Mit einem Minijob mehr als 450 Euro verdienen – Wie geht das?

Dass man in einem 450-Euro-Minijob monatlich bis zu 450 Euro verdienen kann, ist klar. Aber geht auch mehr? Was passiert beispielsweise, wenn neben dem Monatsverdienst auch Weihnachtsgeld gezahlt wird? Welche Einnahmen zählen nicht zum Verdienst und was ist zu beachten, wenn mehrere Beschäftigungen gleichzeitig ausgeübt werden – Antworten auf diese Fragen gibt es hier:

Wann liegt ein 450-Euro-Minijob vor?

Bei einem 450-Euro-Minijob kann ein Minijobber durchschnittlich im Monat bis zu 450 Euro verdienen. Arbeitet er ein Jahr lang durchgehend, darf er also 5.400 Euro verdienen (12 Monate x 450 Euro = 5.400 Euro). Wird diese Verdienstgrenze überschritten, liegt kein 450-Euro-Minijob mehr vor.

 Wie sind Sonderzahlungen zu berücksichtigen?

Viele Arbeitgeber zahlen ihren Minijobbern Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Einmalige Zahlungen dieser Art müssen zum Verdienst des Minijobbers hinzugerechnet werden. Ergibt sich unter Berücksichtigung aller laufenden und einmaligen Zahlungen an den Arbeitnehmer ein Gesamtverdienst von mehr als 5.400 Euro für 12 Monate, ist die Beschäftigung von Anfang an kein 450-Euro-Minijob.

Damit Arbeitgeber sicher sein können, dass tatsächlich ein 450-Euro-Minijob vorliegt, ist der voraussichtliche Jahresverdienst des Minijobbers somit bereits zu Beginn der Beschäftigung zu berechnen.

Beispiel:

Eine Arbeitnehmerin verdient 430 Euro im Monat und erhält jedes Jahr im Dezember ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld in Höhe von 300 Euro. Sie erzielt somit im Jahr 5.160 Euro plus 300 Euro Weihnachtsgeld. Zusammen sind das 5.460 Euro im Jahr. Ihr durchschnittlicher monatlicher Verdienst beträgt somit 455 Euro (5.460 Euro : 12 Monate). Sie liegt mit ihrem Verdienst über der 450-Euro-Grenze und ist keine 450-Euro-Minijobberin.
Bei einem Weihnachtsgeld in Höhe von lediglich 240 Euro würde die 450-Euro-Grenze (12 x 430 Euro = 5.160 Euro + 240 Euro = 5.400 Euro : 12 = 450 Euro) nicht überschritten und die Arbeitnehmerin wäre eine 450-Euro-Minijobberin.

Welche Einnahmen gehören nicht zum Verdienst?

Erhalten Minijobber zusätzlich zum Verdienst steuerfreie Einnahmen, bleiben diese in der Sozialversicherung unberücksichtigt. Das Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung orientiert sich in der Regel am Steuerrecht. Dies bedeutet, dass steuerfreie Bezüge grundsätzlich auch sozialversicherungsfrei sind. Dazu gehören beispielsweise Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge.

Auch können Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten, beispielsweise als Übungsleiter in Sportvereinen oder als Ausbilder, Erzieher und Betreuer, bis zu 2.400 Euro im Kalenderjahr steuerfrei sein. Gleiches gilt auch für die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen. Hier spricht man von der sogenannten Übungsleiterpauschale.

Ebenfalls steuerfrei sind nebenberufliche Einnahmen bis zu 720 Euro im Kalenderjahr, die im Dienst oder Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke erzielt werden. Diese Aufwandsentschädigung wird auch Ehrenamtspauschale genannt.

Sowohl der Übungsleiterfreibetrag als auch die Ehrenamtspauschale zählen somit ebenfalls nicht zum Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung.

Beispiel:

Eine Hausfrau übt im Rahmen einer abhängigen Beschäftigung eine nebenberufliche Übungsleitertätigkeit im Sportverein aus. Zusätzlich ist sie dort noch als Kassiererin tätig. Sie verdient monatlich 550 Euro als Übungsleiterin und der Aufwand für die ehrenamtliche Tätigkeit wird mit 80 Euro entschädigt. Von ihrem monatlichen Gesamtverdienst werden als Aufwandsentschädigung die Übungsleiterpauschale von monatlich 200 Euro und die Ehrenamtspauschale von monatlich 60 Euro abgezogen. Ihr regelmäßiges Arbeitsentgelt beträgt somit 370 Euro (630 Euro – 260 Euro).

Es handelt sich um einen 450-Euro-Minijob, weil ihr durchschnittlicher monatlicher Verdienst im Sinne der Sozialversicherung 450 Euro nicht übersteigt.

Wie ist der Verdienst aus mehreren Beschäftigungen zu berücksichtigen?

Arbeitnehmer können mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben. Allerdings dürfen sie insgesamt aus diesen Beschäftigungen nicht mehr als durchschnittlich 450 Euro im Monat verdienen. Verdienen sie mehr, sind sie in allen Beschäftigungen kein Minijobber.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet seit dem 1. Januar beim Arbeitgeber A und verdient monatlich 300 Euro. Einen Monat später, am 1. Februar, nimmt er beim Arbeitgeber B einen weiteren Minijob auf und erhält dort monatlich 200 Euro. Im Januar liegt noch ein Minijob vor, weil der Monatsverdienst nicht über 450 Euro liegt. Mit dem zweiten Minijob übersteigt der Verdienst jedoch die 450-Euro-Grenze, so dass ab Februar in beiden Beschäftigungen keine Minijob vorliegt. Mit einem Verdienst von max. 150 Euro beim Arbeitgeber B wären beide Beschäftigungen Minijobs.

Es ist zusätzlich darauf zu achten, dass neben einer Hauptbeschäftigung lediglich eine einzige Beschäftigung als 450-Euro-Minijob ausgeübt werden darf. Jede weitere Beschäftigung ist unabhängig vom Verdienst kein 450-Euro-Minijob und bei der Krankenkasse zu melden.

490 Kommentare zu “Mit einem Minijob mehr als 450 Euro verdienen – Wie geht das?

  1. Gilt die 5400€-Grenze auch bei der Ausübung von zwei Minijobs, sprich darf ich einige Monate insgesamt auch mehr als 450€ monatlich verdienen, wenn die jährliche Grenze nicht überschritten wird? Es handele sich um eine vorhersehbare Überschreitung der 450€

    • Hallo,

      ohne bestehende Hauptbeschäftigung können mehrere 450-Euro-Minijobs ausgeübt werden, sofern durchschnittlich nicht mehr 450 Euro monatlich bzw. 5.400 Euro in einem 12 Monatszeitraum verdient werden.

      Ein schwankender Monatsverdienst über 450 Euro oder vorhersehbare monatliche Überschreitungen sind möglich, sofern der Jahresverdienst nicht über 5.400 Euro liegt.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  2. Hallo,

    ich bin neben meinem Studium in einer geringfügigen Beschäftigung und verdiene zwischen 330 und 380 je nach Diensteinteilung, das ist aber getrennt in Grundentgelt von etwa 140 plus Zuschläge (Feiertage & Nacht) und Geld für Mehrarbeit der Vormonate. Wenn ich jetzt bei einem weiteren Job arbeiten möchte, muss ich dort 350 Euro angeben als Verdienst? Oder 140?
    Wenn dieser zweite Job auf 50€ angemeldet wird, dann bleibe ich unterhalb der Verdienstgrenze und kein Job wird sozialversicherungspflichtig?
    Grüße,
    Kai

    • Hallo Kai,

      grundsätzlich dürfen Sie mehrere 450-Euro-Minijobs gleichzeitig ausüben. Hierbei ist darauf zu achten, dass der durchschnittliche monatliche Verdienst in Summe nicht über 450 Euro liegt. Als Grundlage bei der Zusammenrechnung der Verdienste zählt der Bruttolohn. Steuerfreie Zuschläge (z.B. Sonn- und Feiertagszuschlag) sind grundsätzlich nicht zu berücksichtigen.

      Überschreiten Sie die Summe von 450 Euro nicht, bleiben beide Beschäftigungen 450-Euro-Minijobs.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  3. Hallo,
    Ich habe 2 Mini-Jobs. Bei dem einen verdiene ich monatlich 100 Euro fest. und bei der anderen variiert das je nach Arbeitszeit.
    Ab Januar habe ich nur 100 Euro verdient weil mein anderer Job den Besitzer gewechselt hat also habe ich erst Februar einen Vertrag beim 2. Jobs.

    Da ich jetzt in Januar nicht die restlichen 350 Euro verdient habe, kann ich für Februar 450+350 Euro also 800 verdienen?

    Danke im Voraus.

    • Hallo Cem,

      Ihre Annahme, dass Sie den „Verdienstpuffer“ aus dem bisherigen Monat im Zeitraum der Mehrfachbeschäftigung mehr verdienen dürfen und es sich dann immer noch um 450-Euro-Minijobs handelt, ist nicht korrekt. Die Grenze von 5.400 Euro gilt für das Zeitjahr. Beide Arbeitgeber müssen diese Grenze ab Aufnahme eines zweiten Minijobs für die Zukunft betrachten, um zu entscheiden, ob Minijobs vorliegen. Somit erfolgt die Beurteilung neu ab Februar, Sie dürfen von Februar bis Dezember 2020 mit beiden 450-Euro-Minijobs 4.950 Euro (11 x 450 Euro) verdienen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  4. Moin,

    ich arbeite neben der Schule in einer Tankstelle auf 450€ Basis, bekomme dabei noch Sonntagszulage von ca. 150€ und Kindergeld von ca. 200€
    Ist das alles so rechtens?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Pablo

    • Hallo Pablo,

      für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  5. Also, es ist undurchsichtig mit der Berechnung ihrer 5400 € Grenze.
    Wenn der gesammte betrag 5400€ betragen kann, warum muss man nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sein….Ich habe mitte des Jahres eine Tätigkeit aufgegeben, und 2 Monate später eine neue Angefangen. Zu diesem Zeitpunkt,( LKW-Fahren) hatte ich erst 2400 € verdient. Also bleiben noch 3000,00€ über. Im Oktober habe ich dann bei einem Anderen Arbeitgeber 450 € verdient, und im Monat November, wegen Krankheitfälle, mehrarbeit in höhe von 700 € geleistet und im Dezember in höhe von 800 € geleistet.
    Die Jährliche verdienstgrenze ist hier noch nicht überschritten. Trotzdem musten Steuern und Sozialversicherung im erhöten maße gezahlt werden. Eine Minderung der KAL wurde Angedroht….
    MFG

    • Guten Tag,

      die Verdienstgrenze von 5.400 Euro gilt für eine in 12 Monaten ununterbrochen ausgeübte Beschäftigung. Ihre Annahme, dass Sie den „Verdienstpuffer“ aus den bisherigen Monaten im Zeitraum der Mehrfachbeschäftigung mehr verdienen dürfen und es sich dann immer noch um 450-Euro-Minijobs handelt, ist nicht korrekt.

      Gehen Sie keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, können Sie auch mehrere Minijobs parallel ausüben. Wichtig ist, dass der durchschnittliche monatliche Verdienst dann 450 Euro in Summe nicht überschreiten darf.

      Übersteigt der Jahresverdienst 5.400 Euro bei einer (12monatigen Beschäftigung), weil sich Ihr Verdienst in einzelnen Monaten auf mehr als 450 Euro erhöht, kommt es darauf an, ob dies regelmäßig und vorhersehbar oder gelegentlich und nicht vorhersehbar erfolgt.

      Passiert das gelegentlich und nicht vorhersehbar, das heißt bis zu drei Mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum, bleibt die Tätigkeit ein Minijob. In solchen Ausnahmefällen darf der Jahresverdienst auch weit mehr als 5.400 Euro betragen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  6. Ich kenn mich auch nicht so richtig aus, ich bin selbstständig (Kleinunternehmen) und verdiene ca. 350€/Mon. da das Geld nicht reicht, habe ich mich für einen Minijob beworben (450€) muss ich steuern und sozialversicherung zahlen? oder nicht?

    • Hallo Marie,

      neben Ihrer selbstständigen Tätigkeit dürfen Sie auch mehrere 450-Euro-Minijobs ausüben. Zu beachten ist hierbei, dass der durchschnittliche monatliche Verdienst die Grenze von 450 Euro nicht übersteigt. Ein 450-Euro-Minijob ist – ausgenommen der Rentenversicherung – für den Beschäftigten sozialversicherungsfrei. Als Minijobberin haben Sie die Möglichkeit sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Möchten Sie über den 450-Euro-Minijob rentenversichert sein, liegt Ihr Eigenanteil im gewerblichen Bereich bei 3,6%.

      Weitere Informationen zur Befreiung von der Rentenversicherungspflicht im 450-Euro-Minijob finden Sie auf unserer Homepage unter folgendem Link: https://t1p.de/MJZE-Befreiung-von-der-Rentenversicherungspflicht

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  7. Hallo,
    Wenn ich in Januar mit einem Minijob angefange, darf ich dann im Januar schon mehr als 450 € verdienen, so lange ich danach mal weniger verdiene, damit ich am Ende des Jahres unter 5400 € bleibe?
    Oder gilt dann Ende Januar eine Grenze von 450 €, Ende Februar eine Grenze von 900 €, Ende März 1350 € u.s.w. bis Ende Dezember eine Grenze von 5400 €?
    Vielen Dank im Voraus

    • Hallo Geertjan,

      ja, das ist möglich. Ein Minijob liegt vor, wenn der monatliche Verdienst 450 Euro im Durchschnitt nicht überschreitet. Sind Sie für einen Zeitraum von 12 Monaten ununterbrochen beschäftigt, ergibt sich damit eine Jahresverdienstgrenze von 5.400 Euro. Wird dieser Betrag nicht überschritten liegt auch dann noch ein Minijob vor, wenn Sie in einzelnen Monaten mehr als 450 Euro verdienen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  8. Hallo,

    ein 450-Euro-Minijob und ein kurzfristiger Minijob können parallel ausgeübt werden. Die Verdienste aus beiden Beschäftigungen werden nicht zusammen gerechnet. Voraussetzung hierfür ist, das beide Beschäftigungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern ausgeübt werden. Beide Arbeitgeber melden die Beschäftigungen bei der Minijob-Zentrale an.

    Freundliche Grüße

    Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

  9. Hallo,
    Ich bin Student und arbeite geringfügig beschäftigt an der Uni. Dabei werde ich im Jahr 2020 4996,80€ verdienen. Ich möchte nun einen weiteren kurzfristigen Minijob für 2 Monate annehmen, mit welchem ich aber etwas über die Grenze von 5400€ im Jahr 2020 komme. Ich habe gelesen dass kurzfristige, ungeplante Überschreitungen der 5400€ Grenze nicht schlimm sind. Wie sieht es mit kurzfrisitger, aber geplanter Überschreitung aus? Vorraussichtlich werde ich die 5400€ Grenze nur leicht überschreiten, und das eben auch nur einmalig. Ist das in Ordnung? und was muss ich tun, wenn das nicht in Ordnung ist?
    Besten Dank im Voraus und liebe Grüße!

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