Berechnung der Rente: Wann müssen Minijob-Arbeitgeber eine „Gesonderte Meldung“ abgeben? (Nachgefragt #34)

Viele Arbeitgeber, die vom Rentenversicherungsträger eine Aufforderung zur Abgabe einer „Gesonderten Meldung“ mit dem Meldegrund 57 bekommen, wissen erstmal nicht was das ist. Sabine leitet einen kleinen Handwerksbetrieb. Auch sie wurde vom Rentenversicherungsträger aufgefordert, für ihre Minijobberin eine „Gesonderte Meldung“ zu erstellen. Sie möchte nun wissen, wofür diese Meldung wichtig ist und was sie genau tun muss.

Beantwortet von Susan aus dem Service-Center:

Hallo Sabine,

die Abgabe einer „Gesonderten Meldung“ wurde im Jahr 2008 eingeführt. Steht ein Arbeitnehmer kurz vor dem Renteneintritt, werden mit dieser Meldung die Grundlagen für seine Rentenberechnung geschaffen. Dies gilt nicht nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen, sondern auch für Minijobber.

Susan aus dem Service-Center der Minijob-Zentrale

Susan aus dem Service-Center der Minijob-Zentrale

Die „Gesonderte Meldung“ müssen Arbeitgeber erstellen, wenn während einer noch andauernden Beschäftigung ein Antrag auf Altersrente gestellt wird. Diese Meldung ermöglicht dem Rentenversicherungsträger zu berechnen, wie sich die voraussichtlichen beitragspflichtigen Einnahmen für den verbleibenden Beschäftigungszeitraum bis zum Rentenbeginn auswirken. Dadurch wird eine zeitnahe Feststellung der beantragten Rente gewährleistet.

Die Meldung muss immer dann erstellt werden, wenn der Rentenversicherungsträger dies verlangt, frühestens jedoch drei Monate vor Rentenbeginn. So wird sichergestellt, dass die Grundlagen für die Berechnung der Rentenhöhe so aktuell wie möglich sind.

Diese „Gesonderte Meldung“ erfolgt mit dem Meldegrund „57“ und ist mit der nächsten Entgeltabrechnung zu erstellen. Die Meldung  unterscheidet sich  grundsätzlich nicht von den anderen Entgeltmeldungen zur Sozialversicherung.

Zu beachten ist, dass ein gemeldeter Zeitraum nicht noch einmal mit einer anderen Meldung belegt werden darf. Die Abgabe einer Jahresmeldung für den gleichen Zeitraum ist somit nicht erforderlich.

Beispiel:

Eine Beschäftigte arbeitet seit einiger Zeit in einem Minijob. Zum 1. August 2019 beginnt ihre reguläre Altersrente. Sie plant, über den Rentenbeginn hinaus weiter als Minijobberin zu arbeiten. Der Rentenversicherungsträger der Minijobberin fordert mit Schreiben vom 16. April 2019 von ihrem Arbeitgeber die Erstellung einer „Gesonderten Meldung“ an:

Anforderung „Gesonderte Meldung“ beim Arbeitgeber: 16. April 2019
Beginn der Altersrente: 1. August 2019
Nächste Entgeltabrechnung: 5. Mai 2019
Übermittlung „Gesonderte Meldung“ durch Arbeitgeber: 5. Mai 2019
Meldezeitraum (Abgabegrund „57“): 1. Januar bis 30. April 2019

Nächste Meldung
Jahresmeldung für 2019: 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 2019

Der Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 30. April 2019 darf mit der Jahresmeldung nicht noch einmal gemeldet werden, da der Zeitraum bereits in der „Gesonderten Meldung“ enthalten ist.

Weitere Information zum Melde- und Beitragsverfahren für gewerbliche Minijobs gibt es auf unserer Website.

Wichtiger Hinweis für Arbeitgeber im Privathaushalt:

Für Arbeitgeber im Privathaushalt übernimmt die Minijob-Zentrale viele Arbeitgeberpflichten. Dazu gehört auch die Abgabe der „Gesonderten Meldung“ an den Rentenversicherungsträger. Wir empfehlen privaten Arbeitgebern, die eine entsprechende Aufforderung vom Rentenversicherungsträger erhalten, sich an unser Service-Center zu wenden.

12 Kommentare zu “Berechnung der Rente: Wann müssen Minijob-Arbeitgeber eine „Gesonderte Meldung“ abgeben? (Nachgefragt #34)

  1. Wenn ich im Oktober von der Rentenversicherung aufgefordert werde eine gesonderte Meldung abzugeben, da der Mitarbeiter am 1.12 in Rente gehen kann und möchte, gebe ich diese Meldung für den Zeitraum 01-10 ab. Da der Mitarbeiter über die Rente hinaus weiterhin geringfügig beschäftigt wird, müsste ich dann eine Jahresmeldung (50) für den Zeitraum 11-12 abgeben?

    • Sehr geehrte Frau Rehkugler,

      Ihre Ausführungen sind korrekt. Die gesonderte Jahresmeldung (Meldegrund 57) erfolgt für den Zeitraum Januar 2019 bis Oktober 2019. Zu Beginn des Jahres 2020 hat dann eine Jahresmeldung (Meldegrund 50) mit dem Zeitraum November 2019 bis Dezember 2019 zu erfolgen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Was wir hier in unserer Personalabt. nicht verstehen:
    Alle relevanten Daten für Steuer, Sozialabgaben, Adressen, etc. werden monatlich an alle Träger elektronisch verschickt, auch an die Rentenversicherung.

    Warum müssen dann nochmal in einer gesonderten Meldung die Daten erstellt und verschickt werden?
    Ist bspw. die DRV nicht in der Lage ihre eigenen Daten so auszulesen, dass die Rente 3 Monate vor Rentenbeginn berechnet werden kann?
    Als Personaler und IT-Fachmann ist mir die Vorgehensweise unerklärlich.

    Freundliche Grüße
    O. Rausch

    • Hallo Herr Rausch,

      mit einer „Gesonderten Meldung“ werden die voraussichtlichen beitragspflichtigen Einnahmen für den verbleibenden Beschäftigungszeitraum bis zum Rentenbeginn angefordert. Der Rentenversicherungsträger benötigt diese Daten um die Altersrente, so aktuell wie möglich, feststellen zu können. Sicherlich haben Sie Recht, dass viele Daten bereits monatlich elektronisch übermittelt werden. Diese Daten informieren jedoch nicht den Rentenversicherungsträger über dass monatliche Arbeitsentgelt des jeweiligen Arbeitnehmers. Dieses wird erst mit einer Jahresmeldung oder Abmeldung an den Rentenversicherungsträger übermittelt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Hallo Martina,

      wir sind uns nicht sicher, ob wir Sie richtig verstehen. In welchen Zusammenhang oder Bezug stellt sich Ihre Frage?

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Hallo Jina,

      vielen Dank für Ihr positives Feedback. Das freut uns sehr.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Minijob Haushalt, Rentnerin, verwitwet, Versorgungsbezüge, Krankenkasse privat, 3 Stunden pro Woche, 10 euro pro Stunde. Was muss ich tun, bzw. Welche Kosten entstehen dem Arbeitgeber?

    • Hallo,

      als Arbeitgeber haben Sie 2 Möglichkeiten Ihren Minijobber im privaten Haushalt anzumelden.

      1. Online-Formular https://t1p.de/MJZE-Haushaltshilfe-anmelden

      Nutzen Sie das Onlineformular und füllen Sie in nur 2 Schritten alle Angaben aus. Das Formular senden Sie dann direkt online an die Minijob-Zentrale.

      2. Haushaltssscheck https://t1p.de/MJZE-Haushaltsscheck-Formular

      Laden Sie sich das Haushaltsscheck-Formular herunter, füllen Sie es aus und senden es per Post, Fax oder eingescannt über unser Kontaktformular an die Minijob-Zentrale.

      Liegt uns der Haushaltsscheck vor, informieren wir den gesetzlichen Unfallversicherungsträger.

      Der Arbeitgeber zahlt den Verdienst an den Minijobber und entrichtet darauf die ab 1. Juni 2019 geltenden Beiträge:

      Pauschaler Krankenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers: 5,0 % (entfällt für Sie, da die AN privat krankenversichert ist)
      Pauschaler Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers: 5,0 %
      Umlage nach dem Arbeitgeberausgleichgesetz U1: 0,9 %
      Umlage nach dem Arbeitgeberausgleichgesetz U2: 0,19 %
      einheitliche Pauschsteuer (Lohnsteuer): 2,0 %
      Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung: 1,6 %

      Mit dem Haushaltsscheck-Rechner https://t1p.de/MJZE-Haushaltsscheck-Rechner können Sie die Abgaben berechnen.

      Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit selbst Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zu zahlen.

      Wir berechnen die Beiträge halbjährlich zum 30. Juni sowie 31. Dezember und senden dem Arbeitgeber den Abgabenbescheid zu.

      Die Beiträge ziehen wir zum 31. Januar und 31. Juli ein.

      Weitere Informationen zum 450-Euro Minijob im Privathaushalt finden Sie auf unserer Homepage https://t1p.de/MJZE-450-Euro-Minijob-im-Privathaushalt .

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Können Sie mir weiter helfen? ich arbeite 43 std im Monat mit wieviel stunden wird ein Urlaubstag gerechnet? arbeite täglich 3 std,urlaubstag wird mit 2,63 gerechnet

    > WordPress.com Die Minijob-Zentra

    • Hallo Herr Rimbeck,

      Minijobber haben ein gesetzliches Recht auf bezahlten Urlaub. Die Höhe des Urlaubsentgelts richtet sich nach dem durchschnittlichen Gehalt des Arbeitnehmers in den letzten 13 Wochen vor Beginn seines Urlaubs. Zahlungen für Überstunden bleiben bei der Berechnung unberücksichtigt.

      Wichtig: Es wird die Stundenzahl für den Urlaubstag zugrunde gelegt, die für den Mitarbeiter an diesem Arbeitstag angefallen wäre.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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