem Beginn. Dabei darf das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung 450 Euro nicht übersteigen – bzw. maximal 5.400 Euro pro Jahr – nicht überschreiten. Hierbei sind alle Zahlungen zu berücksichtigen, auf die der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat (z. B. aufgrund eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder einer Einzelabsprache).

Diese Ausführungen gelten gleichermaßen auch für sonstige flexible Arbeitszeitvereinbarungen, jedoch müssen Sie hier auch die zum Ende dieses Zeitraumes zu erwartenden Guthabenstunden im Arbeitszeitkonto berücksichtigen. Das bedeutet, das verstetigt ausgezahlte Entgelt darf zusammen mit einem evtl. bestehenden Guthaben auf dem Arbeitszeitkonto 5.400 Euro im Jahr nicht überschreiten. Hierbei ist nicht zwingend auf das Kalenderjahr abzustellen. Der 12-Monats-Zeitraum kann sich auch zum Beispiel auf den Zeitraum April bis März des Folgejahres belaufen.

Die wichtigsten Regelungen hierzu finden Sie unter dem Punkt “Arbeitszeitkonten und Mindestlohn” in unserer Broschüre “Arbeitszeitkonten für Minijobs”: http://t1p.de/Broschuere-Arbeitszeitkonten-fuer-Minijobs

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Julia N.
Julia N.
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
3 Jahre zuvor

Vielen Dank für die Antwort! Wird der 12-Monats-Zeitraum dann immer so weitergeführt (April – März) oder wechselt er irgendwann in ein Kalenderjahr? Dies würde die Planung und Berechnung deutlich erleichtern. Danke

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Julia N.
3 Jahre zuvor

Hallo Julia,

es spricht nichts dagegen, wenn Sie als Arbeitgeberin aus abrechnungstechnischen Gründen zu Beginn eines jeden Kalenderjahres neu beurteilen. Der Zeitraum ist dann Januar bis Dezember. Für die zurückliegende Zeit bleibt es bei Ihrer ursprünglich getroffenen Beurteilung.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Aloysius Schuhmacher
Aloysius Schuhmacher
3 Jahre zuvor

Letzte Woche war eine Prüfung vom Hauptzollamt bezüglich Schwarzarbeits- und Mindestlohngesetz. Eine Mitarbeiterin hatte innerhalb des Jahres drei Monate lang hintereinander die 450,- Euro überschritten. Sie wollte vor Weihnachten ihr Zeitkonto ausgleichen. Nun wurde beanstandet, ich hätte in dieser Zeit die Mitarbeiterin voll versicherungspflichtig anmelden müssen; obwohl monatlich die 450,- Euro gezahlt wurden. Wie soll das gemacht werden?

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Aloysius Schuhmacher
3 Jahre zuvor

Hallo Herr Schumacher,

Arbeitszeitkonten sind auch im Minijob zulässig. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Summe aus dem verstetigten Entgelt und des Gegenwertes aus dem Zeitguthaben 5.400 Euro im Jahr nicht überschreiten. Kommt Ihr Minijobber mit diesem Guthaben über den zulässigen Verdienst von 5.400 Euro, beendet das den Minijob ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie als Arbeitgeber absehen konnten, dass Ihr Minijobber die vereinbarte Stundenzahl überschreitet. Hat Ihre Mitarbeiterin nur deshalb mehr gearbeitet, um ein bestehendes Minus auf dem Arbeitszeitkonto auszugleichen, liegt dem Grunde nach keine Versicherungspflicht vor.

Wir gehen hierbei davon aus, dass es sich in diesem Zeitraum von drei Monaten nicht um so erhebliche Schwankungen handelt, dass eine in dieser Zeit ausgeübte Vollzeitbeschäftigung vorliegen würde und das Beschäftigungsverhältnis nur deshalb zum Minijob wird, weil die Arbeitszeit in den restlichen Monaten des Jahres so weit reduziert wird, dass 5.400 Euro nicht überschritten werden. Wir möchten Ihnen dies an einem Beispiel verdeutlichen:
Wurde mit dem Minijobber beispielsweise eine Jahresarbeitszeit von 540 Stunden vereinbart bei einem Stundenlohn von 10 Euro entspricht das einem jährlichen Entgelt von 5.400 Euro. Ein Minijob liegt somit dem Grunde nach vor.
Arbeitet dieser Arbeitnehmer jedoch nun in drei Monaten 450 Stunden (150 Stunden pro Monat) und in den restlichen 9 Monaten des Jahres nur 90 Stunden (also 10 Stunden pro Monat) läge kein Minijob vor.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Thomas Müller
Thomas Müller
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
2 Jahre zuvor

Hallo Minijobzentrale,

vielen Dank für die Ausführungen im Blog bzw. für die grundlegenden Informationen.

Hierbei ist noch eine Frage zum Thema “Kein Minijob wenn die Arbeitszeit erheblich schwankt” aufgekommen. In Ihren Fachbeitrag dazu (nicht im Blog) wird darauf hingewiesen, dass bei einer Beschäftigung weniger Monate in Vollzeit, aber einer Reduzierung der Stunden im restlichen Jahr, dass insgesamt die Stundenanzahl den maximalen Jahresverdienst von 5.400 € nicht überschreitet, kein Minijob vorliegt. Außerdem wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass eine Arbeitsfreistellung von bis zu 3 Monaten erfolgen kann.

Im dazugehörigen Beispiel wird auf einer jährlichen Arbeitszeit von 360 Stunden eingegangen. Dabei wird im Januar und Februar jeweils 140 Stunden gearbeitet und in den darauffolgenden Monaten März bis Dezember nur jeweils 8 Stunden. Aus diesem Beispiel wird von Ihnen eine erhebliche Schwankung abgeleitet.

In Ihren Beispielen zum Arbeitszeitkonto (Variante A – D) finden sich Stundeneinträge bei vereinbarten 45 Stunden im Monat, bei denen teilweise 70 Stunden in einem Monat gearbeitet wird und das dazugehörige Arbeitszeitkonto sogar mit 90 Stunden im Plus ist.

Der Mindestlohn soll hier bitte nicht thematisiert werden. Es geht rein darum, ab wann tatsächlich eine erhebliche Schwankung vorliegt. Im Fachbeitrag wird von einer kurzen Beschäftigung in Vollzeit gesprochen. Da das Beispiel aber bereits bei 140 Stunden eine erhebliche Schwankung aufzeigt, obwohl hier nicht von einer Vollzeitarbeit ausgegangen werden kann, wäre eine Konkretisierung der Definition sehr hilfreich.

Machen wir dazu ein einfaches Beispiel: Es sind 45 Stunden pro Monat zu je 10,00 € vereinbart. Das ergibt einen Jahresverdienst in Höhe von 5.400,00 €. Ein vergleichbarer Vollzeitangestellter würde 170 Stunden im Monat arbeiten. Ab wann liegt in einem Monat eine erhebliche Schwankung vor, so dass kein Minijob mehr abgeleitet werden kann. Bei 91 Stunden, da hier mehr als 100% der vereinbarten Arbeitszeit zusätzlich gearbeitet wurde? Bei 127,50 Stunden, weil das 75% eines Vollzeitarbeitnehmers entspricht? Oder erste bei 140 Stunden wie dies in Ihrem Beispiel angegeben wurde und 140 Stunden einfach 140 Stunden sind.

Über eine Ausführung von Ihnen hierüber wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Beste Grüße

dieminijobzentrale
dieminijobzentrale
Editor
Reply to  Thomas Müller
2 Jahre zuvor

Sehr geehrter Herr Müller,

ob eine erhebliche Schwankung vorliegt, ist nicht zwingend von der monatlichen Arbeitszeit und damit von der Höhe des erzielten Arbeitsentgelts abhängig. Entscheidend ist vielmehr, was der Grund für die Schwankung ist. Insofern kann auch bereits ein monatlicher Verdienst von beispielsweise 900 Euro kritisch sein.

Klassische Arbeitszeit- und Arbeitsentgeltschwankungen, die den betrieblichen Arbeitsabläufen und -prozessen geschuldet sind, sprich solche, die der Arbeitgeber nachvollziehbar begründen kann, gefährden bei Einhaltung der Jahresarbeitsentgeltgrenze grundsätzlich nicht den Charakter einer durchgehend geringfügig entlohnten Beschäftigung. Dies gilt beispielsweise für im Jahresverlauf vorhersehbare Schwankungen der Arbeitszeit und des Arbeitsentgelts aufgrund anfallender Mehrarbeit wegen geplanter Urlaubsvertretungen.

Eine erhebliche Schwankung liegt hingegen vor, wenn eine Beschäftigung nicht dem natürlichen Betriebsablauf entspricht und vom Arbeitgeber künstlich in die Länge gezogen wird, um geringfügig zu sein. Arbeitergeber laufen Gefahr, dass eine Beschäftigung im Rahmen einer Überprüfung beanstandet wird, wenn sie einen Arbeitnehmer im Jahresverlauf so beschäftigen, dass der tatsächliche Verdienst in der überwiegenden Anzahl der Beschäftigungsmonate weit unter dem monatlichen Durchschnittsverdienst liegt, weil sich dieser für den maßgebenden Beurteilungszeitraum aus der in wenigen Monaten erbrachten hohen Arbeitsleistung ableitet.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Marko
Marko
Reply to  dieminijobzentrale
1 Jahr zuvor

Hallo Minijobzentrale,

in Ergänzung zu ihrer Antwort auf die Frage von Herrn Müller habe ich eine Frage anhand eines konkreten praktischen Beispiels.
Für die Pflege der Grünflächen und Tennisplätze auf einer Tennisanlage, die wetterbedingt nur von April bis Oktober geöffnet ist, fallen saisonbedingt Arbeiten in unterschiedlichem Ausmaß an, für die ein Mitarbeiter im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung angestellt ist.
Für diesen Mitarbeiter wird ein Arbeitszeitkonto geführt. Er bekommt ein monatlich gleichbleibendes Arbeitsentgelt von 375€ (4500€/Jahr) bei einem vereinbartem Stundenlohn von 10€.
Im Frühjahr fallen relativ viele Stunden an, da die Grünflächen und auch die Plätze für die Saisoneröffnung vorbereitet werden müssen. Im Sommer bleibt die Arbeitszeit auf einem relativ konstantem Niveau und von November bis Februar wird die Arbeit dann deutlich weniger oder fällt sogar ganz weg, da die Tennisanlage dann im “Winterschlaf” ist und nicht genutzt werden kann.
Eine vorstellbare saisonbedingte Arbeitsverteilung könnte wie folgt aussehen::
Januar: 0 Stunden
Februar: 0 Stunden
März: 40 Stunden
April: 90 Stunden
Mai: 80 Stunden
Juni: 70 Stunden
Juli: 60 Stunden
August: 40 Stunden
September: 30 Stunden
Oktober: 20 Stunden
November: 15 Stunden
Dezember: 5 Stunden
Summe insgesamt = 450 Stunden x 10 € = 4.500€

Frage 1: Würden beispielsweise die 90 Stunden für April noch als geringfügige Beschäftigung anerkannt, da dies den betrieblichen (saisonalen) Arbeitsabläufen entspricht, oder würden diese 90 Stunden schon ale eine erhebliche Schwankung eingestuft werden und es läge kein Minijob mehr vor?
Falls die 90 Stunden als erhebliche Schwankung angesehen werden würden, wie wäre der Sachverhalt bei den 80 Stunden für Mai oder den 70 Stunden für Juni?
Frage 2: Die Arbeitszeit würde in diesem Beispiel insgesamt 6x (März – August) die monatlich vereinbarte Arbeitszeit von 37,5 Stunden überschreiten. Hätte diese 6-malige Überschreitung eine negative Auswirkung für die Anerkennung als Minijob? Oder ist es aufgrund des Arbeitszeitkontos unerheblich, wie oft der Mitarbeiter die vereinbarte Stundenzahl von 37,5 überschreitet, solange man den vereinbarten Jahresverdienst von 4.500€ bzw. die generelle Höchstgrenze von 5.400€ im Auge behält?

Vorab vielen Dank für eine Antwort!

Anonym
Anonym
3 Jahre zuvor

Hallo, ist denn im geringfügigen Beschäftigungsverhältnis auch ein Minus im Zeitkonto möglich, so wie bei einer normalen Beschäftigung? Und bis wann muss dieses Minus wieder ausgeglichen werden?
Vielen Dank schon mal für die Antwort

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Anonym
3 Jahre zuvor

Hallo,

natürlich ist auch ein Minus im Arbeitszeitkonto zulässig. Wichtig ist nur, das Minus in der entsprechenden Jahresfrist (12 Monate) wieder auszugleichen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

W.S.
W.S.
3 Jahre zuvor

Das Arbeitszeitkonto-Konzept ist ja gut und schön. Aber wie sieht es z.B. im Einzelhandel aus, wo traditionell im Weihnachstgeschäft Überstunden anfallen.
Besteht hier die Möglichkeit, Überstunden des Zeitarbeitskontos ins folgende Jahr zu übernehmen?

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  W.S.
3 Jahre zuvor

Hallo,

auch im Einzelhandel ist das Führen eines Arbeitszeitkontos ohne Probleme möglich. Der Weihnachtsverkauf ist ein Saisongeschäft und regelmäßig zu erwarten. Dies muss durch den Arbeitgeber im Jahresverlauf (12 Monate) entsprechend berücksichtigt werden. Wurden zum Beispiel in den Monaten Februar bis Mai weniger Stunden geleistet, kann der Arbeitgeber dies im November und Dezember durch mehr Stunden wieder ausgleichen.

Flexible Arbeitszeitregelungen müssen neben dem Aufbau von Zeitguthaben auch deren tatsächlichen Abbau ermöglichen. Arbeitet der Arbeitnehmer innerhalb der Jahresfrist (12 Monatszeitraum) mehr Stunden, als bei einem Verdienst von 5.400 Euro möglich ist, beendet dies den Minijob.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

W.S.
W.S.
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
3 Jahre zuvor

Das wurde auch so verstanden. Ist der Jahresverlauf (12 Monate) denn immer
die Zeit von Januar bis Dezember, oder kann dieser auch von Juli – Juni des Folgejahres festgelegt werden?

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  W.S.
3 Jahre zuvor

Hallo,
es handelt sich immer um ein Zeitjahr. Dieses kann von Januar bis Dezember oder auch von Juli bis Juni gehen.
Grundvoraussetzung ist ein Arbeitsentgelt von regelmäßig nicht mehr als 450 Euro im Monat, was auf Jahressicht (12 Monate) einem Wert von maximal 5.400 Euro entspricht. Diese Prüfung ist jeweils zu Beginn der Beschäftigung (bzw. bei jeder Änderung in den Verhältnissen) für einen Prognosezeitraum von 12 Monaten vom Arbeitgeber anzustellen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Matthias Fausltich
Matthias Fausltich
3 Jahre zuvor

Guten Tag,
wie viele Überstunden darf denn ein Minijobber übernehmen, wenn auf Grund eines Krankheitsfalls bei einer festangestellten Angestellten mit 3/4-Stelle diese Ausfallstunden überbrückt werden müssen? Könnte die Minijobberin kurzzeitig die vollen Stunden der erkrankten Kollegin übernehmen – gibt es hier keine Stunden- oder Verdienstobergrenzen ober besteht die Grenze asuschließlich darin, dass die Überschreitung nur in max. 3 Fällen /Zeitjahr auftreten darf?
Viele Grüße

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Matthias Fausltich
3 Jahre zuvor

Guten Tag Herr Fausltich,

im Rahmen eines unvorhersehbaren Ereignisses (zum Beispiel Krankheitsvertretung) ist es zulässig, dass der Jahresverdienst auch weit über 5.400 Euro betragen darf.
Es gibt keine Stunden- oder Verdienstobergrenze. Die einzige Einschränkung ist, dass die unvorhersehbare Überschreitung nur bis zu 3-mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum stattfinden darf.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Karl Feddersen
Karl Feddersen
3 Jahre zuvor

Wenn im Betrieb von Steffen ein anderer Arbeitnehmer krank wird, darf der Minijobber dann aushilfsweise auch dessen Arbeit übernehmen? Im Normalfall werden ja bis zu 2 Monatsgehälter toleriert, auch wenn dadurch die 5.400 € Jahresverdienstgrenze überschritten wird.

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Karl Feddersen
3 Jahre zuvor

Hallo Herr Feddersen,

im Einzelfall darf es auch zu Überschreitungen der Arbeitszeit und damit des zulässigen Gesamtentgelts von 5.400 Euro pro Jahr kommen. Voraussetzung ist aber, dass das Überschreiten gelegentlich (maximal dreimal pro Zeitjahr) und nicht vorhersehbar ist. Nicht vorhersehbar wäre zum Beispiel ein erhöhter Arbeitseinsatz wegen des krankheitsbedingten Ausfalls eines anderen Arbeitnehmers. Wichtig dabei ist, dass diese Mehrstunden aufgrund eines gelegentlichen unvorhersehbaren Ereignisses (Krankheitsvertretung) abzugelten sind und nicht als Guthabenstunden ins Arbeitzeitkonto übernommen werden dürfen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Karl Feddersen
Karl Feddersen
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
3 Jahre zuvor

Das verstehe ich nicht ganz. Heisst das, dass diese Mehrstunden möglichst schnell auszuzahlen sind? Oder müssen diese Stunden aufgrund der Krankheitsvertretung “abgebumelt” werden? Im zweiten Fall würde der Minijobber von Steffen ja seine eigene Arbeit nicht mehr schaffen können.

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Karl Feddersen
3 Jahre zuvor

Hallo Herr Feddersen,

Mehrstunden, resultierend aus einer Krankheitsvertretung sind in dem Monat auszuzahlen, in dem sie angefallen sind. Sie werden nicht ins Arbeitszeitkonto gebucht.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Barbara Mattes
Barbara Mattes
Reply to  Karl Feddersen
3 Jahre zuvor

Darf nicht genommener Jahresurlaub eines Minijobbers ins neue Jahr mitgenommen werden, wenn ein Arbeitszeitkonto besteht? Oder muss dieser auch innerhalb eines Zwölf-Monatszeitraums ausgeglichen sein?

Mit freundlichen Grüßen

Barbara Mattes
Barbara Mattes
Reply to  Team der Minijob-Zentrale
3 Jahre zuvor

Gilt diese Regelung auch im Falle einer kurzfristigen Kündigung eines Kollegen, wenn sich die Neubesetzung trotz intensiven Bemühens aufgrund des eher leeren Arbeitsmarktes länger hinzieht? Oder gelten wirklich nur Krnakheitsvertretungen als unvorhersehbare Ereignisse?

Freundliche Grüße

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Barbara Mattes
3 Jahre zuvor

Hallo Frau Mattes,

zu Ihrer ersten Anfrage gilt, dass Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet sind, darauf zu achten, dass ihre Beschäftigten den Erholungsurlaub auch wahrnehmen.

Gemäß Bundesurlaubsgesetz ist eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.

Betreffend zu Ihrer weiteren Frage kann auch die kurzfristige Kündigung eines Kollegen ein unvorhersehbares Ereignis für den Arbeitgeber darstellen.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

Renate Zucker
Renate Zucker
3 Jahre zuvor

wie kann ich dann für diesen Mitarbeiter den Urlaubsanspruch ausrechnen / steht ihm der überhaupt zu?!