Unbezahlter Urlaub im Minijob – wie läuft das Meldeverfahren? (Nachgefragt #27)

Verschiedene Gründe können zu einer längeren Unterbrechung der Entgeltzahlung in einem Minijob führen.  Arbeitgeber stehen dann vor der Frage, wie dies richtig gemeldet wird.

Benno aus Essen hat sich an uns gewandt. „Ich habe in meinem Betrieb einen Minijobber beschäftigt. Der Minijobber möchte nun für sechs Wochen in die USA verreisen. Da er die ihm zustehenden bezahlten Urlaubstage schon verbraucht hat, beabsichtigt er, unbezahlten Urlaub in Anspruch zu nehmen. Muss ich den Minijobber in dieser Zeit abmelden?“

Beantwortet von Susan aus dem Service-Center:

Susan

Susan aus unserem Service-Center

Hallo Benno,

ja, Sie müssen den Minijobber abmelden! Bei Arbeitsunterbrechungen ohne Verdienst von länger als einem Monat ist eine Abmeldung mit dem Meldegrund „34“ zu erstellen.

Die Abmeldung ist erforderlich, da ohne Verdienst nach spätestens einem Monat kein Beschäftigungsverhältnis im Sinne der Sozialversicherung mehr vorliegt. Bei Wiederaufnahme der Beschäftigung ist eine Anmeldung mit Abgabegrund „13“ zu erstellen.

Wie wird die Monatsfrist berechnet?

Die Monatsfrist beginnt mit dem ersten Tag der Arbeitsunterbrechung, für den kein Verdienst gezahlt wird. Sie endet nach Ablauf eines Monats:

  1. Beginnt die Monatsfrist am 1. Tag eines Kalendermonats, endet sie am letzten Tag dieses Kalendermonats.
  2. Beginnt die Frist im Laufe eines Kalendermonats, endet sie einen Monat später mit dem Tag des Datums vor Beginn der Frist.

Beispiel zu 1:

Ein Minijobber hat vom 01.10. bis 15.11. unbezahlten Urlaub.

Berechnung der Monatsfrist

30.09.    Letzter Tag der Beschäftigung mit Arbeitsentgelt
01.10.    Beginn der Monatsfrist
31.10.    Ende der Monatsfrist

Eine Abmeldung zum 31.10. ist mit Abgabegrund „34“ erforderlich.
Eine Anmeldung zum 16.11. ist mit Meldegrund „13“ zu erstellen.

Beispiel zu 2:

Ein Minijobber nimmt für einen Zeitraum vom 14.10. bis 15.11. unbezahlten Urlaub.

Berechnung der Monatsfrist

13.10.    Letzter Tag der Beschäftigung mit Arbeitsentgelt
14.10.    Beginn der Monatsfrist
13.11.    Ende der Monatsfrist

Eine Abmeldung zum 13.11. ist mit Abgabegrund „34“ erforderlich.
Eine Anmeldung zum 16.11. ist mit Meldegrund „13“ zu erstellen.

 

Merke!

Dauert die Unterbrechung ohne Zahlung eines Verdienstes nicht länger als einen Monat, ist keine Meldung abzugeben (z. B. Unterbrechung vom 21.10. bis 20.11.).

 

Weitere nützliche Informationen zu den Meldungen zur Sozialversicherung für Minijobber finden Sie auf minijob-zentrale.de. Auch lohnt sich ein Blick auf das Informationsportal für Arbeitgeber.

14 Kommentare zu “Unbezahlter Urlaub im Minijob – wie läuft das Meldeverfahren? (Nachgefragt #27)

  1. Liebes Service -Team
    Ich habe eine 450 Euro Job und somit 20 Tage Urlaub im Jahr. Meine Frage ist wenn mein Chef aber 30 Tage Urlaub macht , was ist mit den 10 Tagen , die er krank ist oder anderes zu tun hat , muss er mir die Tage bezahlen oder sind das unbezahlte Urlaubstage ? Liebe Grüße und schon mal Danke

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    • Hallo Petra,

      arbeitsvertragliche Vereinbarungen nach denen Ruhezeiten angeordnet werden können, in denen der Arbeitnehmer nicht arbeitet und auch keinen Lohn erhält sind nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgericht zulässig.
      Sie dürfen dabei jedoch nicht den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligen.
      Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer konkreten arbeitsrechtlichen Frage zur weiteren Beratung an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wenden.
      Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Hallo
    ich bin bei einer Zeitung als Vertretung eingesetzt. Ich arbeite immer dann, wenn ich gebraucht werde. Wenn ich länger als 2 Monate nicht gearbeitet habe, muss ich immer einen Personalbogen und den Antrag auf die Rentenbefreiung ausfüllen. Gibt es da eine Möglichkeit? Verlieren die Fragebögen ihre Gültigkeit oder so. Da ich noch Schüler bin, kann sich nichts verändern.

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    • Hallo Katrin,

      als Minijobber unterliegen Sie grundsätzlich der Rentenversicherungspflicht. Sie können sich jedoch auf Antrag von der Zahlung dieser Beiträge befreien lassen. Der Antrag auf Befreiung muss rechtzeitig gestellt werden, da er immer nur für die Zukunft und nicht rückwirkend wirksam wird.

      Unterbrechen Sie Ihre Beschäftigung für einen Zeitraum von mindestens 2 Monaten geht man aus Sicht der Sozialversicherung von einem neuen Beschäftigungsverhältnis aus. Ist die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht wieder gewünscht, muss ein neuer Antrag auf Befreiung gestellt werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Hallo ich habe einen Minijob auf 450 Euro Basis , arbeite somit stundenweise am Wochenende und Feiertage.
    Jetzt meine Frage – ich war im August für 12 Tage im Urlaub – bekam aber kein Urlaubsgeld sondern nur die Stunde bezahlt wo ich auch gearbeitet habe.
    Muss meine Arbeitgeberin Urlaubsgeld bezahlen ? Und wie wird dies verrechnet ?
    Wie ist es wenn ich krank bin – das war ich vor 4 Monaten 7 Tage lang – auch da wurde mir nichts gezahlt da ich ja nicht gearbeitet habe. Ist das alles so rechtens ?

    Mit freundlichen Grüßen
    Sabina

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  4. Meine Aushilfe hat unbezahlten Urlaub genommen. Ihr letzter Arbeitstag war der 31.05.. Gemäß ihrer Ausführungen habe ich zum 30.06. mit Meldegrund 34 abgemeldet. Mein Lohnabrechnungsprogramm hat für Juni auch keinen Beitrag berechnet, da ja auch kein Entgelt mehr gezahlt wurde. Nun hat die Minijob-Zentrale Beiträge für Juni geschätzt und eingezogen. Wäre es da nicht sinnvoller rückwirkend zum 31.05. abzumelden um sich den Ärger einer Schätzung und den Schriftverkehr für eine Erstattung zu ersparen? Mein Lohnabrechnungsprogramm erstellt nämlich keinen von Ihnen geforderten Nullbeitragsnachweis.

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    • Guten Tag,

      Ihr Einwand ist nachvollziehbar. Die Beschäftigung kann nicht zum letzten Arbeitstag wegen unbezahltem Urlaub abgemeldet werden.

      Jedes Abrechnungsprogramm kann einen Null-Beitragsnachweis absetzen, aber nicht jedes Abrechnungsprogramm nimmt dies automatisch vor. Es liegt möglicherweise an den Einstellungen oder muss manuell vorgegeben werden. Bei manchen Programmen ist auch eine Softwareerweiterung notwendig. Dazu kann Sie Ihr Programm-Support informieren.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  5. Hallo,
    wenn ich als Aushilfe 6 Monate unbezahlten Urlaub nehme, eine 34 Meldung erstellt wurde, benötige ich dann ebenfalls keine neue RV-Bescheinigung?
    LG

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    • Hallo Doris,

      genau!

      Wenn der 450-Euro-Minijob nur deshalb abgemeldet wird, weil das Arbeitsverhältnis länger als einen Monat ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt fortbesteht, behält die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beziehungsweise die Abgabe der Verzichtserklärung weiterhin ihre Wirksamkeit. Selbst dann, wenn bespielsweise die Tätigkeit erst nach einer mehr als sechs Monate umfassenden Unterbrechung ohne Entgeltzahlung wieder aufgenommen wird.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  6. Hallo liebes Service-Team,

    muss nach einer Unterbrechungsmeldung (34) auch wieder eine erneute Sofortmeldung (20) gemacht werden?

    Vielen lieben Dank im Voraus.

    Carsten

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    • Hallo Carsten,

      es muss keine erneute Sofortmeldung gemacht werden.

      Nach einer Abmeldung mit dem Meldegrund „34“ wird Beschäftigung mit Abgabegrund „13“ angemeldet.

      Eine Sofortmeldung ist bei einer Anmeldung mit Abgabegrund „10“ abzugeben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  7. Liebes Service-Team,

    soweit ich weiß, muß dann nach dem unbezahlten Urlaub, wenn eine Unterbrechungsmeldung notwendig war, auch wieder ein neuer Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt werden. Stimmt das?

    Viele Grüße

    Barbara

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