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Zuletzt aktualisiert am 18. Februar 2021

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Corona: Haben Minijobber Anspruch auf Kinderkrankengeld? (Nachgefragt #39)

Frau Beckmann hat einen 4-jährigen Sohn, der normalerweise in die Kita geht. Sie übt einen Minijob in einem Supermarkt aus. Ihr Mann arbeitet Vollzeit in einem Unternehmen, in dem kein Homeoffice möglich ist. Die Kita ist aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Zur Betreuung ihres Sohnes muss sie nun zuhause bleiben. Sie kann daher ihrem Minijob nicht nachgehen. 

Frau Beckmann hat gehört, dass die Regelungen zum Kinderkrankengeld aufgrund der Corona-Pandemie ausgeweitet worden sind. Sie möchte wissen, ob auch Minijobber zur Betreuung ihrer Kinder zuhause bleiben und Kinderkrankengeld erhalten können? Oder gibt es für Minijobber andere Leistungen?

Beantwortet von Susanne aus dem Service-Center:

Hallo Frau Beckmann,

es ist richtig, dass die Regelungen zum Kinderkrankengeld für berufstätige Eltern in der Corona-Krise ausgeweitet worden sind. Kinderkrankengeld konnte bisher für maximal 10 Tage pro Kalenderjahr gezahlt werden. Die Anspruchstage wurden für das Kalenderjahr 2021  auf maximal 20 Tage pro Kind verdoppelt. In der Corona-Krise wurde zudem beschlossen, dass Kinderkrankengeld auch gezahlt werden kann, wenn die Schule oder die Kita wegen Corona geschlossen ist und daher dort keine Betreuung stattfinden kann. Voraussetzung hierfür ist, dass die Betreuung durch ein Elternteil erfolgen muss, weil diese anders nicht sichergestellt werden kann. 

Minijobber haben aber keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld

Kinderkrankengeld können nur gesetzlich krankenversicherte, berufstätige Eltern erhalten, die selbst einen Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind ebenfalls gesetzlich versichert ist.

Ein Minijob begründet keinen eigenen Krankenversicherungsschutz. Im Minijob wird lediglich ein Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt. Für den Minijobber entsteht daraus kein eigener Krankenversicherungsschutz. Minijobber haben daher keinen Anspruch auf Krankengeld und können aus diesem Grund auch kein Kinderkrankengeld erhalten.

Welche Leistungen gibt es für Minijobber?

Während der Corona-Pandemie können berufstätige Eltern eine Entschädigungsleistung nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten, wenn sie die Betreuung ihres Kindes übernehmen müssen und dadurch einen Verdienstausfall erleiden. Das gilt auch für Minijobber.

Bis zum 31. März 2021 erhalten Minijobber eine Entschädigung in Höhe von 67 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls. Die Entschädigung wird für jedes Elternteil für einen Zeitraum von längstens 10 Wochen gewährt, für Alleinerziehende längstens für 20 Wochen. Der Maximalzeitraum von 10 bzw. 20 Wochen muss weder an einem Stück noch zusammenhängend in Anspruch genommen werden. 

Weitere Informationen zu der Entschädigungsleistung nach dem Infektionsschutzgesetz finden Sie in unserem Blog-Beitrag “Corona: Verdienstausfall wegen Kinderbetreuung – finanzielle Hilfe auch für Minijobber”.

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Lohnfortzahlung im Minijob bei Erkrankung des Kindes

Unabhängig von Corona haben Minijobber einen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Erkrankung des Kindes durch ihren Arbeitgeber. Hat das erkrankte Kind das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet oder ist behindert und auf Hilfe angewiesen, kann ein Elternteil zu dessen Pflege bzw. Betreuung zuhause bleiben und für bis zu 5 Tage Entgeltfortzahlung durch seinen Arbeitgeber erhalten. Im Minijob können Arbeitgeber diesen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch vertragliche Vereinbarungen allerdings auch einschränken. In diesem Fall ist der Arbeitgeber jedoch verpflichtet, dem Minijobber eine unbezahlte Freistellung zu gewähren.

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Angelika
Angelika
6 Monate zuvor

Hallo,
hat man ein “Wahlrecht” zwischen Kinderkrankengeld und Verdienstentschädigung nach IfSG, wenn das Kind aufgrund Kita-/Schul-Schließung betreut werden muss?