Minijob oder Midijob – Was passiert mit der Krankenkasse? (Nachgefragt #20)

Häufig wird Minijobbern von ihren Arbeitgebern angeboten, monatlich mehr als 450 Euro zu verdienen. Frieda aus Mühlacker ist Hausfrau und hat nun ebenfalls die Möglichkeit, ihren Minijob in einen sogenannten Midijob umzuwandeln. Sie ist derzeit bei der Krankenkasse ihres Ehemanns familienversichert und möchte wissen, ob sie sich bei einem Midijob selbst krankenversichern muss?

Beantwortet! von Robin aus dem Service-Center:

Hallo Frieda,

ja, wenn Sie einen Midijob ausüben, müssen Sie sich selbst bei einer Krankenkasse versichern. Der Krankenversicherungsschutz ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem Minijob und einem Midijob. Als Midijobberin werden Sie versicherungspflichtige Arbeitnehmerin in der Krankenversicherung. Die Krankenkasse, bei der Sie versichert sein möchten, können Sie selbst auswählen.

Der Midijob beginnt bei 450,01 € im Monat

Entscheidend für die Frage, wo der Minijob aufhört und der Midijob beginnt, ist die Höhe des monatlich zu erwartenden Durchschnittsverdienstes:

  • Beläuft sich dieser Verdienst auf maximal 450 € im Monat, liegt ein 450-Euro-Minijob vor.
  • Beträgt er mehr als 450 €, aber nicht mehr als 850 € im Monat, handelt es sich um einen Midijob.

Reduzierte Sozialversicherungsbeiträge für Midijobber

Während Sie als Arbeitnehmerin in einem Minijob maximal Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, fallen in einem Midijob für Sie zusätzlich auch Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Der Vorteil bei einem Midijob besteht darin, dass Sie als Arbeitnehmerin für den vollen Sozialversicherungsschutz reduzierte Beiträge zahlen. Bis zur Grenze von 850 Euro wird Ihr Beitragsanteil als Midijobberin schrittweise nach oben angepasst.

Tipp: Mit dem Gleitzonenrechner der Deutschen Rentenversicherung können Sie die Höhe der Beiträge, die von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber zu zahlen sind, individuell berechnen.

Welchen Leistungsvorteil bringt der Midijob?

Als Midijobberin können Sie das volle Leistungspaket der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen. Beispielsweise wird Ihnen bei einer längeren Erkrankung – nach dem Ende der sechswöchigen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber – ein Krankengeld von Ihrer Krankenkasse gezahlt. Sollten Sie Ihren Midijob verlieren und arbeitslos werden, erhalten Sie Arbeitslosengeld von der Arbeitsagentur.

 

Eine andere Frage zur Krankenversicherung für Minijobber haben wir hier beantwortet. Weitere Infos zu Midijobs gibt es auch auf minijob-zentrale.de .

17 Kommentare zu “Minijob oder Midijob – Was passiert mit der Krankenkasse? (Nachgefragt #20)

  1. Guten Tag!
    Ich habe eine Frage und zu diesem Sachverhalt wurden mir bisher widersprüchliche oder auch falsche Informationen gegeben.

    Ich bin Vollzeitstudent und regulär in einem Masterstudiengang an einer Universität immatrikuliert. Es gibt Klärungsbedarf bzgl. meiner Krankenversicherung:

    Aktuell bin ich „frewillig gesetzlich krankenversichert“ und zahle 191 €.
    Ich bin älter als 30.
    Ich kann daher keine studentische Versicherung zu 92€ mehr erhalten.
    Ich bin im 24. HOCHschulsemester, da ich vor über 10 Jahren bereits für ein Semester immatrikuliert war.
    In der Zwischenzeit habe ich eine Beurfsausbildung abgeschlossen und gearbeitet.
    Danach habe ich noch einen Bachelor abgeschlossen.
    Nun bin ich im 10. FACHsemester des Masterstudiums.

    Nun habe ich Fragen zu zwei Konstellationen:
    – freiwillig gesetzlich versichert, fixer Betrag von 191€.
    – Midijob und dadurch versichert.

    Um die Frage präzise zu formulieren:
    „Fällt bei einer Aufnahme eines Midijobs diese starre <> Versicherung weg und wird sie durch eine Versicherung ersetzt, die ich durch den MidiJob erhalte“?

    Der Hauptvorteil des MidiJobs ist doch, dass man als AN krankenversichert ist wie bei einem Vollzeitjob und die SV Beiträge des AN nur langsam ansteigen. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden?

    Wenn ich jetzt einen MidiJob anfange bin ich doch ab einem Gehalt von 450,01€ über den AG krankenversichert? Die Gleitzone bedeutet doch, dass mit steigendem Gehalt die Beiträge zur SV für den Betrag über 450€ langsam ansteigen.

    Das heißt doch, dass ich ab dann nicht mehr selber diese „freiwillige“ Versicherung in Höhe von 191€ zahlen muss, oder? Diese ist ja viel teurer. Der Sinn der Gleitzone ist doch gerade, dass man als AN nur langsam ansteigende SV Beiträge entrichtet.

    Meine Krankenkasse will mir aber weismachen, dass dies egal sei und ich immer die 192 Euro zahlen müsste. Das muss falsch sein, da ich zur Zeit bei
    NULL Einmkommen 192€ zahle.
    Bei einem MiNiJob auch 192 € zahlen würde.
    Und finge ich jetzt einen MiDiJob an und angemommen ich wäre weiter „freiwillig“ zu 192€ versichert wäre das ja ein großer Nachteil für mich:

    Bei 451€ Verdienst müsste mein SV Anteil nur ca. 50€ betragen, oder?
    Wenn ich 650€ verdienen würde wären das ca. 110€ für SV Beeiträge.
    Und erst bei 850 € käme ich auf ca 170€ SV Abgaben.
    Alle Konstellationen wären billiger als die 192€ „freiwillige“ Krankenversicherung.

    Ist das soweit korrekt, oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?
    Also wie funktioniert das nun, wenn ich einen Midjob aufnehme und ich nicht mehr die fixen 192€ zahlen muss?

    Ich würde mich wirklich sehr über eine Antwort freuen!

    • Ach ja und ich spreche im obigen Fall nicht von einer Werkstudentenstelle!

      Aber auch beim Werkstudenten gibt es ja Konstellationen, in denen man mal mehr und mal weniger verdient je nachdem, ob man nur 10 oder volle 20 Stunden arbeitet. Ich rede hier nicht von Semesterferien.

      Und angenommen ich finge als „Werkstudent“ an, welcher sich ja dadurch auszeichnet, dass er von der SV ausgenommen ist, wie funktioniert die Krankenversicherung hier?
      Hier scheint mir der einzig sinnvolle Grund für diese „freiwillige gesetzliche Krankenversicherung“ zu liegen, weil ja der AG bei einem Werkstudenten -soweit ich das verstanden habe – keinerlei SV Beiträge entrichtet.

      • Guten Tag,

        ob das Werkstudentenprivileg angewendet werden kann beurteilt die zuständige Krankenkasse. Wir bitten Sie, sich mit Ihrem Anliegen an Ihre Krankenkasse zu wenden.

        Freundliche Grüße

        Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Guten Tag,

      Ihre Ausführungen sind alle grundsätzlich richtig. Bei einem Midijob handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Sie unterliegen in dieser grundsätzlich der Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung – einschließlich der Krankenversicherung.

      Eine zusätzliche freiwillige Krankenversicherung ist daher während der Ausübung eines Midijobs nicht erforderlilch. Wir bitten jedoch um Ihr Verständnis, dass wir Sie zu dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt nicht abschließend beraten können und bitten Sie daher, sich mit Ihrem Anliegen nochmals an Ihre zuständige Krankenkasse zu wenden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

      • Danke für Ihre schnelle Antwort.

        Mir geht es vor allem um die Meldung, die der AG bei Aebeitsaufnahme macht.
        Die ist doch entscheidend wie ich bei der KV eingestuft werde, oder?

        in diesen Personalfragebögen gibt es ja auch Fragen nach der Kv, ob Familienversichet, Privatversichert oder eben FREIWILLIG.
        Aktuell bin ich ja freiwillig vers., aber ich will ja dann bei einer Midijob Aufnahme gerade diese freiwillige Versicherung loswerden.

        Ein potentieller AG meinte nämlich, obwohl es eine Beschäftigung bis 800 € gewesen wäre, dass dieser nichts zur Kv zahlt. Das kann ja nich richtig sein, da es sich NICHT um eine Werkstudentenstelle handelte.

        • Auch das ist grundsätzlich richtig. Wichtig sind die in der Meldung zur Sozialversicherung genannten Beitragsgruppen und die Personengruppe. Eine voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird Ihr Arbeitgeber beispielsweise mit der Personengruppe 101 und den Beitragsgruppen KV1, RV1, ALV1 und PV1 melden.

          Bei einer dauerhaften Beschäftigung mit einem Verdienst von ca. 800 Euro im Monat liegt dem Grunde nach eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. In dieser zahlt der Arbeitgeber hälftigen Anteil zu allen Zweigen der Sozialversicherung. Ist die Beschäftigung jedoch von vornherrein auf einen Zeitraum von 3 Monaten oder 70 Arbeitstage begrenzt, könnte eine kurzfristige Beschäftigung vorliegen. Diese ist – unabhängig vom Verdienst – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

        • Nochmals danke.
          D.h. Es gibt nur eine überschaubare Zahl an Ausnahmen von der SV Plicht
          Saisonarbeit,
          Befristung auf drei Monate/70 Tage und, so scheint es mir, die Werkstudententätigkeit.

          Ist dieses Priveleg damit begründet, dass Studenten einerseits eine eigene studentische Versicherung haben oder familienversichert sind? Andererseits die Motivation generell darin liegen mag, Studenten nicht noch mit Rv Av und Pv zu belasten?

          Stimmt das?

          Nähme ich nämlich eine Beschäftigung als Werkstudent auf wäre das für mich wieder sehr ungünstig, da ich nicht krankenv. wäre über den Ag und weiter die fixen 192€ zahlte.

        • Guten Tag Heinr,

          das Werkstudenten-Privileg kann nur dann angewendet werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Unter anderem darf der Student während der Vorlesungszeit nur an bis zu 20 Wochenstunden arbeiten. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in der Richtlinie „Versicherungsrechtliche Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten“ zusammengefasst: https://t1p.de/Studentenrichtlinien

          Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir Sie zu diesem Sachverhalt nicht abschließend beraten können. Wir bitten Sie, sich mit dieser speziellen Frage an Ihre Krankenkasse zu wenden.

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo,

    Ich bin Vollzeitstudentin und fange demnächst an nebenbei 20 Stunden / Woche für 800€ Brutto zu arbeiten. Nun wurden mir zwei verschiedene Dinge erklärt. Ich kann mich entweder für 92€ / Monatlich als Studentin über meine Krankenkasse versichern lassen oder über meinen Arbeitgeber. Mir wurde allerdings dort gesagt, ich müsse dann nur ungefähr 66€ an Sozialabgaben (Krankenversicherung) zahlen. Stimmt das denn? Hier steht ja, als Midijobber, müsse ich auch die anderen Sozialabgaben von meinem Gehalt abziehen. Das wäre dann ja unter dem Strich teurer als die 92€ an die Krankenkasse zu zahlen?

    Was lohnt sich für mich mehr? Ich möchte als Studentin natürlich einfach nur so günstig wie möglich dabei weg kommen. Also lieber als Studentin über meine Krankenkasse versichern lassen oder über meinen Arbeitgeber?

    Danke für eure Hilfe!

    • Hallo Lya,

      wir nehmen an, dass Sie die Versicherung als sogenannter Werksstudent meinen. Als Werkstudent sind Sie kein Minijobber, sondern üben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus. Ansprechpartner ist hierbei Ihre zuständige Krankenkasse. Wir empfehlen Ihnen, sich dort zu diesem Sachverhalt beraten zu lassen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Wenn ich mich als Pflegekraft als Midijob einstellen lasse vom zu Pflegenden- (bezahlt vom Pflegegeld) , muss dieser Abgaben für mich bezahlen? Ich will abgabenpflichtig beschäftigt werden, damit ich bei der Krankenkasse versichert bin.
    gruß
    Ralf

    • Hallo Ralf,

      bei Tätigkeiten und Zahlungen im Zusammenhang mit der Pflege sind aus Sicht der Sozialversicherung Besonderheiten zu beachten. Grundsätzlich stellt die bloße Weitergabe eines Pflegegeldes keine Zahlung von Arbeitsentgelt dar und begründet daher auch kein Beschäftigungsverhältnis.

      Bitte wenden Sie sich mit Ihrer Fragestellung an Ihre Krankenkasse bzw. an die zuständige Pflegekasse des Pflegebedürftigen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Hallo,
    oben im Text steht:
    „Während Sie als Arbeitnehmerin in einem Minijob maximal Beiträge zur Rentenversicherung zahlen, fallen in einem Midijob für Sie zusätzlich auch Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an.“

    Ist diese Aussage im ersten Satz alt oder mit KK vertauscht ?
    Ich habe derzeit KEINERLEI Einkommen, lebe vom Ersparten und MUSS gezwungenermaßen KK-Beiträge zahlen! Und das nicht zu knapp!
    Was stimmt nun? Ich bin stinkwütend aufgrund dieser unsäglichen Ausbeute.

    Danke fürs Antworten im Voraus.

    • Guten Tag Tanja,

      die Aussage im „ersten Satz“ ist korrekt. In einem Minijob bis 450 Euro sind Sie als Arbeitnehmerin nur rentenversicherungspflichtig. Von der Rentenversicherungspflicht können Sie sich auf Antrag beim Arbeitgeber befreien lassen. Ihr Lohn ist dann Brutto für Netto. Durch einen Minijob besteht für Sie kein eigener Krankenversicherungsschutz. Es bedarf immer einer eigenständigen Absicherung zum Beispiel in der Familienversicherung oder in der freiwilligen Krankenversicherung.

      Bei einem Midijob, ab 450, 01 Euro handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das heißt: Es besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung (Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung) ein Versicherungsschutz. Informationen zum Midijob und zur freiwilligen Krankenversicherung erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

    • Alles richtig..Als 450 ger kann man (deswegen das Wort maximal- schlecht gewählt wenn man willkönnte man auch schreiben) Zahlungen leisten zur RV, dies wird im Vertrag festgelegt, ob man will.
      Beim Midijob fällt alles an. RV,KK,Lst, aber bis zur 850 Grenze steigt der prozentuale Anteil.
      Rechnung wie fogt :
      bei 600 Euro Midijob sind es ca. 160 Euro Gesamtabgaben.
      Arbeite ich nicht , muss (ich, in meinem Fall- ist gebunden an Verdienst der Frau)) 400 Euro an die KK zahlen.
      Am meiseisten lohnt es sich für alle wenn man zu 500 Euru beschäftigt ist, dann zahlt der Arbeitgeber sogar weniger an Abgaben.

  5. Ich bin zum 01.03.17 aus dem EU-Ausland gekommen und arbeite Minijob. Jetzt werde ich wahrscheinlich ab 01.10. als Vollzeit in gleicher Firma beschäftigt sein. Ab wann muss ich selbst krankenversichern. die krankenkasse sagte mir rückwirkend ab 01.03. freiwillig?

    • Hallo Wojznis,

      nimmt ein Arbeitnehmer einen 450-Euro-Minijob in Deutschland auf, kann sein Krankenversicherungsschutz im Ausland entfallen. Durch einen 450-Euro-Minijob entsteht in Deutschland kein eigener Krankenversicherungsschutz.
      Daher ist es wichtig, im Vorfeld, vor Aufnahme der Beschäftigung in Deutschland zu klären, inwieweit und ob ein Krankenversicherungsschutz im Herkunftsland weiter besteht. Besteht kein eigener Krankenversicherungsschutz mehr, ist eine freiwillige Krankenversicherung oder eine private Krankenversicherung in Deutschland für die Zeit des 450-Euro-Minijobs notwendig.

      Für alle weiteren Fragen rund um Ihren Krankenversicherungsschutz steht Ihnen eine Krankenkasse Ihrer Wahl zur Verfügung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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