Fleißige Helfer in der Weihnachtszeit – 4 Vorteile von kurzfristigen Minijobs


Pakete ausliefern, Geschenke einpacken, Glühwein verkaufen – insbesondere in der Weihnachtszeit werden in vielen Branchen Aushilfen gesucht, um das stressige Weihnachtsgeschäft abzuwickeln. Welche 4 Vorteile kurzfristige Minijobs für Minijobber und Arbeitgeber mit sich bringen, erklären wir in diesem Beitrag.

Was ist eine kurzfristige Beschäftigung?

Ein kurzfristiger Minijob ist eine Beschäftigung, die zeitlich befristet ist – und zwar auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr. Die Zeitgrenzen richten sich nach der Anzahl der Arbeitstage des Minijobbers:

  • Für Minijobber, die regelmäßig an mindestens 5 Wochentagen arbeiten, gilt die Grenze von 3 Monaten.
  • Arbeitet der Minijobber regelmäßig an weniger als 5 Wochentagen, so sind die 70 Arbeitstage maßgebend.

Dabei ist wichtig, dass die zeitliche Befristung bereits im Voraus zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertraglich vereinbart wurde. Hat der Minijobber bereits im Jahresverlauf andere kurzfristige Minijobs ausgeübt, sind diese ebenfalls zu berücksichtigen und auf die Anzahl der Tage anzurechnen.

Welche Vorteile bringt ein kurzfristiger Minijob mit sich?

1. Vorteil: Die Höhe des Verdienstes ist nicht begrenzt

Gerade in der Weihnachtszeit kann ein bisschen mehr Geld im Geldbeutel guttun. Kurzfristige Minijobs haben den Vorteil, dass die Höhe des Verdienstes nicht begrenzt ist und Minijobber im vereinbarten Zeitraum so viel Geld wie möglich verdienen können.

Verdient ein Minijobber mehr als 450 Euro monatlich, muss der Arbeitgeber jedoch prüfen, ob der Minijob berufsmäßig ausgeübt wird. Ist dies der Fall, besteht keine kurzfristige Beschäftigung und somit kein Minijob mehr. Wann Berufsmäßigkeit vorliegt, erklären wir in unserem Blog „Kurzfristige Minijobs – berufsmäßig oder nicht?

2. Vorteil: Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an

Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen interessant: Bei einem kurzfristigen Minijob fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an. Abhängig vom Verdienst des Minijobbers müssen lediglich die Umlagen zur Arbeitgeberversicherung und die Insolvenzgeldumlage an die Minijob-Zentrale gezahlt werden. Außerdem sind Beiträge zur Unfallversicherung an den zuständigen Unfallversicherungsträger abzuführen.

3. Vorteil: Ein kurzfristiger Minijob kann neben einem 450-Euro-Minijob ausgeübt werden

Beschäftigte, die bereits einen 450-Euro-Minijob bei einem anderen Arbeitgeber haben, können zusätzlich einen kurzfristigen Minijob ausüben. Der Verdienst aus den beiden Beschäftigungen wird nicht zusammengerechnet. Die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro kann in diesem Fall außer Acht gelassen werden.

Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ein Beschäftigter mit einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung zusätzlich einen 450-Euro-Minijob und einen kurzfristigen Minijob ausübt. Mehr dazu können Sie in unserem Blog „Hauptjob, 450-Euro-Minijob und kurzfristiger Minijob! Geht das?“ lesen.

4. Vorteil: Kurzfristige Minijobber können Mehrarbeit ausgleichen

Um die Mehrarbeit in der Weihnachts- und Vorweihnachtszeit aufzufangen, eignen sich kurzfristige Minijobber besonders, da diese für bestimmte Zeiträume eingestellt und zu unterschiedlichen Arbeitszeiten flexibel eingesetzt werden können. So kann optimal auf Arbeitsspitzen reagiert werden.

Was muss noch beachtet werden?

  • Die steuerliche Behandlung

Der Verdienst aus dem kurzfristigen Minijob ist steuerpflichtig und muss dem zuständigen Finanzamt gemeldet werden. Die Besteuerung kann individuell nach der Steuerklasse des Minijobbers oder unter bestimmten Voraussetzungen mit einer pauschalen Lohnsteuer in Höhe von 25 Prozent erfolgen.

  • Keine Kurzfristigkeit mehr

Sollte der Arbeitgeber im Laufe der Beschäftigung feststellen, dass der Minijobber die Zeitgrenze von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen überschreitet, liegt ab dem Zeitpunkt der Feststellung kein kurzfristiger Minijob mehr vor. Beträgt der Verdienst der Aushilfe regelmäßig mehr als 450 Euro monatlich, ist die Tätigkeit versicherungs- und meldepflichtig bei der zuständigen Krankenkasse. Bei einem Verdienst von regelmäßig bis zu 450 Euro liegt ein 450-Euro-Minijob vor und die Minijob-Zentrale ist zuständig.

Um die versicherungsrechtliche Beurteilung zu Beginn der Beschäftigung korrekt vornehmen zu können, empfehlen wir Arbeitgebern einen Einstellungsfragebogen zu verwenden. Hilfe erhalten Arbeitgeber außerdem auf dem Informationsportal. Ein Muster für einen Personalfragebogen finden Sie hier.

Wie Arbeitgeber kurzfristige Minijobs bei der Minijob-Zentrale anmelden können und wie ein Beitragsnachweis erstellt wird, zeigen wir in unseren Erklärvideos zur Ausfüllhilfe sv.net.

Ein Kommentar zu “Fleißige Helfer in der Weihnachtszeit – 4 Vorteile von kurzfristigen Minijobs

  1. Der Ausschluss der vereinfachten Lohnsteuerzahlung über die Minijobzentrale (und das Gefühl, dass Beiträge zugunsten der Sozialversicherung eher ein guter Zweck sind als Steuern) begrenzt bei Arbeitgebern, die neben den Minijobbern keine Vollzeit- Arbeitnehmer beschäftigen, sicher manchmal das Interesse an der Kurzfristigkeit. Aber leider werden ja diese anderen Minijobs vom ach so sozialen Gesetzgeber langsam ausgehungert, weil die 450 € – Grenze unverändert bleibt und Ehegatten oder Rentner aus einem Normalverdienerhaushalt kein Interesse daran haben, etwas mehr zu verdienen und volle Abgaben zu zahlen.

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