Rentenversichert im Minijob - was kostet das?

Rentenversichert im Minijob – Was kostet das?

Im Minijob volle Ansprüche in der Rentenversicherung erzielen – auch für Gerlinde A. ist das ein wichtiger Punkt. Gerlinde A. ist Hausfrau und möchte einen Minijob in einem Blumenladen ausüben. Sie kann dort 200 Euro im Monat verdienen. Wolfgang Büser fragt: Wie hoch sind die Beiträge zur Rentenversicherung, die sie und ihr Arbeitgeber aufzubringen haben?

Die Minijob-Zentrale antwortet:

Arbeitgeber sorgen vor: 15 Prozent in die Rentenversicherung

Arbeitgeber, die einen Minijobber im gewerblichen Bereich beschäftigen, zahlen 15 Prozent des Verdienstes in die Rentenversicherung. In diesem Beispiel wären das monatlich 30 Euro.

Volle Leistungen der Rentenversicherung für 3,6 Prozent

Grundsätzlich ist Gerlinde A. als Minijobberin rentenversicherungspflichtig, d.h. sie zahlt zusätzlich zu den 15 Prozent ihres Arbeitgebers 3,6 Prozent ihres Verdienstes in die Rentenversicherung ein. Bei einem Monatsverdienst von 200 Euro sind das 7,20 Euro. Diesen Betrag hält der Arbeitgeber von ihrem Verdienst ein und überweist ihn zusammen mit seinem Beitragsanteil an die Minijob-Zentrale.

Auch wenn sich ihre Rente dadurch nur minimal erhöht, ist viel wichtiger, dass Gerlinde A. vollwertige Pflichtbeitragszeiten erwirbt und die Beschäftigungszeit in vollem Umfang für die Erfüllung der verschiedenen Wartezeiten (Mindestversicherungszeiten) berücksichtigt wird. Also zählt jeder Beschäftigungsmonat auch als Monat für die Rente. Dadurch kann sie von vielen Leistungen der Rentenversicherung profitieren:

  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Erwerbsminderungsrente
  • vorzeitige Altersrente
  • das Recht, einen Teil des Entgelts über den Arbeitgeber in eine Betriebsrente zu investieren und
  • sogar einen Riester-Vertrag abzuschließen.

Befreiung führt zu Wegfall von Leistungen

Gerlinde A. kann sich allerdings von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Dann zahlt sie von ihrem Verdienst auch nichts in die Rentenversicherung ein, verzichtet aber auch auf die genannten Leistungen. In diesem Fall würde auch höchstens nur ein Drittel der Arbeitsmonate für die Mindestversicherungszeit berücksichtigt. Auch wenn sich Gerlinde A. von der Rentenversicherungspflicht befreien lässt, zahlt der Arbeitgeber weiterhin 15 Prozent des Verdienstes in die Rentenversicherung.

Für weitere Infos zur Rentenversicherungspflicht von Minijobbern lohnt sich auch ein Blick in unsere Broschüre „Mit Minijobs die Rente sichern“.

In unserer Rubrik „Klartext mit Büser“ befragt der aus den Medien bekannte Rechtsfachmann und Journalist Wolfgang Büser die Experten der Minijob-Zentrale zu Regelungen und arbeitsrechtlichen Situationen rund um den Minijob. Zu weiteren Beiträgen:

5 Kommentare zu “Rentenversichert im Minijob – Was kostet das?

  1. Hallo ich arbeite für die Lausitzer Rundschau als Zeitungszusteller. In meinem Arbeitsvertrag ist eine Verzichtserklärung zur Reduzierung des arbeitnehmerbeitrags innerhalb der Gleitzone hinterlegt diese habe ich natürlich zugestimmt um wenigstens ein Teil in die Rentenkasse einzuzahlen.
    Mir ist aufgefallen dass in meinem Arbeitsvertrag ein Arbeitsentgelt zwischen 450, 01 Euro und 850 € festgelegt ist.
    Als ich meine Abrechnung erhalten habe stellte ich fest dass mein Arbeitseinkommen bei 310, 31 € brutto lagen.
    Ich habe den gesamten Monat laut Vertragsbedingung gearbeitet und das sogar mit mehr Arbeit.
    Ist die Firma nicht verpflichtet den angegebenen Betrag von mindestens 450 € einzuhalten?

    MFG Sven

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  2. gehe mit 65 und 1 Monat, also zum 31.12.2018, Rentenbeginn 01.01.2019 in Rente, arbeite aber auf 450,- € Basis im gleichen Betrieb weiter. Bin Jahrgang 1953, 60 GdB, ohne Abzüge – Frage: Möchte GEB mit RV-Beitrag, geht das ?

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    • Hallo Herr Ochs,

      Sie haben zum 1. Januar 2019 die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht.

      In Ihrem zukünftigen 450-Euro-Minijob sind Sie daher ab Beginn Rentenversicherungspflichtig und zahlen eigene Rentenversicherungsbeiträge.

      Auf Antrag können Sie sich von der Zahlung Ihres Beitrags zur Rentenversicherung befreien zu lassen.

      Wenn Sie keinen Antrag auf die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht bei Ihrem Arbeitgeber stellen, bleiben Sie rentenversicherungspflichtig.

      Als Minijobber müssen Sie sich nicht um Formalitäten kümmern. Ihr Arbeitgeber behält Ihren Beitragsanteil zur Rentenversicherung von Ihrem Verdienst ein und zahlt ihn mit seinen Abgaben monatlich an die Minijob-Zentrale.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Interessanter wäre eine Antwort zu den folgenden Fragen gewesen:
    1. Wie hoch ist der Rentenanspruch in beiden Fällen
    2. Wie verhält sich der Beitrag mit bzw. ohne Eigenanteil im Sinne der Kindererziehungsberücksichtigungszeiten.
    Herr Büser sollte schon etwas weiter ausholen. Ich finde es völlig unangebracht Erwartungen zu wecken ohne die Wahrheiten mitzuteilen. Passt aber, es gibt ja keine Beamtetenbminijobber.

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    • Guten Tag Herr Euler,

      diese Fragen lassen sich allgemein durch die Minijob-Zentrale nicht beantworten. Wir empfehlen, Ihre speziellen Fragen mit Ihrem Rentenversicherungsträger zu klären. Dort erhalten Sie eine individuelle Beratung.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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