Mehr Geld für Minijobber: Mindestlohn wird 2020 angehoben

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2020 erneut angehoben und steigt von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Davon profitieren nicht nur Vollzeitbeschäftigte, sondern auch Minijobber. Was das genau für Minijobber und deren Arbeitgeber bedeutet und worauf geachtet werden muss, erklären wir in diesem Beitrag.

So entwickelte sich der Mindestlohn seit 2015

Seit dem Jahr 2015 sind Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, einen gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Seit der Einführung wurde dieser bereits mehrfach erhöht. Lag der Mindestlohn im Jahr 2015 noch bei 8,50 Euro pro Stunde, so ist er mittlerweile auf 9,35 Euro pro Stunde angestiegen. Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns für das kommende Jahr wurde bereits im Jahr 2018 durch die Mindestlohnkommission beschlossen (Blogbeitrag vom 28. November 2018).

JahrHöhe des
gesetzlichen
Mindestlohnes
20158,50 Euro
20168,50 Euro
20178,84 Euro
20188,84 Euro
20199,19 Euro
20209,35 Euro

Mindestlohn steigt auch für Minijobber

Auch für Minijobs gilt der gesetzliche Mindestlohn – unabhängig davon, ob eine Beschäftigung im gewerblichen Bereich oder Privathaushalt ausgeübt wird.

Der Mindestlohn schützt die Beschäftigten vor zu geringen Löhnen und trägt auch dazu bei, dass der Wettbewerb zwischen Arbeitgebern nicht zu Lasten der Beschäftigten ausgetragen wird.

Vom gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen sind weiterhin die folgenden Personen:

  • Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz
  • ehrenamtlich tätige Personen
  • Personen, die einen freiwilligen Dienst ableisten
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung
  • Heimarbeiterinnen oder Heimarbeiter nach dem Heimarbeitsgesetz
  • Selbstständige
  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten sechs Monate nach Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt

Wichtig zu wissen:

Wurde für bestimmte Branchen ein höherer Mindestlohn vereinbart, so ist dieser maßgebend. Eine Übersicht der Branchenmindestlöhne und weitere Infos zum Thema Mindestlohn gibt es beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Höherer Mindestlohn – Was heißt das für den Minijob?

Ein 450-Euro-Minijob liegt in der Regel vor, wenn der regelmäßige monatliche Verdienst 450 Euro nicht überschreitet. Für einen Minijobber, der den gesetzlichen Mindestlohn erhält und bereits jetzt die 450-Euro-Grenze ausschöpft, kann die Beschäftigung durch die Erhöhung des Stundenlohnes sozialversicherungspflichtig werden.

Tipp für Arbeitgeber und Arbeitnehmer:
Soll die Beschäftigung weiterhin ein 450-Euro-Minijob bleiben, muss der Beschäftigungsumfang zum Jahresanfang reduziert werden. Der Minijobber kann ab 2020 nur noch rund 48 Stunden pro Monat (=450 Euro/Monat: 9,35 Euro/Stunde) beschäftigt werden. Im Jahr 2019 lag der Vergleichswert bei knapp 49 Stunden.

Mit dem Mindestlohnrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales kann der Monatsverdienst mit Hilfe des Stundenlohns und der Arbeitszeit oder der Stundenlohn basierend auf Monatsverdienst und Arbeitszeit berechnet werden.

Informationen rund um das Thema Mindestlohn finden Sie auf unserer Homepage bzw. unter www.bmas.de/mindestlohn.

24 Kommentare zu “Mehr Geld für Minijobber: Mindestlohn wird 2020 angehoben

  1. Wenn ich zwei Minnijobs a 450,- € annehme, werden ja beide Jobs Sozialversicherungspflichtig. Meine Frage ist was habe ich dann unterm Strich im Monat ausgezahlt. Also in in meiner Geldbörse?

  2. Irgendwie stimmt das Ganze aber nicht so richtig. Ich bin 66 Jahre, habe meine Regelaltersgrenze erreicht, beziehe Rente in Kombination mit Pensionsanteil und arbeite nebenbei auf 450 €- Basis. Allerdings werden Pensionsanteil, Rente und 450 €- Job kpl. auf meine Witwenrente angerechnet. Wie was so richtig zusammen hängt kann mir niemand so richtig von der DRV erklären….. Ist schon irgendwie seltsam ….., aber regelmäßig zurückzahlen darf ich immer.

  3. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, ein Minijob erlaubt jedem bis zu 450,00 € steuerfrei zu verdienen. Wenn jemand mehr verdienen möchte, kann er jederzeit in eine versicherungspflichtige Tätigkeit wechseln. Ausgenommen Erwerbsminderungsrentner, welche sich an Ihrem Leistungsvermögen und Ihren persönlichen Hinzuverdienstgrenzen orientieren müssen. Es geht doch nicht darum, von diesem Einkommen ausschließlich zu Leben.

  4. Es ist doch echt albern, welche Kriterien es für Minijobber gibt. Ich habe einige Kollegen mit 450 € abzurechnen, diese wollen!!!! keine Abgaben zahlen. Es ist ein Nebenbeiverdienst bzw. ehemalige Kollegen, die sich was zur Rente zuverdienen und weiterhin im Kontakt mit ihrem ehemaligen Betrieb bleiben möchten. Vielleicht sollte der Mindestlohn auf 20,00 €/ Stunde angehoben werden? Es gibt nun einmal auch Tätigkeiten, die keinen hohen Stundenlohn rechtfertigen! MINI-Job!

    • Hallo,

      zum aktuellen Zeitpunkt ist eine Erhöhung der Verdienstgrenze für 450-Euro-Minijobs durch den Gesetzgeber nicht angedacht.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Dann ist es doch gleich besser, wenn man einen Midijob anmeldet, da kannst du jetzt bis zu 1.300 EUR verdienen. Bis Juni war das bis 850 EUR begrenzt.🤗

  6. Wenn der mindest Std. Lohn steigt muss auch die 450 € grenze angepaßt werden, um die Std. Anteil bei zu halten.

  7. Es wird höchste Zeit das von 450 auf 500 Euro kommt das Leben wird immer teurer aber das indresiert unser Regierung nicht die Hauptsache ist ihre Taschen sind voll und geben unserer Steuergelder aus wiir sollte alle auf die Straße gehen wir sind das Volk es kann nicht sein das die Reichen immer Reicher werden wir brauchen mehr soziale Gerechtigkeit mfg

  8. Na großartig, das macht nach Abzug der Inflationsrate seit 2015 dann eine Reallohnerhöhung von knapp 0.85 Prozent jährlich. Das haben die Menschen, die hier das Leben am Laufen halten, sich redlich verdient.

  9. Wer hat denn was von der Erhöhung, wenn gleichzeitig über 450 Euro man steuerpflichtig wird. Unterm Strich kommt nichts dabei raus. Höchstens noch weniger arbeiten.

  10. Der Minijobber verdient nicht mehr Geld, er arbeitet im Monat eine Stunde weniger. Wer hält uns da zum Narren???? Wie wäre es, die Verdienstgrenze endlich auf 500 Euro anzuheben??

  11. So richtig es ist den Lohn für Minijober anzuheben, so irrsinnig ist es, die Obergrenz bei € 450 zu belassen. In der Praxis heißt das der Mitarbeiter geht bei gleicher Stundenzahl über die erlaubte Grenze. Facit: ein zweiter Minijober muss eingestellt werden, um dieselbe Arbeit zu verrichten.
    Lösung; Anhebung des Stundenlohn Plus Anhebung der Freigrenze, dann wird ein Schuh daraus

    • Hallo Herr Baumeister,

      ob eine versicherungspflichtige Beschäftigung von Vorteil oder von Nachteil für den Arbeitnehmer ist, kommt immer auf die persönliche Situation an. Versicherungspflicht bedeutet für den Beschäftigten beispielsweise auch, einen eigenen Krankenversicherungsschutz über die Beschäftigung zu haben. Unter Umständen ergeben sich hierdurch auch Vorteile gegenüber dem Minijob.

      Die Minijob-Zentrale ist hier auch an die gesetzlichen Bestimmungen gebunden. Eine Erhöhung der Minijob-Verdienstgrenze kann ausschließlich durch den Gesetzgeber erfolgen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  12. Missverständliche Überschrift ! Die Erhöhung des Stundensatzes bei gleicher Obergrenze bedeutet, dass Personen, die wegen zB dem Einkommen des Ehegatten oder einer Rente nicht voll steuerpflichtig arbeiten wollen, jetzt weniger Stunden arbeiten dürfen. Deshalb sollte die Überschrift Ihres Artikels ehrlicherweise lauten „weniger Arbeit für Minijobber“. Wenn man dann betrachtet, wer die Jobs ausübt, kann man auch machomässig sagen “ zurück zu Kind und Küche“. Aber das könnte den bôsen Eindruck erwecken, man würde diesen Effekt der Gesetzgebung befürworten.

    • Hallo Herr Friederichs,

      die Verdienstgrenze von 450 Euro bleibt durch die Erhöhung des Mindestlohns unangetastet. Für den Minijobber bedeutet das, dass er für das gleiche Geld weniger arbeiten muß. Er verdient durch die Erhöhung des Mindestlohnes nicht weniger als bisher.
      Wurde die Verdienstgrenze von monatlich durchschnittlich 450 Euro bisher nicht ausgeschöpft, erhalten Arbeitnehmer jetzt am Monatsende bei gleicher Stundenzahl mehr Lohn.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Weniger Stunden arbeiten dürfen? Blöde Sussage. Eher weniger Stunden arbeiten müssen für dasselbe Geld.
      Wer mehr Stunden arbeiten möchte muss es dann eben in einem versicherungspflichtigem Arbeitsverhältnis tun.

  13. Richtiger wäre es gewesen den Stundenlohn ab 01.01.2020 auf € 10,00 zu
    beschließen und zu erlauben, dass der Minijobber im Monat mindestens bis zu
    € 800,00 verdienen darf ( ergo 80 Stunden im Monat ) .
    Alles andere bringt dem „Jobber“ k e i n e Hilfe sondern lässt ihn in seinem Elend
    verfangen ! So aber würde er ( mit 80 Stunden im Monat ) leichter an einen Full-
    Time-Job herangeführt werden können !!!
    Unsere Politiker und auch u n s e r e alles wissenden „Weisen aus dem Abendland“
    rührten da ein halbwarmes Süppchen an !!! Mit dem Ziel, dass die Schere zwischen
    Arm und Reich sich weiterhin vergrößert………….

    • aus meiner Sicht der einzige vernünftige Ansatz,

      vor allem auch weil nicht einfach so menschen dazu geholt werden können und so durch weniger stunden auch dem Arbeitgeber wertvolle Arbeitskraft verloren geht.

      Sowohl die wünsche der minijobber als auch die finanziellen Möglichkeiten der Arbeitgeber gerade in den kleineren betrieben lassen eine normale lohnsteuerpflichtige Beschäftigung nicht zu (oftmals mütter mit schulpflichtigen Kindern und die schule heute braucht Mutter mit zeit für die Bildung der Kinder) .

      die meisten minijobber haben einen vollzahler mit im team.

      Familien unterstützt man nur so über den genannten Ansatz.

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