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3 Monate oder 70 Tage: Was für kurzfristige Minijobs ab 2019 gilt

Wichtig für alle Weinleser, Apfelpflücker und Weihnachtsmänner: Für alle Arbeitnehmer, die einen kurzfristigen Minijob ausüben, ändert sich ab dem Jahr 2019 nichts. Sie dürfen ihrer Beschäftigung weiterhin 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr nachgehen. Ursprünglich sollte die Regelung auf 4 Jahre für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2018 begrenzt sein.

Hinweis:

Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen übergangsweise neu geregelt worden. Für die Zeit vom 1. März 2020 bis 31. Oktober 2020 gelten die Zeitgrenzen von fünf Monaten oder 115 Arbeitstagen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in unserem Blog „Corona: Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs werden ausgeweitet“.

Was ist eine kurzfristige Beschäftigung?

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Tätigkeit im Laufe eines Kalenderjahres im Voraus auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist. Bei einer Beschäftigung von 3 Monaten am Stück arbeitet der kurzfristige Minijobber an mindestens 5 Tagen in der Woche; bei einer Beschäftigung von 70 Arbeitstagen arbeitet der kurzfristige Minijobber weniger als 5 Tage in der Woche. Beschäftigungen, die über diese zeitliche Begrenzung hinausgehen, sind keine kurzfristigen Minijobs. Verdient der Arbeitnehmer regelmäßig bis zu 450 Euro im Monat, handelt es sich in der Regel um einen 450-Euro-Minijob.

Auf den Verdienst kommt es bei einem kurzfristigen Minijob nicht an. Der Arbeitnehmer kann theoretisch unbegrenzt verdienen, er zahlt keine Sozialversicherungsabgaben.

Für den Arbeitgeber eines kurzfristigen Minijobbers fallen hingegen geringe Abgaben an. Das sind die Umlagen zum Ausgleich der Aufwendungen bei Krankheit („U1“) und Schwangerschaft bzw. Mutterschaft („U2“) sowie die Umlage für den Fall einer Insolvenz an. Diese sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten. Darüber hinaus hat der Arbeitgeber den Minijobber bei der jeweils zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden und entsprechende Beiträge zu entrichten.

Weiterhin sind kurzfristige Minijobs zu versteuern. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen die individuelle Besteuerung nach der Steuerklasse des Minijobbers und zum anderen, unter Berücksichtigung weiterer Voraussetzungen, die Pauschalversteuerung in Höhe von 25 Prozent.

Abgaben für kurzfristige Minijobs im Gewerbe im Überblick (Stand: Januar 2019)
  Umlage 10,9 %
  Umlage 20,24 %
  Insolvenzgeldumlage0,06 %
  UnfallversicherungIndividuell an den zuständigen Unfallversicherungsträger
  SteuerPauschale oder individuelle Besteuerung nach der Steuerklasse

Kurzfristiger Minijob darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden

Ein kurzfristiger Minijob darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden, das heißt: Wenn ein Arbeitnehmer mehr als 450 Euro im Monat verdient, die kurzfristige Beschäftigung die einzige Erwerbstätigkeit ist und diese für die Sicherung des Lebensunterhalts bestimmt ist, handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Minijob.

Menschen, die Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit beziehen oder als Arbeitssuchende gemeldet sind, gelten grundsätzlich als berufsmäßig beschäftigt.

Können mehrere kurzfristige Minijobs kombiniert werden?

Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer mehrere kurzfristige Minijobs nebeneinander ausüben. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt auch bei Kombination von mehreren kurzfristigen Minijobs keine Rolle. Es darf aber auch hier zusammengerechnet die Grenze von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr nicht überschritten werden. Vor Antritt einer neuen kurzfristigen Beschäftigung müssen daher immer die Vorbeschäftigungszeiten geprüft werden. Sobald die Grenze von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschritten wird, wird die Tätigkeit in allen Zweigen sozialversicherungspflichtig.

256 Kommentare zu “3 Monate oder 70 Tage: Was für kurzfristige Minijobs ab 2019 gilt”

  1. Hallo,
    ich habe aktuell zwei Jobs aufgrund von Corona. Meine Hauptbeschäftigung, bei der ich mit 19 Wochenstunden aktuell angestellt bin, und meinen Zweitjob, bei der ich mit 24 Wochenstunden angestellt bin.
    Ist es nun möglich, für 2 Monate in meinem Hauptjob auf einen Minijob herunterzugehen, und danach die Stunden wieder zu erhöhen, ohne dass mir nachträglich für die 2 Monate Geld abgezogen wird, weil ich im Kalenderjahr natürlich weit über der Minijob-Grenze bin?

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Kathi

    1. Hallo Kathi,

      wir gehen davon aus, dass der Wechsel von einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung in einen 450-Euro-Minijob erfolgen soll. Dies ist grundsätzlich möglich. Ihr Arbeitgeber hat bei jeder dauerhaften Änderung, dass Beschäftigungsverhältnis neu zu beurteilen. Wir weisen daraufhin, dass diese Änderung arbeitsvertraglich (Arbeitsrecht) neu vereinbart werden muss.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Hallo,

        Vielen Dank für die schnelle Antwort. Mein Arbeitgeber würde diesen Wechsel machen. Es geht mir darum, ob die Minijobzentrale nachträglich, wegen der Betrachtung auf das ganze Kalenderjahr gesehen, Geld einfordern würde, weil ich im Betrachtungszeitraum weit über der Freigrenze wäre?

        Liebe Grüße
        Kathi

        1. Hallo,

          die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung gehört zu den Pflichten Ihres Arbeitgebers. Als Minijob-Zentrale unterstützten wir den Arbeitgeber gerne bei dieser Beurteilung. Für den Arbeitgeber findet grundsätzlich alle 4 Jahre eine sogenannte Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung statt. Im Rahmen der Betriebsprüfung wird unter anderem geprüft, ob die Beschäftigung korrekt beurteilt wurde, die dazugehörigen Meldungen zur Sozialversicherung erstellt wurden und ob die Abgaben richtig berechnet worden sind.

          Eine Überprüfung durch die Minijob-Zentrale erfolgt grundsätzlich nicht.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo ich bin als kurzfristig Beschäftigter angestellt und erhalte meist über 450,00€ ausgezahlt Jetzt kommt ein Monat in dem ich weniger gebraucht werde , habe unter 450,00€ ausgezahlt. Bleibt es trotzdem eine kurzfristige Beschäftigung oder wird es ein Minijob? Wenn es so ist was passiert wenn ich dann nächsten Monat wieder über 450,00€ erhalte?

  3. Hallo liebes Team,
    ich war im Januar 2019 als Werkstudentin für 470EUR im Monat beschäftigt. Dann war ich für 7 Monate im Ausland und habe dort Ende August 2019 meinen Master beendet.

    Ich möchte noch ein weiteres Studium dranhängen und muss dafür aber einen Aufnahmetest machen. Dadurch hatte ich von Oktober 2019 bis Mai 2020 etwa 1 halbes Jahr, um mich auf diesen Test vorzubereiten und nebenbei zu arbeiten.

    Mein Werkstudent-Arbeitgeber hat mir ein Projekt angeboten und mich von Oktober bis Mitte Dezember 2019 als kurzfristig Beschäftigte eingestellt. Ich lag dabei mit meiner wöchentlichen Arbeitszeit unter 20 Stunden wöchentlich.
    Meine Krankenversicherung hat die kurzfristige Beschäftigung jetzt nicht anerkannt und mir für diese fast 3 Monate sehr hohe Beiträge berechnet. Die TKK erachtet die kurzfristige Beschäftigung als sozialversicherungspflichtig.
    Ist das richtig? Was kann ich dagegen tun?
    Ich hoffe, ich habe das verständlich beschrieben..

    Viele Grüße
    Nina

    1. Hallo Martina,

      wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen diese Frage über unseren öffentlichen Blog nicht beantworten können. Was Ihre Krankenkasse zu diesem Schritt veranlasst hat können wir anhand der Angaben nicht beurteilen.
      Wir bitten Sie daher, sich mit Ihrer Anfrage an Ihre Krankenkasse zu wenden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Hallo,
    wenn ich als ausländischer Student bei meinem deutschen Arbeitgeber für 3 Monate (5 Monate coronabedingt) als kurzfristig Beschäftigter angestellt werde, habe ich anschließend die Möglichkeit ein Praktikum, eine Ausbildung oder als sozialversicherungspflichtiger Teilzeitmitarbeiter angestellt zu werden? Oder würde sich diese Konstellation rückwirkend sozialversicherungsrechtlich auf die kurzfristige Beschäftigung auswirken?

    1. Hallo Tom,

      wenn bereits bei zu Beginn der kurzfristigen Beschäftigung bekannt ist, dass Sie im Anschluss eine versicherungspflichtige Beschäftigung bei dem gleichen Arbeitgeber aufnehmen werden, ist eine kurzfristige Beschäftigung nicht möglich.
      Wird erst im Laufe Ihres kurzfristigen Minijobs vereinbart, dass Sie anschließend weiterbeschäftigt werden, ist Ihr kurzfristiger Minijob ab dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens erneut vorausschauend zu beurteilen. Für den zurückliegenden Zeitraum bleibt es in der Regel bei der ursprünglichen Beurteilung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Hallo,
    ich bin Student und arbeite normalerweise im Sinne einer kurzfristigen Beschäftigung ca. einmal pro Woche. Ist es möglich einmalig eine Woche auch 5 Tage am Stück zu arbeiten ohne, dass dann die 3 Monate anstatt der 70 Tage gelten?

    Vielen Dank.

    1. Hallo,

      von dem Dreimonatszeitraum ist nur dann auszugehen, wenn die Beschäftigung regelmäßig an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Da es sich in Ihrem geschilderten Sachverhalt um ausschließlich eine Woche handelt, verbleibt es bei der Begrenzung von 70 Arbeitstagen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Hallo!
    Ich habe eine kurze Frage:

    Ich werde von August bis Oktober ein freiwilliges Praktikum absolvieren.
    Ich habe als Werkstudentin in diesem Jahr bereits gearbeitet, mein Vertrag wird für den Praktikumszeitraum auch nur pausiert (34er Meldung). Muss mein Arbeitgeber nun meine Vorbeschäftigungszeiten prüfen oder zählen meine Arbeitstage nicht dazu (da der Vertrag nur pausiert wird), sodass ich die vollen 115 Tage für dieses Jahr im Praktikum noch nutzen kann?

    Und: Sollten die Vorbeschäftigungstage dazuzähle, werden dann nur tatsächliche Arbeitstage gezählt oder auch Urlaubs- und Krankheitstage?

    Vielen Dank im Voraus!

    1. Hallo Dilara,

      bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen diese Frage nicht pauschal beantworten können. Ein Praktikum – auch wenn dieses nicht vorgeschrieben ist – kann unter Umständen von vornherein sozialversicherungspflichtig sein. Hier sind mehrere Konstellationen denkbar.
      Aufgrund der wenigen Angaben ist uns keine umfassende sozialversicherungsrechtliche Beurteilung möglich. Gern beraten wir Sie hierzu telefonisch. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da.
      Unabhängig von Ihrem persönlichen Fall zählen als Vorbeschäftigungszeiten alle Zeiten, in welchen Sie Lohn erhalten haben – auch Urlaubs- oder Krankheitstage mit Lohnfortzahlung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  7. Hallo, ich bin zur Zeit ALG1 Empfänger und hätte jetzt die Möglichkeit für eine kurzfristige Beschäftigung in der Landwirtschaft die nicht länger als 6-8 Wochen dauern würde. Hier meine Frage:
    Wieviel kann ich in dieser Zeit zum Arbeitslosengeld dazu verdienen bzw. wie ist das geregelt?
    LG Manuela

    1. Hallo Manuela,

      in der Regel dürfen Bezieher von ALG I einen Betrag von 165 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Erhalten Sie einen höheren Verdienst, wird dieser anteilig auf den Leistungsbezug angerechnet. Was das konkret in Zahlen für Sie bedeutet, sagt Ihnen Ihre zuständige Agentur für Arbeit.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      1. Hallo, danke für die schnelle Antwort. Aber ich hatte im Internet gelesen, dass es für Erntehelfer in der Landwirtschaft, wo die Erntezeit ja saisonal begrenzt ist andere Regeln gelten. Dass das Einkommen in den max. 3 Monaten dann durch 12 Monate geteilt wird und anteilig auf den einzelnen Monat angerechnet wird. Ist dem so???

  8. Ich bin Schüler im Abitur-Jahr. Arbeite seit 14.02.2020 in einem Gastrobetrieb Kurzfristig.
    Habe bis jetzt 18 Tage gearbeitet. Könnte jetzt eine neue Kurzfristige für 3 Monate in Vollzeitbekommen.
    01.06 bis 31.08. Geht das.

    1. Hallo Peter,

      das ist grundsätzlich möglich. Betrachtet man allein die Dauer Ihrer Beschäftigungen, liegt ein kurzfristiger Minijob auch für die Zeit vom 1. Juni bis 31. August vor. Zusammen mit Ihrer Vorbeschäftigungszeit von 18 Tagen sind Sie in Summe im Kalenderjahr 2020 für 108 Tage beschäftigt (18 Tage Vorbeschäftigung + 90 Tage Juni bis August bei einer 5-Tage-Arbeitswoche).

      Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs vorübergehend im Zeitraum März bis Oktober 2020 auf 115 Arbeitstage erhöht. Die Dauer Ihrer kurzfristigen Minijobs überschreitet diesen Zeitraum in Summe nicht. Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang auch unser Blogbeitrag „Corona: Zeitgrenzen für kurzfristige Minijobs werden ausgeweitet“: https://t1p.de/Blogbeitrag-Corona-Zeitgrenzen-kurzfristige-Minijobs

      Bitte beachten Sie jedoch Folgendes: Damit ein kurzfristiger Minijob auch sozialversicherungsfrei bleibt, ist durch Ihren Arbeitgeber nach wie vor die Berufsmäßigkeit für diese Beschäftigung zu prüfen. Eine Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt, wenn sie für den Beschäftigten nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Diese Beschäftigungen sind dann sozialversicherungspflichtig und bei der zuständigen Krankenkasse zu melden. https://t1p.de/Blogbeitrag-Berufsmaessigkeit

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Hallo,
    ich beziehe seit 09/2019 meine Regelaltersrente und arbeite fest angestellt.
    Aufgrund der Corona Krise musste mein Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden und kann mich nur maximal 20% einsetzen, im Mai sogar gar nicht. Der Arbeitsvertrag läuft weiter. Wegen des Bezugs der Rente habe ich aber keinen Anspruch auf Kurzarbeitsgeld.
    Nun habe ich bei einem Erdbeerbauern einen kurzfristien Minijob gefunden, der mich bis Ende Juni, falls möglich, mit der 70 Tage Regelung voll einsetzen würde.
    Ist das ohne weiteres möglich? Müsste ich die Einnahmen aus dem kurzfristigen Minijob, genau wie mein Gehalt, voll versteuern?
    Danke im voraus.
    Gruß Enrico

    1. Hallo Enrico,

      als Regelaltersrentner können Sie neben Ihrem 450-Euro-Job zusätzlich auch kurzfristig beschäftigt sein. Informationen zur Besteuerung von kurzfristigen Minijobs erhalten Sie auf unserer Homepage unter folgenden Link: Besteuerung kurzfristiger Minijobs oder http://t1p.de/MJZE-Steuerrecht-kurzfristig

      Unabhängig davon, wie der Arbeitgeber den kurzfristigen Minijob versteuert, ist das Finanzamt zuständig und damit auch Ihr Ansprechpartner für alle weiteren Informationen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  10. Liebe Minijob-Zentrale,

    ich bin als kurzfristiger Beschäftigter tätig, habe hierfür jedoch keinen Arbeitsvertrag erhalten.

    Deshalb würde es mich interessieren, ob mein Arbeitsgeber verpflichtet ist, mir einen Arbeitsvertrag auszustellen. Momentan werde ich eingesetzt und bezahlt, wie es meinem Arbeitgeber gerade passt, dh. ich habe keine feste Stundenzahl. Beim Einstellungsgespräch hatte ich geäußert, dass ich 30-40 Stunden pro Woche arbeiten muss, jedoch sind es diese Woche nur 12 Stunden und nächste Woche gar keine. Ist das rechtens so? Auch würde mich interessieren, ob es in Ordnung ist, dass mein Arbeitgeber gelegentlich die auf dem Dienstplan stehenden Stunden kurzfristig kürzt, wenn äußere Umstände den Dienst nicht zulassen und ob ich eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall habe.

    Wo erhalte ich Hilfe und wo könnte ich mich ggf. Beschweren, wenn mein Arbeitgeber rechtlich falsch handelt?

    Wahrscheinlich lohnt es sich nicht, in meinem Einzelfall etwas durchzusetzen, da die Tätigkeit bald vorbei ist. Jedoch möchte ich diese arbeitnehmerunfreundlichen und je nachdem, was sie antworten, vielleicht auch unrechtmäßigen Arbeitsbedingungen nicht einfach so weiter existieren lassen und soweit möglich etwas dagegen tun.

    Herzliche Grüße
    Christian

    1. Hallo Christian,

      ein Arbeitsvertrag ist für Minijobber nicht zwingend notwendig. Allerdings muss Ihr Arbeitgeber Ihnen spätestens einen Monat nach Beginn des Arbeitsverhältnisses einen Nachweis über die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich aushändigen. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter folgendem Link: http://t1p.de/MJZE-Arbeitsbedingungen-schriftlich-festlegen. Auch im kurzfristigen Minijob haben Sie als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für maximal 6 Wochen.

      Uns, der Minijob-Zentrale ist es ein großes Anliegen unsere Kunden, zum Beispiel Arbeitgeber und Arbeitnehmer, über Ihre Rechte und Pflichten zu informieren. Insbesondere zum Arbeitsrecht erhalten wir sehr viele Anfragen, die wir gewissenhaft beantworten.

      Die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden durch das Arbeitsrecht geregelt. Im Individual-Arbeitsrecht werden Arbeitsbedingungen geklärt. Dazu gehören zum Beispiel Urlaubsregelungen, Arbeitszeit, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung.

      Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche bei Ihrem zuständigen Arbeitsgericht selbst durchsetzen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  11. Sehr geehrtes Team der Mini Job Zentrale,
    neben meinem Hauptberuf arbeite ich im Rahmen der 70 Tage Regelung in der Sommersaison gelegentlich als Busfahrer.
    Bei der Zwei Fahrer Besatzung darf eine Arbeitsschicht bis zu 21 Stunden betragen, die sich bei einer Nachtfahrt auf zwei Tage verteilen.
    Zum Beispiel: Schichtbeginn 21 Uhr, Schichtende am Folgetag spätestens 18 Uhr.
    Innerhalb der Schicht werden die Stunden, die der andere Fahrer am Steuer sitzt, als Bereitschaft bewertet. Der Arbeitgeber bezahlt diese Zeit mit dem vollen Stundenlohn, so dass sich mit Abzug von Pausenzeiten bis zu 19 bezahle Stunden bei einer 21-Stunden-Schicht ergeben.
    Wird so eine Schicht als EIN Arbeitstag oder ZWEI Arbeitstage im Rahmen der 70 Tage bewertet ?
    Und wenn es bei 21 Stunden bereits zwei Tage sind, wo läge eine Grenze für die Schichtlänge, dass es als EIN Tag bewertet wird ?
    Vielen Dank für Ihre Antwort !

    1. Hallo,

      obwohl sich Ihre Schicht auf zwei Kalendertage erstreckt, ist in diesem Fall von einem Arbeitstag auszugehen. Für die Grenze der Schichtlänge ist das Tätigkeitsbild des Einzelfalls entscheidend, von der Natur der Sache her, kann sie für einen Arbeitstag aber nicht mehr als 24 Stunden betragen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  12. Hallo ich habe über 20 Jahre als Haushaltshilfe gearbeitet,ohne Erholungsurlaub.Ich habe letztes Jahr gekundigt wegen diesen Urlaub die nicht bekommen hatte und nicht bezahlt,Habe ich noch Anspruch von meine Erholungsublaub?

    1. Hallo Janet,

      das Arbeitsrecht regelt die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Arbeitsbedingungen werden im Besonderen im Individual-Arbeitsrecht geklärt. Dazu gehören zum Beispiel Urlaubsregelungen, Arbeitszeit, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung. Die zuständige Stelle ist das Arbeitsgericht.

      Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche insofern welche bestehen selbst durchsetzen.

      Wie empfehlen Ihnen sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Frage an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wenden. Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  13. Hallo Lisa,

    leider lässt sich Ihre Anfrage pauschal nicht beantworten. Zum einen ist es wichtig zu wissen, wie der Arbeitgeber die Beschäftigung vom 01.10.2019 – 31.12.2019 gemeldet hat und zum anderen ist es für die richtige Beurteilung erforderlich, Ihren aktuellen Status (Schüler, arbeitssuchend etc.) zu wissen.

    Liegen zwischen zwei Beschäftigungen bei demselben Arbeitgeber keine 2 Monate Unterbrechung, geht man grundsätzlich davon aus, dass es sich um ein einheitlichen Beschäftigungsverhältnis handelt. Wir empfehlen Ihnen daher, sich mit unserem Service-Center telefonisch in Verbindung zu setzen um Ihren Sachverhalt korrekt beurteilen zu können. Unser Service-Center erreichen Sie von Montag bis Freitag in der Zeit von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 / 2902 – 70799.

    Freundliche Grüße

    Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    1. Hallo,

      der Arbeitgeber hat mich mit dem Beitragsgruppenschlüssel 0100 gemeldet an die Knappschaft Bahn-See als geringfügig entlohnter Minijob.

      Mein aktueller Status ist so, dass ich Schulabgänger bin seit meinem Abitur im Juli 2019 und im Oktober 2020 ein Uni-Studium beginnen möchte. Ich wohne bei meinen Eltern.

      Vielen Dank und viele Grüße

      Lisa

    2. Hallo,

      der Arbeitgeber hat mich mit dem Beitragsgruppenschlüssel 0100 gemeldet an die Knappschaft Bahn-See als geringfügig entlohnter Minijob.

      Mein aktueller Status ist so, dass ich Schulabgängerin bin seit meinem Abitur im Juli 2019 und im Oktober 2020 ein Uni-Studium beginnen möchte. Ich wohne bei meinen Eltern.

      Vielen Dank und viele Grüße

      Lisa

      1. Hallo Lisa,

        allgemein ist zu Ihrem Sachverhalt Folgendes zu sagen: In der geschilderten Konstellation wurde augenscheinlich bis zum Dezember 2019 ein 450-Euro-Minjob ausgeübt. Liegen zwischen diesem Minijob und dem erneuten Beschäftigungsbeginn keine zwei Monate, ist von der Vermutung auszugehen, dass es sich um ein einheitliches Beschäftigungsverhältnis handelt. Eine kurzfristige Beschäftigung wäre somit nicht möglich.

        Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass eine verbindliche sozialversicherungsrechtliche Beurteilung in unserem öffentlichen Blog aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich ist.

        Die versicherungsrechtliche Beurteilung übernimmt Ihr Arbeitgeber.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  14. Hallo,

    ich war für die Zeit vom 1.10 bis 31.12.19 als Praktikant angestellt und geringfügig entlohnt mit einem monatlichen Gehalt von EUR 450.

    Das Unternehmen möchte mich nun als Aushilfe befristet für die Zeit vom 1.2.-31.3.2020 einstellen mit einem monatlichen Verdienst von deutlich über EUR 1.000. Weitere Arbeitszeiten sind von mir in 2020 nicht geplant und ich werde im Oktober 2020 ein Uni-Studium beginnen. Meine Aushilfstätigkeit ist ähnlich wie die im Praktikum, aber wie beschrieben z.B. deutlich verschieden im Hinblick auf meinen Arbeitslohn.

    Handelt es sich bei meiner Tätigkeit vom 1.2. – 31.3.2020 um eine kurzfristige und entsprechend sozialversicherungsfreie Beschäftigung ? Bzw. unter welchen Voraussetzungen ist die Aushilfstätigkeit als kurzfristige Beschäftigung zu qualifizieren ?

    Vielen Dank!

    Viele Grüße

    Lisa

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