Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns

Das Coronavirus ist zu einem bestimmenden Thema für uns alle geworden und beeinflusst immer mehr den Arbeitsalltag. Minijobber und Minijob-Arbeitgeber sind von den Auswirkungen gleichermaßen betroffen.

Mit der Ausbreitung des Coronavirus erreichen uns täglich verschiedene Fragen, die sich auf Beschäftigungen im Minijob beziehen.

Ihre Fragen und Antworten zu Corona und Minijob haben wir zusammengefasst:

Mein Minijobber ist an dem Coronavirus nachweislich erkrankt. Kann ich als Arbeitgeber einen Erstattungsantrag als Ausgleich für Aufwendungen der Lohnfortzahlung stellen?

Im Fall der Arbeitsunfähigkeit Ihres Minijobbers zahlen Sie als Arbeitgeber den regelmäßigen Verdienst für den Zeitraum von bis zu sechs Wochen weiter. Dies gilt auch bei einer nachgewiesenen Corona-Erkrankung. Wenn Sie am Umlageverfahren für die U1 (Aufwendungen bei Krankheit) teilnehmen,  können Sie eine Erstattung im Krankheitsfall des Minijobbers geltend machen. Hierzu stellen Sie einen Antrag bei unserer Arbeitgeberversicherung.

Mein Minijobber wurde unter Quarantäne gestellt, da in seinem häuslichen Umfeld eine Corona-Infektion aufgetreten ist. Zahle ich als Arbeitgeber den Verdienst weiter?

Ist Ihr Minijobber nicht selbst erkrankt, jedoch unter Quarantäne gestellt, findet das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) Anwendung. Sie zahlen dem Minijobber für sechs Wochen den Verdienst weiter und beantragen die Erstattung der Kosten bei der zuständigen Gesundheitsbehörde des Bundeslandes.

Gleiches gilt übrigens auch, wenn Quarantänemaßnahmen für Kontaktpersonen eines in der Firma erkrankten Minijobbers angeordnet werden.

Weitere Informationen haben die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung in einem gemeinsamen Besprechungsergebnis festgehalten.

Meine Firma lebt vom Publikumsverkehr. Daher lasse ich nun aufgrund der Verbreitung des Coronavirus vorsorglich meine Geschäftsräume mehrmals am Tag reinigen. Durch den erhöhten Aufwand bei der Reinigung überschreitet der Verdienst meines Minijobbers nunmehr die 450 Euro Grenze. Handelt es sich bei der Reinigung noch um einen Minijob?

Wenn der Jahresverdienst eines Minijobbers 5.400 Euro übersteigt, liegt nicht automatisch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Ein Minijob bleibt auch dann bestehen, sofern die Verdienstgrenze gelegentlich und nicht vorhersehbar überschritten wird. Gelegentlich bedeutet: Nicht mehr als 3 Kalendermonate innerhalb eines Zeitjahres bzw. in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. Oktober 2020 gelten 5 Kalendermonate. Unvorhersehbar heißt: Nicht im Voraus vereinbart. Die Höhe des Verdienstes spielt bei der Überschreitung keine Rolle. Eine betragsmäßige Obergrenze für das dreimalige Überschreiten gibt es nicht.

Der erhöhte Reinigungsbedarf war nicht vorhersehbar. Wenn dadurch für maximal 3 Monate bzw. 5 Monate innerhalb des maßgebenden 12-Monats-Zeitraums ein höherer Verdienst als vorgesehen gezahlt wird, handelt es sich um ein gelegentliches Überschreiten der Entgeltgrenze, das unschädlich für den Minijob ist. Der 12-Monats-Zeitraum endet immer mit dem Ende des Entgeltabrechnungsmonats, in dem ein unvorhersehbares Überschreiten vorliegt und beginnt 12 Monate vorher. Somit verläuft beispielsweise die Frist für den Monat April 2020 vom 1. Mai 2019 bis 30. April 2020. Innerhalb dieses Zeitraums darf ein unvorhersehbares Überschreiten bis zum 3-mal bzw. ab März 2020 5-mal vorliegen.

Weitere Informationen finden Sie hierzu in unserem Blogbeitrag „Mehrarbeit wegen Corona: 450-Euro-Grenze darf im Minijob überschritten werden“.

Gelten auch für Minijobber die Regelungen zum Kurzarbeitergeld, die aufgrund des am 13. März 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlichten „Gesetzes zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ eingeführt worden sind?

Die im oben genannten Gesetz vorgesehenen vereinfachten Bedingungen für die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld gelten nur für die Fälle, für die ein Grundanspruch auf Kurzarbeitergeld gegeben ist. Hierzu zählen nur Arbeitnehmer, die versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung sind. Minijobber erhalten kein Kurzarbeitergeld, weil sie arbeitslosenversicherungsfrei sind.

Wenn ich Probleme habe, meine Minijob-Abgaben rechtzeitig zu zahlen, weil der ganze Betrieb wegen Corona ruht, gelten für diesen Fall besondere Regelungen in der Sozialversicherung?

Ja, es gelten besondere Regelungen in der Sozialversicherung. Die Zahlungsschwierigkeiten werden in diesem Fall durch ein sogenanntes unabwendbares Ereignis verursacht. Die Einzugsstellen zeigen sich kulant und verzichten auf die üblichen Gebühren für verspätete Beitragszahlungen. So werden beispielsweise keine Stundungszinsen berechnet oder es werden Säumniszuschläge bzw. Mahngebühren auf Antrag erlassen.

Bitte beachten: Die Minijob-Zentrale kann nicht erkennen, ob bei Ihnen -aktuell durch Corona- ein unabwendbares Ereignis vorliegt, was Sie an der rechtzeitigen Zahlung der Abgaben hindert. Die Prozesse bei der Minijob-Zentrale zur Feststellung der rechtzeitigen Beitragszahlung durch den Arbeitgeber sind elektronisch gesteuert. Für nicht rechtzeitig gezahlte Abgaben werden – ohne Zutun eines Mitarbeiters – systemseitig Säumniszuschläge erhoben. Darüber hinaus werden ausstehende Beiträge gemahnt und Mahngebühren festgesetzt. Wenn Sie uns als Arbeitgeber einen Hinweis auf Ihre Situation geben, werden wir Sie von diesen Maßnahmen ausnehmen.

Fragen zu den arbeitsrechtlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus beantwortet auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einem Fragen- und Antwortenkatalog.

Anmerkung:

Liebe Leserinnen und Leser unseres Blogs,

soweit es uns möglich ist, beantworten wir gerne alle Ihre Fragen. Unser Beitrag „Coronavirus und Minijob“ wird zum Anlass genommen, uns Fragen zum Arbeitsrecht zu stellen. Erlauben Sie uns in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass wir ein Sozialversicherungsträger sind und unsere Kernkompetenz somit im Bereich des Sozialversicherungsrechts liegt.

Wir haben alle Fragen zum Sozialversicherungsrecht in dem Blog-Artikel aufgegriffen. Arbeitsrechtlich haben wir nur die Möglichkeit über gesetzliche Regelungen zu informieren. Wir dürfen weder zu diesen Themen beraten noch Hinweise über die praktische Umsetzung geben.

In diesem Sinn verstehen Sie bitte auch unsere Ausführungen.

Eine in den Kommentaren viel diskutierte Frage dreht sich darum, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Betrieb behördlich angeordnet geschlossen wird und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist? Darauf antwortet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wie folgt:

„Im Hinblick auf die Entgeltfortzahlung gilt, dass der Arbeitgeber grundsätzlich weiter zur Entgeltzahlung verpflichtet bleibt, wenn die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, aber er sie aus Gründen nicht beschäftigen kann, die in seiner betrieblichen Sphäre liegen (sog. Betriebsrisikolehre, § 615 Satz 3 BGB). Dazu würden etwa Fälle zählen, in denen es aufgrund von COVID-19-Erkrankungen zu erheblichen Personalausfällen oder Versorgungsengpässen käme, in deren Folge der Arbeitgeber die Betriebstätigkeit vorübergehend einstellen würde. Die Arbeitnehmer behalten also in diesen Fällen ihren Entgeltanspruch, auch wenn sie nicht arbeiten können.

Hinweis: Für diese Konstellationen, in denen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer den Arbeitsausfall zu vertreten haben, können einzel- oder kollektivvertragliche Vereinbarungen Abweichendes regeln.“

Im Ergebnis bedeutet dies, dass ein Minijobber auch bei einer Betriebsschließung weiterhin Anspruch auf Zahlung seines Verdienstes hat. Wie der Arbeitgeber aber unterstützt wird, um diese Kosten zu decken, darauf geben die gesetzlichen Regelungen unseres Erachtens derzeit keine Antwort. „Kurzarbeit“ anzumelden, ist für den Betrieb zumindest für die Minijobber auch keine Lösung, weil diese Arbeitnehmer nach der geltenden Rechtslage keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben.

Wir informieren über unseren Blog, wenn wir neue Erkenntnisse in dieser Angelegenheit haben.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat aufgrund der Corona-Krise ein Service- und Infopaket auf seiner Internetseite zusammengestellt.

391 Kommentare zu “Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns

  1. Hallo, ich habe einen sozialversicherungspflichtigen Hauptjob und arbeite seit vielen Jahren auf 450-Euro Basis nebenbei in der Gastronomie. Dies ist derzeit nicht möglich da das Restaurant geschlossen hat. Ich hoffe nach Corona dort wieder arbeiten zu können.

    Ich möchte deswegen auch dort angemeldet bleiben. Könnte ich in dieser Ausnahmesituation woanders zb im Supermarkt jobben, obwohl ich ohne Verdienst noch im Restaurant angemeldet bin?

    Ich weiß dass dies regulär nicht möglich wäre, hatte aber auf Lockerung der Regelung wg Corona gehofft.

    • Hallo und guten Tag,

      neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ist ein 450-Euro-Minijob sozialversicherungsfrei, jeder weitere 450-Euro-Minijob wird versicherungspflichtig und ist zur Krankenkasse zu melden.

      Die Ausübung eines kurzfristigen Minijobs ist jedoch neben einer versicherungspflichtigen Beschäftigung und einem 450-Euro-Minijob möglich.

      Vielleicht interessiert Sie auch unser Blog-Beitrag – Hauptjob, 450-Euro-Minijob und kurzfristiger Minijob! Geht das? http://t1p.de/Blogbeitrag-Hauptjob-Minijob-kurzfristig

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Liebes Team der Minijob-Zentrale

    habe 12.2015 einen Nebenjob in der Gastro und Teilzeitstelle.
    Durch die Situation haben wir seid 18.03 Kurzarbeit und Gastro geschlossen.
    Meine Firma die Kurzarbeit jetzt angemeldet hat kann mir die Frage nicht beantworten…..Da ich in der Gastro mein Nebenjob nicht ausüben kann….würde ich gerne im Supermarkt einen Nebenjob machen .
    Meine Frage wird der Nebenjob zum Kurzarbeitergeld berechnet oder nicht…. da ich seid Jahren ein Nebenjob habe ?

    • Hallo und guten Tag,

      Kurzarbeitergeld ist eine Leistung, welches von der Agentur für Arbeit ausgezahlt wird. Bei Fragen zur Anrechnung des Verdienstes aus einem Minijob auf das Kurzarbeitergeld bitten wir Sie, sich an Ihre zuständige Agentur für Arbeit zu wenden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Hallo. Ich habe einen 450€Job in einer Physiopraxis wo ab 1. 4. Kurzarbeit angemeldet wird. Die nächsten 2 Wochen ist der Betrieb geschlossen und wir müssen Urlaub nehmen. Kurzarbeitergeld gibt es ja für 450€ Kräfte nicht, bekomm ich ab April weiterhin meinen Lohn oder ist das Arbeitsverhältnis dadurch quasi beendet?
    LG

    • Hallo Andrea,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Betrieb behördlich angeordnet geschlossen wird und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist. Wir haben dies zum Anlass genommen, einen aktuellen Hinweis in unserem Kommentar vom 20. März 2020 zu unserem Blogbeitrag „Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns“ zu geben.

      Auf diesen möchten wir Sie hiermit gern verweisen: https://t1p.de/Blogbeitrag-Coronavirus-Kommentar-20-Maerz-2020

      Zu arbeitsrechtlichen Fragen informiert das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat das BMAS auch einen Fragen- und Antwortenkatalog zu arbeitsrechtlichen Fragen veröffentlicht: https://t1p.de/FAQ-BMAS

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Liebes Team der Minijob-Zentrale,

    ich arbeite auf 450 Euro Basis in einer KiTa als Erzieherin. Ich habe dort einen Aushilfsjob und schreiben meine Stunden auf. Nun sind die Kitas ja geschlossen, und ich werde nicht mehr gebraucht. Meine Chefin meinte, dass ich nicht weiter bezahlt werde. Gibt es hier ein klares Gesetz?

    Vielen Dank

    • Hallo Samira, bei mir ist es ganz genauso und ich bekomme keine
      „Richtige“ Antwort vom Chef ob ich nun Lohn bekomme oder wirklich gezwungen bin unbezahlten Urlaub zu nehmen. Hast du schon Antwort auf deine Frage bekommen? Grüße, Christine

    • Da es anscheinend gerade vielen Minijobbern so geht und wir einfach gekündigt bzw. einfach nicht mehr bezahlt werden, habe ich in Ermangelung hier eine Antwort zu finden, an das BMAS geschrieben, ob auch wir Minijobber finanzielle Überbrückungen bekommen. Die Antwort wird wohl auf sich warten lassen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder ist da jemand schon weiter und kann Auskunft geben?

    • genau das problem habe ich aktuell seit heute auch als friseur, dadurch dass der laden nun geschlossen bleibt und ich nur stundenweise gearbeitet hab bekomme ich nun auch kein geld mehr… war bis diesen monat noch in elterngeldbezug was schon blöd ist dass dieses geld ab nächstem monat wegfällt aber nun fällt auch der verdienst meines minijobs weg und ich darf auch mein nebengewerbe nicht mehr ausüben…
      gibt ea hier eine regelung ob man irgendwie eine art ausgleich oder ersatz bekommen kann???

    • Hallo und guten Tag zusammen,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Betrieb behördlich angeordnet geschlossen wird und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist. Wir haben dies zum Anlass genommen, einen aktuellen Hinweis in unserem Kommentar vom 20. März 2020 zu unserem Blogbeitrag „Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns“ zu geben. https://t1p.de/Blogbeitrag-Coronavirus

      Auf diesen möchten wir Sie hiermit gern verweisen: https://t1p.de/Blogbeitrag-Coronavirus-Kommentar-20-Maerz-2020

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Liebes Minijob-Team,

    Guten Tag… Ich habe einen miniJob im Bereich Küche (Essenausgabe), nun haben die Schulen geschlossen. Nun muss ich mein Kind selbst zu Hause betreuen, sie ist 5. Klasse und 11 Jahre. Meine Frage wäre, ob ich in dieser Zeit Anspruch auf meinen Lohn habe? Ich bekomme auch eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Aufgrund von Corona sehe ich immer mehr Aufrufe nach Hilfe von Supermärkten etc. Gerne würde ich dort zusätzlich helfen, da es mir zeitlich möglich wäre, aber was würde das finanziell bedeuten?
    Wenn bei meinen jetzigen Minijob die Lohnfortzahlung entfallen würde, könnte man in dieser Zeit im Supermarkt dann dafür helfen gehen?

    Ich bitte um kurze Rückantwort

    • Hallo Ramona,

      zu Entgeltfortzahlungsansprüchen bei behördlich angeordneten Betriebsschließungen finden Sie Erläuterungen in der aktuellen Anmerkung zu unserem Blogbeitrag „Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns“ zu geben. Die Anmerkung finden Sie am Ende des Blog-Beitrags.

      Wenn Sie keiner versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, können Sie mehrere 450-Euro-Minijobs ausüben, sofern der monatliche Gesamtverdienst 450 Euro nicht überschreitet.

      Vielleicht interessiert Sie auch unser Blog-Beitrag – Maximaler Hinzuverdienst zur Rente: 6.300 Euro nicht im Minijob: http://t1p.de/Blogbeitrag-Hinzuverdienst-Rente

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Hallo
    Habe ein Anliegen es geht darum das ich als Haushaltshilfe arbeite bei älteren Menschen im Haushalt meine frage ist ob ich meinen job wie gewohnt ausüben muss in dieser zeit mit dem coronavirus das sind menschen mit Behinderung und einer der natürlich all die Einkäufe erledigen muss der auch viel unterwegs ist

    • Hallo Hülya,

      die Bundesregierung hat ein Kontaktverbot beschlossen, dieses ist nicht als Ausgangssperre oder sogar als Verbot zur Arbeit zu gehen zu verstehen. Der Weg zur Arbeit und die Arbeit an sich sind somit erlaubt. Hier gibt es nur Einschränkungen für Betriebe mit Publikumsverkehr. Außerdem wurden zahlreiche Dienstleistungsgewerbe geschlossen, da bei ihnen beispielsweise ein Mindestabstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann.

      Der Privathaushalt als Arbeitgeber ist von dieser Regelung nicht betroffen. Wir empfehlen Ihnen mit Ihrem Arbeitgeber eine gemeinsam vertretbare Lösung zu finden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  7. Es rächt sich nun, dass die Minijobber niemals eine richtige Lobby hatten und auch jetzt nicht haben werden.
    Beispiel aus meinem Bekanntenkreis:
    Stundenweiser Zuverdienst als Putzhilfe in einem Fitness-Studio 200-250 Euro im Monat, angemeldet als Minijob bis 450 Euro.
    Rein rechtlich betrachtet, Recht auf Urlaub und Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
    Realität, bisher keinen einzigen bezahlten Urlaubstag bekommen (vertraglich überhaupt nicht vereinbart) und wenn im Hauptjob krank, dann abends doch geputzt, eben weil der Zuverdienst teil des Haushaltseinkommens war.
    Was passiert, wenn man seinen Rechtsanspruch durchsetzen will? Man kann gehen, stehen ja genug andere vor der Türe, die den Job übernehmen. Also fügt man sich. Hier müsste man die Arbeitgeber anders in die Pflicht nehmen, nämlich in dem sie am Jahresende nachweisen müssten, dass sie Urlaub gewährt haben.
    Nun musste das Studio mindestens vorübergehend schließen – es ist also nichts zum Putzen da – Zuverdienst ist weg.
    Der Studiobetreiber wird nun (vielleicht) Hilfen beantragen, in erster Linie aber nicht für die Putzkraft, sondern für sich und seine angestellten Trainer.
    Hier müsste der Arbeitsminister sofort erlassen, dass Gehälter ALLER Mitarbeiter bezahlt werden müssen, da die Arbeitgeber schließlich die Hilfen bekommen.
    Die Minijobber und Aufstocker bekommen NICHTS!!!

    • einfachste Lösung: Minijobs abschaffen und ALLE zahlen sozialversicherungsbeiträge und sind „normal“ angestellt!
      und nun überlegt mal schön, warum das nicht so ist, wer am meisten davon profitiert! Nicht jedenfalls die Arbeitgeber!

      • Das ändert nichts an der Tatsache, dass einige Arbeitgeber schamlos ausgenutzt haben, dass sich die Minijobber nicht krankschreiben lassen und nicht nach bezahltem Urlaub fragen.

        • Ich kenne genug Minijobber, die sich regelmäßig krankschreiben lassen. Das hat aber nichts mit der grundsätzlichen Problematik zu tun

  8. Ist es erlaubt jetzt, also in der Zeit der Ausgangsbeschränkung, einen Minijob in einem Haushalt anzufangen?

    • Hallo,
      zurzeit übe ich einen Minijob in einem Stadtmuseum aus. Dies bietet den Mitarbeitern an weiterhin andere Aufgaben in der Woche an, aufgrund des fehlenden Publikumsverkehres auszuüben. Jedoch anstatt 27 h im Monat nur noch 4 h. Es wurde dann geraten den Jahresurlaub aufzubrauchen oder unbezahlten Urlaub zu nehmen. Jedoch arbeite ich ausschließlich am Wochenende dort, da ich ein Kind habe. Muss ich dann in der Woche arbeiten gehen oder kann ich dies gegen Bezahlung verweigern? Was steht mir an Geld zu?
      Daneben übe ich einen Werkstudentenjob aus, sodass ich mit dem Minijob zusammen nicht über die 20 h pro Woche komme. Ist der Minijob berechtigt bei Mehrarbeit in den Semesterferien mir Lohnsteuer abzuziehen?
      Ich habe für 4 Wochenim Quarantänefall Homeoffice Aufgaben. Dort bin ich bis April in der Probezeit. Wie verhält es sich dort mit den Lohnansprüchen?
      Viele Grüße
      Anna

      • Hallo Anna,

        wir bitten zu berücksichtigen, dass wir ein Sozialversicherungsträger sind und unsere Kernkompetenz somit im Bereich des Sozialversicherungsrechts liegt. Ihre Anliegen betrifft aber das Arbeitsrecht. Unsere Auskünfte zum Arbeitsrecht beschränken sich nur darauf, über die gesetzlichen Regelungen zu informieren, nicht hingegen hierzu zu beraten oder vorzugeben, wie diese in der Praxis umzusetzen sind.

        Zu arbeitsrechtlichen Fragen informiert das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat das BMAS auch einen Fragen- und Antwortenkatalog zu arbeitsrechtlichen Fragen veröffentlicht. https://t1p.de/BMAS-FAQ-Corona-Arbeitsrecht

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Hallo Bettina,

      grundsätzlich ist auch während einer Ausgangssperre eine Beschäftigung nicht generell ausgeschlossen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Hallo,
    mein Minijob-Arbeitgeber, ein Münchener Premium-Catering-Unternehmen hat das Februar-Gehalt nicht gezahlt. Es gibt auch auf Nachfrage keine Stellungnahme seitens des Arbeitgebers. Ich arbeite bereits seit 2008 durchgängig auf Minijobs-Basis für das Unternehmen und bin sehr enttäuscht. Haben Sie einen Rat für mich?
    Gruß
    André

    • Nachtrag: Die Leistung, die dem Februar-Gehalt entspricht, wurde selbstverständlich schon erbracht. Mein Arbeitgeber hat also sehr wohl noch Einnahmen gehabt, um die Löhne auszuschütten.
      Ich finde es unmöglich von Einigen hier, die Lohnfortzahlung des AG fordern, obwohl die Einnahmen ausbleiben.

    • Hallo Andre,

      die Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden durch das Arbeitsrecht geregelt.
      Im Individual-Arbeitsrecht werden Arbeitsbedingungen geklärt. Dazu gehören zum Beispiel die Höhe der Vergütung, Urlaubsregelungen, Arbeitszeit, Kündigungsfristen, Entgeltfortzahlung.
      Da das Arbeitsrecht ein Individualrecht ist, kann es behördlich nicht geregelt werden. Das heißt, Sie müssen Ihre Ansprüche bei Ihrem zuständigen Arbeitsgericht selbst durchsetzen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  10. hey mich trifft es jetzt also auch. Freigestellt vom Minijob.

    Ich arbeite 3 Tage (immer dieselben) die Woche mit insgesamt 11h die Woche.
    Im Arbeitsvertrag steht nur 450 Euro mit 10,-Euro/H., keine fixen Tage oder Stunden.

    Bisher wurde nur die Tatsächliche Anwesenheit bezahlt, selbst Urlaubstage werden nicht gewährt , schriftliche Aussage der Personalabteilung:

    Aushilfen mit 3 Tage Woche und 4h am Tag haben keinen Anspruch auf Urlaub.

    rechtlich natürlich dünn und wo kein Kläger da kein Richter, betrifft mehrere Aushilfen.

    Da der Job allerdings sonst super ist , klagt auch niemand und man nimmt es so hin,
    Für die Urlaubszeit werden Überstunden angespart die dann ausbezahlt werden.

    Jetzt hat der Betrieb auf Kurzarbeit umgestellt und somit alle Aushilfen…freigestellt…

    Eine Kündigung erfolgte bisher nicht, wir rufen dich an..heisst es….

    also das übliche Spiel , keine Anwesenheit keine Entlohnung….

    Meine Frage :

    wäre der Arbeitgeber (über 300 Angestellte) nicht verpflichtet meinen Lohn weiter zu zahlen, da ich ja arbeiten will und könnte….aber eben nicht auflaufen darf….

    • Hallo Thomas,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Betrieb behördlich angeordnet geschlossen wird und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist.

      Wir haben dies zum Anlass genommen, einen aktuellen Hinweis in unserem Kommentar vom 20. März 2020 zu unserem Blogbeitrag zu geben. Auf diesen möchten wir Sie gern verweisen: https://t1p.de/Blogbeitrag-Coronavirus-Kommentar-20-Maerz-2020

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  11. Liebes Team der Minijob-Zentrale,
    Wir rechnen damit, das früher oder später die Ausgangssperre kommt. Wir arbeiten beide Vollzeit und haben nun kurzfristig eine Kinderbetreuung per Minijob eingestellt, weil es anders nicht zu schaffen ist (sie kommt auch nur zu uns und wir halten uns ans Social distancing).
    Bei einer Ausgangssperre dürfen Arbeitnehmer ja weiterhin zur Arbeit fahren, brauchen dann jedoch einen „Passierschein“ vom Arbeitgeber. Können Sie bitte eine Vorlage hochladen wie solch ein Passierschein ausgestellt von einem Arbeitgeber der Privathaushalt ist auszusehen hat? Was muss da drauf stehen?
    Besten Dank
    C. Richter

    • Der Frage schließe ich mich an. Ich wohne in Hamburg und möchte das Haus nicht unnötig verlassen. Muss ich als Haushaltshilfe im Privathaushalt putzen gehen oder darf ich ohne Entgelt zuHause bleiben? Danke

    • Hallo Herr Michelfelder und hallo Carmen,

      am 22. März 2020 haben sich Bund und Länder darauf verständigt, die Kontakte drastisch zu begrenzen. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushalts auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Durch ein Maßnahmenbündel soll ein starkes Ansteigen der Infektionen verhindert werden. Unter anderem werden zahlreiche Dienstleistungsgewerbe geschlossen, weil dort beispielsweise ein Mindestabstand von 1,50 Metern (besser sogar 2 Meter!) von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann.

      Das Kontaktverbot ist aber nicht als Ausgangssperre oder gar als Verbot zur Arbeit zu gehen zu verstehen. Der Weg zur Arbeit und die Arbeit an sich ist somit erlaubt. Der Privathaushalt als Arbeitgeber ist von diesen Betriebsschließungen nicht betroffen.

      Es gibt aber Menschen mit besonderen Risiken. Da Sie zur Coronavirus-Risikogruppe zählen, empfehlen wir Ihnen gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber nach einer für beide Seiten vertretbaren Lösung zu suchen.

      Wir hoffen Ihnen mit unserer Antwort weitergeholfen zu haben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  12. Liebes Team der Minijob-Zentrale,

    derzeit habe ich eine Vollzeit-Ausbildung sowie einen Minijob als geringfügig Beschäftigter.

    Mein Arbeitgeber beim Minijob hat mir mitgeteilt, dass derzeit keine Aufträge vorliegen. Da ich allerdings mich für jeden Arbeitstag seperat anmelden musste und hierfür Lohn bezogen habe, habe ich derzeit keine Einnahmen beim Minijob.

    Der Lohn bei meiner Ausbildung reicht allerdings nicht aus. Welche Möglichkeit habe ich um vom Staat und/oder Arbeitgeber einen Ausgleich oder Ähnliches zu erhalten bzw. zu beantragen?

    Vielen Dank.

    Freundliche Grüße
    Sabrina

    • Hallo Sabrina,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind.

      Wir haben dies zum Anlass genommen, einen aktuellen Hinweis in unserem Kommentar vom 20. März 2020 zu unserem Blogbeitrag zu geben. Auf diesen möchten wir Sie gern verweisen: https://t1p.de/Blogbeitrag-Coronavirus-Kommentar-20-Maerz-2020

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  13. Liebes Minijob-Team,
    ich befinde mich zur Zeit in einer Minijob Anstellung in der ich die € 450,- auch voll monatlich verdiene. Aufgrund von Corona sehe ich immer mehr Aufrufe nach Hilfe von Supermärkten etc. Gerne würde ich dort zusätzlich helfen, da es mir zeitlich möglich wäre, aber was würde das finanziell bedeuten? Mein Einkommen würde damit natürlich die € 450,-zusammen übersteigen und ich möchte mich natürlich nicht schlechter stehen, nur weil ich in der Kriese mit anpacken möchte.

    • Hallo Sandra,

      üben Sie keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung aus, können Sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausüben. Der gesamte monatliche Verdienst darf jedoch durchschnittlich 450 Euro nicht überschreiten. Verdienen Sie insgesamt mehr als 450 Euro im Monat, werden alle Beschäftigungen versicherungspflichtig zu Ihrer Krankenkasse gemeldet.

      Vielleicht ist die neue Beschäftigung im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs möglich? http://t1p.de/MJZE-kurzfristig-gewerbliche-Minijobs

      Die Verdienste aus einem 450-Euro-Minijob und einem kurzfristigen Minijob werden nicht zusammengerechnet. Denkbar wäre auch, neben Ihrem jetzigen 450-Euro-Minijob eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung (durchschnittlicher monatlicher Verdienst mehr als 450 Euro) auszuüben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  14. Liebes Team der Minijob-Zentrale, ich arbeite als erzieherische Aushilfe auf Abruf in einer gringfügigen Beschäftigung im Kindergarten und Schulhort.
    Da diese Einrichtungen zur Zeit nur eine Notgruppe zur Verfügung stellen werde ich im Augenblick nicht angefragt. Das bedeutet das ich mein Stundenkonto nicht füllen kann und damit auch kein Geld verdiene. Muss mein Arbeitgeber mich in diesem Fall anderweitig einsetzen? Es ist finanziell schon ein Krux, dass Angestellte in Voll- und Teilzeit Anspruch auf Lohnfortzahlung wie Kurzarbeitergeld haben aber viele Menschen im Niedriglohnsektor keine Möglichkeit haben vergessen werden obwohl auch wir finanzielle Einbußen haben. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit und würde mich über ein kurzes Feedback freuen.

    • Der Niedriglohnbereich und die geringfügige Beschäftigung sind geschaffen worden, um auf der Grundlage leistungsloser Pauschalabgaben für den Arbeitnehmer, Billiglöhne für die Wirtschaft zu ermöglichen. Sie wurden nicht vergessen, man hat bewußt die Verarmung der Arbeitnehmer zu Gunsten der Wirtschaft gewählt. Die Arbeiterschaft hat sich offenbar nicht in der Lage gesehen, solche Beschäftigungen auszuschlagen und für ordentliche Arbeits- und Entlohnungsbedingungen zu kämpfen – was verständlich ist.

      Jetzt rächt sich dies, weil den Minijobbern z. B. keine KUG-Leistungen aus der Arbeitslosenkasse zustehen.

      Ob tatsächlich Arbeit auf Abruf und eine Reduzierung der vertraglich/ggf. gesetzlich bestimmten Wochenarbeitszeit möglich ist, fragen Sie besser eine Anwalt.

      • Hier mal ein paar Zahlen und Gedanken zu den Minijobs: in Deutschland gibt es derzeit ca 6,5 Mio Minijobber. Vorausgesetzt, jeder von ihnen verdient durchschnittlich 275€ mtl. , macht das im Jahr 6 Milliarden € Einnahmen für die Sozialkassen – mehr oder weniger OHNE Gegenleistung, also Ansprüche für den Arbeitnehmer! Warum sollte man die Minijobs also abschaffen? Hätte man ja längst machen können, und jeden Job versicherungspflichtig machen! Würde aber bedeuten, dass auch der Geringverdiener kranken- und rentenversichert ist, und damit Kosten verursachen kann, und das ist ganz offensichtlich nicht erwünscht!
        Fakt ist, dass der Arbeitgeber keinen wirtschaftlichen oder arbeitsrechtlichen Vorteil durch die Beschäftigung von Minijobbern hat. Der Vorteil liegt ausschließlich bei der Minijobzentrale und natürlich beim Minijobber selbst, denn sein Bruttolohn ist gleichzeitig der Nettolohn!

        • Vielleicht wäre es ja möglich wegen der besonderen Lage der Minijobber dass aus den vereinnahmten Geldern Zahlungen an die Minijobber zurückfließen könnten.

        • warum „zurück“ fließen? die Minijobber haben doch nie was einbezahlt, stattdessen ihren Lohn immer netto wie brutto erhalten.
          Was glaubt ihr eig alle, wo der normale Selbstständige das Geld hernimmt zur Bezahlung seiner Mitarbeiter? Vom reichhaltigen Sparbuch? vom angeborenen Reichtum?🤦🏻‍♂️. Wenn kein Geld reinkommt, kann auch keins rausgehen.

        • Hallo Ralph!
          Da verdrehst Du doch die Realitäten. Der Minijob wurde auf Druck der Arbeitgeber und leider mit der Duldung der Gewerkschaften, nicht durch die Forderung der Arbeitnehmer geschaffen. Es ging um „billige“ Jobs für die Unternehmen. Die Arbeitgeber bieten in vielen Branchen doch nicht aus Nächstenliebe und Verständnis für den Arbeitnehmer diese Jobs an. Ein bekannter „Missbrauch“ der Regelung.
          Die über die Minijobzentrale vereinnahmten Summen sind doch nicht durch die Arbeitgeber sondern durch die Arbeitnehmer erwirtschaftet. Unrecht wird nicht richtig nur weil die gesetzlichen Regeln eingehalten werden.

        • Also dieses Thema ist – zumindest für einige Branchen – deutlich komplizierter, und ich verdrehe auch keine Realitäten. Ich bin mit solch einer „Realität“ seit einiger Zeit konfrontiert… Leider werden alle Branchen in einen Sack gesteckt, alle Unternehmer pauschal kriminalisiert mit dem simplen Argument: die Regeln sind für alle gleich, egal ob es passt oder nicht. Wir können das gerne mal diskutieren, aber nicht hier….

    • Hallo Frau Kersten,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Betrieb behördlich angeordnet geschlossen wird und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist.

      Wir haben dies zum Anlass genommen, einen aktuellen Hinweis in unserem Kommentar vom 20. März 2020 zum Blogbeitrag zu geben:

      https://t1p.de/Blogbeitrag-Coronavirus-Kommentar-20-Maerz-2020

      Auf diesen möchten wir Sie gern verweisen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  15. Liebes Mini-Job-Team..Ich bin aufgrund der Schliessung meines Betriebes jetzt zuhause. Es handelte sich um eine Vollzeitstelle.Der Arbeitgeber beantragt jetzt für uns KUG. Nach dem Rechner werde ich ich nur rd. 845 Euro erhalten. Ich könnte und möchte gerne jetzt vorrübergehend einen Minijob annehmen um meine mtl. Kosten und Lebensunterhalt zu sichern. Im Internet lese ich jedoch, das alle, die jetzt einen Minijob annehmen dieses voll auf das KUG angerechnet wird… Bei allen, die vorher schon einen Minijob hatten ist dies wohl nicht der Fall. Können Sie mir sagen, ob diese Informationen so richtig sind? LG

    • Hallo Moni,

      Kurzarbeitergeld ist eine Leistung, die von der Agentur für Arbeit ausgezahlt wird. Wir bitte Sie daher, sich bei Fragen zur Anrechnung Ihres Verdienstes aus dem Minijob auf das Kurzarbeitergeld an Ihre zuständige Agentur für Arbeit zu wenden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  16. Guten Tag,

    wenn z.b. zum 01.04 in Kurzarbeit gehe und am 30.03 einen Minijob neu antrete. Bin ich in diesem Fall vor der Frist das der Verdienst aus dem Minijob auf das Kurzarbeitergeld angerechnet wird? Oder welche Frist gilt dann? Die Anmeldung zur Kurzarbeit vom Arbeitgeber?

    • Guten Tag,

      Kurzarbeitergeld ist eine Leistung, die von der Agentur für Arbeit ausgezahlt wird. Bei individuellen Fragen zur Anrechnung Ihres Verdienstes aus dem Minijob auf das Kurzarbeitergeld bitten wir Sie, sich an Ihre zuständige Agentur für Arbeit zu wenden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  17. Liebe Minijob-Zentrale,

    die Boulderhalle in der ich als Minijobber arbeite hat seit dem 17.03. zu, offenbar haben sie wegen der „Allgemeinverordnung“ und nicht wegen dem „Infektionsschutzgesetz“ geschlossen und müssen/können deshalb den 450,- Kräften kein Gehalt fortzahlen da sie es nicht zurück bekommen. Stimmt das, oder liegt hier eine Fehlinformation vor? Was kann ich tun, wenn die Soforthilfe nur einen kleinen Teil den ich als Selbstständige erwirtschaftet habe abdeckt?

    Beste Grüße aus München

  18. Guten Tag… Ich habe einen miniJob im Bereich Reinigung, nun haben die Schulen geschlossen und ich muss meine Kinder selbst zu Hause betreuen. Meine Frage wäre ob ich in dieser Zeit Anspruch auf meinen Lohn habe?

  19. Kann man in Zeiten von Corona Minijobber die ein Jahresabreitszeitkonto haben, einige Monate auf 0,-€ Einkommen setzen?
    Sonst werden zu viele Minusstunden aufgebaut.

  20. Wir haben einen Minijobber mit Hauptbeschäftigung. Der Hauptarbeitgeber hat ihn in Quarantäne gestellt, weil er im Risikogebiet war. Dadurch kann er auch bei uns nicht arbeiten. Er hat keinerlei Symptome.
    1. Müssen wir das Geld weiterzahlen
    2. Bekommen wir dieses erstattet?

    Vielen Dank.

    AWR

  21. Liebes Team der Minijob-Zentrale,
    wir haben einige Betriebe die aufgrund behördlicher Verordnung ihre Geschäft schließen mussten.
    Wenn den Aushilfen der Lohn weiterbezahlt wird, können die Arbeitgeber eine
    Entschädigung nach dem IfSG für sechs Wochen erhalten?
    Greift hier das IfSG, auch wenn der Betrieb bzw. die Arbeitnehmer nicht direkt
    unter Quarantäe müssen, sondern weil es sich um eine angeordnete Betriebs-
    schließung handelt ?
    Vielen Dank im Voraus.

  22. Liebe Leserinnen und Leser unseres Blogs,

    soweit es uns möglich ist, beantworten wir gerne alle Ihre Fragen. Unser Beitrag „Coronavirus und Minijob“ wird zum Anlass genommen, uns Fragen zum Arbeitsrecht zu stellen. Erlauben Sie uns in diesem Zusammenhang den Hinweis,
    dass wir ein Sozialversicherungsträger sind und unsere Kernkompetenz somit im Bereich des Sozialversicherungsrechts liegt.

    Wir haben alle Fragen zum Sozialversicherungsrecht in dem Blog-Artikel aufgegriffen. Arbeitsrechtlich haben wir nur die Möglichkeit über gesetzliche Regelungen zu informieren.
    Wir dürfen weder zu diesen Themen beraten noch Hinweise über die praktische Umsetzung geben.

    In diesem Sinn verstehen Sie bitte auch unserer Ausführungen.

    Die hier viel diskutierte Frage dreht sich darum, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Betrieb behördlich angeordnet geschlossen wird und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist? Darauf antwortet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wie folgt:

    „Im Hinblick auf die Entgeltfortzahlung gilt, dass der Arbeitgeber grundsätzlich weiter zur Entgeltzahlung verpflichtet bleibt, wenn die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, aber er sie aus Gründen nicht beschäftigen kann, die in seiner betrieblichen Sphäre liegen (sog. Betriebsrisikolehre, § 615 Satz 3 BGB). Dazu würden etwa Fälle zählen, in denen es aufgrund von COVID-19-Erkrankungen zu erheblichen Personalausfällen oder Versorgungsengpässen käme, in deren Folge der Arbeitgeber die Betriebstätigkeit vorübergehend einstellen würde. Die Arbeitnehmer behalten also in diesen Fällen ihren Entgeltanspruch, auch wenn sie nicht arbeiten können.

    Hinweis: Für diese Konstellationen, in denen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer den Arbeitsausfall zu vertreten haben, können einzel- oder kollektivvertragliche Vereinbarungen Abweichendes regeln.“

    Im Ergebnis bedeutet dies, dass ein Minijobber auch bei einer Betriebsschließung weiterhin Anspruch auf Zahlung seines Verdienstes hat. Wie der Arbeitgeber aber unterstützt wird, um diese Kosten zu decken, darauf geben die gesetzlichen Regelungen unseres Erachtens derzeit keine Antwort. „Kurzarbeit“ anzumelden, ist für den Betrieb zumindest für die Minijobber auch keine Lösung, weil diese Arbeitnehmer nach der geltenden Rechtslage keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben.

    Wir informieren über unseren Blog, wenn wir neue Erkenntnisse in dieser Angelegenheit haben.“

    Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat aufgrund der Corona-Krise ein Service- und Infopaket auf seiner Internetseite zusammengestellt.

    https://t1p.de/BMWi

    Freundliche Grüße

    Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Guten Tag, mein Mann ist selbständig und ich bin bei ihm als Minijobber angestellt. Kann er aufgrund dessen Kurzarbeit anmelden, oder „zähle“ ich nicht als „Mitarbeiter“…!?

      • Hallo und guten Tag,

        Minijobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Ein Minijob ist eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung in der keine Pflichtbeiträge zur Arbeitslosenversicherung erhoben bzw. eingezahlt werden. Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der zuständigen Agentur für Arbeit deren Anspruchsberechtigung auf einer versicherungspflichtigen Beschäftigung beruht.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  23. Minijobber Infektionsschutzgesetz Frage: wir als Freizeiteinrichtung sind durch die Beschlüsse in HH, SH und Bremen komplett geschlossen worden unsere 450 Euro Kräfte und Werkstudenten haben jetzt nichts mehr zu tun. Wir können sie nicht weiter beschäftigen bzw. Ihnen keine Arbeit mehr geben bis wir wieder öffnen können. Gibt es hier Möglichkeiten für diese Mitarbeiter? Unsere Festangestellten haben wir in Kurzarbeit 0 Stunden geschickt diese bekommen ja was, die anderen schauen nun alle in die Röhre und sind als Studenten und co auf das Geld angewiesen um Miete und Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Wo bekommen die Hilfe her Hartz 4 ist keine Option!

  24. Ich bin Mini Jobber und uns wurde fristlos gekündigt, da wir unsere Arbeit nicht mehr ausführen können wegen Schließung. Ist es rechtens „fristlos“ zu kündigen? Oder muss der Arbeitgeber die Frist einhalten mit Lohnfortzahlung? ? ?

  25. Hallo,
    Ich fahre Geistig und Körperlich eingeschränkte Kinder von Zuhause zur Schule/Kindergarten und wieder zurück. Jetzt ist seit Dienstag alles vorerst bis nach den Osterferien geschlossen. Dies ist ein 450€ Job und ich bekomme jetzt kein Geld mehr. Was gibt es da für Möglichkeiten?

    • wenn der Unternehmer von seinem Auftraggeber (öffentliche Hand!) auch nichts bekommt? Wo soll der Chef dann die Kohle hernehmen???

      • Es muss den Minijobber nicht interessieren, woher der Arbeitgeber das Geld nimmt um seine Vertragspflicht zu erfüllen. Wird die Arbeitsleistung angeboten und der Vertrag nicht gekündigt hat der AG zu zahlen. (Annahmeverzug)

        • Ist das irgendwo gesetzlich geregelt bzw. wie soll man sich verhalten, wenn der AG trotzdem nicht bezahlt?
          Mein Mann (Altersrentner, dessen Rente nicht ausreichend ist) macht genau den gleichen Job wie der Fragesteller. Diese Fahrten werden von einem kleinen Taxiunternehmen durchgeführt. Und da die Schulen nun geschlossen sind finden auch keine Fahrten statt.
          Wohin kann man sich wenden?
          Kann man mit Hartz IV aufstocken?

        • Gute Einstellung. Nicht!

          Als Chef würde ich Ihnen dann sagen, okay die Kündigungsfrist ist „Nicht geregelt“, „zum Ende der Woche“, „zum Ende des Monats“, hier ist die Kündigung, leider kann ich dich nicht mehr bezahlen. Dann würde ich noch sagen, es gibt auch bis dahin keine Arbeit mehr für dich. 95% der Leute werden mangels Geld eh nicht vor Gericht gehen.

          In solchen Krisen muss man Fair zu einander sein. Alle sitzen im gleichen Boot und stur auf sein Recht zu beharren, ist wohl etwas zu kurz gedacht. Da gewinnt in der Regel der mit dem längeren finanziellen Atem.

          Also Danke für das geistreiche Kommentar @WIKO-Services.de

        • Hallo und Guten Tag TiDo,

          Ihre Frage im Zusammenhang mit dem Coronavirus betrifft einen arbeitsrechtlichen Sachverhalt. Wir bitten Sie zu berücksichtigen, dass wir ein Sozialversicherungsträger sind und unsere Kernkompetenz somit im Bereich des Sozialversicherungsrechts liegt.

          Zu arbeitsrechtlichen Fragen informiert das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004.

          Hilfebedürftige Personen, die die Altersgrenze erreicht haben und auf Dauer ihren Lebensunterhalt nicht aus eigener Erwerbstätigkeit bestreiten können, haben Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung im Alter.

          Diese Leistung orientiert sich individuell an der tatsächlichen Situation des Antragstellers bzw. des Leistungsberechtigten. Wir empfehlen Ihnen sich für weitergehende Informationen und eine individuelle Beratung bei den für Sie zuständigen Trägern der Sozialhilfe zu wenden.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  26. Ich arbeite in einer Zahnarztpraxis. Meine Arbeitgeberin möchte nun vorsorglich die Praxis nur an bestimmten Tagen und nur für den Notfall öffnen. Ich soll nun an den Tagen, an denen keine Patienten einbestellt sind Urlaub nehmen, bis mein gesamter Urlaubsanspruch für 2020 aufbebraucht ist, so dass ich keinen Urlaubstag zur freien Verfügung mehr habe. Der bisher genommenen Urlaubstage in diesem Jahr waren ebenfalls von der Arbeitgeberin angeordnet. Ist das rechtens?

    • Das ist nicht rechtens. Der Arbeitgeber könnte ja auch Kurzarbeit anmelden. Absatz 2 ist der entscheidende Absatz.

      § 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs
      (1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen. Der Urlaub ist zu gewähren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluß an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt.

      (2) Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, daß dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muß einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.

      (3) Der Urlaub muß im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Fall der Übertragung muß der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden. Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist ein nach § 5 Abs. 1 Buchstabe a entstehender Teilurlaub jedoch auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.

      (4) Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

  27. Hallo auch ich habe eine Frage

    Situation: Frau, 59 Jahre arbeitet seit 2 Jahren auf 450€ Basis als Reinigungskraft angemeldet in einer Familie, fester Arbeitsvertrag läuft über Zeitarbeitsfirma des Hausbesitzers. Heute kam Anruf das sie nicht mehr kommen soll, weil ihr Chef Angst wegen Corona hat und niemanden mehr im Haus haben möchte. Geld würde sie mit sofortiger Wirkung nicht mehr bekommen.
    Ist so etwas rechtens? Steht Ihr trotz Minijob nicht etwas zu, weil auch kein Coronaverdacht vorliegt?
    Arbeitswillen ist da, aber Chef sagt nein.
    Hat auch noch keine Kündigung ausgesprochen!
    Vielen Dank

    • In einem Kommentar zu einem Blog lässt sich ein Sachverhalt nicht in wenigen Sätzen darstellen, der nach einer arbeitsrechtlichen Beurteilung der Vertragssituation verlangt. Nichteinmal wird klar, wer der Vertragspatner der Reinigungskraft ist. (Chef, Zeitarbeitsfirma, Hausbesitzer, Reinigungskraft einer Familie)

      Grundsätzlich gilt ein Arbeitsvertrag und die Verpflichtungen daraus, bis er gelöst/gekündigt ist, so auch die Verpflichtung seine Arbeitsleistung anzubieten, wie auch, dafür Entgelt zu erhalten. Wenn der Arbeitnehmer seine Leistung anbietet, der Arbeitgeber die Annahme jedoch verweigert, so geht der Entgeltanspruch dadurch noch nicht verloren.

      Anwaltlicher Rat ist hier angezeigt, den in den Kommentaren keiner geben wird.

  28. Hallo ich habe einen Mitarbeiter der würde jetzt freiwillig in Unbezahlten Urlaub gehen möchte aber die SV-Beiträge bezahlt bekommen ist das möglich.

    • Es hat bei einem Minijobber doch keinen Sinn, Leistungslose SV-Beiträge zu zahlen. Einzig Beiträge zur Rentenversicherung – wenn hierzu nicht auch widersprochen wurde – würden dem MA etwas bringen.
      Haben Sie keinen Personalsachbearbeiter, der sich auskennt?

      • Hallo, ja es geht um den Rentenbeitrag.
        Der Mitarbeiter würde mir entgegenkommen und unbezahlten Urlaub nehmen aber er würde sich wünschen, dass ich die Rentenbeiträge weiter zahle.

        • Hallo Herr Gambietz,

          unterliegt Ihr Minijobber der Rentenversicherungspflicht, ist grundsätzlich ein monatlicher Mindestbeitrag zu entrichten: https://t1p.de/MJZE-Mindestbeitrag-RV

          Für Kalendermonate, in denen der Minijobber nichts verdient hat, ist kein Mindestbeitrag zu zahlen. Sollte der Minijobber allerdings unbezahlten Urlaub nehmen, muss er den Mindestbeitrag bis zu einem Monat alleine weiter bezahlen.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Wenn ich Krank bin darf die Fima mir so einfach kein Gehalt nicht mehr zahlen? Keine Arbeit kein Geld.

      • Hallo Frau Heublein,

        für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.

        Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit Ihnen als Minijobberin trifft.

        Wenn Sie krank sind muss Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn (Entgeltfortzahlung) weiterzahlen. Sie haben Anspruch auf den Lohn, den Sie bekommenen hätten, wenn Sie nicht krank gewesen wären.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  29. Hallo ihr lieben
    Ich bin gerade auf Kurzarbeit gesetzt worden und dachte mir ich könnte jetzt anderen helfen und ein 450€ Job machen. Mein AG hat das genehmigt und das Geld brauch ich, weil mit 60% vom Nettogehalt kann ich später die Fixkosten wie Miete etc. nicht zahlen.
    Frage gibt es ein sonder Kündigungsrecht beim 450€ Job??? Man hofft ja, aber weiß nicht, wann man sein Hauptberuf wieder ausüben kann. Aber wenn es soweit wäre könnte ich den 450€ Job nicht weiter machen.
    Lg und immer schön gesund bleiben

    • Zuerst würde ich als Arbeitgeber überlegen, ob die Anspruchsvoraussetzungen für KUG nicht entfallen, wenn der Mitarbeiter statt „arbeitslos“ zu sein, einer anderen Beschäftigung nachgeht. Hier könnten Einkünfte aus der 2. Beschäftigung auf KUG angerechnet werden. Leider habe ich da keine sichere Info.

      Kündigungsfristen können Sie im Arbeitsvertrag mit dem neuen Arbeitgeber abstimmen, wenn nicht ohnehin eine Befristung sinnvoll wäre. Übrigens kann auch eine Probezeit mit darin kurzer Kündigungsfrist vereinbart werden.

      Im Übrigen gelten für Minijobber die selben gesetzlichen Kündigungsfristen, wie für ander Arbeitnehmer.

    • Hallo,
      Ich bin in meinem Hauptjob (vollzeit) auf Grund chronischer Erkrankung bei voller Lohnfortzahlung freigestellt. Wie sollte ich jetzt mit meinem Minijob umgehen? Natürlich bleibe ich auch dort Zuhause! Aber kann ich mich krankschreiben lassen oder bleibe ich unbezahlt Zuhause? Wie sind da die Rechte/Pflichten?

  30. Hallo,

    ich arbeite nebenbei in der Gastronomie, die aufgrund der momentanen Lage schließen musste. Ich bekomme dort nur Geld, wenn ich auch arbeite, d. h. ich habe unregelmäßige Arbeitszeiten, die jede Woche variieren.
    Stehen Aushilfen in der Gastronomie irgendwelche Lohnfortzahlungen zu?

    LG und bleibt gesund!

    Vanessa

    • Hallo Vanessa,

      schau mal in die Beiträge und Kommentare unten. Dort finden sich viele Hinweise, die auch für Dich gelten und die ich hier nicht mehrfach runtertippen will.

      “ Ich bekomme dort nur Geld, wenn ich auch arbeite, d. h. ich habe unregelmäßige Arbeitszeiten, die jede Woche variieren.“
      Was evtl. schon nicht den gesetzlichen Vorgaben nach Teilzeit- und Befristungsgesetz entspricht.

      „Stehen Aushilfen in der Gastronomie irgendwelche Lohnfortzahlungen zu?“
      Zuerst steht einem eine Lohnzahlung für vereinbarte (bzw. als vereinbart geltende) Arbeitszeit zu.
      Nur wenn die Arbeitszeit tatsächlich wirksam durch den Arbeitgeber auf Null reduziert werden kann – was oft eben nicht der Fall ist – muß er diese auch nicht bezahlen.

      Dass vereinbarte Arbeitszeit bezahlt werden muss, hat mit Lohnfortzahlung nichts zu tun.

      Die richtige Frage wäre also: Kann der Arbeitgeber Deine Arbeitszeit einseitig und wirksam auf Null reduzieren?
      Das läßt sich jedoch nur am vorliegenden Arbeitsvertrag beurteilen.

  31. Guten Tag, in Bezug auf die Minijob-Problematik stellt sich mir folgende Frage: Ein Minijobber erhielt bisher bei Beschäftigung A monatlich 450 Euro (Minijob-Grenze ausgeschöpft). Aufgrund der fehlenden AV-Pflicht kein Anspruch auf KUG. Um sein Defizit zu überbrücken nimmt er nun einen weiteren Minijob (Beschäftigung B) für monatlich 300 Euro an. Erfolgt nun eine Zusammenrechnung der Entgelte, obwohl er bei Beschäftigung A im Moment keine Einnahmen erzielt? Die Addierung beider Beschäftigungen würde ergeben, dass er mehr als 450 Euro verdient, was am Ende eine Sozialversicherungspflicht auslöst. Oder nicht?

    • Die Frage ist, ob der erste Job wegfällt, weil eine Kündigung (wirksam?) erfolgte oder nicht.
      Erfolgte die Kündigung nicht wirksam, besteht regelmäßig anspruch auf Entgelt der vereinbarten Arbeitszeit. Wenn der AG glaubt er müsse nicht zahlen kann er im Irrtum sein.
      In den weiteren Kommentaren finden sich Hinweise auf das Teilzeit- und Befristungsgesetz, nach dem zu beurteilen ist, welche Arbeitszeit vereinbart ist und danach, welcher Lohn (von der Arbeitsleistung unabhängig) zu zahlen ist.

      Erst wenn hier Klarheit besteht, weiß man, ob ein weiteres Arbeitsverhältnis besteht und wie dies zusammen mit dem ersten zu beurteilen ist.

      Man könnte auch den ersten Vertrag kündigen und hätte so klare Verhältnisse.

  32. Guten Tag,
    auch ich schließe mich den Kommentaren vieler Vorredner an:
    Wie ist die Regelung bzgl. Lohnfortzahlung bei Betriebsschließung?
    Wie ist die Regelung bei Reduzierung der Arbeitszeiten, beziehungsweise Nicht-Einsatz aufgrund erheblich geringeren Personalaufwands?

    Vielen Dank

    • Hallo Jan,

      wie schon in anderen Kommentaren angesprochen, gibt es bestehende gesetzliche Regelungen zur Lohnfortzahlung, die auch bei Betriebsschließungen greifen. Wer dem Arbeitgeber die politisch zugesagten Hilfen (ggf. Erstattungen) dazu leistet, ist z. Zt. nicht praktisch geregelt.
      Für die Regelungen zur reduzierten Arbeitszeit gilt das gleiche. Die bestehenden Regelungen auf den Anspruch der Arbeitnehmers auf Beschäftigung ergeben sich aus seinem Arbeitsvertrag (Arbeitszeitvereinbarung), bzw. den Regelungen nach Teilzeit- und Befristungsgesetz.
      Diese Fragen hier pauschal zu Beantworten ist kaum möglich, daher nur kurz:
      Die nach den o. g. Regeln vereinbarte oder als vereinbart geltende Arbeitszeit ist zu bezahlen, auch wenn die Arbeitsleistung nicht abgefordert/abgerufen wird.

      Der Arbeitgeber kann sich dieser Verpflichtung ggf. nur per Kündigung entziehen.
      Ob eine Kündigung möglich und eine ggf. fristlose Kündigung wirksam ist, muss am Einzelfall beurteilt werden.

      Ohne die Details des jeweiligen Arbeitsvertrages zu kennen, ist jedoch eine pauschale Antwort auf die Frage nicht geeignet, den Einzelfall zu beurteilen. Wenden Sie sich hier besser an einen Profi in Arbeitsrechtlichen Fragen oder ein kompetenten Personalsachbearbeiter.

  33. Guten Tag.

    Viele Unternehmen erleiden zur Zeit einen massiven Umsatzeinbruch von weit über 70%. Geschuldet ist dies der massiven Überschuldung der Menschheit. Zahlungsverpflichtungen werden in die Zukunft verschoben, etc…

    Wenn Ihr Eure Miete nicht bezahlen könnt, dann bezahlt sie einfach nicht. Falls Euer Vermieter hochverschuldet ist, dann kann er nur zu einem günstigen Preis mit Verlust verkaufen. Und wenn es nur noch wenige Menschen gibt, die hohe Mieten akzeptieren können, dann sinkt automatisch die Miete. Das spielt für den neuen Eigentümer aber keine Rolle, weil er ja billig gekauft hat.

    Mit weiteren Krediten wird nichts gerettet nur noch weiter verzögert. Der Staat wird uns allen in jedem Fall das Nötigste geben (Essen, Geld abheben, Tanken, etc.).

    Bleibt gesund und haltet Abstand!

    Beste Grüße,
    Chris

  34. Liebes Minijob-Team,
    ich kann mich dem Kommentar von Mareike und Marion Hartmann nur anschließen.

    Unsere Mensa wurde im Zuge der Schulschließung auch geschlossen.
    Wir haben einen Totalausfall bei den Einnahmen und müssen unsere Arbeitnehmer, sowie die Beiträge an die Knappschaft bezahlen.
    Die Arbeitnehmer sind angewiesen auf ihren Lohn.

    • Das Arbeitsministerium gibt dazu folgende Auskunft:

      Im Hinblick auf die Entgeltfortzahlung gilt, dass der Arbeitgeber grundsätzlich weiter zur Entgeltzahlung verpflichtet bleibt, wenn die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, aber er sie aus Gründen nicht beschäftigen kann, die in seiner betrieblichen Sphäre liegen (sog. Betriebsrisikolehre, § 615 Satz 3 BGB). Dazu würden etwa Fälle zählen, in denen es aufgrund von COVID-19-Erkrankungen zu erheblichen Personalausfällen oder Versorgungsengpässen käme, in deren Folge der Arbeitgeber die Betriebstätigkeit vorübergehend einstellen würde. Die Arbeitnehmer behalten also in diesen Fällen ihren Entgeltanspruch, auch wenn sie nicht arbeiten können.

      Hinweis: Für diese Konstellationen, in denen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer den Arbeitsausfall zu vertreten haben, können einzel- oder kollektivvertragliche Vereinbarungen Abweichendes regeln.

  35. Diese Fragen zur weiteren Bezahlung von Minijobbern bei angeordneter Schließung
    und eventuellen Entschädigungen brennen mir auch auf den Nägeln,und ich finde keine Antworten.
    Ich bin selbständig mit kleiner Kinderbetreuung,und mehreren angestellten Minijobbern.
    Wir mussten schließen, es folgen keine Einnahmen mehr. Wo bekommt man dazu Auskunft? Kurzarbeitergeld fällt ja weg, Kredit bringt mir auch nichts.

    Vielen Dank
    Monika

    • Hier hilft Ihr Steuerberater oder gut informierter Personalsachbearbeiter. Über die aktuelle Entwicklung von bisher zugesagten aber technisch noch nicht umgesetzten Hifsmaßnahmen (insbesondere für Klein- und Kleinstbetriebe) sollte der entsprechende Berater für Sie sammeln und Sie darüber informieren.

  36. Ich bin fassungslos. Man sollte doch meinen, dass die Minijob-Zentrale eine Aussage treffen kann ob man als gringf. Beschäftigter ein Recht auf Lohnfortzahlung bei Bereichs- oder Betriebsschließung hat.
    Wie viele Minijobber gibt es wohl gerade, die von einem auf den anderen Tag auf der Straße landen weil sie erstens kein KUG bekommen und zweitens sofort freigestellt werden?
    Und die die, die Antworten haben sollten verweisen auf eine Infoseite, die sich absolut Nullkommanull mit der Lohnfortzahlung von Minijobbern beschäftigt.

    • Hallo Marvin H.
      diese Frage haben wir auch mit unserem Steuerberater besprochen und folgende Info erhalten: entweder vereinbaren Sie mit dem Minijobbler eine Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses oder Sie kündigen ihm, in jedem Fall müssen aber die gesetzlichen Zeitvorgaben ( z.b.: Kündigungsfristen ) eingehalten und auch bezahlt werden!

    • Die Enttäuschung über die Ratlosigkeit kann ich gut verstehen. Da hier Arbeitsrechtliche Fragen im Raum stehen, die in dieser Form bislang nicht vorgekommen sind, darf man von der Mini-Job-Zentrale nicht zuviel erwarten.

      Weder sind die vollmundigen Versprechen der Politik bisher in praktische Hilfsangebote umgesetzt, noch kann man vorhersagen, wie dies erfolgen wird.

      Derzeit ist der Stand wohl der, dass Minijobber keinen gesetzlichen Anspruch auf KUG haben, jedoch eine entsprechende Hilfsstellung geplant/versprochen ist.
      Selbst die Arbeitsagentur rät, bei KUG-Anträgen, auch jene Mitarbeiter mit einzubeziehen, wür die DERZEIT kein gesetzlicher Anspruch besteht. So jedenfalls unsere letzte Information. (Stand: 18.03.2020)

    • Hallo Marvin,

      bitte beachten Sie unseren Kommentar zu diesem Blogbeitrag vom 20. März 2020, um 8:36 Uhr

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  37. Liebes Minijob-Team,
    ich schließe mich der Meinung von Mareike an. Es wird viel über Kurzarbeitergeld etc. berichtet aber was mit den vielen geringfügig Beschäftigungen ist, darüber gibt es keinerlei Auskunft. Ich habe ein Lohnbüro und sämtliche Arbeitgeber rufen im Moment bei mir an und wollen Auskunft über die im Beitrag von Mareike genannten Fragen haben. Bitte nehmen Sie dazu umgehend Stellung, da schon nächste Woche auch der Abgabetermin für den Beitragsnachweis ist. Vielen Dank und Grüße Marion

  38. Hallo Minijob-Team,
    unsere Haushaltshilfe wird am Wochenende aus ihrem Urlaub in Spanien (Kanarische Inseln / Risikogebiet!?) zurückgeflogen.
    Da meine Frau zu einer Risikogruppe gehört (Vorerkrankuung), möchten wir sie in den kommenden 14 Tagen noch nicht im Haushalt einsetzen.
    Wie ist diesbezüglich zu verfahren? (Lohnfortzahlung? / LFZ-Erstattung?)

    MfG
    Bernd Mauer

    • Hallo Herr Mauer,

      wer aus einer von Covid-19 betroffenen Region zurückkehrt und persönliche Kontakte zu nachweislich infizierten Menschen hatte, sollte sich unbedingt telefonisch an seinen Arzt wenden, empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium.

      Befinden sich Minijobber in Quarantäne, erhalten sie bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlungen vom Arbeitgeber. Der Arbeitgeber bekommt die Beträge auf Antrag von der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes erstattet.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  39. Guten Tag
    Ich arbeite als Haushaltshilfe privat bekomme allerdings nur geleistete Std bezahlt darf aber nun wegen corona nicht arbeiten. Heißt das für mich gehe die 5wochen leer aus?

    • Hallo Sandra,
      das Teilzeit- und Befristungsgesetz beschränkt die Möglichkeit einen Arbeitnehmer ohne vereinbarte Stundenzahl zu beschäftigen. Häufig gilt eine gesetzliche Mindeststundenzahl von 20 Wochenstunden als vereinbart, wenn dies nicht anders vereinbart ist.
      Die Zeiten, da man einen Mitarbeiter einfach nicht bezahlt, nur weil eine Vereinbarung (Arbeitsvertrag) einseitig seitens des Arbeitgebers gerade mal nicht mehr oportun ist, sind vorbei.
      Lassen Sie sich besser von einem Arbeitsrechtler beraten, wenn Sie nicht selbst in der Materie „sattelfest“ sind.

      • Den Hinweis finde ich schonmal sehr gut. Auch die Verweise auf die §§ in Ihrem Kommentar von 12:12 Uhr. Allerdings hat kein Minijobber eine Mindestarbeitszeit von 20 Stunden pro Woche. Dann wäre es nämlich kein Minijob mehr.
        Wir haben als Sportverein eine Reinigungskraft im Minijob-Verhältnis, die auf Abruf arbeitet – derzeit also gar nicht. Sind wir als Arbeitgeber verpflichtet, Lohn für den Zeitraum zu zahlen und Abgaben zu leisten, in dem die Sportstätten geschlossen sind? Auch in anderen Fällen, wenn die Halle geschlossen ist, erfolgt keine Lohnzahlung.

        • „Allerdings hat kein Minijobber eine Mindestarbeitszeit von 20 Stunden pro Woche.“
          Ein weit verbreiteter Irrglaube. Ist mit dem Minijobber keine Arbeitszeit vereinbart, gilt GESETZLICH eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden pro Woche als vereinbart. Dass durch die Mindestlohnvorgaben dann automatisch der Geringfügigkeitsbereich überschritten wird, ändert an der Tatsache, nämlich der als vereinbart geltenden Arbeitszeit (mit Anspruch auf Lohnzahlung dafür), nichts.

          In der Konsequenz kann es bei schlampig formulierten Arbeitsverträgen (häufig Musterverträge, die obendrein von Unwissenden „leicht“ verändert wurden) dazu führen, dass ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis besteht. Hier muß der Arbeitsvertrag geprüft werden, ggf. auch darauf hin, ob getroffene (Arbeitszeit-/Abruf-Vereinbarungen) überhaupt wirksam sind.
          Gleiches gilt, wenn entgegen dem Nachweisgesetz, dem Mitarbeiter nicht fristgerecht die vorgeschriebenen SCHRIFTLICH gefassten Mindestangaben ausgehändigt wurden. Dann gilt die 20 Std.-Woche, gleich ohne einen Vertrag prüfen zu müssen.

          Sogenannte „Arbeit auf Abruf“ ist nur in engen grenzen möglich, die nicht einfach dadurch eingehalten sind, dass man es nur „Arbeit auf Abruf“ nennt. Eine Einführung in die gesetzlich möglichen Formen der Arbeitsvertragsgestaltung kann hier jedoch nicht Platz finden.

          Ob der von Ihnen geschlossene AV tatsächlich eine willkürliche Reduktion der Arbeitszeit auf Null – auf Grund einer wirksamen Abruf-Vereinbarung – hergibt kann ich von hieraus nicht beurteilen.

          Nach langjähriger Erfahrung sind soche vermeintlichen Arbuf-Regelungen oft nicht wirksam vereinbart. Dabei kann dann zwar der AG die Arbeitsleistung unverlangt lassen, ein Anspruch auf (dann gesetzlich geltende Wochenarbeitszeit-Entlohnung) bleibt jedoch bestehen.

          Bester Rat hierzu: Lassen Sie den Arbeitsvertrag prüfen und bitte von Fachleuten die die gesetzlichen Regelungen und deren tatsächlichen Folgen für den Einzelfall auch in ihren Zusammenhängen verstehen.

    • Hallo Sandra,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Arbeitgeber die Tätigkeit untersagt bzw. der Arbeitnehmer die Tätigkeit nicht ausüben kann und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist. Wir haben dies zum Anlass genommen, eine aktuelle Anmerkung zu unserem Blogbeitrag „Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns“ zu geben. Die Anmerkung finden Sie am Ende des Blog-Beitrags.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  40. Unsere Minijobberin für Haushaltsnahr Dienstöeisrungen, haben wir freigestellt, damit sie sich um ihre Kinder kümmern kann. Wir bezahlen ihren Lohn weiter, da sie die Kinder sonst zu den Geoßeltern hätte bringen müssen, was wir verhindern wollten. Können wir irgendetwas geltend machen?

    • Dieses Vorgehen finde ich persönlich als vorbildlich!
      Über die Möglichkeiten zu Erstattungen oder Hilfsangebote für Sie sind z. Zt. noch keine praktikablen Vorgaben bekannt. Es steht zu erwarten, dass in den nächsten Tagen genauere Regelungen getroffen werden. Leider ist es schwer sich über Neuigkeiten dazu zu informieren, da unterschiedlichste Quellen auszuwerten sind.

      Unseren Mandanten haben wir eine Info-Hotline geschaltet, die wir verständlicherweise nicht öffentlich freigeben können. Vielleicht bietet Ihr Steuerberater ähnlichen Service?
      Selbst auf unseren Webseiten kommen wir nicht nach, die notwendigen Informationen stets zu sammeln und aktuell zu halten.

      Sicher wird auch die Minijob-Zentrale die selben Probleme haben und erst in den nächsten Tagen bessere Informationen anbieten können. Hier ist noch etwas Geduld gefragt.

    • Finde es sehr vorbildlich und lobenswert ihrer Haushaltshilfe gegenüber. Die Arbeit wird damit wert geschätzt. Danke, an alle die auch so mit ihrer HH- Hilfe verfahren.
      :))

    • Hallo Krogh,

      ob es eine staatliche Unterstützung geben wird, ist zum momentanen Zeitpunkt nicht bekannt.

      Wir empfehlen Ihnen sich mit dieser arbeitsrechtlichen Fragen an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zu wenden. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat das BMAS auch einen Fragen- und Antwortenkatalog zu arbeitsrechtlichen Fragen veröffentlicht: https://t1p.de/BMAS-FAQ-Corona-Arbeitsrecht

      Aktuelle Informationen werden wir auf unseren Kanälen bei Facebook, Blog und Twitter veröffentlichen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  41. Mein Steuerbüro betreut Mandanten im Einzelhandel, die ihr Geschäft schließen müssen. Müssen die Minijobber weiter bezahlt werden?
    Für die SV-Pflichtigen Arbeitnehmer wurde KUG beantragt.

    • Da auch Minijobbern eine Mindeststundenzahl zugesichert ist (§ 2 Abs. 1 Nr.7. Nachweisgesetz – NachwG) oder aber eine gesetzliche Regelung nach § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) greift, ist für die als vereinbart geltende Arbeitszeit der Lohn zu zahlen, auch wenn die Arbeitsleistung nicht vom Arbeitgeber abgerufen wird.
      Ohne die Details des jeweiligen Arbeitsvertrages zu kennen, ist jedoch eine pauschale Antwort auf die Frage nicht geeignet, den Einzelfall zu beurteilen. Wenden Sie sich hier besser an einen Profi in Arbeitsrechtlichen Fragen oder ein kompetenten Personalsachbearbeiter.

  42. Hallo,

    kann ich als Minijober in der Zeit, in der meine Einrichtung wegen Corona geschlossen ist, eine unbezahlte Friestellung bekommen?

    • Eine Unbezahltefreistellung können Sie mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Ob dies im Hinblick auf Ihre finanzielle Situation eine gute Entscheidung ist, bleibt Ihnen überlassen. Auch können mögliche Hilfsangebote – die Ihr Arbeitgeber in Anspruch nehmen können wird – davon betroffen sein. Ggf. erhält er dann geringere Hilfsleistungen, da seine Aufwendungen durch die Freistellung geringer wurden.

      Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arbeitgeber und vereinbaren evtl. eine Stundung der Gehaltszahlung für den Arbeitgeber, so dass Ihre Ansprüche auf Lohn nicht tatsächlich verloren gehen und damit die ggf. erstattbaren Aufwendungen des Arbeitgebers verringert werden.
      Einen Rat durch einen Profi im Arbeitsrecht oder einen kompetenten Personalsachbearbeiter kann dieser Hinweis nicht ersetzen.

  43. Das würde auch mich interessieren. Ohne den Minijob, kann ich schon am nächsten Monat meine Miete nicht mehr bezahlen und muss auf das Verständnis meines Vermieters hoffen.
    Mein jetziger Arbeitgeber kann mir bis dato nichts dazu sagen, weil es keine Informationen gibt.

    Danke für die Hilfe und schöne Grüße aus Düsseldorf,
    Nelson

    • Hallo Reinkemeier-Loh, Frau Bradler und Nelson,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Arbeitgeber die Tätigkeit untersagt bzw. der Arbeitnehmer die Tätigkeit nicht ausüben kann und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist. Wir haben dies zum Anlass genommen, eine aktuelle Anmerkung zu unserem Blogbeitrag „Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns“ zu geben. Die Anmerkung finden Sie am Ende des Blog-Beitrags.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  44. Hallo liebes Team,
    hätte auch eine dringende Frage:
    Arbeite als Minijobler in einem Supermarkt … meine Chef bräuchte mich dringend zum Auffüllen der Regale, da die Stundenanzahl bei weitem meine 450 Euro Grenze überschreiten würde nun meine Frage: Darf man in Krisenzeiten im Minijob mehr verdienen als 5400 Euro im Jahr ??

    • Ich bin sicher, dass man mehr arbeiten darf als die 5400 € Grenze!
      Ob der Arbeitgeber – der bislang daran spart, dass für Sie keine regulären Beiträge abzuführen sind – Ihren zusätzlichen Arbeitseinsatz auch zusätzlich vergüten will, in dem er das angebliche Sprungbrett Minijob zu einem regulären Arbeitsverhältnis macht, bleibt die Frage.

      Tatsächlich gibt es kein verbot von Mehrarbeit! Es ist nur dann nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit möglich, geringe Kosten der Arbeitskraft zu haben.
      Ist Ihre Arbeit vom Arbeitgeber tatsächlich so dringend gebraucht wird er gerne auch die dann abzuführenden regulären Lohnnebenkosten zahlen. Wenn nicht, dann sind Sie ihm offenbar nur so wichtig, weil Sie billiger abzuspeisen sind als die erforderlichen regulären Arbeitskräfte.

      Irgendwann muss doch mal Schluss sein, mit dem Armutslohn!

      • wo bitte liegt die Ersparnis für den Arbeitgeber, wenn er statt eines Versicherungspflichtigen mit 600 brutto zwei Minijobber mit jeweils 300 einstellt?????

        • Selbstverständlich in den, für den SV-Pflichtig Beschäftigten insgesamt höheren SV-Beiträgen, die dann auch einen Krankenversicherungsschutz beinhalten, sowie echte Rentenversicherungsleistungen für den Arbeitnehmer, an denen er beteiligt wäre, statt mit mickrigen Pauschalbeträgen ohne Leistung für den Arbeitnehmer (z. B. Krankenversicherung) davon zu kommen.

          Gegenfrage: Warum wohl werden vorwiegend geringfügig Beschäftigte eingestellt und dazu volle Arbeitsplätze aufgeteilt.
          Ein Arbeitgeber macht das nicht etwa, weil er finanzielle Nachteile hat oder weil es ihm Spaß macht statt einem, mehrere Mitarbeiter zu verwalten und abzurechnen.

        • dann rechnen Sie mir doch bitte mal die Arbeitgeberbelastung für die von mir genannten Zahlen vor!

        • nächste Frage: wie kann ich denn einen Arbeitnehmer für 400€ sozialversicherungspflichtig beschäftigen?

        • natürlich hat der Arbeitgeber bei 2 * 300 Euro auf GBV-Basis höhere Nebenkosten als bei einer sozialversicherungspflichtigen Arbeitskraft mit 600 Euro. Der Arbeitnehmer hat aber hingegen nicht netto 600 Euro in der Tasche, da dieser ja je nach Steuerklasse ggfs. Steuerabzüge hat bzw. dieses Einkommen dann in der Steuererklärung anzugeben ist mit anderen Einkommen, auch die des Ehegatten. Spätestens dann kommt es zu einer schönen Steuernachzahlung. Zudem kommen ja noch die Sozialabgaben Arbeitnehmeranteil zum Abzug, wenn auch etwas abgemildert wegen der Gleitzone. Dem Arbeitgeber kann es also nur recht sein, wenn er eine sv-pflichtige Arbeitskraft einstellt, unter den selben Umständen natürlich hinsichtlich der Arbeitszeit. Allerdings wird das dem Arbeitnehmer nicht gefallen, weil netto nicht viel übrig bleibt.

    • Hallo Heidi,

      Minijobber dürfen momentanen bis zu 3 mal im Jahr aus unvorhersehbaren Gründen die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat überschreiten und somit auch den Jahresverdienst von 5.400 Euro.

      Der erhöhte zeitliche Aufwand im Zusammenhang mit der Corona-Krise war nicht vorhersehbar. Wenn dadurch für maximal 3 Monate innerhalb des maßgebenden 12-Monats-Zeitraums ein höherer Verdienst als vorgesehen gezahlt wurde oder wird, handelt es sich um ein gelegentliches Überschreiten der Entgeltgrenze, das unschädlich für den Minijob ist.

      Hinweis:
      Vorübergehende Änderungen der Regelungen für geringfügige Beschäftigungen aufgrund der Covid-19-Pandemie sind in Bearbeitung. Das Bundeskabinett hat am 23. März 2020 den Entwurf eines Gesetzes für den erleichterten Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2 beschlossen.
      Der Entwurf wird nun durch die Koalitionsfraktionen in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht und soll bereits am 29. März 2020 in Kraft treten, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitteilt.

      Zu aktuellen Änderungen informieren wir zeitnah auf unserer Homepage, Twitter, Blog und Newsletter.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  45. Ich habe ein ähnliches Probelm, wie hier im Allgemeinen dargestellt wird. Ich habe ein unbefristeten Arbeitsvertrag auf 450 Euro Basis. Bis vorige Woche bin ich jeden Sonnabend 6 Stunden arbeiten gewesen, aufgrund des Corona-Virus wurde ich gestern von meinem Arbeitgeber informiert, dass ich die nächsten zwei Wochen zu Hause bleiben soll. Mir wurde angeraten Urlaub zu nehmen, welches ich allerdings nicht ganz einsehe. Wenn ich allerdings keinen Urlaub nehme, bekomme ich gar kein Geld. Auch ich benötige das Geld um mein Leben zu finanzieren.
    Auf Ihren Link zum Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird auf uns Minijobber nicht eingegangen. Einzig dass es für uns kein Kurzarbeitergeld gibt, und im Falle einer Krankschreibung es zu Lohnfortzahlung kommt. Dies ist aber in meinen und den o. g. Fällen nicht der Fall.
    Es wäre wünschenswert, wenn die Minijobzentrale dazu Antworten hätte, wo soll man sich den sonst hinwenden.
    Grüße
    cavallo

    • Die Minijob-Zentrale kann/darf ggf. keinen Rat zu Arbeitsrechtlichen Fragen geben. Und auch die Frage danach, ob der Arbeitgeber Zwangsurlaub anordnen kann, ist eben eine arbeitsrechtliche Frage.
      Solche Fragen lassen sich aber nur im Einzelfall und anhand der vertraglichen Verinbarungen beurteilen.

      Grundsätzlich haben Sie anspruch auf Lohnzahlung im Umfang der vereinbarten Arbeitszeit, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber die Arbeitsleistung abfordert oder nicht. Das gilt unabhängig von corona-bedingten Entwicklungen.

      Ob Sie das Urlaubs-„Angebot“ wahrnehmen müssen möchte ich hier nicht kommentieren. Jedoch sollte sich Ihr Arbeitgeber darüber informieren, was seine Verpflichtungen sind, denn offenbar hat er da einiges Übersehen, ggf. sogar zu seinem finanziellen Nachteil.

      Ihnen (und Ihrem Arbeitgeber) kann man nur Raten, sich Arbeitsrechtlich beraten zu lassen.

  46. Hallo,
    ich bin Arbeitgeber in der Seniorenbetreuung und habe für meinen Minijobber momentan keine Arbeit mehr, weil die Kunden nicht mehr besucht werden möchten und ich auch keine anderen für ihn habe.
    Mein Mitarbeiter ist nicht krank.
    Muss ich ihn weiter bezahlen? Und bekomme ich da irgendwelche finanziellen Hilfen?
    Viele Grüße
    Melanie

    • „Mein Mitarbeiter ist nicht krank.
      Muss ich ihn weiter bezahlen?“

      Ja.

      „Und bekomme ich da irgendwelche finanziellen Hilfen?“

      Das wird wohl erst künftig in praktikable Vorgaben „gegossen“.
      Abwarten, bis der Steuerberater Sie informiert!

      • ich verstehe nicht ganz, warum da immer der „Steuerberater“ der Allwissende sein soll. Es ist Neuland und keine Routine in dieser Situation. auch KUG (Kurzarbeitergeld) ist keine Regel, wenn man die typischen Branchen nicht hat. Die Informationen werden über die Medien verbreitet, was es für Angebote und Möglichkeiten gibt, und jeder kann sich dort informieren. Und meistens geht es dann doch um rechtliche Möglichkeiten, die der Steuerberater auch nicht beantworten kann oder darf. Im Rahmen der GBV wird wohl nur eine fristgerechte Kündigung zum Tragen kommen, wenn man mal davon ausgeht, dass diese Krise noch länger dauern wird. Natürlich ist dann der Mitarbeiter bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist zu bezahlen. Wenn dann wieder der ordentliche Geschäftsbetrieb aufgenommen werden kann, kann diesen Mitarbeitern wieder eine Neuanstellung angeboten werden, sofern er denn noch zur Verfügung steht. Ich persönlich sehe da keinen anderen Weg, da der Mitarbeiter weiter bezahlt werden muss; Option wäre eine Vereinbarung über eine unbezahlte Freistellung, sofern man sich mit dem Mitarbeiter darauf einigen kann. Also KUG-Zuschüsse gibt es ja keine für GBV, höchsten dann andere Förderungen aufgrund von z.B. Liquiditätsengpässen, KfW-Darlehen etc, die ja über google recherchiert werden können. Allerdings ist das meiner Meinung nach auch keine wirkliche Lösung, denn der Umsatz fällt komplett weg und die Kosten, so auch die Personalkosten, laufen ja unbefristet weiter, sofern nicht gekündigt wird. Ein Darlehen, selbst mit Null % Zins, muss auch wieder zurück bezahlt werden. Ein Zuschuss (also kein Darlehen) von z.B. 5.000 Euro (Bayernförderung, siehe http://www.stmwi.bayern.de/coronavirus/) wegen Liquiditätsschwierigkeiten wird aber auch nur bezahlt, wenn alle Geldmittel (auch die privaten) ausgeschöpft sind. Und dennoch würde ich wohl an der Kündigung nicht vorbei kommen, denn im Rahmen eines ordentlichen Kaufmanns liegt es doch auf der Hand, dass ich (auch wenn es sehr gute Mitarbeiter sind) meine Arbeitskraft entlassen muss, aus kaufmännischer und wirtschaftlicher Notwendigkeit, da ich kein Geld mit dem Mitarbeiter verdienen kann, vor allem im personalintensivem Bereich (z.B. Physiotherapie).

        • Meiner Ansicht nach sollte der Steuerberater (oder wer auch immer hier mit der Betreuung des Kunden und seiner Personalerbeit/Lohnabrechnung beauftragt ist) die Beratung übernehmen. Die Minijob-Zentrale ist da der falsche Ansprechpartner.

          So wie bei uns die Informationen gesammelt und an Mandanten weitergegeben werden, sollte es doch jeder Berater auch tun können.

          Wohin es führt, man solle sich im Internet informieren, erleben wir ja gerade.

        • sehr richtig, Tom. Der einzige Weg, die eigene Haut zu retten, wird die Entlassung der Mitarbeiter sein. Ich werde dann morgen mal 350 Kündigungen schreiben. Es geht wohl nicht anders.

    • Hallo Frau Weber,

      bitte beachten Sie unseren Kommentar zu diesem Blogbeitrag vom 20. März 2020, um 8:36 Uhr

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  47. Guten Tag,
    Ich beschäftige eine Haushaltshilfe, die eine Vorerkrankung hat. Um sie zu schützen haben wir zusammen beschlossen, dass sie in den nächsten Wochen nicht zu uns kommt. Soll ich ihr den Verdienst weiter bezahlen? Könnte ich eine Erstattung der Kosten beantragen und wenn ja, wo?
    Vielen Dank!

    • Hallo Isabella,
      ich schließe mich Deiner Frage mit unserem ähnlich gelagerten Fall an:
      Unsere Haushaltshilfe ist über 60 Jahre alt und gehört damit zum Personenkreis mit erhöhtem Risiko. Wir überlegen, sie zu ihrem Schutz heimzuschicken.
      Danke.

    • Hallo,
      dieser Frage schließe ich mich auch an. Wir haben genau diesen Fall (ältere, stark vorbelastete Haushaltshilfe) und ich habe unsere Kraft nach Hause geschickt, gerade auch, weil bei uns jetzt wegen der Schulschließungen drei Jugendliche zuhause sind, die ich auch nicht immer ans Haus binden kann, d.h. die ggf. auch noch was einschleppen könnten (mein Mann und ich übrigens auch, da wir beide noch arbeiten).
      Wir haben uns jetzt erst mal auf Urlaub und Minusstunden geeinigt, das kann aber langfristig nicht die Lösung sein.

    • Bei und das gleiche Thema: Aufgrund der Fürsorgepflicht halten wir es für geboten, unsere Reinigungskraft (Ü60-Minijob) freizustellen. Kurzarbeit ist nicht möglich. Welche staatliche Unterstützung gibt es, um eine Kündigung zu vermeiden?

      • Guten Tag Isabella, Herr Wiesner, Melanie und Johannes,

        das am 22. März 2020 verordnete Kontaktverbot ist nicht als Ausgangssperre oder gar als Verbot zur Arbeit zu gehen zu verstehen. Der Weg zur Arbeit und die Arbeit an sich ist somit erlaubt. Der Privathaushalt als Arbeitgeber ist von diesen Betriebsschließungen nicht betroffen.

        Sollten Sie oder einer Ihrer mit Ihnen im Haushalt lebenden Familienangehörigen oder Ihre Haushaltshilfe zu einer der oben genannten Risikogruppen zählen, empfehlen wir Ihnen gemeinsam mit Ihrer Haushaltshilfe nach einer für beide Seiten vertretbaren Lösung zu suchen.

        Ob in dieser Corona-Krise ein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht, wenn die Haushaltshilfe freiwillig aus Sicherheitsgründen die Beschäftigung aufgibt, klären Sie bitte mit dem Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030 221 911 004.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  48. Hallo,
    ich habe ein ähnliches Problem wie Saskia, nur bin ich Arbeitgeber und auch mein Textilgeschäft ist seit heute geschlossen. Ihren Link finde ich wenig hilfreich. In verschiedenen Artikeln liest man immer wieder von „Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz“ zur Lohnfortzahlung im Falle einer behördlichen Schließung (was ja zutrifft, da wir alle ja schließen müssen). Demnach zahlt der Arbeitgeber den Lohn für 6 Wochen weiter und kann diesen auf Antrag bei der „zuständigen Behörde“ (welche auch immer das sein soll) erstattet bekommen. Trifft das also nicht auf Minijobber zu? Oder weiß einfach noch niemand, wie das alles geregelt wird?
    Viele Grüße,
    Christine

    • „Oder weiß einfach noch niemand, wie das alles geregelt wird?“
      Genau so ist es.

      Dass für Minijobber nach alter Rechtslage kein KUG beantragt werden kann soll wohl auch noch (ggf. rückwirkend) geändert werden.
      Hingegen hat eine Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz damit nichts zu tun.
      Diese erfolgt grundsätzlich auch für ggf. fortzuzahlende Löhne der Minijobber.
      Bei welcher Behörde die Entschädigung geltend zu machen ist, hängt davon ab, auf welcher Grundlage Sie Ihr Geschäft haben (behördlich angeordnet) schließen müssen.
      Ihr Steuerberater/ Lohnbüro sollte dazu Informieren können, wie auch wir es gegenüber unseren Mandanten tun.

    • Hallo Christine,

      momentan erreichen uns viele Anfragen zur Frage, wie Arbeitgeber und ihre Minijobber abgesichert sind, wenn der Arbeitgeber die Tätigkeit untersagt bzw. der Arbeitnehmer die Tätigkeit nicht ausüben kann und eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz nicht gegeben ist. Wir haben dies zum Anlass genommen, eine aktuelle Anmerkung zu unserem Blogbeitrag „Coronavirus und Minijob – Ihre Fragen an uns“ zu geben. Die Anmerkung finden Sie am Ende des Blog-Beitrags. Auf diesen möchten wir Sie verweisen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  49. Hallo,

    ich bin eine 450 Euro Kraft im Textileinzelhandel und durch den aktuellen Landesbescheid NRW schließt das Geschäft. Ich besitze einen unbefristeten Arbeitsvertrag, zahle jedoch nicht in die Arbeitslosenversicherung ein und werde variabel im Monat eingesetzt, so dass ich kein fixes Gehalt erhalte.

    Habe ich Anrecht auf Lohnfortzahlung oder Kurzarbeitergeld? Wie geht es denn grundsätzlich mit mir finanziell weiter?

    • Hallo Saskia,

      Minijobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Ein Minijob ist eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung in der keine Pflichtbeiträge zur Arbeitslosenversicherung erhoben bzw. eingezahlt werden. Kurzarbeitergeld ist eine Leistung der zuständigen Agentur für Arbeit deren Anspruchsberechtigung auf einer versicherungspflichtigen Beschäftigung beruht.

      Zu Ihrer arbeitsrechtlichen Fragen der Lohnfortzahlung bei Betriebsschließung, empfehlen wir Ihnen den Fragen- und Antworten-Katalog des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: „Coronavirus: Arbeitsrechtliche Auswirkungen“ – https://t1p.de/BMAS-FAQ-Corona-Arbeitsrecht

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      • Hallo,

        Bei mir ist die Lage ähnlich. Als Student benötige ich neben Bafög einen 450 Euro Job im zu überleben.
        Ich arbeite in einer Buchhandlung und werde dort flexibel nach Wochenplänen eingesetzt.
        Jetzt bin ich mit der Schließung freigestellt worden und mein Vertrag ruht.
        Wie kann ich mich jetzt finanzieren und meine Wohnung nicht verlieren.

        Viele Grüße
        Alex

        • Hallo Alexander,

          du könntest mal im nächsten Supermarkt fragen, ob Aushilfen gebraucht werden. Ansonsten ist ja bald auch Spargelzeit.

      • Liebes Minijob-Team,
        Zum einen wird diese So wichtige Frage für alle die MINIJOBBER, deren Arbeitgeber ihre Geschäfte schliessen MUSSTEN auf der website vom Bundesministerium überhaupt nicht beantwortet und auf eurer Seite auch nicht. Das kann doch nicht sein!
        Werden Minijobber aus dem geschlossenen Einzelhandel weiter bezahlt werden müssen?
        Wie lange?
        Bekommen Arbeitgeber in dem Fall auch staatliche Erstattungen?
        Müssen jetzt alle Minijobber Freistellungsanträge hinnehmen?
        Müssen sich Minijobber gefallen lassen von Tag 1 der Schliessung überhaupt kein Geld mehr zu bekommen?
        Ihr müsst als Fachstelle für diese Fragen doch mal konkret Stellung beziehen.
        Ganz lieben Dank,
        Mareike aus Frankfurt

        • Hallo Mareike, Jens und Alexander,

          bitte beachten Sie unseren Kommentar zu diesem Blogbeitrag vom 20. März 2020, um 8:36 Uhr.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      • Liebes Team der Minijob-Zentrale,

        vielleicht sollten Sie Ihrem Hinweis hinzufügen, dass die Problematik „Kein KUG für Minijobber“ den Arbeitsämtern gerade erst deutlich wird. Seitens hiesiger Nachfrage wurde angedeutet, dass auch hierzu neue (ggf. rückwirkende) Regelungen erwartet werden, weshalb ggf. für bislang unberechtigte doch KUG-Erstattungen möglich sein werden. In Einzelfällen wurde sogar angeraten, bislang unberechtigte Mitarbeiter schon in den Anträgen zu berücksichtigen.

        Wer keinen geeigneten (servicebereiten) Steuerberater oder Personalsachbearbeiter hat, der diese wichtigen Informationen sammelt und die Entwicklung verfolgt sollte sich aus erster Hand informieren. Für KUG sind das die örtlichen Arbeitsämter.

        Vielleicht kann die Minijob-Zentrale das Informationsangebot aus eigenen Recherchen vervollständigen und in diesem Blog echte Hilfestellung gerade für Kleinstbetriebe leisten. Herzlichen Dank für Ihr Bemühen darum.

        • Hallo und guten Tag WIKO,

          aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus ordnen viele Firmen Kurzarbeit für ihre Arbeitnehmer an. Wir haben die aktuelle Situation zum Anlass genommen, einen Blog-Beitrag zum Thema „Minijob neben Kurzarbeit in Zeiten von Corona“ zu veröffentlichen: https://t1p.de/Blogbeitrag-Minijob-neben-Kurzarbeit

          Für Minijobber ist der Bezug von Kurzarbeitergeld aus dem Minijob gemäß der aktuellen Gesetzeslage ausgeschlossen. Aktuelle Informationen werden wir auf unseren Kanälen bei Facebook, Blog und Twitter. veröffentlichen

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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