Mit einem Minijob mehr als 450 Euro verdienen – Wie geht das?

Dass man in einem 450-Euro-Minijob monatlich bis zu 450 Euro verdienen kann, ist klar. Aber geht auch mehr? Was passiert beispielsweise, wenn neben dem Monatsverdienst auch Weihnachtsgeld gezahlt wird? Welche Einnahmen zählen nicht zum Verdienst und was ist zu beachten, wenn mehrere Beschäftigungen gleichzeitig ausgeübt werden – Antworten auf diese Fragen gibt es hier:

Wann liegt ein 450-Euro-Minijob vor?

Bei einem 450-Euro-Minijob kann ein Minijobber durchschnittlich im Monat bis zu 450 Euro verdienen. Arbeitet er ein Jahr lang durchgehend, darf er also 5.400 Euro verdienen (12 Monate x 450 Euro = 5.400 Euro). Wird diese Verdienstgrenze überschritten, liegt kein 450-Euro-Minijob mehr vor.

 Wie sind Sonderzahlungen zu berücksichtigen?

Viele Arbeitgeber zahlen ihren Minijobbern Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Einmalige Zahlungen dieser Art müssen zum Verdienst des Minijobbers hinzugerechnet werden. Ergibt sich unter Berücksichtigung aller laufenden und einmaligen Zahlungen an den Arbeitnehmer ein Gesamtverdienst von mehr als 5.400 Euro für 12 Monate, ist die Beschäftigung von Anfang an kein 450-Euro-Minijob.

Damit Arbeitgeber sicher sein können, dass tatsächlich ein 450-Euro-Minijob vorliegt, ist der voraussichtliche Jahresverdienst des Minijobbers somit bereits zu Beginn der Beschäftigung zu berechnen.

Beispiel:

Eine Arbeitnehmerin verdient 430 Euro im Monat und erhält jedes Jahr im Dezember ein vertraglich zugesichertes Weihnachtsgeld in Höhe von 300 Euro. Sie erzielt somit im Jahr 5.160 Euro plus 300 Euro Weihnachtsgeld. Zusammen sind das 5.460 Euro im Jahr. Ihr durchschnittlicher monatlicher Verdienst beträgt somit 455 Euro (5.460 Euro : 12 Monate). Sie liegt mit ihrem Verdienst über der 450-Euro-Grenze und ist keine 450-Euro-Minijobberin.
Bei einem Weihnachtsgeld in Höhe von lediglich 240 Euro würde die 450-Euro-Grenze (12 x 430 Euro = 5.160 Euro + 240 Euro = 5.400 Euro : 12 = 450 Euro) nicht überschritten und die Arbeitnehmerin wäre eine 450-Euro-Minijobberin.

Welche Einnahmen gehören nicht zum Verdienst?

Erhalten Minijobber zusätzlich zum Verdienst steuerfreie Einnahmen, bleiben diese in der Sozialversicherung unberücksichtigt. Das Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung orientiert sich in der Regel am Steuerrecht. Dies bedeutet, dass steuerfreie Bezüge grundsätzlich auch sozialversicherungsfrei sind. Dazu gehören beispielsweise Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge.

Auch können Einnahmen aus nebenberuflichen Tätigkeiten, beispielsweise als Übungsleiter in Sportvereinen oder als Ausbilder, Erzieher und Betreuer, bis zu 2.400 Euro im Kalenderjahr steuerfrei sein. Gleiches gilt auch für die Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen. Hier spricht man von der sogenannten Übungsleiterpauschale.

Ebenfalls steuerfrei sind nebenberufliche Einnahmen bis zu 720 Euro im Kalenderjahr, die im Dienst oder Auftrag einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts oder einer Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke erzielt werden. Diese Aufwandsentschädigung wird auch Ehrenamtspauschale genannt.

Sowohl der Übungsleiterfreibetrag als auch die Ehrenamtspauschale zählen somit ebenfalls nicht zum Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung.

Beispiel:

Eine Hausfrau übt im Rahmen einer abhängigen Beschäftigung eine nebenberufliche Übungsleitertätigkeit im Sportverein aus. Zusätzlich ist sie dort noch als Kassiererin tätig. Sie verdient monatlich 550 Euro als Übungsleiterin und der Aufwand für die ehrenamtliche Tätigkeit wird mit 80 Euro entschädigt. Von ihrem monatlichen Gesamtverdienst werden als Aufwandsentschädigung die Übungsleiterpauschale von monatlich 200 Euro und die Ehrenamtspauschale von monatlich 60 Euro abgezogen. Ihr regelmäßiges Arbeitsentgelt beträgt somit 370 Euro (630 Euro – 260 Euro).

Es handelt sich um einen 450-Euro-Minijob, weil ihr durchschnittlicher monatlicher Verdienst im Sinne der Sozialversicherung 450 Euro nicht übersteigt.

Wie ist der Verdienst aus mehreren Beschäftigungen zu berücksichtigen?

Arbeitnehmer können mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben. Allerdings dürfen sie insgesamt aus diesen Beschäftigungen nicht mehr als durchschnittlich 450 Euro im Monat verdienen. Verdienen sie mehr, sind sie in allen Beschäftigungen kein Minijobber.

Beispiel:

Ein Arbeitnehmer arbeitet seit dem 1. Januar beim Arbeitgeber A und verdient monatlich 300 Euro. Einen Monat später, am 1. Februar, nimmt er beim Arbeitgeber B einen weiteren Minijob auf und erhält dort monatlich 200 Euro. Im Januar liegt noch ein Minijob vor, weil der Monatsverdienst nicht über 450 Euro liegt. Mit dem zweiten Minijob übersteigt der Verdienst jedoch die 450-Euro-Grenze, so dass ab Februar in beiden Beschäftigungen keine Minijob vorliegt. Mit einem Verdienst von max. 150 Euro beim Arbeitgeber B wären beide Beschäftigungen Minijobs.

Es ist zusätzlich darauf zu achten, dass neben einer Hauptbeschäftigung lediglich eine einzige Beschäftigung als 450-Euro-Minijob ausgeübt werden darf. Jede weitere Beschäftigung ist unabhängig vom Verdienst kein 450-Euro-Minijob und bei der Krankenkasse zu melden.

306 Kommentare zu “Mit einem Minijob mehr als 450 Euro verdienen – Wie geht das?

  1. Hallo,

    ich habe parallel 2 Nebenjobs, und in einigen Monaten verdiene ich nur so um die 200 Euro, ab und zu werde ich aber die 450 Euro übersteigen. Normalerweise darf ja innerhalb von 12 Monaten die 5400Euro Grenze nicht überschritten werden. Aber stimmt es, dass dann nur insgesamt in 3 Monaten (also z.B. in 2019 nur Januar, Februar und März) ein Verdienst von über 450 Euro ausgezahlt werden darf?

    Vielen Dank

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  2. Hallo,

    ich möchte erfragen was passiert, wenn ich vom 01.01.2018 bis zum 30.10.2018 in einem Minijob gearbeitet habe und für diese Zeit 4560,00€ erhalten habe.

    Mit freundlichen Grüßen

    „der Jense“

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  3. Hallo ,
    Ich habe vor 5 Monate 2 Neben jobs aufgenommen. Ersten Monat habe ich insgessamt 200 Eur verdient. In dem Zweiten Monat etwa 480 , Dritten 440 . vierten – 445 , und im Novermber habe ich wieder überstreiten , ich habe etwa 500 Eur verdient . Ich versuche es , mehr nicht zu überschritten , aber wurde ich wegen diese Überschtreitungen bestrafft , ich meine soll ich steuer am Ende des Jahres bezahlen ? Falls, das der Fall wird, wurde mein Einkommen von Finanzamt am Ende des Jahres gesteuert ?
    Danke

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    • Hallo Nino,

      üben Sie keine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung aus, können Sie mehrere Minijobs parallel nebeneinander ausüben. Die Summe der Entgelte aus allen Beschäftigungen darf dann 450 Euro monatlich im Durchschnitt nicht übersteigen. Überschreiten die Einnahmen aus allen Beschäftigungen diese Verdienstgrenze, sind alle Jobs versicherungspflichtig und damit keine Minijobs mehr. Überschreiten Ihre Einnahmen aus beiden Beschäftigungen daher die Grenze von 5.400 Euro in einem Zeitraum von 12 Monaten nicht, liegen Minijobs vor. Hierbei ist es auch möglich, dass Sie in einzelnen Monaten ein höherer Verdienst als 450 Euro erzielen.

      Ihre genannten Entgelte im Zeitraum von 5 Monaten überschreiten bisher die Grenzen von durchschnittlich 450 Euro im Monat nicht, so dass auch trotz des höheren Verdienstes in zwei Monaten Minijobs vorliegen. Die Versteuerung kann damit auch im Rahmen des Minijobs erfolgen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Ist es móglich beim gleichen Arbeitgeber, kirchliche Einrichtung, neben einem Minijob, die Ùbungsleiterpauschale von 200 Euro, sowie die Ehrenamtspauschale in Hóhe von 70 Euro pro Monat in Anspruch zu nehmen?

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    • Hallo Herr Hammer,

      sofern für eine Tätigkeit die Übungsleiterpauschale berücksichtigt wird, ist die zusätzliche Anwendung der Ehrenamtspauschale für dieselbe Tätigkeit ausgeschlossen. Dies gilt jedoch nicht, wenn es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handelt (z. B. Übungsleiter und Kassenwart im Sportverein).

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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    • Hallo Herr Kutschers,

      Sachbezüge bis zu einer Freigrenze von 44 Euro monatlich, die nicht in Geld bestehen, bleiben lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Diesen steuer- und sozialversicherungsfreien Sachbezug können Sie dem Arbeitnehmer grundsätzlich auch jeden Monat überlassen, ohne dass hierdurch die Einkommensgrenze im Minijob von 450 Euro monatlich überschritten wird.

      Hinweis:
      Bitte beachten Sie, dass es sich um eine monatliche Freigrenze von 44 Euro handelt. Wird der Betrag von 44 Euro in einigen Monaten nicht ausgeschöpft, so kann der nicht beanspruchte Teil somit nicht auf die folgenden Monate übertragen werden. Der Monatsbetrag von 44 Euro kann also nicht auf einen Jahresbetrag von 528 Euro hochgerechnet werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  5. Hallo, ich beziehe eine Erwerbsminderungsrente und habe zusätzlich einen 450 Euro Minijob. Jeden Monat ist der Lohn unterschiedlich, meist liegt der Auszahlungsbetrag unter 450 Euro. Es kommt aber auch vor, dass ich öfter ein wenig über 450 Euro ausgezahlt bekomme. Aufgelaufen wird aber die 5400 Grenze für das Jahr nicht überschritten. Nun seit zwei Monaten war ich wieder ein wenig über 450 Euro und mein Arbeitgeber hat mir in den beiden Monaten knapp 100 Euro abgezogen, da er dies wohl besteuert hat. Ich komme aber auf keinen Fall über den Jahreswert von 5400 Euro. Ist das richtig ?

    Liebe Grüße

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    • Hallo Frau Wermter,

      grundsätzlich liegt ein Minijob vor, wenn das durchschnittliche monatliche Entgelt 450 Euro nicht überschreitet. Dabei kann der Verdienst in einzelnen Monaten durchaus auch einmal etwas über 450 Euro liegen. In einem Zeitraum von 12 Monaten darf der Gesamtbetrag von 5.400 Euro nicht überschritten werden, damit ein 450-Euro-Minijob vorliegt.

      Wir empfehlen Ihnen daher das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber zu suchen und den Grund für die Abzüge konkret zu hinterfragen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  6. Hallo Minijobzentrale-Team,

    Ich bin zu 20% Angestellt und zahle in Höhe von 110,00 Euro in die Altersvorsorge durch Entgeldumwandlung ein.

    Zusätzlich habe ich einen Minijob und verdiene dort mtl 450 Euro.
    Ich wollte zusätzlich eine Altersvorsorge durch Entgeldumwandlung in Höhe von 140 Euro machen (Also insgesamt maximal Beitrag).

    Funktioniert das?

    Vielen Dank im Voraus.

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    • Hallo Rita,

      in der Sozialversicherung werden steuerfreie Zuwendungen an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder an eine Direktversicherung bis zu 4 % der für die alten Bundesländer geltenden Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (3.120 Euro für 2018; monatlich 260 Euro) nicht zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt hinzugerechnet. Voraussetzung für die Beitragsfreiheit ist jedoch, dass die steuerfreien Beiträge vom Arbeitgeber im Rahmen der Entgeltabrechnung für den jeweiligen Abrechnungszeitraum tatsächlich und rechtlich zulässig lohnsteuerfrei gestellt werden.

      Daher empfehlen wir Ihnen, für rechtsverbindliche Auskünfte zur steuerlichen Beurteilung von Beiträgen und Zuwendungen zum Aufbau betrieblicher Altersversorgung mit Ihrem zuständigen Finanzamt in Kontakt zu treten.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  7. ich habe einen job wo ich 340Euro verdiene und habe seit 1november noch eine minijob angefangen wo ich 60 euro im Monat verdiene ,jetzt habe ich bei job 1 Weihnachtsgeld bekommen,wie sieht das aus bei job 2 muß ich jetzt steuern dafür zahlen da ich bei job 1 mehr wie 450 bekomme diesen Monat

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    • Guten Tag Frau Erdmann,

      haben Sie keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung können Sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausführen, wenn Sie insgesamt durchschnittlich nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienen. Die Jahresgrenze liegt bei 5.400 Euro im Zeitjahr. Es wird also nicht auf das tatsächlich monatliche Arbeitsentgelt abgestellt, sondern ein monatlicher Durchschnittswert gebildet.

      Überschreiten Sie die Verdienstgrenze insgesamt, sind alle Jobs versicherungspflichtig und damit keine Minijobs mehr.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  8. Hallo liebe Minijobzentrale Mitarbeiter,

    meine Tochter arbeitet neben ihrem Studium im Mini Job Bereich. Jetzt hat sie unerwartet quasi einen Wettbewerb gewonnen und bekommt für dieses Projekt ein einmaliges Honorar von Ca. 3000 Euro. Sie ist total stolz und freut sich riesig, und ich möchte sie so ungern frustrieren und demotivieren. Macht diese Einmalzahlung die Mini Job Regelung hinfällig, bliebe ihr dann überhaupt noch etwas übrig? Ich danke Ihnen für Ihre Mühe der Beantwortung meiner Frage.

    Mit freundlichen Grüssen

    Renate

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    • Hallo Renate,

      wir gehen davon aus, dass der Wettbewerb (Projekt) kein Beschäftigungsverhältnis im Sinne der Sozialversicherung ist. Eine Zusammenrechnung der Entgelte erfolgt nur, wenn es sich um einen weiteren Minijob handeln würde.

      Inwiefern dieses Honorar relevant für andere Leistungen (zum Beispiel Bafög) ist, bitten wir Sie bei der zuständigen Stelle zu erfragen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  9. Hallo liebe Minijob Zentrale
    Meine Frage ist warum wird überall Erhöhungen wie zum Beispiel bei Kindergeld und Hartz 4 von der Regierung anerkannt aber der Mini Jobber bleibt auf seine 450€ hängen? Das finde ich nicht gut. Ein Hartz 4 wird für sein Zuhause bleiben und nichts tun belohnt und der Mini Jobber geht arbeiten. Das muss unbedingt geändert werden. Es müsste nur an die normalen Gehaltssteigerung angepasst werden. Und wenn es nur von 450 auf 480€ sind.
    Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

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  10. Hallo Minijob-Zentrale,

    mein Junior hat folgendes Problem:
    – Juni bis August 2018 als stud. Hilfskraft bei Uni angestellt (270 Euro/mtl.)
    – August bis 15.11.2018 ohne Anstellung
    – vom 16.11.2018 – 31.03.2019 als studentische Hilfskraft angestellt.
    Es ist für die Monate November und Dezember eine Entlohnung von je 462 Euro
    je Monat vertraglich vereinbart. Von Januar bis März liegt die Entlohnung dann bei
    270 Euro.
    – Es besteht noch die Möglichkeit von April bis Juli 2019 den Vertrag zu verlängern
    (270Euro /mtl.)

    Liegt hier noch ein Minijob vor?

    Mit besten Grüßen aus Bayern
    Stefan

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    • Hallo Stefan,

      die versicherungsrechtliche Beurteilung einer Beschäftigung obliegt dem Arbeitgeber.

      Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt 450 Euro übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist. Durch den Beschäftigungsbeginn zum 16. November erstreckt sich somit der zu beurteilende Zeitraum bis zum 31. März des Folgejahres. Dabei darf das regelmäßige Arbeitsentgelt im Beschäftigungszeitraum durchschnittlich 450 Euro nicht übersteigen. Der November als Monat des Beschäftigungsbeginn darf dabei mit 450 Euro angesetzt werden, auch wenn tatsächlich erst am 16. November die Beschäftigung begonnen hat. Es ergibt sich somit für den angesetzten Beschäftigungszeitraum ein zulässiges Arbeitsentgelt in Höhe von 2.250 Euro.

      Ob, die für die geringfügig entlohnte Beschäftigung maßgebende Entgeltgrenze regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten wird, ist stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  11. Hallo liebe Minijob-Zentrale,

    ich habe folgenden Sachverhalt.
    Minijob, Beschäftigungsbeginn 01. September 2018. Monatliches AE 450,-€.
    Ist eine Sondervergütung im Dezember schädlich für den Minijob oder kann ich die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 5.400,-€ heranziehen?

    Mit freundlichen Grüßen

    JM

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    • Hallo,

      bei der Prüfung der Verdienstgrenze im Minijob ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt darf die Grenze von 5.400 Euro, bei einer durchgehend für mindestens 12 Monate bestehende Beschäftigung, nicht überschreiten. Steht bereits zu Beginn fest, dass die Beschäftigung nicht durchgehend für mindestens 12 Monate gegen Arbeitsentgelt besteht, ist die zulässige Arbeitsentgeltgrenze entsprechend zu reduzieren.

      Hinweis:
      Der regelmäßige Verdienst ist von Ihnen als Arbeitgeber vorausschauend bei Beginn der Beschäftigung zu ermitteln. Der Betrachtungszeitraum umfasst dabei 12 Monate. Hierbei sind neben den laufenden auch einmalige Einnahmen, wie z.B. das Weihnachts- oder Urlaubsgeld, hinzuzurechnen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  12. Hallo,
    Ich wurde im August 2018, nach langer Krankheit, in der Firma auf 410.,-€ eingestellt. Bekomme nächstes Jahr Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
    Da ich viel Überstunden gemacht habe, wollte ich mir welche auszahlen lassen.
    Wie wird es gerechnet?

    Von Januar 2018 bis Dezember 2018 oder von August 2018 bis August 2019.

    Mein Arbeitgeber meinte, dass das nicht ginge, da die 5400 Euro im Vorraus berechnet werden.

    Ich bekomme eine Betriebsrente und zahle auf die 410 Euro RV.

    Vielen Dank im Voraus!

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    • Hallo Ute,

      wir gehen davon aus, dass in Ihrem Fall ein flexible Arbeitszeitreglung vertraglich vereinbart wurde. Der Arbeitnehmer erhält in diesem Arbeitsmodell ein vertraglich vereinbartes gleichbleibendes monatliches Arbeitsentgelt (verstetigtes Arbeitsentgelt), dem abhängig vom Stundenlohn eine bestimmte Soll-Arbeitszeit zugrunde liegt. Mehr- oder Minusstunden werden auf einem Arbeitszeitkonto geführt.

      Ein Minijob liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 450 Euro nicht überschreitet. Ihr Arbeitgeber beurteilt die Beschäftigung zu Beginn vorausschauend, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist. In Ihrem Fall wurde der Minijob im August 2018 aufgenommen. Als Jahreszeitraum wäre damit grundsätzlich August 2018 bis Juli 2019 anzusehen. Liegt das Entgelt inkl. aller zu erwartender einmaligen Zahlungen – wie zum Beispiel Urlaubs- oder Weihnachtsgeld – in diesem 12-Monats-Zeitraum bei maximal 5.400 Euro, liegt ein Minijob vor. Hierbei wäre es auch unschädlich, wenn in einzelnen Monaten die Entgeltgrenze von 450 Euro überschritten wird.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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      • Danke für die Ausführliche Antwort.

        Ich habe eine Flexible Arbeitszeitregelung mit gleichbleibendem monatlichen Arbeitsentgelt.

        Ich wünsche Ihnen noch eine angenehme Woche.

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  13. Liebes Minijob Team,

    ich bin Studentin und übe eine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft aus (278€/Monat – davon bezahle ich derzeit 31,50 RV).

    Ab Januar möchte ich zusätzlich eine Orgelstelle annehmen… der Verdienst wird sich ca. auf 240-260€/Monat belaufen. Insgesamt sind das also ca. 530€. Müsste ich dann für beide Minijobs Abgaben bezahlen, oder wäre es auch möglich, die Übungsleiter/Ehrenamtspauschale hinzuzuziehen, sodass ich dann im Monat wieder bei 530-260=270€ wäre…

    Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen. Müsste ich für beide Minijobs Abgaben bezahlen, würde sich der zweite Minijob ja überhaupt nicht lohnen. :(

    Vielen Dank im Voraus!

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    • Hallo Pia,

      haben Sie keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung und üben mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander aus, werden diese alle versicherungspflichtig, wenn Sie insgesamt mehr als 450 Euro monatlich verdienen.

      Ob eine Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale angewandt werden kann, entscheidet das Finanzamt.

      Bei der Übungsleiterpauschale können der Zeit bis zu 2400 Euro pro Jahr/200 Euro monatlich, bei der Ehrenamtspauschale bis zu 720 Euro pro Jahr/60 Euro monatlich steuerfrei sein. Diese können entweder pro rata (Sie setzen den Gesamtbetrag monatlich an) oder en bloc (Sie zehren den Gesamtbetrag am Stück auf – beispielsweise jeweils zu Jahresbeginn) angewandt werden.

      Da diese Pauschalen kein Entgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen, könnten Sie weiter Minijobberin bleiben.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  14. ich möchte aus persönlichen gründen nicht bei der ARGE betteln und lieber ein oder 2 450euro jobs annehmen, wie wird das ganze dann bei den 2 arbeitgebern abgerechnet?

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    • Hallo Lui,

      üben Sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander aus, deren Entgelt im Monat zusammen 450 Euro überschreitet, werden beide Beschäftigungen sozialversicherungspflichtig.
      Das bedeutet für Sie als Arbeitnehmer, dass Sie jeweils den hälftigen Beitrag zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung aus jeder Beschäftigung zahlen. Erhebt Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, ist auch dieser von Ihnen als Arbeitnehmer zu zahlen. Versteuert werden beide Einkommen dann individuell und nicht mehr mit 2 Prozent pauschal. Hierzu berät Sie Ihr zuständiges Finanzamt.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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    • Hallo Luna,

      grundsätzlich dürfen Sie neben Ihrem 450-Euro-Minijob auch eine kurzfristige Beschäftigung ausüben. Beachte Sie jedoch bitte, dass diese Beschäftigung während der Elternzeit als berufsmäßig angesehen wird, wenn Ihr monatliches Entgelt hieraus mehr als 450 Euro beträgt. Ihr kurzfristiger Minijob würde dann sozialversicherungspflichtig werden. Welche Verdienstgrenzen gegebenenfalls neben dem Bezug weiterer Leistungen zu beachten sind, bitten wir Sie bei der hierfür zuständigen Stelle (z. B. Elterngeldstelle) zu erfragen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  15. Hallo,

    habe ich das richtig verstanden? Wenn ich im Abrechnungsmonat insgesamt 500€ (300€ Grundentgelt und 200€ steuerfreie SFN-Zuschläge) erhalte (Stundenlohn kleiner 25 € und Zuschläge mit zugrundeliegendem Arbeitseinsatz), dann liege ich in dem Monat unter der 450 €-Grenze? Wenn ich jeden Monat dasselbe verdiene dann hätte ich ein Jahreseinkommen von 12 × 300 € = 3.600€ und wäre nie über die 450 bzw 5.400 € gekommen obwohl ich insgesamt 12 × 500€ = 6.000€ bekommen würde?

    Vielen Dank im Voraus

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    • Hallo Deli,

      ja, das ist richtig.

      Zuschläge, die für tatsächlich geleistete Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit (SFN-Zuschläge) neben dem Grundlohn geleistet werden, sind steuerfrei. Dabei dürfen jedoch bestimmte Vomhundertsätze des Grundlohns nicht überschritten werden. SFN-Zuschläge sind dann Arbeitsentgelt, wenn das Arbeitsentgelt auf dem sie berechnet werden, mehr als 25 Euro für jede Stunde beträgt.

      In Ihrem konkreten Fall liegen Sie mit Ihrem Arbeitsentgelt von 300 Euro unter der zulässigen 450-Euro-Grenze, da die SFN-Zuschläge nicht berücksichtigt werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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    • Hallo Anna,

      haben Sie keine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung können Sie mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausüben. Insgesamt dürfen Sie nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienen, sonst tritt Sozialversicherungspflicht für alle Beschäftigungen ein.

      Neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung dürfen Sie dagegen nur einen 450-Euro-Minijob sozialversicherungsfrei ausüben. Es spielt auch keine Rolle, wenn Sie mit zwei Beschäftigungen unter der zulässigen Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro bleiben würden.
      Jede weitere dauerhafte Beschäftigung mit einem monatlichen Verdienst unter 450 Euro wird zum Hauptjob hinzugerechnet und muss von Ihrem Arbeitgeber bei Ihrer Krankenkasse als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gemeldet werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  16. Hallo,

    ich beginne im November einen zweiten Minijob bei dem ich 370€ monatlich verdienen werde. Bei meinem ersten Minijob verdiene ich schwankend um die 200€, seit ca. zweieinhalb Jahren. Darf ich drei Monate bei meinem ersten Minijob weiterarbeiten bevor ich den kündige (weil ich nicht mehr verdienen möchte)?
    Anders formuliert: Beziehen sich die 5400€ jährlich auf ein Kalenderjahr oder ein Zeitjahr? In keinem der Fälle würde ich den Betrag überschreiten.

    Herzlichen Dank für die Bemühungen

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    • Du darfst in den 3 Monaten, in denen sich die Minijobs überschneiden, nicht mehr als 1350 Euro verdienen. Ansonsten bist du schon SV-Pflichtig. 5400 Euro würden nur gelten, wenn du beide Jobs 12 Monate parallel ausübst. LG

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    • Hallo,

      Ihre Annahme, dass Sie den „Verdienstpuffer“ aus den bisherigen Monaten im Zeitraum der Mehrfachbeschäftigung mehr verdienen dürfen und es sich dann immer noch um 450-Euro-Minijobs handelt, ist nicht korrekt.

      Die Grenze von 5.400 Euro gilt für das Zeitjahr. Beide Arbeitgeber müssen diese Grenze ab Aufnahme eines zweiten Minijobs für die Zukunft betrachten, um zu entscheiden, ob Minijobs vorliegen.

      In Ihrem Fall überschreiten Sie bis zur Beendigung Ihres ersten Minijobs die zulässige Verdienstgrenze. Beide Arbeitgeber müssen Sie für den Zeitraum der Mehrfachbeschäftigung versicherungspflichtig bei Ihrer Krankenkasse abrechnen oder das Arbeitsentgelt anpassen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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      • Danke für die Klarstellung! Und gilt es als unvorhergesehen, wenn ich innerhalb der einmonatigen Kündigungsfrist einmalig mehr als 450€ verdiene? D.h. ich würde jetzt meinen ersten Job kündigen aber noch vier Wochen weiterarbeiten müssen. Der Vertragsschluss beim zweiten Minijob ist innerhalb von ein paar Tagen nach Bewerbung geschehen.
        Nochmals danke!

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  17. Hallo,
    wie sieht es bei kurzen Beschäftigungen zum Beispiel 4 Monate aus?Also wenn durch diesen nicht für das Jahr aber in den Monaten der Betrag überschritten wird.

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    • Hallo Nicholas,

      eine kurzfristige Beschäftigung darf maximal auf drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet sein.

      Dauert die Beschäftigung länger an, ist grundsätzlich ein Minijob möglich. Bei einem Minijob, welcher von vornherein auf vier Monate befristet ist, dürfen Sie in Summe 1.800 Euro (4 x 450 Euro) verdienen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  18. Meine Frau arbeitet als Minijobberin und liegt jedes Jahr knapp unter der Grenze von 5400€. Dieses Jahr hat sie eine Jubiläumsprämie für 10 Jahre Betriebszugehörigkeit erhalten. Zählt diese Sonderzahlung zum Arbeitsentgelt dazu?

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    • Hallo Matthias,

      Jubiläumszuwendungen zählen zu den einmaligen Einnahmen. Sie bleiben bei der Ermittlung des regelmäßigen Verdienstes unberücksichtigt. Ihre Frau kann die Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Minijob voll ausschöpfen und Ihre Jubiläumsprämie als zusätzliche Zahlung erhalten.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  19. Was geschieht wenn auf meine 450 Euro noch monatlich ein Tankgutschein ausgestellt wird u wie hoch darf der sein da ich jeden Tag ca 70 km hin u zurück fahre . Ist der Steuer frei u gefährdet das dann meinen Minijob Vielen Dank

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    • Hallo,

      das Sozialversicherungsrecht orientiert sich in dieser Frage am Steuerrecht. Es gibt Sachbezüge, welche unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei bleiben. In der Regel dürfen diese dann den Betrag von 44 Euro nicht überschreiten. Das Sozialversicherungsrecht folgt dieser Beurteilung grundsätzlich, sodass für steuerfreie Sachbezüge auch keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen.

      Ob der geplante Tankgutschein Ihres Arbeitgebers steuerfrei bleibt empfehlen wir Ihnen vorab bei Ihrem zuständigen Finanzamt zu klären. Ist das der Fall, muss er bei der Ermittlung der Entgeltgrenze im Minijob nicht mit berücksichtigt werden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  20. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Hatte seit 11 Jahren einen Minijob, der aufgehoben wurde wegen Krankheit, nun habe 4 Monate Kündigungsfrist den mein Arbeitsgeber mir bezahlt. Habe einen neuen Minijobs während meiner Kündigungsfrist muss ich den versteuern. Komme nicht über ein Jahresgehalt von 5400 €.

    Mit freundlichen Grüßen

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    • Guten Tag,

      üben Sie mehrere Minijobs nebeneinander aus, so darf das durchschnittliche monatliche Entgelt die Summe von 450 Euro (im Jahr 5.400 Euro) nicht überschreiten. Vorausgesetzt Sie haben keine Hauptbeschäftigung.
      Verdienen Sie mehr als 450 Euro pro Monat, werden beide Beschäftigungen sozialversicherungs- und steuerpflichtig.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  21. Guten Tag,

    im Einzelhandel kommt es immer wieder mal zu Engpässen und leider werden ausgerechnet dann die Mini Jobber gefragt ob sie länger bleiben können, einen Tag mehr arbeiten kommen usw.
    Es steht auf ihrer Website das Mini Jobber unvorhergesehen bis zu dreimal im Jahr diese Grenze überschreiten dürfen UND auch dadurch ausnahmsweise die 5.400 Euro/Jahr überschreiten dürfen.
    In Ihrem Beispiel in einem Monat als Krankheitsvertretung mit einem Verdienst von 1.000.- Euro.
    Meine Frage:
    Wenn ich also einen Mini Jobber habe, der im Juli 2018, August 2018 und Oktober 2018 die Grenze überschreitet und ich am Jahresende dadurch einen Gesamtverdienst von 6500.- Euro verzeichne, wie sieht es dann bei der nächsten SV-Prüfung aus?
    Muss zu diesen Monaten eine Notiz in die Akte legen das die Überschreitung unvorhergesehen war? Z.B. als Urlaubsvertretung? Und wird das geprüft das dieser „vermeintlich“ kranke Mitarbeiter auch wirklich krank war?

    Vielen Dank im voraus

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    • Guten Tag Frau Sommer,
      überschreitet das Arbeitsentgelt regelmäßig den Betrag von 450 Euro, so liegt vom Tage des Überschreitens an kein Minijob mehr vor.
      Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Entgeltgrenze führt hingegen nicht zur Beendigung des Minijobs. Im Einzelfall kann es daher in dem für die Ermittlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts maßgebenden Prognosezeitraum zum Überschreiten der monatlichen Arbeitsentgeltgrenze von 450 Euro und auch der jährlichen Arbeitsentgeltgrenze von 5.400 Euro kommen. Dabei ist die Höhe des Arbeitsentgelt, in dem Monat, in dem die Entgeltgrenze unvorhersehbar überschritten wird, unerheblich. Unvorhersehbar wäre beispielsweise ein erhöhter Arbeitseinsatz wegen des krankheitsbedingten Ausfalls eines anderen Arbeitnehmers. Urlaubsvertretungen sind vorhersehbar und können somit nicht unter diese Regelung fallen.
      Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitjahres anzusehen.
      Dabei ist, der für die Prüfung des gelegentlichen Überschreitens maßgebende Jahreszeitraum in der Weise zu ermitteln, dass vom letzten Tag des zu beurteilenden Beschäftigungsmonats ein Jahr (12 Monate) zurückgerechnet wird.
      In den Personalunterlagen ist dies entsprechend zu dokumentieren, aus welchem Grund die Überschreitung des Minijobbers entstanden ist. Bei einer Betriebsprüfung müssen entsprechende Nachweise zum Beispiel eine Krankschreibung auch vorliegen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  22. Hallo,
    Ich habe 2Jahre einen einen versicherungspflichtigen Altersrenten-job gehabt,habe diesen jetzt zum 15 November gekündigt, ist es möglich diesen Job mit neuem Vertrag als Minijob neu zu besetzen?

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    • Hallo,

      ja, das ist möglich.

      Wird ein neuer Arbeitsvertrag geschlossen ist von einer dauerhaften Veränderung der Verhältnisse auszugehen. Bei jeder dauerhaften Veränderung beurteilt Ihr Arbeitgeber die Beschäftigung neu. Liegen durch den neuen Arbeitsvertrag die Voraussetzungen eines Minijobs vor, kann die Beschäftigung direkt im Anschluss an die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zur Minijob-Zentrale gemeldet werden. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist durch den Arbeitgeber bei Ihrer Krankenkasse abzumelden.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  23. Nur um ganz sicher zu sein: Wenn ich im Minijob einige Nächte gearbeitet habe und dann letztlich bei der Auszahlung über die 450€-Grenze komme, darf ich dann das steuerfreie Entgelt abziehen, weil dieses ja eigentlich nicht zum Verdienst zählt? Bin auf diese Art und Weise nämlich schon 3x über die 450er geraten.

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    • Hallo Frau Faber,

      Nachtarbeitszuschläge, die zusätzlich zu Löhnen und Gehältern gewährt werden, sind dann nicht dem Arbeitsentgelt zuzurechnen, wenn sie lohnsteuerfrei sind. Sie unterliegen damit nicht der Beitragspflicht zur Sozialversicherung und sind daher dem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt nicht zuzurechnen.

      Zuschläge für Nachtarbeit sind jedoch Arbeitsentgelt und somit beitragspflichtig, wenn das Arbeitsentgelt, auf dem sie berechnet werden, mehr als 25 Euro für jede Stunde beträgt.

      Sofern Sie also einen Stundenlohn bis zu 25 Euro erzielen und die Nachtarbeit auch tatsächlich leisten, zählen die Zuschläge nicht zum Arbeitsentgelt.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  24. sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte ihnen nachfolgend meinen Fall darlegen.

    Am 22.07.2016 habe ich bei einer Apotheke vor Ort als Aushilfsfahrer für Medikamente begonnen. Mein Stundenlohn beträgt 12,50 €.2 Monate später habe ich für den für den Festangestellten Fahrer 3 Wochen Urlaubsvertretung gemacht,dann im Dezember musste ich ihn wg Krankheit für weitere 5 Wochen vertreten, danach hatte ich wieder normal Dienst, ca. 20 Std. im Monat.
    Bis zum 20 Juni 2017 hatte ich somit 419 Std. erreicht bzw.5.237€ erreicht.

    Im März 2017 erklärte der Steuerberater der Firma, Urlaub sei kein unvorhergesehenes Ereignis, deshalb müsste er mich als Steuerpflichtigen Altersrentner weiterführen.Damals waren mir die folgen nicht klar, habe mich aber über einen Fachmann informiert und bin zu einem anderen Schluss gekommen.

    Da ich vom 22.07.2010 bis 21.07.2017 die jährliche Verdienstgrenze von 5.400€
    nicht überschritten habe und auch nicht öfter als 3 Monate die Grenze von 450 überschritten habe, bin ich der Meinung, das hier doch ein Minijob vorliegt.
    Im darauf folgenden Jahr hab ich übrigens nur noch ca.280 Std. gearbeitet.

    Ich habe daher folgende Fragen an Sie:
    Ist meine Annahme richtig, kann ich das wieder rückgängig machen lassen und wie ?
    wie ist die Jährliche Regelung für die folgenden Jahre,wird da immer von Juli bis Juli gerechnet ?
    Gegen meinen Steuerbescheid habe ich vorsorglich Einspruch eingelegt, war das richtig?

    Mit freundlichen Grüßen

    Reinhardt

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    • Hallo Reinhardt,

      die versicherungsrechtliche Beurteilung Ihrer Beschäftigung obliegt Ihrem Arbeitgeber. Wir gehen davon aus, dass laut Arbeitsvertrag ein Stundenlohn von 12,50 Euro a 20 Stunden im Monat vereinbart wurde.

      Erhalten Sie als Minijobber einen Jahresverdienst bis 5.400 Euro im Zeitjahr (22. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 ), darf Ihr Verdienst in einzelnen Monaten auch mehr als 450 Euro betragen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum (12 Monate) zugrunde zu legen ist. Eine erstmalige vorausschauende Betrachtung für eine im Laufe eines Kalenderjahres aufgenommene Beschäftigung kann vom Arbeitgeber zu Beginn des nächsten Kalenderjahres durch eine neue jährliche Betrachtung für dieses Kalenderjahr ersetzt werden. Übersteigt der Jahresverdienst 5.400 Euro, weil sich Ihr Verdienst in einzelnen Monaten auf mehr als 450 Euro erhöht, kommt es darauf an, ob dies regelmäßig und vorhersehbar oder gelegentlich und nicht vorhersehbar erfolgt. Unvorhersehbar wäre beispielsweise ein erhöhter Arbeitseinsatz wegen des krankheitsbedingten Ausfalls eines anderen Arbeitnehmers. Urlaubsvertretungen sind vorhersehbar und können somit nicht unter diese Regelung fallen.
      Passiert das gelegentlich und nicht vorhersehbar, das heißt bis zu drei Mal in einem Zwölf-Monats-Zeitraum, bleibt die Tätigkeit ein Minijob. In solchen Ausnahmefällen darf der Jahresverdienst auch weit mehr als 5.400 Euro betragen.
      Wird die zulässige Entgeltgrenze in Höhe von 5.400 Euro im Zeitjahr gar nicht überschritten , ist es nicht relevant, ob dies planbar oder nicht planbar erfolgt ist – es bleibt beim Minijob.
      Verdienen Sie dagegen regelmäßig über 450 Euro im Monat, ist die Beschäftigung kein Minijob mehr, sondern sozialversicherungspflichtig. Dies gilt ab dem Tag, an dem Ihr Arbeitgeber erkennt, dass Sie aufgrund des vorhersehbaren höheren Verdienstes mehr als 5.400 Euro im Jahr verdienen werden.
      Nach den von Ihnen gemachten Angaben, ist aus unserer Sicht nicht nachzuvollziehen warum eine Ummeldung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung als Altersrentner durch das Steuerbüro erfolgt ist. Wir empfehlen Ihnen daher, mit Ihrem Arbeitgeber/Steuerberater das Gespräch zu suchen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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