Kann während der Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber ein Minijob ausgeübt werden?

Kann während der Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber ein Minijob ausgeübt werden?

Während der Elternzeit ruht ein zuvor ausgeübtes Arbeitsverhältnis. Um die Haushaltskasse etwas aufzubessern, überlegen sich viele Eltern während dieser Zeit mit einem Minijob etwas hinzuzuverdienen. Besteht die Möglichkeit, während der Elternzeit einen Minijob beim gleichen Arbeitgeber aufzunehmen, bei dem man zuvor in der Hauptbeschäftigung tätig war?

Mit dieser Frage hat sich Daniela aus Forst an uns gewandt. Sie war vor der Elternzeit in Vollzeit bei einer Anwaltskanzlei beschäftigt. Ihr Chef bietet ihr nun an, auf 450-Euro-Basis zu arbeiten. Darf sie das und lohnt es sich überhaupt?

Beantwortet von Robin aus dem Service-Center:

Hallo Daniela!

Ja, während der Elternzeit können Sie auch bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber, der Anwaltskanzlei, einen Minijob ausüben.

Neben einer Hauptbeschäftigung darf man zusätzlich noch genau einem Minijob nachgehen, jedoch nicht bei demselben Arbeitgeber. Da Ihre Hauptbeschäftigung aber während der Elternzeit ruht, dürfen Sie in dieser Zeit auch beim gleichen Arbeitgeber einen 450-Euro-Minijob haben.

Sofern Sie während der Elternzeit einen 450-Euro-Minijob aufnehmen, empfehlen wir Ihnen Folgendes zu beachten:

Einhaltung der 30-Stunden-Grenze

Grundsätzlich darf während einer Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Bei der Ausübung eines 450-Euro-Minijobs werden Sie diese Grenze jedoch naturgemäß nicht überschreiten.

Anrechnung des Minijobs auf das Elterngeld

Erhalten Sie während Ihrer Elternzeit Elterngeld und nehmen in dieser Zeit einen Minijob auf, wird das Elterngeld in der Regel neu berechnet. Der Hinzuverdienst – auch aus einem Minijob – muss daher immer der zuständigen Elterngeldstelle mitgeteilt werden. Der Mindestsatz des Elterngeldes in Höhe von 300 Euro bleibt hierbei unangetastet. Liegt das Elterngeld über 300 Euro, wird der Verdienst aus dem Minijob angerechnet und es erfolgt eine Kürzung des Elterngeldes. Sogenannte Freibeträge kennt das Elterngeld nicht.

Auskünfte zum Elterngeld erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Elterngeldstelle familien-wegweiser.de.

Auswirkungen auf die Rente

Für Ihre spätere Rente kann ein Minijob während der Elternzeit von Vorteil sein. Ihre Rentenansprüche können dadurch erhöht werden.

Bei der Rentenberechnung wird die Zeit der Kindererziehung maximal bis zum 3. Lebensjahr als sogenannte Kindererziehungszeit berücksichtigt. Wird in dieser Zeit ein Minijob ausgeübt, wirkt sich dieser in der Regel zusätzlich rentensteigernd aus.

Als Minijobberin sind Sie versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und zahlen im gewerblichen Bereich einen kleinen Eigenanteil zur Rentenversicherung in Höhe von derzeit 3,6 % Ihres Verdienstes. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen und zahlen dann keinen Eigenanteil. Dies ist in Ihrem Fall sogar sinnvoll, weil sie sich alle Ansprüche in der Rentenversicherung bereits aufgrund der Kindererziehungszeit sichern.

Mehr zur Rentenversicherungspflicht finden Sie auf unserer Internetseite.

Individuelle Auskünfte zu Ihren rentenrechtlichen Fragen erhalten Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger. Wer das ist, erfahren Sie hier.

Weitere Informationen zur Ausübung eines Minijobs während der Elternzeit finden Sie auf unserem Blog: „Minijob trotz Elternzeit – wie das geht“.

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20 Kommentare zu “Kann während der Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber ein Minijob ausgeübt werden?

  1. Hallo, meine Frau ist Hausfrau und ich habe 2 Monate Elternzeit beantragt, welches angefangen hat. Bekomme jeweils 1.488€ für diese 2 Monate.
    Frage : meine Firma tut streiken und benötigen nun meine Hilfe für ein paar Tage (ca max 2 Wochen ). Kann ich nun aushelfen und das Geld für die 2 Wochen verdienen oder wird dieses von meinem Elterngeld abgezogen?
    Weil so ein Beispiel habe ich nicht gefunden, nur mit Teilzeitarbeit, bei meinem Fall wäre es nur für paar Tage.
    Danke schonmal für die Hilfe

    • Hallo,

      bei Fragen zum Thema Elterngeld, wenden Sie sich bitte an Ihrer zuständige Elterngeldstelle.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo,
    das ich bei meinem AG in der Elternzeit auch einen Minijob machen kann habe ich gelesen. Allerdings ist bei mir das Problem das ich nicht familienversichert bin da mein Mann und unsere Kinder Privat versichert sind.
    Nun schildert Ihr es so dass der Arbeitgeber in diesem Fall keine Abmeldung erstellt, jedoch wird der Hauptarbeitgeber eine so genannte Unterbrechungsmeldung zu Ihrer Krankenkasse abgeben.
    Hat das eine Auswirkung auf meine kostenfreie Krankenversicherung in der Elternzeit. Die Krankenkasse sagt wenn ich nicht mehr Sozialversicherungspflichtig Beschaftigt bin muss ich die Krankenkassenbeiträge selbst bezahlen.
    Und das würde an dem Gehalt meines Mannes bemessen ca. 380€ betragen.
    Das würde sich aber für den Minijob bei meinem AG für 135€ nicht lohnen.
    Wie sieht es da aus? Bin ich dann nur als Minijobber bei der Krankenkasse gemeldet oder auch als Teilzeit AN in Elternzeit?
    Und ist es in dem Fall auch empfehlenswert den Antrag auf Befreiung der Rentenversicherungsbeiträge zu stellen?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen.

    Freundliche Grüße
    Katharina

    • Hallo Katharina,

      während Ihrer Elternzeit ruht Ihre Hauptbeschäftigung und Sie sind beitragsfrei krankenversichert bis zum Ablauf der Elternzeit. Ihr Arbeitgeber darf Sie in Ihrer Hauptbeschäftigung auf keinen Fall bei Ihrer Krankenkasse abmelden. Eine Unterbrechungsmeldung ist korrekt.

      Wenn Sie einen Minijob während der Elternzeit ausüben möchten, muss Ihr Arbeitgeber Sie bei der Minijob-Zentrale anmelden. Bei Ihrer Krankenkasse bleibt es bei der Unterbrechungsmeldung wegen Elternzeit.

      Als Minijobberin sind Sie versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und zahlen im gewerblichen Bereich einen kleinen Eigenanteil zur Rentenversicherung in Höhe von derzeit 3,6 % Ihres Verdienstes. Sie haben jedoch die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen und zahlen dann keinen Eigenanteil.

      Für Ihre spätere Rente kann ein Minijob während der Elternzeit von Vorteil sein. Ihre Rentenansprüche können dadurch erhöht werden. Bei der Rentenberechnung wird die Zeit der Kindererziehung maximal bis zum 3. Lebensjahr als sogenannte Kindererziehungszeit berücksichtigt. Wird in dieser Zeit ein Minijob ausgeübt, wirkt sich dieser in der Regel zusätzlich rentensteigernd aus.

      Individuelle Auskünfte zu Ihren rentenrechtlichen Fragen erhalten Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Hallo,

    ich gehe bald in Mutterschutz und möchte 2 Jahre Elternzeit beantragen. Das Elterngeld würde ich mir aber nur auf ein Jahr auszahlen lassen. Darf ich dann im 2. Jahr Elternzeit ohne Elterngeldbezug einen 450 € Job bei meinem aktuellen AG machen ohne das irgendwelche Abzüge entstehen?

    Vielen Dank im Voraus!
    Sonnige Grüße :-)

    • Hallo,

      wie in unserem Blog-Beitrag beschrieben, können Sie während der Elternzeit bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber einen Minijob ausüben.

      Dabei darf während einer Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Bei der Ausübung eines 450-Euro-Minijobs werden Sie diese Grenze jedoch naturgemäß nicht überschreiten.

      Erhalten Sie während Ihrer Elternzeit Elterngeld und nehmen in dieser Zeit einen Minijob auf, wird das Elterngeld in der Regel neu berechnet. Der Hinzuverdienst – auch aus einem Minijob – muss daher immer der zuständigen Elterngeldstelle mitgeteilt werden. Der Mindestsatz des Elterngeldes in Höhe von 300 Euro bleibt hierbei unangetastet. Liegt das Elterngeld über 300 Euro, wird der Verdienst aus dem Minijob angerechnet und es erfolgt eine Kürzung des Elterngeldes. Sogenannte Freibeträge kennt das Elterngeld nicht.

      Bezüglich der Abzüge besteht in einem Minijob Rentenversicherungspflicht. Das heißt, Sie zahlen als Arbeitnehmer einen Eigenanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 3,6 %. Auf Antrag können Sie sich von der Rentenversicherungspflicht gegenüber Ihrem Arbeitgeber befreien lassen. Ein 450-Euro-Minijob muss auch versteuert werden. Die Art der Besteuerung bestimmt der Arbeitgeber. Sofern der Arbeitgeber Ihren Minijob pauschal mit 2 % versteuert und Sie die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht erklären, erhalten Sie Brutto für Netto.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Kann ich während der Elternzeit bei meinem Arbeitgeber, welcher ein gemeinnütziger Verein ist, einen Vertrag abschließen für eine ehrenamtliche Tätigkeit als Übungsleiterin? Die Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale sind erfüllt, wir haben mehrere Übungsleiter im gemeinnützigen Unternehmen. Nach Rückkehr aus der Elternzeit werde ich dann vorübergehend auf Minijobbasis dort arbeiten, später dann in Teilzeit. Falls das eine Rolle spielen sollte. Vielen Dank an das tolle Team hier :-)

    • Hallo Kerschde,

      ja, das ist möglich. Auch während der Elternzeit dürfen Sie grundsätzlich eine ehrenamtliche Tätigkeit als Übungsleiter bei Ihrem früheren (und auch späteren) Arbeitgeber ausüben.

      Vielen Dank für Ihr nettes Lob. Auch wir freuen uns täglich über das große Interesse an unserem Blog und natürlich auch über solch eine positive Rückmeldung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Wenn ich dann nach der Elternzeit wieder zurück auf die Arbeitsstelle gehe, die ich vor der Elternzeit schon hatte, während der Elternzeit aber bei diesem Arbeitnehmer einen Minijobvertrag hatte, der ausgelaufen ist, gilt dann bei meinem Wiedereintritt automatisch mein „alter“ Arbeitsvertrag ?

    • Hallo Frau Klahm,

      die Elternzeit lässt ein Arbeitsverhältnis stets nur ruhen. Ein ruhendes Arbeitsverhältnis bedeutet, es wird arbeitsrechtlich nicht beendet. Ein neuer Arbeitsvertrag ist daher nicht notwendig, wenn Sie nach der Elternzeit in Ihren alten Job zurückkehren.

      Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass wir Sie zu arbeitsrechtlichen Einzelanfragen im Detail nicht beraten können. Als Minijob-Zentrale erteilen wir lediglich allgemeine Auskünfte zum Thema Arbeitsrecht. Für eine individuelle Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieses erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Ich bin bei meinem Arbeitgeber als Vollzeit beschäftigte in Elternzeit und als Minijobber gemeldet. Ich habe letztes Jahr Weihnachtsgeld bekommen, da einem das in der elternzeit zusteht. Wie ist das jetzt mit dem Minijob? Steht mir das über die Anmeldung in elternzeit dieses Jahr auch zu?

    • Guten Tag,

      Ja. Auch im Minijob steht Ihnen grundsätzlich eine Weihnachtsgeldzahlung zu, wenn diese durch den Arbeitgeber an Ihre vollbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen gezahlt wird.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  7. Laut Aussage der Krankenkasse (AOK) darf eine Mitarbeiterin nicht geringfügig bei uns beschäftigt sein während der Elternzeit, da sie in Hauptbeschäftigung bei uns angestellt ist. In dieser Zeit ist sie auch nicht abgemeldet da ja mit Abmeldung die Krankenversicherung erlischt.

    • Hallo Sabine,

      während der Elternzeit ruht Ihr sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Es ist richtig, dass der Arbeitgeber in diesem Fall keine Abmeldung erstellt, jedoch wird Ihr Hauptarbeitgeber eine so genannte Unterbrechungsmeldung zu Ihrer Krankenkasse abgeben.
      Eine Beschäftigung im Minijob während der Elternzeit ist für Sie daher auch beim gleichen Arbeitgeber möglich, bei welchem bisher die Hauptbeschäftigung ausgeübt wurde.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  8. Hallo liebe Leute,

    Stecke sehr in der Klemme,
    Habe bisher seit über 5 Jahren beim selben Arbeitgeber in Teilzeit gearbeitet.Nun habe ich Elternzeit + beantragt mit der mündlichen Vereinbarung das mein Arbeitgeber mich während der Elternzeit auf 450 Eu. Basis weiter beschäftigt.Leider hat er sich jetzt dagegen entschieden mich auf 450 Eu. Basis weiter arbeiten zu lassen mit der Aussage das er derzeit nur Teil. Oder Vollzeit Beschäftigten kann.Zu meiner Frage, darf mein Arbeitgeber während der Elternzeit mir die weiterbeschäftigung auf 450 Eu. Basis verweigern und mir nur die Möglichkeit anbieten in Teilzeit zu arbeiten? Bitte um hilfe.Mit freundlichen Grüßen, Anja

    • Hallo Anja,

      aus unserer Sicht stellt ein Minijob während der Elternzeit sozialversicherungsrechtlich kein Problem dar. Die Beweggründe Ihres Arbeitgebers Sie als Minijobberin nicht zu beschäftigen kennen wir dabei nicht.

      Letztendlich ist es jedoch die Entscheidung Ihres Arbeitgebers in welcher Form eine (Weiter)-Beschäftigung erfolgen kann und soll. Wir empfehlen Ihnen, mit Ihrem Arbeitgeber diesbezüglich nochmal zu sprechen, welche Kriterien gegen einen 450-Euro-Minijob sprechen. Sollten dabei sozialversicherungsrechtliche Fragen auftreten sind wir gerne behilflich diese zu klären.

      Grundsätzlich darf während einer Elternzeit nicht mehr als 30 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Bei der Ausübung eines 450-Euro-Minijobs wird diese Grenze jedoch naturgemäß nicht überschritten. Allerdings wird ein Hinzuverdienst auf das Elterngeld angerechnet, so dass er der zuständigen Elterngeldstelle mitgeteilt werden muss. Der Mindestsatz des Elterngeldes in Höhe von 300 Euro bleibt hierbei unangetastet. Liegt das Elterngeld aber über 300 Euro, wird der Verdienst aus dem Minijob angerechnet und es erfolgt eine Kürzung des Elterngeldes.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Ist es gleichlautend zur Elternzeit auch möglich, während eines ruhenden Arbeitsverhältnisses aufgrund einer Weiterbildung einem Minijob bei dem gleichen Arbeitgeber nachzugehen?

    • Hallo Karin,

      grundsätzlich ruht während einer Weiterbildung eine Hauptbeschäftigung sozialversicherungsrechtlich nicht. Arbeitsrechtlich können da natürlich andere Vereinbarungen getroffen werden.
      Sofern Ihr Arbeitgeber, Sie für die Zeit der Weiterbildung, sozialversicherungsrechtlich abgemeldet hat, können Sie während dieser Zeit einem Minijob beim gleichen Arbeitgeber ausüben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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