Minijobs im Privathaushalt – So erhalten Arbeitgeber Geld vom Finanzamt

Arbeitgeber von Minijobbern im Privathaushalt bekommen von der Minijob-Zentrale zu Beginn jeden Jahres eine Finanzamtsbescheinigung. Mit dieser Bescheinigung können sie die Aufwendungen für ihre angemeldete Haushaltshilfe steuerlich geltend machen. Wie das geht und welche Besonderheiten zu beachten sind, erklären wir in diesem Beitrag.

Steuervorteil nutzen

Minijobs im Privathaushalt werden steuerlich besonders gefördert. Ob Reinigungskraft oder Gartenhilfe – eine Haushaltshilfe offiziell als Minijobber anzumelden, rechnet sich. Arbeitgeber im Privathaushalt zahlen Abgaben in Höhe von maximal 14,69 % des monatlichen Verdienstes an die Minijob-Zentrale. Von den Gesamtaufwendungen können sie jedoch 20 % von der Einkommensteuer abziehen, bis zu 510 Euro jährlich. So ist der Steuervorteil bis zu einem monatlichen Verdienst von knapp 290 Euro sogar größer als die Abgaben, die an die Minijob-Zentrale gezahlt werden. In folgendem Beispiel wird der Steuervorteil deutlich:

Die Haushaltshilfe arbeitet monatlich 18 Stunden und verdient 10 Euro pro Stunde.

Monatsverdienst Haushaltshilfe180,00 Euro
Monatliche Abgaben des Arbeitgebers an die Minijob-Zentrale
(14,69 %* von 180 Euro)
+ 26,44 Euro
Ausgaben insgesamt206,44 Euro
Gesparte Einkommensteuer pro Monat (20 % von 206,44 Euro)41,29 Euro
*) ohne Beitragsanteil des Arbeitnehmers zur Rentenversicherung

Nachweis für das Finanzamt

Jedes Jahr im Februar erhalten Arbeitgeber im Privathaushalt von der Minijob-Zentrale eine Bescheinigung für das Finanzamt. Diese dient als Nachweis bei der Einkommensteuererklärung. Bescheinigt werden jeweils die Höhe des gezahlten Verdienstes an die Haushaltshilfe und die darauf entfallenden Abgaben an die Minijob-Zentrale für das vergangene Kalenderjahr.

Wichtig!

Hat der Arbeitgeber von der Minijob-Zentrale Erstattungen erhalten (zum Beispiel für Aufwendungen wegen Entgeltfortzahlung bei Krankheit der Haushaltshilfe), muss er dem Finanzamt folgenden gekürzten Betrag melden:
Gesamtausgaben laut Finanzamtsbescheinigung – Erstattungsbetrag

Darauf weist das Finanzamt im Vordruck für die Einkommensteuererklärung ausdrücklich hin.

Besonderheit bei der Kinderbetreuung

Familien, die ausschließlich für die Betreuung ihres Kindes einen 450-Euro-Minijobber einstellen, können die damit verbundenen Aufwendungen bei der Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe geltend machen.

Voraussetzung für die Anerkennung als Sonderausgabe ist, dass das zum Haushalt gehörende Kind

  • das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder
  • nicht selbst für sich sorgen kann, weil es eine Behinderung hat, die vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

Als Sonderausgaben sind 2/3 der gesamten Betreuungskosten von der Steuer absetzbar, höchstens jedoch 4.000 Euro pro Kind. Um den Steuervorteil nutzen zu können, muss der Arbeitgeber die Höhe der Betreuungskosten nachweisen und den Verdienst auf das Konto des Minijobbers überweisen. Als Zahlungsnachweise gelten allein Kontobelege. Barzahlungsquittungen oder Zeugenaussagen sind nicht zulässig.

Wichtig!

Wenn Arbeitgeber die Kinderbetreuungskosten als Sonderausgabe absetzen, können sie ihre Einkommensteuer nicht mehr zusätzlich um 20 % mindern.

4 Kommentare zu “Minijobs im Privathaushalt – So erhalten Arbeitgeber Geld vom Finanzamt

  1. Ich frage mich, warum der Gesetzgeber hier nicht mind. das volle 450-Euro-Minijobvolumen zzgl. Abgaben begünstigt. Der Abzugsbetrag von 510 Euro = 2.550 Euro Bemessungsgrundlage (Lohn incl. Abgaben) ist seit Beginn an unverändert, es hat hier noch nie eine Anpassung stattgefunden. Auch nicht als der Mindestlohn eingeführt wurde, der sich ja schon nach oben verändert hat.

    Weiterhin darf ein sv-pflichtiger Arbeitnehmer nur einen (!) begünstigten Minijob ausüben, unabhängig von der Einkommenshöhe seiner sv-pflichtigen Haupttätigkeit und erstrecht unabhängig vom Minijobverdienst. Sind es mehrere, von der Ausgestaltung her eigentliche Mini-Jobs neben einem sv-pflichtigen Hauptjob, wird nur einer als Minijob anerkannt, alle anderen sind sv-pflichtige Beschäftigungen und dann wird die Abrechnung hochkompliziert, weil sich wegen der SV-Abgaben mit den anderen Arbeitgebern abgestimmt werden muss.
    Warum geht man nicht den Weg, dass in Summe immer 450 Euro hinzuverdient werden dürfen, also auch in mehreren Jobs, unabhängig vom sv-rechtlichen Status?

    Und ich finde es recht illusorisch, heutzutage eine Hilfe zu finden, die 10 Euro/Stunde akzeptiert.

    Insgesamt wundert es mich nicht, dass der Bereich nach wie vor in ganz hoher Anzahl in der Schwarzarbeit stattfindet.

    PS: Eine Randbemerkung zum Procedere der Abgaben: Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass ich per Briefpost zuerst ein Schreiben bekomme, das mitteilt, dass mein (sogar vorm eigentlichen Abgabetermin eingereichter) Haushaltsscheck eingegangen ist – nebenbei bemerkt i. d. R. so spät, dass ich vorher eh schon bei der Minijobzentrale nachgefragt habe – und (manchmal schon zwei Tage später) danach den Abgabenbescheid kommt. Wenn ich schon den Haushaltsscheck online übermittle, sollte es doch heutzutage möglich sein, wenn schon eine Eingangsbestätigung erforderlich ist, diese ebenfalls elektronisch zu übermitteln. Auch der Abgabenbescheid könnte, sofern vom Arbeitgeber gewünscht, elektronisch zugestellt werden. Das spart Zeit und vor allem Kosten.

    • Hallo Frau Müller,

      wir als Minijob-Zentrale haben keinen Einfluss auf die gesetzlichen Vorgaben. Wir können in unserer Funktion als zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle Minijobs lediglich zu den rechtlichen Möglichkeiten informieren.

      Für Arbeitgeber im Privathaushalt versuchen wir die Anmeldung einer Haushaltshilfe so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Leider können wir unsere Schreiben derzeit noch nicht elektronisch übermitteln. Zum Schutz von Sozialdaten vor unbefugten Zugriffen versenden wir unsere Schreiben mit personenbezogenen Daten nur per Briefpost. Wir arbeiten für die Zukunft an einer elektronischen Lösung, die die gesetzlich vorgegebenen datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt, so dass das Verfahren für Arbeitgeber im Privathaushalt noch komfortabler wird.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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