Haushaltshilfen anmelden und Unfallschutz sichern – Neue Infokampagne der Minijob-Zentrale

Haushaltshilfen unterstützen Privathaushalte in vielfacher Hinsicht – beim Putzen, Aufräumen, Wäsche machen oder bei der Kinderbetreuung. Sie gehören mittlerweile zum Alltag dazu und sind aus vielen deutschen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Doch was passiert, wenn sich die Haushaltshilfe bei ihrer Arbeit verletzt? Wie läuft das mit der Unfallversicherung?

Mit der Anmeldung bei der Minijob-Zentrale sind Haushaltshilfen automatisch unfallversichert

Die Minijob-Zentrale startet jetzt eine neue Informationskampagne. Mit dieser Kampagne klärt die Minijob-Zentrale darüber auf, dass Arbeitgeber im Falle eines Unfalls ihrer Haushaltshilfe keine Schadensersatzansprüche befürchten müssen, wenn Sie diese bei der Minijob-Zentrale angemeldet haben. Denn mit der Anmeldung ist nicht nur das Beschäftigungsverhältnis legalisiert, sondern auch automatisch der Unfallschutz abgedeckt. Sogar der Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeit und zurück ist offiziell abgesichert. Das ist gut für Minijobber und Arbeitgeber – denn so sind beide auf der sicheren Seite. Die Arbeitgeber sichern sich zudem noch Steuervorteile von bis zu 510 Euro pro Jahr.

Start der neuen Werbespots, die die bisherigen TV-Spots mit der Augsburger Puppenkiste ablösen, war zeitgleich auch der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die zwei neuen TV-Spots laufen auf privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern und können hier angeschaut werden. Sie zeigen auf humorvolle Art die Angst der Arbeitgeber vor Unfällen ihrer Haushaltshilfe.

Überschätzte Aufwände und Kosten bei der Anmeldung

Mit der neuen Informationskampagne möchte die Minijob-Zentrale mehr Menschen zur Anmeldung von Haushaltshilfen bewegen. Eine aktuelle repräsentative Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa zeigt, dass viele Befragte zwar die Risiken einer illegalen Beschäftigung kennen. Dennoch arbeiten Schätzungen zufolge 80 % der Haushaltshilfen in Deutschland schwarz. Hierzu liefert die Umfrage mögliche Gründe: 95 % der Befragten, die sich gegen eine Anmeldung aussprechen, tun dies, weil sie damit einen großen bürokratischen Aufwand verbinden. 71 % halten die zusätzlichen Abgaben für zu hoch. „Viele Menschen wissen nicht, wie einfach die Anmeldung ist, und wie gering die Abgaben tatsächlich sind und nehmen deshalb wohl gewisse Sicherheitsrisiken in Kauf“, erklärt Heinz-Günther Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, zu deren Verbund auch die Minijob-Zentrale gehört.

Sorge, für Behandlungskosten aufkommen zu müssen, ist groß

Die Umfrage zeigt auch: 70 % der rund 1.000 Befragten haben Bedenken, eine Haushaltshilfe schwarz zu beschäftigen. Die größte Sorge der Befragten ist dabei, bei einem Arbeitsunfall der Haushaltshilfe für die Behandlungskosten aufkommen zu müssen (88 %). An diesem Punkt setzt die neue Kampagne der Minijob-Zentrale an und klärt Arbeitgeber wie Arbeitnehmer auf. Wie real das Unfallrisiko im Haushalt ist, geht ebenso aus der forsa-Umfrage hervor. So gab jeder dritte Befragte an, dass er selber schon einmal aufgrund eines Haushaltsunfalls ärztlich behandelt werden musste.

So einfach ist die Anmeldung einer Haushaltshilfe

Die Anmeldung eines Minijobbers im Privathaushalt ist kinderleicht: Einfach online unter minijob-zentrale.de/haushaltsscheck den Haushaltsscheck ausfüllen und an die Minijob-Zentrale senden – oder das Formular ausdrucken, ausfüllen und per Post verschicken. Telefonisch kann der Haushaltsscheck unter 0355 / 290 270 799 angefordert werden.

10 Kommentare zu “Haushaltshilfen anmelden und Unfallschutz sichern – Neue Infokampagne der Minijob-Zentrale

    • Hallo Johanna,

      bei der Berechnung des individuellen Urlaubsanspruchs ist nur relevant, an wie vielen Tagen Ihre Haushaltshilfe in der Woche arbeitet und nicht wie viele Stunden Ihre Haushaltshilfe an den einzelnen Tagen leistet.

      Lesetipp: Welche Voraussetzungen für den Urlaubsanspruch genau gelten, erläutern wir im folgendem Blogbeitrag vom 18. Mai 2015: http://t1p.de/Blogbeitrag-Urlaub-bei-Minijobs

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  1. Guten Tag,
    Frage: muss die Haushaltshilfe der Anmeldung bei Minijob-Zentrale zustimmen oder geht das auch ohne?
    Was ist, wenn HH die Anmeldung ablehnt?

    Mit freundlichen Grüßen
    Micha Köln

    • Hallo Micha,

      Ihre Haushaltshilfe kann nicht wählen zwischen der Option angemeldet zu werden oder nicht angemeldet zu werden. Besteht ein Beschäftigungsverhältnis in Ihrem Privathaushalt, sind Sie als Arbeitgeber zur Anmeldung gesetzlich verpflichtet.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo,

    inwiefern gilt der Mindestlohn für eine 16 jährige Schülerin bei landesspezifischen Regelungen? Beispiel: Landesmindestlohngesetz (Bremen) mit einem Stundenlohn von künftig 11,13 €. Scheinbar sind in Bremen weder Schüler/-innen vom Mindestlohn ausgenommen, noch ist der Mindestlohn so gering wie im Bundesgesetz.

    Vielen Dank für Ihre Antwort!

    • Hallo,

      die Minijob-Zentrale ist die zentrale Servicestelle für die Abwicklung des Melde- und Beitragsverfahren zur Sozialversicherung für Minijobs.

      In diesem Zusammenhang informieren wir zu allgemeinen Fragen zum Thema Arbeitsrecht. Auch die gesetzlichen Bestimmungen zum Mindestlohn fallen in diesen rechtlichen Bereich. Wir bitten daher um Ihr Verständnis, dass wir Ihre konkrete Frage zum Mindestlohn nicht beantworten können. Allgemeine Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Homepage: Mindestlohn auch bei Minijobs

      Ausführliche Informationen erhalten Sie bei dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, im Internet auf http://www.bmas.de/Mindestlohn und telefonisch unter der Mindestlohn-Hotline 030/60 28 00 28

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      • Hallo liebes Blog-Team der Minijob-Zentrale,

        danke für die Antwort. Ich gehe davon aus, dass die Situation so ist, wie ich es ursprünglich als Eingangsfrage beschrieb. Worauf ich hinaus möchte: Der Artikel auf Ihrer Seite zum Thema Mindestlohn wäre dann falsch, weil dort explizit genannt wird, wie es ist, ohne auf länderspezifische Regelungen hinzuweisen. Dies gehört zumindest genannt (oder am Besten pro Bundesland aufgezeigt), da eine solch allgemeine Aussage nicht allgemeingültig ist und demnach falsch wäre.

        Falls ich falsch liege, ist der Kommentar hinfällig.

        Danke und viele Grüße

        • Hallo,

          vielen Dank für Ihren Hinweis auf das Landesmindestlohngesetz von Bremen.

          Die Minijob-Zentrale bietet als zusätzlichen Service unter anderem auf der Homepage allgemeine Informationen zum Thema Mindestlohn an.
          Wir möchten sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer für das Thema Arbeitsrecht, wozu auch der Mindestlohn gehört, sensibilisieren.

          Da wir nur allgemeine Informationen zum Themengebiet des Arbeitsrechts zur Verfügung stellen, ist es uns leider nicht möglich jede länderspezifische Ausnahme vom Mindestlohngesetz auf unserer Homepage zu platzieren.
          Dies impliziert nicht, dass unser Artikel auf unserer Homepage falsch ist. Das Mindestlohngesetz des Landes Bremen gilt grundsätzlich für Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Landes.
          Wir weisen in unserem Artikel explizit daraufhin, dass in bestimmten Branchen auch ein höherer Mindestlohn gelten kann.
          Außerdem bieten wir dem Leser unseres Artikels die Möglichkeit sich beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales weitergehend zum Thema Mindestlohn zu informieren.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Ich hab eine Frage meine Arbeitgeberin möchte mich gerne als Teilzeit statt Minijob geht das das siech beide Arbeitgeberinnen sich die Steuern teilen ?!wäre das machbar?!

    • Guten Tag,

      auch im Privathaushalt ist eine mehr als geringfügige Beschäftigung möglich. Die Arbeitgeberin kann dann jedoch nicht mehr das vereinfachte Melde- und Beitragsverfahren über den Haushaltsscheck nutzen, vielmehr meldet die Arbeitgeberin dann analog den Regelungen im gewerblichen Bereich direkt an ihre Krankenkasse bzw. das Finanzamt.

      Den hälftigen Beiträge, welche auf sie als Arbeitgeberin entfallen muss, tragen Sie alleine. Eine Aufteilung der Abgaben mit weiteren Arbeitgebern ist nicht möglich.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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