Kurzfristige Minijobs: Neue Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung

Gute Nachricht für Minijobber: Die Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung der kurzfristigen Minijobs werden Anfang Januar 2020 angehoben. Die Bedingungen für die pauschale Besteuerung von kurzfristigen Minijobs werden damit an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst.

Diese Regelungen gelten für die Pauschalbesteuerung noch bis Ende 2019

Kurzfristige Minijobs können – alternativ zur Versteuerung über die Lohnsteuerkarte – mit einer pauschalen Lohnsteuer in Höhe von 25 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) besteuert werden. Dies ist möglich, wenn

  • der Minijobber nur gelegentlich – nicht regelmäßig wiederkehrend – beschäftigt ist,
  • die Beschäftigung nicht länger als 18 zusammenhängende Arbeitstage andauert und
  • bestimmte Verdienstgrenzen eingehalten werden.

Gründe für die Anhebung der Verdienstgrenzen

Die Höhe der Verdienstgrenzen wurde zuletzt im Jahr 2017 geändert. Beim aktuellen Mindestlohn von mittlerweile 9,19 Euro pro Stunde, wird der zulässige maximale Verdienst pro Arbeitstag bereits bei einem 8-Stunden-Tag überschritten (8 Stunden x 9,19 Euro = 73,52 Euro). Durch die Anhebung des Mindestlohnes im Jahr 2020 auf 9,35 Euro pro Stunde, hätte sich der mögliche Arbeitsumfang weiter verringert.

Das gilt im Jahr 2020
Die Verdienstgrenzen werden nun an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst. Der durchschnittliche Verdienst pro Arbeitstag liegt dann bei maximal 120 Euro: der durchschnittliche Stundenverdienst bei maximal 15 Euro.

Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung bei kurzfristigen Minijobs
20192020
durchschnittlicher Verdienst pro Arbeitstag72 Euro120 Euro
durchschnittlicher Verdienst pro Arbeitsstunde12 Euro15 Euro

Lesetipp:
Weitere Informationen zum Mindestlohn gibt es im Blogbeitrag „Mehr Geld für Minijobber: Mindestlohn wird 2020 angehoben“.

Individuelle Besteuerung möglich

Neben der pauschalen Besteuerung kann der Verdienst eines kurzfristigen Minijobbers auch individuell nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuert werden. In unserem Blog-Beitrag „Minijob und Steuern: Einfach Geld sparen!“ werden die Unterschiede zwischen individueller Besteuerung und Pauschalbesteuerung ausführlich erläutert.

Gut zu wissen:
Die pauschale Lohnsteuer wird zusammen mit dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer an das Finanzamt gezahlt.

2 Kommentare zu “Kurzfristige Minijobs: Neue Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung

  1. Hallo,

    eine nicht regelmäßig wiederkehrende Beschäftigung liegt vor, wenn die kurzfristige Beschäftigung ohne feste Wiederholungsabsicht vereinbart wird. Unschädlich ist, wenn es tatsächlich zu Wiederholungen der Tätigkeit kommt.

    Entscheidend ist, dass die erneute Tätigkeit nicht bereits von vornherein vereinbart worden ist. Es kommt dann nicht darauf an, wie oft die Aushilfskräfte tatsächlich im Laufe des Jahres beschäftigt werden.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt.

    Freundliche Grüße

    Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Eine Frage: Was bedeutet in diesem Zusammenhang nicht regelmäßig wiederkehrend? Sprich: Wenn der MA 3 mal im Jahr ein kleines Projekt betreut, Summe AT nicht mehr als 18? Wenn der MA jedes Jahr 5 Tage arbeitet?
    Danke für Ihr Feedback.

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