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Hauptjob, 450-Euro-Minijob und kurzfristiger Minijob! Geht das? (Nachgefragt #30)

Frank aus Dortmund hat eine Hauptbeschäftigung als Bürokaufmann. Nebenbei kellnert er im Rahmen eines 450-Euro-Minijobs und verdient hiermit monatlich 300 Euro. Jetzt hat er die Möglichkeit, einen weiteren Job anzunehmen, der auf eine Dauer von 2 Monaten befristet ist. Er möchte nun wissen:

Kann man neben einem Hauptjob zeitgleich einen 450-Euro-Minijob und einen kurzfristigen Minijob ausüben?

Susan aus unserem Service-Center antwortet:

Hallo Frank,

hier ist die Unterscheidung zwischen einem 450-Euro-Minijob und einem kurzfristigen Minijob sehr wichtig.

Was gilt für 450-Euro-Minijobs und kurzfristige Minijobs?

Susan aus dem Service-Center der Minijob-Zentrale

Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann nur genau ein 450-Euro-Minijob ausgeübt werden. Es spielt in Ihrem Fall auch keine Rolle, dass Sie mit dem monatlichen Verdienst in Höhe von 300 Euro deutlich unter der zulässigen Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro bleiben.

Jede weitere dauerhafte Beschäftigung mit einem monatlichen Verdienst unter 450 Euro würde zum Hauptjob hinzugerechnet und müsste von ihrem Arbeitgeber bei der zuständigen Krankenkasse als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gemeldet werden. Mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung wären hierfür dann auch von Ihnen als Arbeitnehmer eigene Beiträge zur Sozialversicherung zu zahlen.

Sie haben aber die Möglichkeit, neben Ihrer Hauptbeschäftigung und Ihrem 450-Euro-Minijob einen kurzfristigen Minijob auszuüben. Ein kurzfristiger Minijob liegt generell vor, wenn die Beschäftigung im Laufe des Kalenderjahres auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage begrenzt  ist. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es bei einem kurzfristigen Minijob nicht an.

Was müssen Minijobber bei einem kurzfristigen Minijob zahlen?

Bei einem kurzfristigen Minijob fallen für Minijobber keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Die Besteuerung kurzfristiger Minijobs kann durch den Arbeitgeber auf zwei Arten erfolgen. Zum einen individuell nach Ihrer Steuerklasse oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal in Höhe von 25 Prozent. Die Pauschalsteuer wird zwar vom Arbeitgeber abgeführt, kann aber dem kurzfristig Beschäftigten vom Verdienst abgezogen werden. Unabhängig davon, ob der Arbeitgeber den kurzfristigen Minijob individuell oder pauschal versteuert, ist das Finanzamt für steuerliche Fragen zuständig.

Nähere Auskünfte zur Besteuerung von kurzfristigen Minijobs finden Sie auch auf unserer Internetseite.

Wissenswertes rund um Mehrfachbeschäftigungen und Minijobs lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag Können mehrere Minijobs gleichzeitig ausgeübt werden.

114 Kommentare zu “Hauptjob, 450-Euro-Minijob und kurzfristiger Minijob! Geht das? (Nachgefragt #30)”

  1. Ich habe das Problem – bestehende sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung innerhalb der Gleitzone, dann ein bestehendes geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (Grenze nicht ausgereizt). Nun kann ich zusätzlich einmal die Woche für eine Stunde nochmals arbeiten gehen. Wäre da die Option kurzfristiger Minijob machbar, da ja im Kalenderjahr somit für die dritte Beschäftigung keine 70 Tage anfallen? Sind die 70 Tage für jedes Kalenderjahr neu zu bewerten oder gilt das für die gesamt dritte Beschäftigung?

  2. Hallo, ich bin Arbeitgeber und möchte eine Studentin im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung einstellen. Sie hat einen 450 Euro Minijob. Geht das und was ist zu beachten. Vielen Dank. Freundliche Grüße, M. Müller

    1. Guten Tag,

      ein kurzfristiger Minijob darf neben einem 450-Euro-Minijob sozialversicherungsfrei ausgeübt werden. Eine Beschäftigung in diesem Rahmen ist daher grundsätzlich möglich – vorausgesetzt, die Grundlagen für einen kurzfristigen Minijob liegen vor.

      Kurzfristige Minijobs sind von vornherein auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Regulär sind das 3 Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen übergangsweise neu geregelt worden. Für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 gelten die Zeitgrenzen von fünf Monaten oder 115 Arbeitstagen.

      Ein kurzfristiger Minijobber hat generell keine Verdienstbeschränkung. Nur, wenn er über 450 Euro monatlich verdient, müssen Arbeitgeber prüfen, ob der Beschäftigte berufsmäßig arbeitet. Berufsmäßigkeit bedeutet, die Beschäftigung ist für den Arbeitnehmer von übergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung. Es bestreitet mit dem Einkommen seinen Lebensunterhalt. Mit der „Entscheidungshilfe zur Prüfung der Berufsmäßigkeit“ können Sie den Status Ihres Arbeitnehmers schnell ermitteln: https://t1p.de/MJZE-Entscheidungshilfe-Berufsmaessigkeit

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Hallo,
    Die im oberen Beitrag aufgeführte Situation würde auch auf mich zutreffen.
    Habe ich richtig verstanden, dass es möglich ist, neben einer Hauptbeschäftigung (Teilzeit, aktuell Kurzarbeit) einen Nebenjob (geringfügig bis 450,-) und eine kurzfristige Beschäftigung (von drei Monaten) aufzunehmen, ohne in Steuerklasse 6 abgerechnet werden zu müssen oder es gar einen gesetzlichen Verstoß gibt?

    1. Hallo Anas,

      das haben Sie richtig verstanden. Neben Ihrer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung dürfen Sie genau einen 450-Euro-Minijob sowie auch kurzfristige Minijobs sozialversicherungsfrei ausüben. Die Verdienste aus allen drei Beschäftigungsarten werden nicht zusammengerechnet – vorausgesetzt, es handelt sich um unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse bei unterschiedlichen Arbeitgebern.

      Auch die Steuer muss nicht zwangsläufig über die individuellen Lohnsteuermerkmale (z. B. Lohnsteuerklasse 6) abgerechnet werden. Der Arbeitgeber darf hier grundsätzlich wählen, wird aber immer Ihre persönliche Situation im Auge behalten, damit Ihnen hierdurch keine Nachteile entstehen. Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

      Kurzfristiger Minijob: Hierbei kann der Arbeitgeber zwischen zwei Varianten auswählen – der Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Minijobbers oder unter bestimmten Voraussetzungen auch pauschal mit 25 Prozent. Auf unserer Homepage erfahren Sie mehr zu diesem Thema: http://t1p.de/MJZE-Steuerrecht-kurzfristig

      450-Euro-Minijob: Hier besteht die Wahlmöglichkeit zwischen der Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Minijobbers oder und der Pauschsteuer in Höhe von 2 Prozent: http://t1p.de/MJZE-Steuerrecht-450-Euro-Minijob

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Hallo!
    Was für Gebühren ect. muss man zahlen wenn man nur einen 450 Euro Job und eine kurzfristige Beschäftigung ausübt?
    Oder ist diese Kombi gar nicht erlaubt bzw. lohnenswert nach Abgaben?

    1. Hallo Laura,

      wir gehen davon aus, dass Sie Arbeitnehmerin in diesen Minijobs sind. Als solche ist ein kurzfristiger Minijob für Sie komplett sozialversicherungsfrei. Das Einkommen muss jedoch versteuert werden. Die Art der Besteuerung darf grundsätzlich der Arbeitgeber bestimmen. Er kann hierbei zwischen zwei Varianten auswählen: Der Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Minijobbers oder unter bestimmten Voraussetzungen auch pauschal mit 25 Prozent. Auf unserer Homepage erfahren Sie mehr zum Thema Besteuerung kurzfristiger Minijobs: http://t1p.de/MJZE-Steuerrecht-kurzfristig

      In einem 450-Euro-Minijob unterliegen Sie dem Grunde nach der Rentenversicherungspflicht. Von dieser können Sie sich auf Antrag befreien lassen. Wird kein Befreiungsantrag gestellt, zahlen Sie in der Regel einen Eigenanteil zur Rentenversicherung in Höhe von momentan 3,6 Prozent für einen Minijob im gewerblichen Bereich. Minijobber im Privathaushalt zahlen 13,6 Prozent – vorausgesetzt, Ihr monatlicher Verdienst in dieser Beschäftigung liegt bei mindestens 175 Euro.

      Auch der Verdienst aus dem 450-Euro-Minijob muss versteuert werden. Grundsätzlich bestimmt auch hier der Arbeitgeber die Art der Versteuerung. Er kann wählen zwischen der Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen und der Pauschsteuer in Höhe von 2 Prozent. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf unserer Homepage unter dem Punkt „Besteuerung von 450-Euro-Minijobs im Gewerbe „. http://t1p.de/MJZE-Steuerrecht-450-Euro-Minijob

      Die Verdienste aus Ihrem 450-Euro-Minijob und dem kurzfristigen Minijob werden nicht zusammengerechnet und können somit nebeneinander ausgeübt werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Hallo,
    ich bin Studentin und übe eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung über 16 Stunden in der Woche aus. Daneben hatte ich seit Juni 2019 eine kurzfristige Beschäftigung als Nachtbereitschaft die nun aufgrund der einjährigen Dauer enden muss bzw. in einen Minijob übergehen soll. Bevor ich diese Stelle angenommen habe, hatte ich bereits auf 450 Euro-Basis in einem Biergarten gekellnert. Über den Winter und wegen Corona, war ich dort bislang abgemeldet. Für kurze Zeit habe ich anderweitig als Aushilfe auf 450 Euro Basis gearbeitet, was ich nun aber wieder beendet habe, da ich den Job im Biergarten wieder aufnehmen möchte. Meine Frage ist nun, ob der Job als Nachtbereitschaft, der bislang als kurzfristiger Minijob gemeldet war in einen 450 Euro Minijob übergehen und der Job im Biergarten, wo ich nur an den Wochenenden bin und damit die 70 Tage nicht überschreiten werde, als kurzfristige Beschäftigung gemeldet werden kann, ohne dass für diese beiden Beschäftigungen eine Sozialversicherung erhoben wird?
    Vielen Dank für die Hilfe und freundliche Grüße
    L.F.

    1. Hallo,

      der Wechsel von einem kurzfristigen Minijob und damit befristeten Job in einen auf Dauer ausgelegten 450-Euro-Minijob ist grundsätzlich von einem Tag auf den nächsten möglich – vorausgesetzt natürlich, dass der monatliche durchschnittliche Verdienst 450 Euro nicht überschreitet.

      Der Wechsel von einem 450-Euro-Minijob in einen kurzfristigen Minijob hingegen kann nicht von einem Tag auf den nächsten erfolgen. Liegt zwischen beiden Beschäftigungen nicht mindesten ein Zeitraum von zwei Monaten, ist aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht dem Grunde nach von einem einheitlichen Beschäftigungsverhältnis auszugehen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Hallo,
    Ich habe bisher ganz normal gearbeitet, aber ich werde ab Juni in Kurzarbeit gehen, aber nur 20% und nicht 100%.
    Vor Corona habe ich einen 450 EUR Minijob bei einem Restaurant ausgeübt aber aufgrund der aktuellen Lage und Maßnahmen mache ich momentan nicht mehr. Nicht zu trotz befinde ich mich gerade auf der Suche nach einem neuen Nebenjob damit ich „mit diesem Verlust“ besser umgehen kann.
    Wir würde das jetzt gehen wenn ich 20% in Kurzarbeit gehen muss?
    Viele Grüße.
    A. Moya

    1. Hallo,

      neben Ihrer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung dürfen Sie genau einen 450-Euro-Minijob sozialversicherungsfrei ausüben. Hierbei ist die zeitliche Reihenfolge maßgebend, in welcher beide Minijobs aufgenommen werden. Der zeitlich zuerst gemeldete 450-Euro-Minijob bleibt für Sie sozialversicherungsfrei.

      Jeder weitere – ggf. auch höher entlohnte – 450-Euro-Minijob wird zusammen mit der Hauptbeschäftigung sozialversicherungs- und steuerpflichtig an Ihre Krankenkasse gemeldet. Hierbei spielt es auch keine Rolle, ob die Verdienste aus beiden Minijobs zusammen 450 Euro überschreiten. Mit Ausnahme der Arbeitslosenversicherung fallen dann auch für Sie als Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge in diesem zweiten Minijob an.

      Besteht Ihr erster Minijob noch, wird ein neu aufgenommener 450-Euro-Minijob von Beginn an sozialversicherungspflichtig. Neben Ihrer Hauptbeschäftigung und dem 450-Euro-Minijob könnten Sie jedoch parallel noch einen kurzfristigen Minijob sozialversicherungsfrei ausüben.

      Ob Ihr Verdienst aus der Beschäftigung auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird, ist unter anderem vom Beginn der Beschäftigung und der Höhe des Verdienstes abhängig. Hierzu informiert Sie Ihre zuständige Agentur für Arbeit.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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