Zuletzt aktualisiert am 30. Juni 2020

Lesezeit: 4 Minuten

Corona – Das ist bei Haushaltsjobs jetzt wichtig

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weitreichend. Auch Minijobber in Privathaushalten und deren Arbeitgeber haben viele Fragen rund um die Haushaltsjobs. Unsere Antworten und weitere Informationen haben wir in diesem Beitrag zusammengestellt.

Kontaktverbot – Darf eine Haushaltshilfe überhaupt noch im privaten Haushalt arbeiten?

Die Bundesregierung hat ein Kontaktverbot beschlossen. Dieses ist nicht als Ausgangssperre oder gar als Verbot zu verstehen, zur Arbeit zu gehen. Für die Arbeit in Privathaushalten gibt es keine Einschränkungen, so dass der Weg zur Arbeit und die Arbeit an sich somit erlaubt sind.

Auch im Privathaushalt gilt Mindestabstand:
Wie im Alltag üblich, ist auch bei der Arbeit ein Mindestabstand von 1,50 Meter von Mensch zu Mensch einzuhalten. Am besten ist es, wenn Arbeitgeber und Haushaltshilfe Verhaltensregeln abstimmen. Informationen zum Arbeitsschutz im Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Corona-Infektion – Muss einer erkrankten Haushaltshilfe der Verdienst weitergezahlt werden?

Ist eine Haushaltshilfe infolge einer Krankheit arbeitsunfähig, hat sie Anspruch darauf, dass der regelmäßige Verdienst bis zu sechs Wochen weitergezahlt wird. Dies gilt natürlich auch im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus. Der Verdienst muss für die Tage weitergezahlt werden, an denen die Haushaltshilfe ohne Arbeitsunfähigkeit hätte arbeiten sollen.

Privathaushalte nehmen am U1-Umlageverfahren teil. Das heißt, dass Arbeitgeber im Privathaushalt eine Erstattung im Krankheitsfall des Minijobbers bei der Minijob-Zentrale geltend machen können. Mit dem Erstattungsantrag bei Arbeitsunfähigkeit (U1) können sich Arbeitgeber eines Minijobbers im Privathaushalt 80 Prozent ihrer Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit erstatten lassen. Weitere Informationen zur Erstattung und wie diese beantragt werden kann, gibt es auf der Website der Arbeitgeberversicherung.

Haushaltshilfe in Quarantäne – Muss der Haushaltshilfe der Verdienst weitergezahlt werden?

Wenn die Haushaltshilfe sich zwar nicht selbst mit dem Coronavirus infiziert hat, aber ihrer Arbeit nicht nachgehen kann, weil sie unter Quarantäne gestellt wurde, hat sie Anspruch auf Fortzahlung ihres Verdienstes. Sofern ein öffentlich rechtlicher Entschädigungsanspruch nach dem  Infektionsschutzgesetz (IfSG) besteht, kann sich der Arbeitgeber diese Kosten auf Antrag von der zuständigen Gesundheitsbehörde erstatten lassen.

Arbeitgeber im Privathaushalt in Quarantäne – wird der Verdienst an die Haushaltshilfe weitergezahlt?

Wenn die Haushaltshilfe momentan nicht im Privathaushalt beschäftigt werden kann, weil der Haushalt einer Quarantäne-Maßnahme unterliegt, gilt die so genannte Betriebsrisikolehre. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber weiter zur Zahlung des Verdienstes verpflichtet ist, wenn die Haushaltshilfe arbeitsfähig und arbeitsbereit ist. Die Haushaltshilfe behält also grundsätzlich ihren Verdienstanspruch, auch wenn sie nicht arbeiten kommt. Allerdings können Arbeitgeber und Arbeitnehmer für diese Konstellation, in denen beide den Arbeitsausfall nicht zu vertreten haben, arbeitsvertraglich etwas Abweichendes vereinbaren (z. B. Bezahlung ohne Arbeitsleistung und Nachholen der Arbeitsstunden nach Beendigung der Quarantäne).

Abweichender Verdienst – Wie wird das der Minijob-Zentrale mitgeteilt?

Die Einschränkungen durch Corona können sich auch auf die Arbeitszeiten der Haushaltshilfe auswirken. Entweder sie arbeitet nicht so häufig wie üblich und verdient daher weniger oder sie arbeitet eventuell sogar mehr als gewöhnlich und verdient auch mehr. In beiden Fällen hat der Arbeitgeber der Minijob-Zentrale den abweichenden Verdienst der Haushaltshilfe mit dem Änderungsscheck mitzuteilen. Die Minijob-Zentrale wird den reduzierten bzw. erhöhten Verdienst beim folgenden Abgabenbescheid entsprechend berücksichtigen.

Erhöhter Verdienst – Bleibt der Minijob ein Minijob, auch wenn 450 Euro überschritten werden?

Ein gelegentliches nicht vorhersehbares bzw. unerwartetes Überschreiten der Entgeltgrenze ist in der Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 wegen der Corona-Krise ausnahmsweise bis zu fünfmal zulässig.

Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Blog-Beitrag “Mehrarbeit wegen Corona: 450-Euro-Grenze darf im Minijob überschritten werden“.

Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs – Muss der Haushaltshilfe der Verdienst weitergezahlt werden, obwohl sie nicht zur Arbeit kommen kann?

Hier gilt, dass der Arbeitnehmer das so genannte Wegerisiko trägt. Es liegt im persönlichen Verantwortungsbereich des Beschäftigten, dass er den Weg zur Arbeit selbständig sicherstellt. Dies gilt sowohl im Winter bei Glatteis oder bei Sturmschäden als auch beim Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs. Kann eine Haushaltshilfe die Wohnung des Arbeitgebers nicht erreichen, hat sie aus rein rechtlicher Sicht auch keinen Anspruch auf ihren Verdienst für die ausgefallene Arbeitszeit. Auch hier empfehlen wir beiden Seiten, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Kita- oder Schulschließung – Wer kommt für einen Verdienstausfall wegen Kinderbetreuung auf?

Können Haushaltshilfen ihrer Arbeit nicht nachgehen, weil deren Kinder aufgrund der derzeitigen Kita- und Schulschließungen nicht betreut sind, greift ebenfalls das Infektionsschutzgesetz.

Zu empfehlen ist, dass Arbeitgeber und Haushaltshilfen in einem Gespräch zu einer gemeinsamen Lösung kommen.

Grundsätzlich steht Eltern durch das Maßnahmenpaket der Bundesregierung ein Anspruch auf Entschädigung zu, wenn sie wegen angeordneter Kita- und Schulschließungen zur Betreuung ihrer Kinder zuhause bleiben müssen. Demnach hat ein Elternteil unter bestimmten Voraussetzungen für eine Höchstdauer von bis zu sechs Wochen Anspruch auf 67 Prozent seines Nettoeinkommens bzw. maximal 2.016 Euro im Monat, sofern keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht.

Informationen zum sogenannten Sozialschutz-Paket finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter dem Punkt „Entschädigung bei Kinderbetreuung“.

Weitere Fragen und Antworten rund um das Thema Minijobs im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie finden Sie in unserem FAQ auf unserer Internetseite.

Tipp:

Sind Sie vielleicht auf der Suche nach einem Haushaltsjob oder benötigen Sie selbst eine Haushaltshilfe? Dann empfehlen wir unsere Haushaltsjob-Börse. Hier können Sie kostenlos nach einer Beschäftigung im Privathaushalt oder einer Haushaltshilfe suchen.

Hinweis:
Wir machen darauf aufmerksam, dass wir ein Sozialversicherungsträger sind und unsere Kernkompetenz somit im Bereich des Sozialversicherungsrechts liegt. Soweit es uns möglich ist, beantworten wir gerne alle Ihre Fragen. Bei arbeitsrechtlichen Fragen haben wir nur die Möglichkeit über allgemeine gesetzliche Regelungen zu informieren. Wir dürfen weder zu diesen Themen beraten noch Hinweise über die praktische Umsetzung geben.
Zu arbeitsrechtlichen Fragen informiert das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004

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3 Kommentare zu “Corona – Das ist bei Haushaltsjobs jetzt wichtig”

  1. Ab wann kann ich wieder arbeiten? Arbeite im Privathaushalt als Raumpflegerin…Wegen der Kontaktsperre freigestellt? Wie lange ist die Kotaktsperre noch? L.g

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