Besser legal: Durch die Anmeldung meiner Haushaltshilfe werde ich bei der Steuer belohnt! (Nachgefragt – Folge 21)

Ein anonymer Anrufer möchte für seinen Haushalt eine Haushaltshilfe einstellen und ihr monatlich 180 € zahlen. Er würde sie gerne bei der Minijob-Zentrale anmelden, scheut aber die dann anfallenden Abgaben in Höhe von 14,8 % des gezahlten Gehalts. Aber ist Schwarzarbeit wirklich eine Alternative wegen geringer Mehrausgaben von nur 26,64 €?

Beantwortet! von Michaela aus dem Service-Center

„Anmelden lohnt sich“ ist nicht nur ein Werbeslogan, sondern da steckt wirklich bares Geld dahinter. Denn durch eine offizielle Anmeldung Ihrer Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale haben Sie tatsächlich einen Steuervorteil. Zudem gehen Sie auch nicht das Risiko ein, im Falle eines Unfalls Ihrer Haushaltshilfe, tief in die Tasche greifen zu müssen.

Monatlich 20% Steuervorteil für die Kosten der Haushaltshilfe

Ihre Einkommensteuer als Arbeitgeber (Privathaushalt) ermäßigt sich um 20% der Gesamtkosten, die bei Ihrer angemeldeten Haushaltshilfe anfallen (maximal 510 € im Kalenderjahr).

Rechenbeispiel

Monatlicher Verdienst der Haushaltshilfe: 180,00 €

Monatliche Abgaben des Arbeitgebers

an die Minijob-Zentrale (14,8% von 180 €): 26,64 €

Ausgaben insgesamt: 206,64 €
Monatlicher Steuervorteil:  41,33 €
(20% von 206,64 €)

Durch den Steuervorteil kostet Sie die offiziell angemeldete Haushaltshilfe 165,31 € anstatt 180 € bei Schwarzarbeit. Sie sparen also mit der Anmeldung rund 15 € pro Monat.

Nutzen Sie an dieser Stelle auch gerne unseren Haushaltsscheck Rechner, um die Abgaben und den Steuervorteil bei anderen Verdiensthöhen zu errechnen.

Geld © Kesu / Fotolia

Angemeldete Haushalshilfen helfen Steuern sparen

Größerer Steuervorteil bei Kinderbetreuung

Stellen Sie eine Hilfe für die ausschließliche Betreuung Ihrer Kinder ein, kann sich der Steuervorteil noch mehr lohnen. Als Sonderausgabe sind 2/3 der gesamten Betreuungskosten absetzbar, jedoch höchstens 4.000 € im Jahr pro Kind. Für die Anerkennung als Sonderausgabe ist Voraussetzung, dass das zum Haushalt gehörende Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Soweit Kinderbetreuungskosten als Sonderausgabe geltend gemacht werden können, entfällt die ansonsten für Minijobs in Privathaushalten übliche Möglichkeit, die Einkommensteuer um 20 % (maximal 510 € pro Jahr) zu mindern.

Nachweis für das Finanzamt

Der Arbeitgeber im Privathaushalt erhält automatisch zu Jahresbeginn von der Minijob-Zentrale eine Bescheinigung für das vergangene Kalenderjahr zur Vorlage beim Finanzamt. Sie beinhaltet den Zeitraum und die Höhe des gezahlten Verdienstes sowie die darauf entfallenden Abgaben.

Vorteil: Unfallversicherungsschutz

Angemeldete Haushaltshilfen sind offiziell gesetzlich unfallversichert. Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Arbeitgeber vor Ansprüchen der Haushaltshilfe bei einem Unfall. Der zuständige Unfallversicherungsträger wird automatisch von der Minijob-Zentrale informiert, sobald die Haushaltshilfe angemeldet ist. Schwarzarbeit kann hier teuer werden. Arbeitgeber, die ihre Hilfe illegal im Haushalt beschäftigen, riskieren Ärger mit dem Unfallversicherungsträger. Dieser kann den Privathaushalt für die entstandene Unfallkosten in die Haftung nehmen.

Inhalt des Unfallversicherungsschutzes

Haushaltshilfen sind gesetzlich unfallversichert

  • bei allen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten
  • auf allen damit zusammenhängenden Wegen und
  • auf dem direkten Weg von ihrer Wohnung zur Arbeit und zurück

Auf der Suche nach einer Haushaltshilfe?

Die Haushaltsjob-Börse ist das offizielle Online-Stellenportal für Beschäftigungen in Privathaushalten. Es ist ein kostenloser Service der Minijob-Zentrale.

Egal, ob Sie jemanden für Ihren privaten Haushalt zur Unterstützung suchen oder selbst Ihre Unterstützung für Tätigkeiten im privaten Haushalt anbieten möchten, bei der Haushaltsjob-Börse werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer fündig.

Haushaltshilfe anmelden

Wie Sie Ihrer Haushaltshilfe ganz einfach anmelden können, erfahren Sie auf unserer Internetseite: Haushaltshilfe hier anmelden.

7 Kommentare zu “Besser legal: Durch die Anmeldung meiner Haushaltshilfe werde ich bei der Steuer belohnt! (Nachgefragt – Folge 21)

  1. Das Beispiel mit den 180€/Monat suggeriert Steuervorteile bis 450€/Monat. Tatsächlich wird hier und überall der Grenzfall für den maximalen Steuervorteil von 42,5€/M (510€/a) angegeben. Dass bei allen Entgelten >180€/M der Steuervorteil durch Deckelung schwindet, wird an keiner Stelle vorgerechnet. Dem genauer Nachrechnenden fällt eben dieses „Rosinen-Pickerei-Beispiel-180€/M“ ins Auge und verleitet zu Vergleichsbetrachtungen gemäß Anonymus in den Kommentaren zuvor.
    Als wählerischer „Arbeitgeber“ empfiehlt sich die Anstellung einer nicht gesetzlich versicherten Haushaltshilfe (z.B. über Familien-Beihilfe/privat versichert), wo sich gemäß Minijob-Rechner der Steuervorteil bis auf Entgelte von 434€/Monate günstig auswirkt…

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  2. Die Berechnung ist nicht korrekt; berücksichtigt man den verpflichtenden bezahlten Jahresurlaub und evtl. Krankheitstage, geht der finanzielle Vorteil gegen 0.

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    • Hallo Anonymous,

      in dem Beispiel könnten auch bezahlte Urlaubstage berücksichtigt werden und am steuerlichen Vorteil würde sich nichts ändern. Angemeldete Haushaltshilfen haben einen Anspruch auf bezahlten Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Vorteil der Anmeldung ist zusätzlich, dass der Arbeitgeber den größten Teil der Kosten für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft erstattet bekommt.

      Selbst wenn die Haushaltshilfe nicht angemeldet wäre, würden die allgemeinen arbeitsvertraglichen Vorschriften gelten und z. B. einen Urlaubsanspruch oder die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall begründen.

      Insofern ist unsere Berechnung schon korrekt und lukrativ.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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      • Wenn ich eine Reinigungskraft

        a) für ein Mal pro Woche schwarz anstelle und ihr konsequenterweise auch keinen bezahlten Urlaub gewähre, dann beträgt meine jährliche Belastung 12 x 180 € = 2.160 €. Dies macht 2.160 €/52 = 41,53 € pro Woche.

        b) anmelde und ihr den verpflichtenden Jahresmindesturlaub gewähre (1 Tag pro Quartal) , dann beträgt meine jährliche Belastung 12 x 1,148 x 180 € x 0,8 = 1.983,74 €. Dies macht 1.983,74 € / 48 = 41,33 € pro Putzwoche.

        Jede legale Putzeinheit kostet mich praktisch genau so viel wie jede illegale Putzeinheit.

        Das ändert nichts daran, dass eine Anmeldung rechtlich und u.U. auch moralisch geboten ist. Allerdings ist die „Werbung“, dass der Arbeitgeber durch die Anmeldung eine geringere Belastung hat, irreführend, da er auch eine geringere Leistung erhält.

        Die oben beschriebene Beispielrechnung könnte noch ergänzt werden um

        a) den Erwartungswert der Kosten im Falle eines Unfalls oder im Falle des Auffliegens

        b) Kosten für Ausfallzeiten (Krankheit, Mutterschutz)

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