Minijobs 2017: Das ändert sich im neuen Jahr

Der gesetzliche Mindestlohn steigt, das neue Flexirentengesetz gilt und auch die Umlagen ändern sich. Zum 1. Januar 2017 treten neue Regeln für Minijobber und Arbeitgeber ein. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Änderungen zum Jahreswechsel zusammen:

1) Mindestlohn steigt: Arbeitszeit für Minijobber verringert sich

2) Neuer Umlagesatz für das Insolvenzgeld

3) Umlagesatz für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit sinkt

4) Automatische Umrechnung von Dauer-Beitragsnachweisen

5) Beitragsfälligkeiten 2017

6) Neues Flexirentengesetz

7) sv.net – Neue Software verfügbar

8) Ermittlung der Beitragshöhe: Vereinfachungsregelung gilt jetzt für alle Arbeitgeber

silvester16

Minijobs: Das ändert sich im Jahr 2017

1) Mindestlohn steigt: Arbeitszeit für Minijobber verringert sich

Nach der Anpassung des Mindestlohns auf 8,84 Euro erreichen Minijobber schon nach 50 Stunden und 54 Minuten die zulässigen 450 Euro im Monat. Arbeitgeber von Minijobbern, die die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro ausreizen, sollten daher bestehende Beschäftigungen zum 1. Januar 2017 neu beurteilen. Lesen Sie mehr: „Der Mindestlohn steigt – 5 Punkte, die Minijobber und Arbeitgeber wissen sollten.“

2) Neuer Umlagesatz für das Insolvenzgeld 

Für das Kalenderjahr 2017 beträgt der Umlagesatz für das Insolvenzgeld 0,09 %.

3) Umlagesatz für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit sinkt

Die Umlage 1, die für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit (U1) erhoben wird, sinkt zum 1. Januar 2017 von 1 % auf 0,9 %. Der Erstattungssatz beträgt unverändert 80 %.

4) Automatische Umrechnung von Dauer-Beitragsnachweisen

Sofern der Minijob-Zentrale ein Dauer-Beitragsnachweis vorliegt, wird dieser ab Januar 2017 automatisch angepasst. Nur für den Fall, dass sich die Höhe des Arbeitsentgelts ändert, müssen Arbeitgeber einen neuen Beitragsnachweis übermitteln. Wer einen Dauerauftrag bei seiner Hausbank eingerichtet hat, sollte diesen anpassen.

5) Beitragsfälligkeiten 2017

Arbeitgeber müssen ihre Abgaben fristgerecht monatlich an die Minijob-Zentrale zahlen. In unserer Tabelle finden Sie alle Termine auf einen Blick:

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Gehen die Beiträge zu spät ein, fallen Säumniszuschläge an.

Unter Tools und Hilfen unserer Internetseite können Sie diese Termine auch für Ihren mobilen Terminkalender unter Android und iOS direkt importieren.

6) Neues Flexirentengesetz

Altersvollrentner mit einem Minijob können ab dem 1. Januar 2017 Beiträge in die Rentenversicherung zahlen, um die Höhe ihrer Rente zu steigern. Hier lesen Sie „Wie sich das neue Flexirentengesetz auf Minijobs auswirkt.“

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Das Flexirentengesetz wirkt auch auf Minijobs.

7) sv.net – Neue Software verfügbar

Im Jahr 2017 wird sv.net/online durch sv.net/standard ersetzt. Ebenso wird sv.net/classic durch sv.net/comfort Schritt für Schritt ersetzt. Da sv.net/online bereits zum 31. Dezember 2016 abgeschaltet wird, nutzen Sie bitte ab sofort sv.net/standard. Mehr Informationen zur elektronischen Datenübermittlung lesen Sie auf unserer Internetseite.

8) Ermittlung der Beitragshöhe: Vereinfachungsregelung gilt jetzt für alle Arbeitgeber

Die Höhe der Abgaben ist spätestens zum fünftletzten Bankarbeitstag des Monats festzusetzen und im Beitragsnachweis-Verfahren an die Minijob-Zentrale zu übermitteln. Da zu diesem Zeitpunkt der Monat noch nicht abgeschlossen ist, kann die endgültige Höhe der beitragspflichtigen Entgelte und damit der Abgaben für den jeweiligen Beitragsmonat noch nicht feststehen. Der Gesetzgeber bietet den Arbeitgebern zwei Alternativen an, wie sie die Abgaben festsetzen und zahlen können.

Ihr Blog-Team wünscht Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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16 Kommentare zu “Minijobs 2017: Das ändert sich im neuen Jahr

  1. Ich habe folgendes Problem: ich habe in den ersten Monaten des Jahres zu viele Std pro Monat gearbeitet, so dass der Arbeitgeber mich ohne mein Wissen sozialversichert hat. Anfangs wurde mir aber gesagt, dass ich in einigen Monaten mehr arbeiten dürfte, wenn ich in anderen weniger arbeite. Nun wurden mir rückwirkend mehrere Hundert Euro abgezogen, da ich ja von März bis Juni sozialverichert war. Ist das rechtens oder gilt nach wie vor die Regelung: Hauptsache im Jahr nicht mehr als 5400 €?

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    • Guten Tag Frau Schindler,

      die versicherungsrechtliche Beurteilung Ihrer Beschäftigung muß Ihr Arbeitgeber prüfen.

      Bei der Prüfung der Frage, ob das Arbeitsentgelt 450 Euro übersteigt, ist vom regelmäßigen Arbeitsentgelt auszugehen. Das regelmäßige Arbeitsentgelt ermittelt sich abhängig von der Anzahl der Monate, für die eine Beschäftigung gegen
      Arbeitsentgelt besteht, wobei maximal ein Jahreszeitraum zugrunde zu legen ist. Dabei darf das regelmäßige monatlich Arbeitsentgelt im Durchschnitt einer Jahresbetrachtung 450 Euro nicht übersteigen (maximal 5.400 Euro pro Jahr bei durchgehender mindestens 12 Monate dauernder Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt in jedem Monat).
      Ob die für die geringfügig entlohnte Beschäftigung maßgebende Entgeltgrenze regelmäßig im Monat oder nur gelegentlich unter- oder überschritten wird, ist stets bei Beginn der Beschäftigung und erneut bei jeder dauerhaften Veränderung in den Verhältnissen im Wege einer vorausschauenden Betrachtung zu beurteilen.

      Eine geringfügige Beschäftigung ist auszuschließen, wenn deren Umfang erheblichen Schwankungen unterliegt. Dies ist dann der Fall, wenn eine in wenigen Monaten eines Jahres ausgeübte Vollzeitbeschäftigung nur deshalb geringfügig ausgeübt würde, weil die Arbeitszeit und das Arbeitsentgelt in den übrigen Monaten des Jahres lediglich soweit reduziert werden, dass das Jahresarbeitsentgelt 5.400 Euro nicht übersteigt. In diesem Fall liegt in den Monaten des Überschreitens der Entgeltgrenze keine geringfügig entlohnte Beschäftigung vor.

      Sofern der Arbeitgeber eine erneute versicherungsrechtliche Beurteilung vornimmt und zum Ergebnis kommt, dass zukünftig die Arbeitsentgeltgrenze von regelmäßig 450 Euro überschritten wird, ist der Arbeitnehmer darüber zu informieren.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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      • Vielen Dank für die schnelle Antwort. Der Beschäftigungszeitraum ist auf zwei Jahre festgelegt und bei den Schwankungen geht es nur um ein paar Stunden. Z.B. 22 statt 20.

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  2. Hallo und guten Tag,
    ich arbeite z.Z. ganzjährig als geringfügig Beschäftigte Verkäuferin in einer Bäckerei(Minijob, 450 Euro/Monat, 43,5 Stunden/Monat).
    Nun habe ich mein Arbeitsverhältnis zum 31.10.2017 gekündigt (aus Altersgründen).
    Ist es richtig, dass ich vom 01.01. – 31.10.2017, mit den o.g. Voraussetzungen, 435 Stunden nicht überschreiten darf?
    Vielen Dank für eine Antwort im Voraus.

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    • Guten Tag Frau Helga-R,

      in einem 450-Euro-Minijob kann ein Minijobber regelmäßig monatlich bis zu 450 Euro verdienen. Arbeiten Sie ein Jahr lang durchgehend, sind das höchstens 5.400 Euro – die jährliche Verdienstgrenze.
      Überschreitet Ihr Arbeitnehmer diese Verdienstgrenze, hat er keinen Minijob, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

      Ihr Minijob ist auf weniger als 12 Monate befristet, Ihre anteilige Verdienstgrenze berechnet sich wie folgt:

      450 Euro x 10 Kalendermonate = 4.500 Euro

      Sie können in den 10 Monaten somit bis zu 4.500 Euro verdienen.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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    • Hallo Angelika,

      prinzipiell muss der Arbeitnehmer seinen Urlaub in dem Kalenderjahr, in dem dieser entstanden ist, nehmen. Eine Übertragung auf das Folgejahr ist jedoch möglich, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen.
      Konnte ein Mitarbeiter seinen Resturlaub beispielsweise wegen Urlaubssperre, Übermaß an Arbeit oder wegen Krankheit nicht nehmen, so bleibt der Urlaubsanspruch auch im neuen Jahr bestehen.
      Der Resturlaub muss dann in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahres, also bis zum 31. März genommen werden. Für den Fall, dass eine Erkrankung über die ersten drei Monate des Jahres andauert, bleibt der Urlaubsanspruch auch weiterhin bestehen. Sobald der Mitarbeiter aber wieder gesund ist, hat er seinen verbleibenden Urlaub zeitnah zu nehmen. Auch Langzeiterkrankte müssen ihren Urlaub nach ihrer Gesundung im laufenden Kalenderjahr nehmen.
      Weiterhin ist der Resturlaub über die ersten drei Monate des Folgejahres hinaus auch dann gültig, wenn ein Mitarbeiter sich in einer 6-monatigen-Probezeit befand und daher seinen Urlaub nicht nehmen konnte. In solch einer Konstellation kann der „alte“ Urlaub noch bis zum Ende des Folgejahres genommen werden. Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist dieser abzugelten.

      Für eine individuellere Beratung zum Thema Arbeitsrecht empfehlen wir auch Ihnen das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die Kolleginnen und Kollegen erreichen Sie von montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Hallo und guten Abend,

    ich habe folgendes Problem:
    Ich habe einen Vollzeitjob 40 Std/Woche (Vertrauensarbeitszeit) und einen Minijob auf 400,00 € Basis. Den Minijob übe ich für gewöhnlich Montags, Dienstags und Freitags a 3 Std aus. Mein Minijob AG möchte mich dazu bewegen nur noch Samstags arbeiten zu kommen. Da ich dies abgelegt habe, versucht er nun mit allen Mitteln mich dazu zu bewegen. Unter anderem würde ich über meine tägliche maximale Arbeitszeit von 10 Std. kommen. Trotz das ich schriftlich bestätigt habe, dass ich meine Arbeitszeiten an den 3 Tagen anpasse werde ich nicht mehr geplant. Auch mein Hauptarbeitgeber hat schriftlich bestätigt , dass er über meinen Nebenjob informiert ist, ich Vertrauensarbeitszeit habe und es mir daher möglich ist, meine Arbeitszeiten anzupassen. Beim Hauptarbeitgeber gibt es keine Zeiterfassung. Was nun? Muss ich mich so nötigen lassen?

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    • Hallo Maurice,

      ich galube, deine Anfrage ist wohl ehr etwas arbeitsrechtliches. Wie ich in verschiedenen Blogbeiträgen heri gelesen habe, kümmert sich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales um dieses Thema.

      Hier mal die Telefonnummer: 030 221 911 004

      LG Angelika

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    • Hallo Maurice,

      die Dauer der maximalen wöchentlichen Arbeitszeit ist im Arbeitszeitgesetz verankert.
      Daher empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Frage an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wenden.
      Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Berechnung des inflationsbereinigten Brutto-Mindestlohnes für 2015

    Brutto-Mindestlohn im Jahr 2000 : 8,50 Euro/Stunde
    Brutto-Mindestlohn im Jahr 2015 : 37,28 Euro/Stunde

    37,28 Euro/Stunde = 8,50 Euro/Stunde * 1,1035747/Jahr ^ 15 Jahre

    ^ steht für potenzieren

    Betriebsstunde eines PKW (Honda Civic) liegt bei 23,52 Euro hier

    Und ich sehe draußen Menschen, die fahren mit ihrem PKW jeden Tag für eine Personaldienstleistung zur Arbeit wo sie lumpige 7,86 Euro brutto je Stunde verdienen. Andere wiederum fahren mit ihrem PKW über 30 Kilometer um an einer Tankstelle für 8 Euro je Stunde zu arbeiten (450 Euro). Und der gesetzliche Mindestlohn soll bei 8,50 Euro brutto je Stunde liegen. Na klasse!

    Für wen gehen wir arbeiten? Brutto Mindestlohn müßte inflationsbereinigt bei 37,28 Euro statt 8,50 Euro je Stunde liegen
    https://aufgewachter.wordpress.com/2015/04/15/fur-wen-gehen-wir-arbeiten/

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