3 Monate oder 70 Tage: Was für kurzfristige Minijobs ab 2019 gilt

Wichtig für alle Weinleser, Apfelpflücker und Weihnachtsmänner: Für alle Arbeitnehmer, die einen kurzfristigen Minijob ausüben, ändert sich ab dem Jahr 2019 nichts. Sie dürfen ihrer Beschäftigung weiterhin 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr nachgehen. Ursprünglich sollte die Regelung auf 4 Jahre für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Dezember 2018 begrenzt sein. Vorbehaltlich der abschließenden Entscheidung des Gesetzgebers bleibt alles beim Alten.

Was ist eine kurzfristige Beschäftigung?

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Tätigkeit im Laufe eines Kalenderjahres im Voraus auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt ist. Bei einer Beschäftigung von 3 Monaten am Stück arbeitet der kurzfristige Minijobber an mindestens 5 Tagen in der Woche; bei einer Beschäftigung von 70 Arbeitstagen arbeitet der kurzfristige Minijobber weniger als 5 Tage in der Woche. Beschäftigungen, die über diese zeitliche Begrenzung hinausgehen, sind keine kurzfristigen Minijobs. Verdient der Arbeitnehmer regelmäßig bis zu 450 Euro im Monat, handelt es sich in der Regel um einen 450-Euro-Minijob.

Auf den Verdienst kommt es bei einem kurzfristigen Minijob nicht an. Der Arbeitnehmer kann theoretisch unbegrenzt verdienen, er zahlt keine Sozialversicherungsabgaben.

Für den Arbeitgeber eines kurzfristigen Minijobbers fallen hingegen geringe Abgaben an. Das sind die Umlagen zum Ausgleich der Aufwendungen bei Krankheit („U1“) und Schwangerschaft bzw. Mutterschaft („U2“) sowie die Umlage für den Fall einer Insolvenz an. Diese sind an die Minijob-Zentrale zu entrichten. Darüber hinaus hat der Arbeitgeber den Minijobber bei der jeweils zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung anzumelden und entsprechende Beiträge zu entrichten.

Weiterhin sind kurzfristige Minijobs zu versteuern. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen die individuelle Besteuerung nach der Steuerklasse des Minijobbers und zum anderen, unter Berücksichtigung weiterer Voraussetzungen, die Pauschalversteuerung in Höhe von 25 Prozent.

  Abgaben für kurzfristige Minijobs im Gewerbe im Überblick
  Umlage 1 0,9 % 
  Umlage 2 0,24 %
  Insolvenzgeldumlage 0,06 %
  Unfallversicherung Individuell an den zuständigen Unfallversicherungsträger
  Steuer Pauschale oder individuelle Besteuerung nach der Steuerklasse

Kurzfristiger Minijob darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden

Ein kurzfristiger Minijob darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden, das heißt: Wenn ein Arbeitnehmer mehr als 450 Euro im Monat verdient, die kurzfristige Beschäftigung die einzige Erwerbstätigkeit ist und diese für die Sicherung des Lebensunterhalts bestimmt ist, handelt es sich nicht um einen kurzfristigen Minijob.

Menschen, die Leistungen von der Bundesagentur für Arbeit beziehen oder als Arbeitssuchende gemeldet sind, gelten grundsätzlich als berufsmäßig beschäftigt.

Können mehrere kurzfristige Minijobs kombiniert werden?

Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer mehrere kurzfristige Minijobs nebeneinander ausüben. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt auch bei Kombination von mehreren kurzfristigen Minijobs keine Rolle. Es darf aber auch hier zusammengerechnet die Grenze von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr nicht überschritten werden. Vor Antritt einer neuen kurzfristigen Beschäftigung müssen daher immer die Vorbeschäftigungszeiten geprüft werden. Sobald die Grenze von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen überschritten wird, wird die Tätigkeit in allen Zweigen sozialversicherungspflichtig.

161 Kommentare zu “3 Monate oder 70 Tage: Was für kurzfristige Minijobs ab 2019 gilt

  1. Hallo. Ich bin arbeitslos aber ohne Leistungen. Ich habe hier einen kurzfristigen Arbeitsvertrag (3 Wochen, ca. 1000€ brutto) in der Hand. Ist das dann mit allgemeinen Beitrag an die KV abzurechnen? Was passiert im Krankheitsfall?

    Freundliche Grüße
    Uwe

  2. Kann eine Rentnerin (über 70) als 70-Tage Jobberin eingestellt werden? Gilt die Rente als „Hauptverdienst“?

  3. Hallo,

    ich bin noch Schülerin und mache kommendes Jahr mein Abitur. Einen Minijob auf 450€-Basis habe ich bereits, wäre es dann noch möglich einen kurzfristigen Minijob bei einem anderen Arbeitgeber anzutreten?

    Liebe Grüße, Selin

    • Hallo Selin,

      ein 450-Euro-Minijob wird nicht mit einem kurzfristigen Minijob zusammengerechnet. Insofern können Sie beide Tätigkeiten parallel ausüben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      • Guten Tag,

        hier möchte ich folgendes ergänzend fragen:

        Steuerlich wird es auch bei evtl. sehr gutem Verdienst bei der kurzfristigen Beschäftigung kein Problem geben, da der Freibetrag bis zum Greifen einer Steuerpflicht ausreichend sein dürfte.

        Aber was geschieht mit der Krankenkasse?
        Hier kann es doch sein, dass die Schülerin bei „Einnahmen“ über 450 € nicht mehr in der Familienversicherung mitversichert ist sondern freiwillige Pflichtbeiträge anfallen?!?

        Kann sich das Konstrukt auf das Kindergeld auswirken?

        Vielen Dank für weitere Infos

        Brigitte Gruber

  4. Guten Tag, wie berechnen sich die 70 Tage in Bezug auf Urlaub und Krankheit? Wenn ich zum Beispiel Urlaubsanspruch habe und diesen nehme, ist dann ein Urlaubstag ein Arbeitstag? Wie verhält es sich bei Krankheit? Wenn ich einen Tag krank geschrieben bin, zählt dies dann auch als ein Arbeitstag? Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.

    • Guten Tag Daniel,

      auch in einer kurzfristigen Beschäftigung besteht der Anspruch auf Urlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

      Wenn ein Minijobber infolge unverschuldeter Krankheit oder einer medizinischen Vorsorge- bzw. Rehabilitationsmaßnahme arbeitsunfähig ist, hat er Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber ihm seinen regelmäßigen Verdienst bis zu sechs Wochen weiterzahlt. Der Arbeitgeber hat den Verdienst für die Tage zu zahlen, an denen der Minijobber ohne Arbeitsunfähigkeit hätte arbeiten müssen.

      Somit sind sowohl die Urlaubstage als auch die Krankheitstage bei der Berücksichtigung der 70 Tage einzubeziehen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Hallo, ich möchte eine Putzkraft/Haushaltshilfe einstellen. Er/sie soll 1x die Woche zwei Stunden für 15€ die Stunde arbeiten. Der Monatslohn beträgt somit 120€ und es wären genau 52 Tage im Jahr. Das müsste doch der Definition steuerfrei für Arbeitnehmer und -geber sein, richtig?

    • Hallo Lanissa,

      ist die von Ihnen geplante Beschäftigung von vornherein auf einen Zeitraum von maximal 70 Arbeitstagen befristet, kann sie grundsätzlich im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs ausgeübt werden – vorausgesetzt, ihr Minijobber hat nicht bereits weitere kurzfristige Minijobs in diesem Jahr ausgeübt. In diesem Fall ist die Summe aus allen Arbeitstagen maßgebend. Mit einem monatlichen Verdienst von weniger als 450 Euro ist die Berufsmäßigkeit der Beschäftigung nicht zu prüfen.

      Übt Ihr Minijobber seine Beschäftigung jedoch nicht nur gelegentlich, sondern dauerhaft oder regelmäßig wiederkehrend aus, ist diese kein kurzfristiger Minijob. Das gilt selbst dann, wenn er im Kalenderjahr nicht mehr als 70 Arbeitstage arbeitet. Über eine Rahmenvereinbarung können Sie eine solche Beschäftigung für längstens zwölf Monate auf bis zu 70 Arbeitstage befristen. Damit ist sie ein kurzfristiger Minijob. Nach einer Pause von mindestens zwei Monaten können Sie im Anschluss daran eine erneute Rahmenvereinbarung mit Ihrem Minijobber schließen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Ich möchte eine 16-jährige Schülerin (Gymnasium) während Ihrer Sommerferien für 6 Wochen mit einem kurzfristigen Minijob beschäftigen. Ist dies möglich? Schüler sind in dem „Entscheidung_Berufsmaessigkeit.pdf“ nicht zu finden

    • Hallo Herr Glaeser,

      auch Schüler können einen kurzfristigen Minijob ausüben. Liegt der Verdienst dabei über 450 Euro, ist die Berufsmäßigkeit zu prüfen. In unserer „Entscheidungshilfe zur Prüfung der Berufsmäßigkeit“ finden Sie den Status „Schüler“ auf Seite 12 zwischen „Sozialhilfeempfänger/in“ und „Schulentlassene/r“: https://t1p.de/MJZE-Pruefung-Berufsmaessigkeit

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  7. Liebes Team der Minijob Zentrale,

    ich habe mein vor kurzem mein Bachelor Studium beendet und befinde mich im sogenannten Gap Year zwischen Bachelor und Master. Nun habe ich ein Praktikumsangebot von einer Dauer von 3 Monaten mit einem Gehalt von 900 Euro.
    Fällt dies in den versicherungsfreien Teil? Würde es einen Unterschied machen, ob ich noch eingeschriebener Student wäre oder nicht?

    Herzlichen Dank für eure Mühe!
    Laura

    • Hallo Laura,

      landläufig bezeichnet man ein Gap Year als Zeitraum zwischen zwei wichtigen Lebensabschnitten. Für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung ist jedoch unter anderem relevant, welchen Status Sie während der Beschäftigung haben oder auch um welche Art von Praktikum es sich handelt. Dem Grunde nach liegt mit einer Beschäftigung von 3 Monaten ein kurzfristiger Minijob vor. Bei einem Verdienst von mehr als 450 Euro muss jedoch geprüft werden, ob die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird. Gern beraten wir Sie hierzu auch telefonisch. Unsere Mitarbeiter im Service-Center sind montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 für Sie da. Eine erste Orientierung bietet Ihnen auch die Entscheidungshilfe zur Prüfung der Berufsmäßigkeit: https://t1p.de/MJZE-Pruefung-Berufsmaessigkeit.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  8. Hallo liebes Team,

    besteht die Möglichkeit während des Studiums für mehrere Jahre monatlich 450€ zu verdienen oder gibt es da eine Grenze in Bezug auf den Zeitraum? Das hat doch nichts mit der Regelung der 70 Tage oder 3 Monate zutun richtig? Muss man dann speziell einen Vertrag für diesen fixen Betrag im Monat aufsetzen? Und wie sieht das bei Vollzeitangestellten aus? Können die ebenfalls für mehrere Jahre (Zeitraum 2015-2018) nebenbei jeden Monat z.B. 350/400 oder auch 450€ erhalten? Und wie verhält es sich mit dem Urlaubsanspruch bei 450 euro Jobbern? Ich habe teilweise Monate, wo ich in einer Woche alle Stunden für den Betrag von 450€ erreiche (z.B. Semesterferien) und während der Studienzeit bin ich meist Samstags oder mal an freien Tagen in der Woche am arbeiten. Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich im Voraus.

    • Hallo Herr Heitmann,

      ein 450-Euro-Minijob ist zeitlich nicht begrenzt. Übersteigt der monatlich durchschnittliche Verdienst 450 Euro nicht, kann diese Beschäftigung auch über viele Jahre laufen. Das ist auch dann möglich, wenn Sie Ihren 450-Euro-Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausüben.

      Ist die Anzahl von Arbeitstagen in der Woche regelmäßig ungleich, also z. B. mal zwei oder drei Tage in der Woche, bezieht sich die Berechnung des Urlaubs auf das Jahr und nicht auf die Woche. Die auf 52 Wochen (= 1 Jahr) bezogenen Werte ergeben dann die Jahresarbeitstage. Das Bundesarbeitsgericht hat festgelegt, dass die Arbeitsverpflichtung in einem Jahr bei einer 5-Tage-Woche 260 Arbeitstage beträgt und 312 Werktage bei einer 6-Tage-Woche.
      Die Formel lautet dann:
      Gesetzliche oder tarifvertragliche Urlaubstage x eigene Arbeitstage :
      Jahreswerktage (312)/Jahresarbeitstage (260)

      Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass wir Sie zu arbeitsrechtlichen Einzelanfragen im Detail nicht beraten können. Als Minijob-Zentrale erteilen wir lediglich allgemeine Auskünfte zum Thema Arbeitsrecht. Für eine individuelle Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Guten Morgen, toll, dass es hier ein allgemeines Forum zum Thema Minijobs gibt.

    Meine Frage hier lautet: Kann man nach Beendigung eines kurzfristigen Minijobs von 3 monatiger Dauer bei einem Arbeitgeber einen weiteren kurzfristigen Minijob von einem Monat Dauer bei einem anderen Arbeitgeber direkt anschließen? Muss man ggf. eine Wartezeit einhalten? Könnte man jedenfalls einen 450€ Minijob direkt oder nach Wartezeit anschließen?

    Über eine kurzfristige Antwort würde ich mich sehr freuen.

    • Hallo Ulrich,

      wir freuen uns sehr über Ihr Interesse an unserem Blog.

      Eine weitere Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber können Sie direkt im Anschluss an eine beendete Tätigkeit aufnehmen. Eine Wartezeit zwischen zwei Beschäftigungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern ist nicht erforderlich.

      Bitte beachten Sie jedoch in diesem Zusammenhang, dass die Zeitgrenze von 70 Arbeitstagen oder 3 Monaten insgesamt für alle im Kalenderjahr ausgeübten kurzfristigen Minijobs gilt. Das heißt, haben Sie zum Beispiel bereits zwei volle Monate bei einem anderen Arbeitgeber kurzfristig gearbeitet, kann die Anschlussbeschäftigung im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs auch bei einem neuen Arbeitgeber nur noch für maximal einen Monat ausgeübt werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  10. Hallo!

    Ich bin Student und arbeite seit fast 3 Jahren als studentische Hilfskraft an der Uni mit 17 Stunden pro Woche.

    Nun stehe ich am Ende des Studiums und habe etwas mehr Zeit und möchte ein bisschen ansparen. Deshalb habe ich einen zweiten Job genommen. Dieser ist zeitlich befristet, nämlich von (15.07.-31.12.) Die wöchentliche Arbeitszeit ist bis zu 20 Stunden bzw. 3 Arbeitstage.

    Meine Frage wäre, können wir meinen zweiten Job als eine kurzfristige Beschäftigung abstufen (da zeitlich befristet und 70 Arbeitstage nicht überschritten)? Oder ist er „zu regelmäßig“ und hat mehr Verdienst als meine Hauptbeschäftigung an der Uni, deshalb ein Midijob?

    Ich würde mich über Ihre Antwort freuen!

    Freundliche Grüße

    • Hallo Emma,

      mit einer von vornherein auf 3 Monate oder 70 Arbeitstage befristeten Tätigkeit handelt es sich dem Grunde nach um eine kurzfristige Beschäftigung.

      Laut Ihrer Schilderung wäre somit eine kurzfristige Beschäftigung grundsätzlich möglich. Zu beachten ist hierbei, endet Ihr Studium und somit Ihr Status als Student hat eine neue Beurteilung der kurzfristigen Beschäftigung aufgrund der Berufsmäßigkeit durch den Arbeitgeber zu erfolgen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  11. Hallo, meine Tochter hat in diesem Jahr ihr Abitur gemacht. Ab Oktober wird sie für ein halbes Jahr nach Neuseeland gehen und eine Bibelschule besuchen. Es steht fest, dass sie nächstes Jahr im Herbst studieren möchte. Jetzt hat sie eine kurzfristige Beschäftigung für August und September. Sie kommt also nicht über die 70 Tage und sie wird studieren, sie möchte nur ein Jahr Pause. Der Arbeitgeber möchte sie nicht sozialversicherungsfrei beschäftigen, weil er denkt, dass das als berufsmäßige Beschäftigung anzusehen ist. Ist das richtig?

    • Hallo Renate,

      grundsätzlich obliegt die versicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung Ihrer Tochter dem jeweiligen Arbeitgeber. Er prüft, ob die Bedingungen einer kurzfristigen Beschäftigung vorliegen. Hierbei muss zum einen die Zeitgrenze von 70 Arbeitstagen oder 3 Monaten eingehalten werden. Zum anderen darf die Tätigkeit für Ihre Tochter nicht von übergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung sein – man spricht hierbei von Berufsmäßigkeit.
      Der Auslandsaufenthalt alleine ist kein Indiz für die Klärung der Berufsmäßigkeit. Wichtig ist vielmehr was genau Ihre Tochter dort macht und ob Sie Arbeitsentgelt bezieht.

      Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auch auf unserer Homepage: https://t1p.de/MJZE-Pruefung-Berufsmaessigkeit

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  12. Liebes Minijob Zentrale Team,,

    Ich bin Student. Ich mache ein freiwilliges Praktikum, welches im Vertrag auf 4 Monate befristet ist. Ich habe aber vor das Praktikum auf 3 Monate zu verkürzen.
    Nun steht ja trotzdem im Anfangsvertrag eine Frist von 4 Monaten im Vertrag.

    Zählt hierbei trotzdem die kurzfristige Beschäftigung für Studenten, und somit Abgabefreiheit?

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Julian Weckenbrock

    • Hallo Julian,

      die versicherungsrechtliche Beurteilung Ihrer Beschäftigung obliegt grundsätzlich Ihrem Arbeitgeber. Pauschal ist eine Antwort auf Ihre Frage auch nicht möglich, da ein ausgeübtes Praktikum unterschiedlich beurteilt werden muss.

      Hierbei kommt es zum Beispiel darauf an, ob es sich um ein Vor-, Zwischen- oder Nachpraktikum. Hilfe bei der Beurteilung bietet hier unser Prüfschema Praktikanten https://t1p.de/MJZE-Pruefschema-Praktikanten.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  13. Hallo,
    werden die 70 Arbeitstage aus den real gearbeiteten Tagen ermittelt oder aus dem Anmeldezeitraum ?

    • Hallo Volker,

      die 70 Arbeitstage entsprechen den real gearbeiteten Tagen. Besteht für die kurzfristige Beschäftigung ein Rahmenarbeitsvertrag, kann die Meldung bei der Minijob-Zentrale unter Umständen auch einen längeren Zeitraum umfassen (maximal 12 Monate).

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  14. Ich habe eine Frage zu dem Thema 3 Monate. Ich arbeite im Industrieservice und habe dadurch zu Weihnachten an zwei Monaten hintereinander mehr als 450,00 Euro Verdienst. Darf das auch weiterhin so sein, da ich die drei Monate im Jahr nicht überschreite.

    • Hallo Ida,

      im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs besteht von Seiten der Sozialversicherung keine Verdienstgrenze. Lediglich im Rahmen der Prüfung der Berufsmäßigkeit einer kurzfristigen Beschäftigung wird auf einen monatlichen Verdienst von 450 Euro abgestellt.

      Bezieht sich Ihre Frage auf die Möglichkeit der unvorhersehbaren Überschreitung der Einkommensgrenze im 450- Euro-Minijob? Passiert die Überschreitung der monatlichen Verdienstgrenze hier gelegentlich und nicht vorhersehbar – das heißt bis zu drei Mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum – bleibt die Tätigkeit ein Minijob.

      In solchen Ausnahmefällen darf der Jahresverdienst auch weit mehr als 5.400 Euro betragen. Sechs Monate müssen nicht dazwischen liegen. Verdienen Sie dagegen regelmäßig über 450 Euro im Monat, ist die Beschäftigung kein Minijob mehr, sondern sozialversicherungspflichtig. Dies gilt ab dem Tag, an dem Ihr Arbeitgeber erkennt, dass Sie aufgrund des vorhersehbaren höheren Verdienstes mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  15. Hallo Liebes Team,

    Ich arbeite nebenbei als 450er im Sicherheitsdienst. Letztes Jahr hat mich mein Chef(Sicherheitsdienst) in die 70 Tage Regel angemeldet, ohne damals zu wissen was dies bedeutet hatte ich ja gesagt.
    Des Ende vom Lied war das mein Nebenjob als hauptjob und Hauptjob als Nebenjob beim Finanzamt gemeldet wurde und ich und die Steuerklasse 6 im Hauptjob gerutscht bin.
    Jetzt fragt er wieder.

    Meine Frage ist jetzt, kann ich viel arbeiten auch wenn ich über die 450 komme, und alles was ich mehr arbeite/= verdiene auf die nächsten Monate umschlägt mein Chef?

    • Hallo,

      aufgrund Ihrer Schilderung gehen wir davon aus, dass es sich bei Ihrer Beschäftigung um einen kurzfristigen Minijob handelt. Diesen dürfen Sie grundsätzlich neben Ihrer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung und einem 450-Euro-Minijob ausüben. Es erfolgt keine Zusammenrechnung der Verdienste.

      Vielleicht interessiert Sie hierzu auch unser Blogbeitrag „Hauptjob, 450-Euro-Minijob und kurzfristiger Minijob! Geht das?“: http://t1p.de/Blogbeitrag-Hauptjob-Minijob-kurzfristig

      Versteuert werden kann der kurzfristige Minijob zum einen individuell nach Ihrer Steuerklasse oder unter bestimmten Voraussetzungen auch pauschal in Höhe von 25 Prozent. Hierzu berät Sie Ihr zuständiges Finanzamt.

      Üben Sie einen 450-Euro-Minijob aus, ist von einem durchschnittlichen Verdienst auszugehen. Dass heißt, in Ihrem Beschäftigungszeitraum dürfen durchaus auch Monate enthalten sein, in welchen Sie mehr als 450 Euro erhalten. Der höhere Verdienst muss dann in anderen Monaten wieder ausgeglichen werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  16. Hallo, unser Sohn hat zum 01.07. sein Ausbildungsverhältnis beendet. Er möchte nun einen Ferienjob für 6 Wochen antreten würde also unter die Minijob Regelung fallen. Der Arbeitgeber will ihn nun aber sozialversicherungspflichtig anmelden da nach seiner Meinung die Ausbildung hier hinzuzählt und er damit die 70 Tage bzw. 3 Monate schon überschritten hat. Auch möchte unser Sohn noch nebenbei in der Gastronomie arbeiten bevor er Mitte Sept die BOS besuchen wird. Wie verhält sich das können Sie mir hier einen Rat geben.

    • Hallo Herr Kleinhenz,

      wir gehen davon aus, dass der Ferienjob Ihres Sohnes im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs stattfinden soll und sein Verdienst in dieser Beschäftigung höher als 450 Euro im Monat ist.

      Kurzfristige Minijobs liegen vor, wenn Sie von vornherein auf einen Zeitraum von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen begrenzt sind und die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Berufsmäßigkeit kann aufgrund des Status der Person sowie auch aufgrund von Vorbeschäftigungszeiten vorliegen. Die bereits vorangegangene Berufsausbildung ist in diesem Zusammenhang als Vorbeschäftigungszeit anzurechnen. Da sich somit ein längerer Zeitraum als 70 Arbeitstage oder 3 Monate ergibt, liegt Berufsmäßigkeit vor. Die Beschäftigung ist damit sozialversicherungspflichtig an die Krankenkasse zu melden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  17. Liebes Team der Minijob-Zentrale,

    ich arbeite momentan als Minijobber (450€) und möchte gerne in der Ferienzeit mehr arbeiten. Wäre es möglich, dass ich beim selben Arbeitgeber eine 70 Tage Beschäftigung antrete und danach wieder als Minijobber zurückwechseln kann?

    Vielen Dank!

    LG,
    Chris

    • Hallo Christian,

      dies ist leider nicht möglich. Üben Sie beim Arbeitgeber aktuell einen 450-Euro-Minijob aus und möchten diesen in einen kurzfristigen Minijob ändern, ist dies nur mit einer Unterbrechung von 2 Monaten möglich. Wird diese nicht eingehalten, geht man von der Vermutung aus dass es sich immer noch um ein und dasselbe Beschäftigungsverhältnis handelt. Der Wechsel von einer kurzfristigen Beschäftigung in einen 450-Euro-Minijob ist dagegen ohne Unterbrechung möglich.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      • Hallo,

        vielen Dank für die schnelle Rückmeldung! Jetzt habe ich noch zwei Fragen: ich bekomme neuerdings Zuschläge für die Arbeit am Wochenende und an Feiertagen. Ich habe gelesen, dass Zuschläge steuerfrei sind. Heißt das, dass ich mit den Zuschlägen über 5400€ im Jahr verdienen dürfte?

        Wenn ich im Juni knapp 500€ und im August wieder 400€ verdiene und dann in der Gesamtsumme unter 5400€ bleibe (unter der Bedienung das ich 12 Monate im Jahr für den Betrieb arbeite), bleibe ich dann weiterhin Minijobber? Mein Arbeitgeber spricht von einer Sonderregelung, wenn man die 450€ überschreiten würde (sonst dürfte man immer nur zweimal über die Grenze kommen so mein Arbeitgeber). Ich lese aber immer nur von der Einhaltung der Gesamtsumme ohne erhebliche Schwankungen zu haben. Bei den genannten Summen, habe ich keine erhebliche Schwankung oder?

        Vielen Dank schon Mal im Voraus!

        Viele Grüße,
        Chris

        • Hallo Chris,

          Sonn- und Feiertagszuschläge, die Ihnen der Arbeitgeber zusätzlich zum Grundlohn zahlt, bleiben grundsätzlich steuerfrei. Bei der Prüfung der Einhaltung der 450-Euro-Grenze bleiben sie damit unberücksichtigt. Sie können diese Zuschläge daher zusätzlich zu Ihrem regulären Lohn erhalten, ohne dass der Minijob gefährdet wird.

          Darüber hinaus ist es auch möglich, dass Sie die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro in mehreren Monaten überschreiten. Für den Minijob bleibt auch das unschädlich, wenn Sie insgesamt die Verdienstgrenze von 5.400 Euro in einem Zeitraum von 12 Monaten durchgängiger Beschäftigung nicht überschreiten.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  18. Hallo, wir sind ein gewerblicher Betrieb (Lebensmittelproduktion) mit 800 Mitarbeitern. Wir möchten unsere Produktion gerne für Besuchergruppen öffnen und 1-2 mal pro Monat Führungen anbieten. Für diese Aufgabe möchten wir gerne unsere Pensionäre/Rentner einsetzen. Die Führungen würden unregelmäßig und nach Bedarf stattfinden und wir stellen uns einen Pool von 4-5 Rentnern vor, die wir bei Bedarf kontaktieren und die sich dann freiwillig melden, sofern sie Zeit haben. Falls sich niemand findet, der die Führung übernehmen kann, dann findet sie entweder nicht statt oder wir führen sie mit unserem bestehenden Personal durch. Pro Rentner würden auf diese Weise pro Jahr lediglich ca. 20-40 Stunden (also max 10 tage a 4 Stunden pro Jahr) anfallen. Ist ein kurzfristiger Minijob dafür geeignet? Kann ein Rahmenvertrag über mehrere Jahre geschlossen werden, denn 70 Arbeitstage würden auf keinen Fall in einem Jahr erreicht werden? Ist die Befristung auf 70 Arbeitstage rechtens, wenn es sich um Mitarbeiter handelt, die zuvor in Vollzeit über viele Jahre bei uns beschäftigt waren oder greift hier der gesetzliche Kündigungsschutz? Endet der kurzfristige Minijob automatisch nach Ablauf eines Jahres bzw. nach Ablauf von 70 Arbeitstagen? Wie sieht es mit Lohnfortzahlung im Krankheitsfall aus und wie würde sich diese berechnen?

    Wir freuen uns auf Ihre Antwort, vielen Dank!!

    Friederike

    • Hallo Friederike,

      gern können Sie dieses Tätigkeiten im Rahmen kurzfristiger Minijobs melden.

      Ein kurzfristiger Minijob ist von vorn herein auf maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage in einem Kalenderjahr befristet. Ein sogenannter Rahmenarbeitsvertrag kann somit maximal für ein Jahr (12 Kalendermonate) geschlossen werden und das Datum des Beginns und der Beendigung der Beschäftigung ist darin festzulegen.

      Aufgrund des Statuswechsel, von der Beschäftigung in den Ruhestand, wird keine Berufsmäßigkeit unterstellt. Beim gleichen Arbeitgeber ist eine kurzfristige Beschäftigung im Anschluss an eine versicherungspflichtige Beschäftigung jedoch nur möglich, wenn zwischen beiden Beschäftigungen mindestens 2 Monate liegen.

      Eine kurzfristige Beschäftigung liegt hingegen nicht vor, wenn die Beschäftigung bei vorausschauender Betrachtung von vornherein auf ständige Wiederholung gerichtet ist und über mehrere Jahre hinweg ausgeübt werden soll, also eine hinreichende Vorhersehbarkeit von Dauer und Zeitpunkt der einzelnen Arbeitseinsätze besteht. In diesem Fall handelt es sich um eine regelmäßige Beschäftigung, die mit einem Entgelt bis zu 450 Euro im Monat geringfügig entlohnt und über 450 Euro im Monat versicherungspflichtig zu melden ist.

      Die Voraussetzungen für eine (erneute) kurzfristige Beschäftigung aufgrund einer längstens für ein Jahr befristeten Rahmenvereinbarung mit Arbeitseinsätzen bis zu maximal 70 Arbeitstagen bei demselben Arbeitgeber sind erfüllt, wenn zwischen den beiden Rahmenvereinbarungen mindestens zwei Monaten liegen.

      Der gesetzliche Kündigungsschutz gilt für alle Arbeitnehmer, die sich in einem Beschäftigungsverhältnis befinden.

      Kurzfristig Beschäftigte haben ebenfalls einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Für weitere Fragen zur Lohnfortzahlung wenden Sie sich bitte an die Service-Hotline der Arbeitgeberversicherung unter der Telefonnummer 0234 / 304 43 990.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  19. Hallo,
    neben meinem Studium habe ich noch einen Minijob in der Pflege, wo ich durch die Übungsleiterpauschale zusätzlich noch einmal mehr verdiene. In den Semesterferien würde ich gerne noch zusätzlich arbeiten gehen. Kann ich neben meinem regulären Minijob noch eine kurzfristige Beschäftigung aufnehmen? Teilsweise sind die Stellen auf die ich mich bewerben möchte als Werkstudent möglich. Kann man Werkstudent und Minijob in den Semesterferien kombinieren? Vielen Dank schon mal.
    Viele Grüße
    Hanna

  20. Hallo, ich bin derzeit familienversichert und trete ab Sonntag eine Beschäftigungsstelle als Servicekraft in der Gastronomie an. Mein Plan ist, dass ich bis Schulbeginn der BOS (10.09.) als Vollzeit arbeite und danach auf 450,00 € Basis angestellt bin.
    Ist das rechtlich möglich, ohne, dass ich eine eigene Krankenversicherung habe?

    LG Magdalena

    • Hallo Magdalena,

      wir gehen davon aus, dass Sie zuerst einen kurzfristigen Minijob und anschließend einen 450-Euro-Minijob beim gleichen Arbeitgeber ausüben wollen.

      Die versicherungsrechtliche Beurteilung obliegt Ihrem Arbeitgeber stets zu Beginn der Beschäftigung. Sofern Sie bereits von vornherein einen Arbeitsvertrag über den 10. September hinaus geschlossen haben, ist auch der Zeitraum ab September in die gesamte Beurteilung mit einzubeziehen. In diesem Fall ist ein kurzfristiger Minijob nicht möglich.

      Haben Sie aber einen befristeten Arbeitsvertrag bis 9. September und ab 10. September einen neuen Arbeitsvertrag muss auch eine neue Beurteilung seitens des Arbeitgebers erfolgen. Eine Ummeldung vom kurzfristigen Minijob in einen 450-Euro-Minijob ist dann notwendig.

      Bezüglich Ihrer Krankenversicherung informieren Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse, da Sie abhängig von der versicherungsrechtlichen Beurteilung des Arbeitgebers ist.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  21. Hallo, neben meinem Hauptberuf könnte ich bedingt durch einen Engpass in der Produktion in einer Firma als Aushilfe arbeiten. Die Arbeitszeit wäre etwa 2 bis 4 Stunden jedoch nicht jeden Tag je nach Bedarf also, jedoch nicht mehr als die 4 Stunden. Der Zeitrum wäre max. 12 Wochen Wochen. HIer müßte doch der kurzfristige Minijob greifen. Steht mir hier auch Urlaub zu und wie würde der berechnet.

    • Hallo Biggi,

      ein kurzfristiger Minijob liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich. Da Sie einer Hauptbeschäftigung nachgehen, wird keine Berufsmäßigkeit unterstellt. Somit können Sie den kurzfristigen Minijob ausüben.

      Ihre Frage zum Urlaubsanspruch lässt sich nicht pauschal beantworten. Hierbei sind neben den gesetzlichen Regelungen beispielsweise auch ein eventuell bestehender Tarifvertrag bzw. arbeitsvertragliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen zu beachten, wenn der Arbeitnehmer durch diese besser gestellt wird.

      Grundsätzlich gilt für den Urlaubsanspruch Folgendes:
      Als Arbeitnehmer (auch im Rahmen eines kurzfristigen Minijobs) haben Sie einen gesetzlichen Grundanspruch auf mindestens vier Wochen bezahlten Urlaub im Kalenderjahr. Wird eine Beschäftigung neu aufgenommen, sieht das Bundesurlaubsgesetz eine Wartezeit von 6 Monaten vor. Hier heißt es „Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben“. Volle vier Wochen bezahlten Urlaub können Sie also erst nach sechsmonatigem Bestehen des Beschäftigungsverhältnisses beanspruchen. Bis zur Erfüllung der Wartezeit haben Sie lediglich Anspruch auf 1/12 des vollen Jahresurlaubsanspruchs.

      Abschließend empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Frage, zur Ermittlung des Urlaubsanspruchs, an das kostenlose Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales / Bereich Arbeitsrecht wenden. Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  22. Hallo, erstmal vielen Dank für Beantwortung meiner Anfragen vom 4. und 22. Juni. Nun gibt es ein neues Problem: Arbeitsvertrag über Beschäftigung mit 15 Wochenstunden vom 1.6. – 31.8., die im Arbeitsvertrag ausdrücklich „befristet im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung“ bezeichnet ist. Die Gehaltsabrechnung für Juni erfolgte aber wie bei „Normalbeschäftigung“, die Bescheinigung nach § 25 DEÜV nennt den Personenschlüssel 119 und als Einzugsstelle meine Krankenkasse. Frage 1: steht in der Macht des Arbeitgebers, von der Medlung an die Minijobzentrale KBS abzuweichen und mich „normal“ zu versichern? Abgesehen davon, ob es wirtschaftlich für den Arbeitgeber Sinn macht, sich selbst ebenfalls mit höheren Sozialabgaben zu belasten, statt es bei der win-win-Situation der kurzfristigen Beschäftigung zu belassen.
    Frage 2: Im Raum steht eine Verlängerung des Vertrages zu den genannten Bedingungen nahtlos bis Mitte Oktober, das bleibt deutlich unter 70 Stunden (ca. 50). Bleibt es für den gesamten Zeitraum eine kurzfristige Beschäftigung?

    • Hallo Jürgen,

      der Arbeitsvertrag ist ein privatrechtlicher Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses. Er kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich an diese arbeitsvertraglichen Vereinbarungen halten.

      Da die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung eines Beschäftigungsverhältnis dem Arbeitgeber obliegt, empfehlen wir Ihnen, mit Ihrem Arbeitgeber bezüglich der Anmeldung bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse Rücksprache zu halten.

      Alternativ können Sie sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Frage an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wenden. Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      In Beantwortung Ihrer 2. Frage ist, sofern die 70 Arbeitstage oder 3 Monate im Kalenderjahr nicht überschritten werden, eine Vertragsverlängerung in Ihrem geschilderten Sachverhalt grundsätzlich möglich.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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