Kurzfristige Minijobs: Aushilfen und Arbeitgeber profitieren von flexiblerer Auslegung des 3-Monats-Zeitraums

Insbesondere in der Landwirtschaft und in der Gastronomie gibt es immer wieder befristete Jobs. Spargel oder Erdbeeren haben nur für kurze Zeit Saison. In der Gastronomie werden bei schönem Wetter oder an Wochenenden Aushilfen benötigt. Seit dem Jahreswechsel wird der 3-Monats-Zeitraum für diese sogenannten kurzfristen Minijobs großzügiger ausgelegt.

Kurzfristiger Minijob – schnell erklärt

Ein kurzfristiger Minijob liegt vor, wenn im Voraus abzusehen ist, dass die Beschäftigung maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr andauert. Im Unterschied zu den 450-Euro-Minijobs dürfen Beschäftigte in einem kurzfristigen Minijob unbegrenzt verdienen und für Arbeitgeber fallen nur geringe Abgaben an. Eine ausführliche Beschreibung des kurzfristigen Minijobs findet sich in der aktuellen Neufassung der Geringfügigkeits-Richtlinien vom 21. November 2018.

3-Monats-Zeitraum – so wird er berechnet

Arbeitet der Minijobber an mindestens 5 Tagen pro Woche, darf er maximal 3 Monate beschäftigt werden. Hierbei kann es sich um Kalendermonate oder Zeitmonate handeln. Ein kurzfristiger Minijobber kann zum Beispiel vom 1. Mai bis 31. Juli (= 3 Kalendermonate) oder vom 15. September bis 14. Dezember (= 3 Zeitmonate) beschäftigt werden.

Flexiblere Regelungen bei der Zusammenrechnung mehrerer Minijobs

Die Zeiträume mehrerer kurzfristiger Minijobs sind zusammenzurechnen, wobei maximal 90 Kalendertage im Kalenderjahr zulässig sind. Volle Kalender- und Zeitmonate sind mit 30 Kalendertagen, Teilmonate mit den tatsächlichen Kalendertagen anzusetzen. Für Zeiträume, die nicht ausschließlich aus vollen Monaten, sondern auch aus Teilmonaten bestehen, sind Kalendermonate vorrangig vor Zeitmonaten zu berücksichtigen. Durch die neuen Regeln der Zusammenrechnung kann ein kurzfristiger Minijob heute in der Regel länger ausgeübt werden. Nach der alten Fassung der Geringfügigkeits-Richtlinien wurde jeder Monat nicht mit 30, sondern grundsätzlich mit seinen tatsächlichen Kalendertagen angerechnet.

Vergleich der alten und neuen Geringfügigkeits-Richtlinien

Beispiel:
Während der Spargelsaison hat Niklas als Aushilfe vom 18. Mai bis 25. Juni täglich im Hofladen eines Bauern ausgeholfen. Später folgte noch eine Aushilfsbeschäftigung vom 10. Juli bis zum 31. August als Urlaubsvertretung in einem Biergarten.

Berechnung nach den alten Geringfügigkeits-Richtlinien:

14 Tage (Mai) + 25 Tage (Juni) = 39 Kalendertage
22 Tage (Juli) + 31 Tage (August) = 53 Kalendertage

39 Kalendertage + 53 Kalendertage = 92 Kalendertage

Die erste Beschäftigung ist als kurzfristiger Minijob bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Mit der zweiten Beschäftigung wird die Zeitgrenze von 90 Kalendertagen überschritten, so dass mit Beginn dieser Beschäftigung kein kurzfristiger Minijob mehr vorliegt.

Berechnung nach den neuen Geringfügigkeits-Richtlinien:

30 Tage (Zeitmonat 18. Mai bis 17. Juni) + 8 Tage (Teilmonat 18. bis 25. Juni) = 38 Kalendertage
22 Tage (Teilmonat Juli) + 30 Tage (Kalendermonat August) = 52 Kalendertage

38 Kalendertage + 52 Kalendertage = 90 Kalendertage

Nach der neuen Berechnungsweise sind sowohl die erste als auch die zweite Beschäftigung als kurzfristige Minijobs bei der Minijob-Zentrale anzumelden.

Fazit:
Durch die neue Regelung kann eine Aushilfe in der Regel mehr Kalendertage innerhalb eines Kalenderjahres kurzfristig arbeiten.

13 Kommentare zu “Kurzfristige Minijobs: Aushilfen und Arbeitgeber profitieren von flexiblerer Auslegung des 3-Monats-Zeitraums

  1. Hallo,
    Ich habe einen Haubtjob,450 Eurojob und bin Übungsleiterin im Verein bzw.Honorakraft im Fitnessbereich.Jetzt möchte ich als Servicekraft für Events diese 60 Tage im Jahr(Saisonkraft ) in anspruchnehmen.
    Jetzt habe ich erfahren ,das ich eigendlich noch nichtmal mehr als 450Kraft arbeiten könnte da ich bei eine Mindeststundenzahl von 10Std am Tag und 6 Tage in der Woche .Keine Zeiträume für Tätigkeiten neben meinen Hauptjob bleiben.

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    • Guten Tag Herr Behrendt,

      das freut uns. Danke für Ihr Feedback.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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    • Guten Tag,

      wir freuen uns, dass unser Blogbeitrag Ihr Interesse findet.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Als Rentner helfe ich in der Hochsaison als Busfahrer im Reiseverkehr aus, Mini-Job auf Basis 70 Tage. Manche Rundreisen dauern bis zu 12 Tage. Gibt es da Einschränkungen?

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    • Hallo Herr Jochem,

      mit einer von vornherein auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage befristeten Tätigkeit handelt es sich dem Grunde nach um eine kurzfristige Beschäftigung. Von Seiten der Sozialversicherung gibt es keine Vorgabe, wie viele Tage Sie in diesem Rahmen zusammenhängend arbeiten dürfen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Darf er/sie eine 8 Stundenschicht beim Mindestlohn arbeiten? Das wäre 73,52€. Der Tageslimit für kurzfristige Jobs, ohne Steuerkarte, bleibt dann bei 72,00€. Ist es vorgesehen dass man den Mindestlohn bei 8 Stundenschicht auf 73,52€ erhöht?

    Wird der 450,00€ Limit bei geringfügig Beschäftigung erhöht? Letzte Erhöhung 01. Januar 2013. Wann dürfen geringfügig Beschäftige die 450,00€ im Monat schon verdienen, eine Gehaltserhöhung erwarten? Seit ca 6,5 Jahre verdienen Sie den gleichen Gehalt.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Martin Wesson

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    • Guten Tag,

      die von Ihnen genannte Grenze von 72 Euro pro Tag bezieht sich ausschließlich auf die Möglichkeit, das Einkommen pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. Federführend bei Entscheidungen zur Erhöhung dieser Grenze ist das Bundesministerium für Finanzen. Wir bitten Sie daher, sich mit Ihrer Anfrage an diese zuständige Behörde zu wenden.

      Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht besteht keine Einkommensgrenze bei einer kurzfristigen Beschäftigung. Überschreitet der Verdienst die 72 Euro pro Tag kann der Arbeitnehmer dennoch als kurzfristig beschäftigt werden, die Versteuerung des Einkommens muss dann aber anhand der tatsächlichen Lohnsteuermerkmale erfolgen. Auch hierzu berät Sie das zuständige Finanzamt.

      Auch ein 450-Euro-Minijobber kann jederzeit eine Gehaltserhöhung erhalten. Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht ist lediglich auf die monatliche Arbeitsentgeltgrenze in Höhe von 450 Euro zu achten. Wird diese überschritten liegt Sozialversicherungspflicht vor.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Aus welchem Grund werden in dem Beispiel für die neue Berechnung für August nur 30 Tage angerechnet, wenn doch bis zum 31. August gearbeitet wurde?!

    „Beispiel: Während der Spargelsaison hat Niklas als Aushilfe vom 18. Mai bis 25. Juni täglich im Hofladen eines Bauern ausgeholfen. Später folgte noch eine Aushilfsbeschäftigung vom 10. Juli bis zum 31. August als Urlaubsvertretung in einem Biergarten. Berechnung nach den alten Geringfügigkeits-Richtlinien:

    14 Tage (Mai) + 25 Tage (Juni) = 39 Kalendertage
    22 Tage (Juli) + 31 Tage (August) = 53 Kalendertage

    39 Kalendertage + 53 Kalendertage = 92 Kalendertage

    Die erste Beschäftigung ist als kurzfristiger Minijob bei der Minijob-Zentrale anzumelden. Mit der zweiten Beschäftigung wird die Zeitgrenze von 90 Kalendertagen überschritten, so dass mit Beginn dieser Beschäftigung kein kurzfristiger Minijob mehr vorliegt.

    Berechnung nach den neuen Geringfügigkeits-Richtlinien:

    30 Tage (Zeitmonat 18. Mai bis 17. Juni) + 8 Tage (Teilmonat 18. bis 25. Juni) = 38 Kalendertage
    22 Tage (Teilmonat Juli) + 30 Tage (Kalendermonat August) = 52 Kalendertage

    38 Kalendertage + 52 Kalendertage = 90 Kalendertage“

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    • Guten Tag,

      wie im Beitrag geschildert, wurden die Regelungen zur Ermittlung der Arbeitstage im kurzfristigen Minijob angepasst. Dauert die Beschäftigung einen ganzen Zeit- oder Kalendermonat an, so ist aktuell einheitlich nur von 30 Kalendertagen auszugehen. Aus diesem Grund wurden im Beispiel für den August nur 30 Arbeitstage berechnet.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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