450 Euro © Fotolia / percy1307

So viel verdienen Minijobber in Deutschland

In einem 450-Euro-Minijob darf man regelmäßig maximal 450 Euro im Monat verdienen. Aber nicht in jedem Minijob wird diese Grenze voll ausgenutzt.

Wir haben ausgewertet, wie viel Minijobber in Deutschland verdienen und wo am meisten verdient wird.

Verdienstzuwachs bei Minijobbern seit 2012 höher als der Durchschnitt

Der durchschnittliche Monatsverdienst von Minijobbern im gewerblichen Bereich nimmt kontinuierlich zu. Dies ergab eine aktuelle Analyse der bei uns für das Jahr 2017  eingereichten Meldungen der Arbeitgeber. Lag der Verdienst im Jahr 2016 noch bei 303 Euro, so wurden im Jahr 2017 durchschnittlich 309 Euro pro Monat verdient. Fünf Jahre zuvor betrug der Vergleichswert noch 265 Euro.

In der Bundesrepublik stiegen die Bruttoverdienste seit 2012 im Durchschnitt um 11,2 Prozent. Bei den Minijobs ist im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 44 Euro bzw. 16,6 Prozent festzustellen.

Monatsverdienst seit 2012

Durchschnittlicher Monatsverdienst von Minijobbern seit 2012

Jeder dritte Minijobber verdient am oberen Limit

33,3 Prozent aller Minijobber im gewerblichen Bereich nutzen gemäß der aktuellen Untersuchung die Verdienstobergrenze von Minijobs aus und erzielen ein Einkommen zwischen 400 und 450 Euro. Von den insgesamt rund 11,8 Mio. für das Jahr 2017 bei der Minijob-Zentrale eingegangenen Meldungen der Arbeitgeber sind dies mehr als 3,9 Mio.

Verteilung Durchschnittsverdienste

Durchschnittsentgelte von Minijobbern im Jahr 2017

 

Bei einer Erhöhung des Mindestlohnes ist es für diesen Personenkreis nicht unbedingt möglich, die Beschäftigung weiterhin als Minijob auszuüben und zeitgleich mehr zu verdienen. Wenn die Beschäftigung ein Minijob bleiben soll, müssen Arbeitgeber und Minijobber darauf achten, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Seit Einführung des Mindestlohnes ist der zeitliche Umfang eines Minijobs nach oben begrenzt. Bei dem im Jahr 2015 geltenden Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro konnten rund 53 Stunden im Minijob gearbeitet werden. Aktuell liegt der Mindestlohn bei 8,84
Euro. Daraus ergibt sich eine maximal mögliche Arbeitszeit von rund 51 Stunden. Durch die Anhebung des Mindestlohnes im Jahr 2019 auf 9,19 Euro bzw. 9,35 Euro im Jahr 2020 verringert sich dieser Umfang erneut. Dann können nur noch ca. 49 bzw. 48 Stunden in einem Minijob monatlich gearbeitet werden.

Minijobber in Hamburg und Berlin verdienen am meisten

Mit Durchschnittsverdiensten von 332 bzw. 330 Euro verdienen gewerbliche Minijobber in Hamburg und Berlin am besten, gefolgt von den Minijobbern im Saarland, die durchschnittlich 324 Euro verdienen. In Sachsen, Brandenburg und Thüringen fallen die Durchschnittsverdienste am kleinsten aus. Sie liegen hier zwischen 290 und 295 Euro.

Durchschnittsverdienst in Euro Bundesländer

Monatlicher Durchschnittsverdienst von Minijobbern nach Bundesländern

 

In den drei Bundesländern mit den höchsten Durchschnittsverdiensten ist auch der Anteil der Minijobber mit einem Verdienst zwischen 400 und 450 Euro am größten. In Hamburg beispielsweise werden in mehr als 38 Prozent aller Minijobs mehr als 400 Euro pro Monat verdient. In Berlin und im Saarland sind es ca. 37 Prozent. Vergleichsweise weniger oft kommt dieser Personenkreis in den östlichen Bundesländern vor. In Sachsen und Thüringen erzielen nur rund 29 Prozent der Minijobber einen Verdienst zwischen 400 und 450 Euro.

Durchschnittsverdienst in Prozent Bundesländer

Anteil der Minijobber mit einem monatlichen Verdienst zwischen 400 und 450 Euro

Durchschnittsverdienst in Privathaushalten bleibt konstant

Bei Minijobs in Privathaushalten bleibt der Durchschnittsverdienst auch im Jahr 2017 weiterhin konstant und liegt mittlerweile im fünften Jahr hintereinander bei 182 Euro. Der Durchschnittsverdienst von Haushaltshilfen fällt somit deutlich geringer aus als im gewerblichen Bereich.

„Dies ist vor allem dem Arbeitsumfang geschuldet. Haushaltshilfen sind bei den privaten Arbeitgebern drei bis vier Stunden pro Woche beschäftigt. Im gewerblichen Bereich fallen deutlich längere Arbeitszeiten an, und dadurch verdienen Minijobber hier auch mehr“, so Heinz-Günter Held, Geschäftsführer bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See und zuständig für die Minijob-Zentrale.

2 Kommentare zu “So viel verdienen Minijobber in Deutschland

  1. Hilfreich wären mehr/detailliertere Daten für Privathaushalte (die ja selten über Vergleichsdaten verfügen) als Anhaltspunkt:
    Wieviel verdient eine Haushaltshilfe 2018 (oder 2017) im Durchschnitt netto (also nach Abzug der von ihr und dem Arbeitgeber zu tragenden Beiträge zu Versicherungen etc. und der Steuern) pro Stunde pro Bundesland?
    Wieviel hat ein Arbeitgeber wirklich an Kosten pro geleisteter Arbeitsstunde (denn auf die von Ihnen in dem Muster-Rechnungsformular angegebenen Kosten kommen ja noch die Urlaubsbezahlung, die Feiertags-Bezahlung und ggfs. die 20% AG-Anteil an Krankheits-Lohnfortzahlung). Entweder prozentual ausgedrückt, oder mit einer Beispielsrechnung.

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    • Guten Tag Frau Seitz,

      danke für Ihr Feedback.

      Die Arbeitgeber-Beiträge werden dem Arbeitnehmer nicht vom Bruttoarbeitsentgelt abgezogen. Der Arbeitnehmer im Privathaushalt hat in der Regel einen Abzug in Höhe von 13,6 Prozent vom Arbeitsentgelt. Es handelt sich dabei um den Pflichtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung. Von diesem Pflichtbeitrag kann sich der Arbeitnehmer befreien lassen. Dann entspricht das Bruttoarbeitsentgelt dem Nettoarbeitsentgelt.

      Die gewünschte Angabe des Arbeitsentgeltes pro Stunde lässt sich aufgrund unserer Daten nicht erheben.

      Die Feiertagsbezahlung, Urlaubsgewährung und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind keine zusätzlichen Kosten des Arbeitsgebers. Es handelt sich dabei um Leistungen, die dem Arbeitnehmer arbeitsrechtlich zustehen und daher auch einkalkuliert werden müssen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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