Minijob: Muss ich einen schriftlichen Arbeitsvertrag haben?

In unserer Rubrik „Klartext mit Büser“ befragt der aus den Medien bekannte Rechtsfachmann und Journalist Wolfgang Büser die Experten der Minijob-Zentrale zu Regelungen und arbeitsrechtlichen Situationen rund um den Minijob. In der heutigen Folge geht es um den Arbeitsvertrag.

Wolfgang Büser fragt:
Herr A. Müller plant, einen Minijob bei einem befreundeten Handwerksmeister aufzunehmen, bei dem er zwischen 350 und 450 Euro verdienen wird. Sein Freund möchte das Arbeitsverhältnis „per Handschlag“ besiegeln. Wäre es nicht besser, wenn beide einen richtigen Arbeitsvertrag abschließen?

Die Minijob-Zentrale antwortet:
Grundsätzlich gilt die Formfreiheit, insofern kann ein Arbeitsvertrag auch mündlich geschlossen werden. Aber im § 2 des Nachweisgesetzes ist ausdrücklich geregelt, dass die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses schriftlich niederzulegen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen sind. Das gilt auch für Minijobber – egal, ob sie in einem Gewerbebetrieb oder einem Privathaushalt tätig sind.

Es reicht also ein Papier, in dem die Vertragsbedingungen aufgeführt – und vom Arbeitgeber unterschrieben sind. Zum Inhalt gehört zum Beispiel:

  • Wann hat das Arbeitsverhältnis begonnen?
  • Wie lange soll es dauern? Gilt eine Befristung?
  • Welche Tätigkeit soll verrichtet werden?
  • Wie hoch ist das Arbeitsentgelt, gibt es Sonderzahlungen (etwa Weihnachts-, Urlaubsgeld)?
  • Wie viele Stunden soll gearbeitet werden?
  • Wieviel bezahlten Urlaub gibt es (mindestens 4 Wochen pro Jahr)?
  • Wie lauten die Kündigungsfristen?
  • Gilt ein Tarifvertrag?

Musterverträge für den gewerblichen Bereich oder den Privathaushalt finden Sie unter den folgenden Links:

Hier geht es zum Nachweisgesetz:

11 Kommentare zu “Minijob: Muss ich einen schriftlichen Arbeitsvertrag haben?

  1. In unserem Betrieb gibt es keine festen Arbeitstage oder Schichten für die Mini-Job Kräfte. Jeder trägt sich im Monat davor für die Schichten im nächsten Monat ein. Je nachdem, wann es seine Familie oder der Hauptjob zulassen. Zudem kann untereinander getauscht werden, innerhalb der 450 € – Grenze.

    Wir haben einen festen Stundenlohn von 9 € durchgängig.

    Was gilt hier ?

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  2. Hallo Blog-Team, eine Frage zur korrekten Anmeldung einer Beschäftigung. Die geringfügige Beschäftigung wurde mehrere Monate ausgeübt. Das monatliche Entgelt lag immer unter 450 EUR. Die SV-Meldung erfolgte mit dem Personengruppenschlüssel „109“. Dann wurde ein ergänzender Arbeitsvertrag unterzeichnet. Die Wochenarbeitszeit wurde darin erhöht. Das monatliche Entgelt betrug knapp über 450 EUR. Somit wurde die Beschäftigung bei der Krankenkasse angemeldet, mit Personengruppenschlüssel „119“. Im Endeffekt lag das Jahresentgelt aber dann in den darauffolgenden Jahren immer unter 5400 EUR. Muss für die Zeit nun eine Korrektur vorgenommen werden? Müssen die monatlichen Verdienste rückwirkend betrachtet werden, um eine „Regelmäßigkeit“ zu prüfen? Danke für eine Mitteilung!

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    • Hallo Hans,

      bitte haben Sie Verständnis, dass wir anhand Ihres Blog-Kommentars keine versicherungsrechtliche Beurteilung Ihres Einzelfalls vornehmen können.

      Allgemein lässt sich sagen, dass stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen (zum Beispiel Erhöhung oder Verringerung des Verdienstes) im Wege einer vorausschauenden Betrachtung neu zu beurteilen ist, ob die für den Minijob maßgebende Verdienstgrenze regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten wird. Liegt der so ermittelte regelmäßige Verdienst über 450 Euro, so handelt es sich um eine versicherungspflichtige Beschäftigung, die bei der Krankenkasse gemeldet wird. Liegt der regelmäßige Verdienst dagegen maximal bei 450 Euro oder darunter, verbleibt es bei einem Minijob.

      Stimmt diese Prognose infolge nicht sicher voraussehbarer Umstände mit dem späteren Verlauf der Entgeltzahlung nicht überein, bleibt die für die Vergangenheit getroffene Feststellung maßgebend. Eine Ummeldung erfolgt dann grundsätzlich nur für die Zukunft.

      Da die Beschäftigung versicherungspflichtig gemeldet war, wenden Sie sich zur Beantwortung weiterer Fragen bitte an die zuständige Krankenkasse.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Sehr geehrte damen und Herren, Wollte mal nachfragen ob ein eine Aushilfe auf 450,00€ Basis ansprucht im Krankheitsfall da meine Frau ein Aushilfsjob hat in einer Bäckerei Sie arbeitet 50 std im Monat n.fischer

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    • Bei 50 Stunden im Monat und 450,00€ Entlohnung, liegt Sie entschieden unter dem Mindestlohn (8,84€), was nicht zulässig ist, weil sie so nur 3,00€/Stunde bekommt ! Einen Anspruch auf Lohnfortzahlung hat sie bis zu 42 Tagen, sprich 6 Wochen.

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      • Hallo Arno! Bei einem Mindestlohn von 8,84 € pro Stunde und einem maximal Verdienst von 450€ kann ein mini-jobber 50,90 Stunden im Monat arbeiten.

        450€ : 8,84€ = 50,9047 Stunden im. Monat. LG maxi ;-)

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      • 450 Euro : 50 Std = 9,00 Euro pro Stunde, also über dem Mindestlohn.
        Die von Dir berechneten „3 Euro/Std.“ kann ich nicht nachvollziehen.
        Auch Maxis Rechnung zur Maximalstundenzahl ist OK.

        Viele Grüße
        Charly59

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  4. Man muß aber ergänzen, daß das Nachweisgesetz keine Sanktionen beinhaltet, für den Fall, daß den Vorschriften nicht entsprochen wird. Grundsätzlich ist natürlich auch ein mündlich geschlossener Arbeitsvertrag wirksam. Es konzentriert sich mangels Schriftform letztlich dann nur auf die Beweisfrage hinsichtlich konkreter Bedingungen…

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