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Asylsuchende, anerkannte Flüchtlinge und Geduldete – Wer darf in einem Minijob beschäftigt werden?

Aktuelles - © Zerbor / Fotolia.comViele Privatpersonen und Unternehmen haben erkannt, dass sie einen Beitrag für die Integration der nach Deutschland geflüchteten Menschen leisten können. Sie sind bereit diese Menschen zu beschäftigen, damit sie schnell in Deutschland auf eigenen Beinen stehen können.

Bei geflüchteten Menschen wird je nach Stand des Asylverfahrens zwischen folgenden Personenkreisen unterschieden:

  1. Asylsuchende mit noch nicht abgeschlossenen Verfahren (Aufenthaltsgestattung liegt vor)
  2. Geduldete Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, welche  aus Gründen von Krankheit o.ä. nicht abgeschoben werden können.
  3. Anerkannte Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis

 

Minijobs - © Matthias Buehner

 

Voraussetzungen für die Beschäftigung in einem Minijob

Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung und geduldete Personen können nicht ohne Weiteres einen Minijob ausüben. Für beide Gruppen kann die Ausländerbehörde nach Ablauf der Wartezeit von drei Monaten eine Arbeitserlaubnis erteilen. Hier muss die Erlaubnis für eine konkrete Beschäftigung bei der Ausländerbehörde beantragt werden. In Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit wird eine Zustimmung oder Ablehnung erteilt.

Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen dürfen jeder Beschäftigung nachgehen.

Geflüchtete Menschen in einem 450-Euro-Minijob

Haben geflüchtete Menschen eine Arbeitserlaubnis, können sie einen Minijob ausüben. Sie haben die gleichen Rechte und Pflichten wie andere 450-Euro-Minijobber auch. Für Arbeitgeber ist wichtig zu wissen: Sie müssen für Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten, keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung zahlen, da Flüchtlinge in Deutschland nicht gesetzlich krankenversichert sind. Ansonsten haben Arbeitgeber und 450-Euro-Minijobber die gleichen Rechte und Pflichten wie bei jedem anderen Minijob in Deutschland.

 

Geflüchtete Menschen mit einer kurzfristigen Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich. Ausgenommen hiervon sind Personen, die berufsmäßig beschäftigt sind und mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Berufsmäßig wird eine Beschäftigung dann ausgeübt, wenn sie für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Dies trifft auf geflüchtete Menschen zu. Verdienen sie also mehr als 450 Euro im Monat, sind sie immer berufsmäßig beschäftigt, so dass eine kurzfristige Beschäftigung ausgeschlossen ist.

Gewerbliche Arbeitgeber finden wie gewohnt auf der Website der Minijob-Zentrale alle Informationen zu Minijobs. Darüber hinaus stehen Flyer mit den wichtigsten Informationen zu Minijobs in Privathaushalten und dem Anmeldeformular in verschiedenen Sprachen als Download zur Verfügung.

Bei anderen Fragen zur Beschäftigung geflüchteter Menschen (z.B. Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, Einreise und Aufenthalt usw.) können Sie sich an die “Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland” wenden, welche gemeinsam vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) betrieben wird. Die Hotline ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 15 Uhr unter der Rufnummer +49 30 1815-1111 erreichbar.

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Minijobs für Migranten mit Überstunden in bar – die Schattenwirtschaft der Zukunft? | Staatsunrecht
2 Jahre zuvor

[…] Haben geflüchtete Menschen eine Arbeitserlaubnis, dann dürfen sie einen Minijob ausüben. Arbeitgeber müssen dafür keinen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung zahlen, weil Flüchtlinge nicht gesetzlich krankenversichert sind. De facto spart der Arbeitgeber deswegen 13 Prozent Beitrag. Details können Sie bei der Minijob-Zentrale nachlesen… […]

Awet
Awet
3 Jahre zuvor

Was bekommt ein Flüchtling vom Jobcenter dazu,wenn er/sie minijob für 450€ Basis arbeitet?

Team der Minijob-Zentrale
Team der Minijob-Zentrale
Reply to  Awet
3 Jahre zuvor

Guten Tag,

zur Klärung dieser Frage wenden Sie sich bitte an das zuständige Jobcenter.

Freundliche Grüße

Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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Existenzgründer und ihre 3 häufigsten Fragen zu Minijobs | Die Minijob-Zentrale
4 Jahre zuvor

[…] Für viele Flüchtlinge kann ein Minijob der erste Schritt in unseren Arbeitsmarkt sein und bei einer gelungenen Integration helfen. Je nach Stand des Asylverfahrens dürfen Flüchtlinge nicht ohne Weiteres einen Minijob ausüben. Welche Punkte Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Flüchtlingen beachten sollten, erklären wir Ihnen hier. […]

Tony B.
Tony B.
4 Jahre zuvor

@IlsebyllBeutel-Spöri
Und ein Hartz4-Empfänger wird erst gar nicht angenommen, weil die Arbeitgeber diese Grupppe beim Minijob-Zentrale anmelden müssen und die Arbeitslosenverwaltungen erfragen müssen ob es in Ordnung gehen würde.
Wass soll der Mist, so bringt man soziale Unruhe!

Mathilde Böcklein
Mathilde Böcklein
5 Jahre zuvor

Ich sehe vor allem einen großen Mangel an geeigneten Jobs für Flüchtlinge, da ihre Sprachkenntnisse in der Regel nicht ausreichen und Qualifikationen fehlen. In unserer komplizierten Arbeitswelt gibt es nicht mehr genügend einfach auszuführende Beschäftigungen. Außerdem sind Flüchtlinge, wie ich selbst erfahren mußte, durchaus nicht immer bereit, jede ihnen angebotene Tätigkeit ernsthaft und zuverlässig auszuüben.
Viele Arbeitgeber beschäftigen Flüchtlinge aus reiner Solidarität.
Interessant wäre, wie viele Jobs unter oben genannten Bedingungen letztendlich angeboten werden können, abgesehen von den bürokratischen Hemmnissen.

Thomas Strothoff
Thomas Strothoff
Reply to  Mathilde Böcklein
5 Jahre zuvor

Meiner Meinung nach gibt es genügend Beschäftigungsmöglichkeiten im Helferbereich auch für Flüchtlinge. Eine Anstellung aus Solidaritätsgründen mag es evtl. geben, dürfte aber wohl eher marginal sein.

Letztendlich ist es wichtig, ankommenden Menschen die Möglichkeit zu bieten, einer Beschäftigung nachzugehen. Fehlende Arbeitsmoral anzudeuten, halte ich für wenig hilfreich.

Dieter Goebel
Dieter Goebel
Reply to  Thomas Strothoff
5 Jahre zuvor

Dieter Goebel
8.Oktober15.

Da gibt es die gute Einrichtung des Haushaltsscheckverfahren für 150 .€ für Hilfe im Haushaltsbereich. Für Asylbewerber unter15 Monate Anwesenheit ist für die Arbeitserlaubnis von der Ausländerbehörde eine Vorrangprüfung durch die Agentur der Arbeit erforderlich . Die Agentur führt aber keine Listen für Bewerber für 150 € ,so dass die Grundlage für die Prüfung fehlt .

Die Folge ist dass idh auf die Genehmigung des Antrages für meinen zu beschäftigenden Bewerber warte und warte Ich habe die Hotline der Bundesagentur für Arbeit ,meine Bundestagsabgeordnete ,die minijobzentale unf wiso zdf informiert

Bisherige Antwort von der Bundesagentur ,das Arbeitsministerium habe das Problem auch erkannt und Frau Nahles denkt darüber nach.

Bernd Schneider
Bernd Schneider
Reply to  Thomas Strothoff
4 Jahre zuvor

Die Amtssprache – auch und gerade in der Arbeitswelt – ist immer noch deutsch. Ohne entsprechende Sprachkenntnisse ist eine Beschäftigung kaum möglich. Warum es schon wieder frevelhaft sein soll, fehlende Arbeitsmoral anzudeuten, ist mir schleierhaft. Denn viele Flüchtlinge kommen mit vollkommen falschen Vorstellungen in unser Land und gehen davon aus, alles geschenkt zu bekommen. Dabei hat der Arbeitstag immer noch 8,5 Std. und man muss schon mehr als den Mindestlohn verdienen, um sich etwas zu erschaffen. Aber da es sich – lt. unseren Politikern – alles um Fachkräfte handelt, dürfte das leicht fallen. Es sind eben alles Architekten, Professoren und Ärzte und daher mit einer besonderen Auffassungsgabe gesegnet. Besonders wenn es um das Erschleichen von Sozialleistungen angeht.

GKG
GKG
5 Jahre zuvor

Dem kann man nur uneingeschränkt zustimmen.

IlsebyllBeutel-Spöri
IlsebyllBeutel-Spöri
5 Jahre zuvor

“bei Asylsuchenden mit Aufenthaltsgestattung und geduldeten Personen muß eine Arbeitserlaubnis bei der Ausländerbehörde beantragt werden, die in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit eine Zustimmung oder Ablehnung erteilt”-so heißt es bisher-
hoffentlich beendet die Politik sehr schnell dieses umständliche und teilweise Monate
dauernde Prozedere ! Denn auf der einen Seite wartet der Arbeitgeber auf einen Mitarbeiter- oder kann nicht mehr länger warten, -auf der anderen Seite ein Ausländer, der arbeiten möchte und nicht dem deutschen Staat auf der Tasche liegen möchte. Außerdem bedeutet Arbeit nicht nur Geld verdienen, sondern auch etwas Sinnvolles tun und gibt den Menschen ihre Würde zurück. Wo bleibt in unserem Staat das Recht auf Arbeit?-außerdem könnte dann denjenigen Deutschen, die meinen “was uns das alles kostet “- der Wind aus den Segeln genommen werden.-
eine Bürgerin, die in der Asylhilfe auch schon in den 90 iger Jahren ehrenamtlich geholfen hat.

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Hinweis der Minijob-Zentrale: Asylsuchende – Schwarzarbeit verboten – was ist erlaubt? « LEOvomBerg.de
5 Jahre zuvor

[…] Die komplette Mitteilung findet sich hier. […]