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Wie sich das neue Flexirentengesetz auf Minijobs auswirkt

Mit dem neuen Flexirentengesetz können auch Altersvollrentner mit einem Minijob in die Rentenversicherung zahlen, um die Höhe ihrer Rente zu steigern. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Neuerungen der Flexirente für Altersvollrentner, die nebenher einen Minijob ausüben.

Was gilt für Altersvollrentner VOR Erreichen der Regelaltersgrenze, die ab 1.1.17 einen Minijob ausüben?

Ein älteres Ehepar sitzt vor dem Laptop

Mehr Geld für Rentner dank Flexirente und Minijob.

Nimmt ein Altersvollrentner vor Erreichen seiner Regelaltersgrenze ab 1. Januar 2017 einen 450-Euro-Minijob auf, ist er nach dem neuen Flexirentengesetz rentenversicherungspflichtig.

Die Rentenversicherungspflicht besteht bis zum Ablauf des Monats, in dem der Altersvollrentner seine Regelaltersgrenze erreicht hat. Er kann jedoch auch schon vorher die Möglichkeit nutzen, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Losgelöst davon, wie sich der Altersvollrentner entscheidet, zahlt der Arbeitgeber immer den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung von 15 % (5 % bei Minijobs in Privathaushalten).

Neu: Selbst, wenn nur der Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung gezahlt wird, wirkt sich dieser ab 1. Januar 2017 bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze rentensteigernd aus.

Was gilt für Altersvollrentner NACH Erreichen der Regelaltersgrenze, die ab 1.1.17 einen Minijob aufnehmen?

Nimmt ein Altersvollrentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze ab 1. Januar 2017 einen neuen Minijob auf, ist er mit Ablauf des Monats, in dem er seine Regelaltersgrenze erreicht hat, rentenversicherungsfrei.

Um gleiche Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen, zahlen Arbeitgeber auch für Altersvollrentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze ihren Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung. Dieser Beitrag wirkt sich allerdings nicht rentensteigernd aus.

Neu: Ab 1. Januar 2017 kann ein Altersvollrentner, der seine Regelaltersgrenze erreicht hat, in seinem Minijob auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten und eigene Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. So wird der Rentenbeitrag des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers rentensteigernd berücksichtigt. Die Altersvollrente erhöht sich dadurch zusätzlich zur jährlichen Rentenanpassung zum 1. Juli des Folgejahres um die neu erworbenen Entgeltpunkte aus dem Minijob.

Hinweis: Ohne Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit erwirbt der Altersvollrentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze keine weiteren Entgeltpunkte aus seinem Minijob. Die Höhe der Altersvollrente ändert sich dann -abgesehen von der Rate der Rentenanpassung- nicht mehr. Hat der Altersvollrentner in dem bestehenden Minijob auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung verzichtet, bleibt die Rentenversicherungspflicht für die gesamte Dauer des Minijobs bestehen. Ein nochmaliger Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit nach Erreichen der Regelaltersgrenze ist nicht möglich.

Was gilt für Altersvollrentner, bei denen der Minijob am 31.12.16 bestanden hat?

Hat der Altersvollrentner bereits am 31. Dezember 2016 einen Minijob ausgeübt, ist er nach wie vor rentenversicherungsfrei. Dies gilt unabhängig davon, ob er die Regelaltersgrenze erreicht hat oder nicht.

Neu: Der Altersvollrentner kann auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten und Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlen, um die Höhe seiner Rente zu steigern. Auch hier führt ab 1. Januar 2017 bereits die Zahlung des Arbeitgeberanteils zur Rentenversicherung bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze zu einer Erhöhung der Altersvollrente des Minijobbers.

Hinweis: Ohne Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit erhalten Altersvollrentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze keine weiteren Entgeltpunkte mehr.

Welche Auswirkungen hat ein Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit?

Der Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit ist schriftlich für jeden einzelnen Minijob gegenüber dem Arbeitgeber zu erklären. In diesem Fall zahlt der Minijobber einen eigenen Beitrag zur Rentenversicherung. Der Verzicht kann nur für die Zukunft erklärt werden und ist für die gesamte Dauer des Minijobs bindend. Die Rentenversicherungspflicht beginnt frühestens einen Tag nachdem die Verzichtserklärung beim Arbeitgeber eingegangen ist.

Den Beitrag des Minijobbers zur Rentenversicherung leitet der Arbeitgeber dann monatlich mit seinem Arbeitgeberanteil an die Minijob-Zentrale weiter. Zum 1. Juli des Folgejahres steigern dadurch Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur Rentenversicherung die Altersvollrente des Minijobbers.

Hinweis: Hat sich ein Minijobber in seinem aktuell bestehenden Minijob von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, kann er auch ab 1. Januar 2017 keine Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlen. Er hat sich ausdrücklich gegen die Zahlung von Pflichtbeiträgen ausgesprochen und darf ab 1. Januar 2017 in dem laufenden Minijob nicht auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten.

Mehr Informationen erhalten Sie auf Minijob-Zentrale.de und den Internetseiten der Deutschen Rentenversicherung.

29 Kommentare zu “Wie sich das neue Flexirentengesetz auf Minijobs auswirkt

  1. Minijob wurde am 01.01.2015 begonnen – Befreiungsantrag wurde gestellt – am 01.03.2015 wurde der Minijobber Altersrentner.

    Kann der Minijobber in 2017 auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten, da er Altersvollrentner ist?

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    • Hallo Martin!

      Die Antwort auf deine Frage steht im letzten Absatz des Beitrags:

      „Hinweis: Hat sich ein Minijobber in seinem aktuell bestehenden Minijob von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, kann er auch ab 1. Januar 2017 keine Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlen. Er hat sich ausdrücklich gegen die Zahlung von Pflichtbeiträgen ausgesprochen und darf ab 1. Januar 2017 in dem laufenden Minijob nicht auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten.“

      Schlussfolgerung: Einmal den Willen der Befreiung geäußert, kann man sich nicht mehr umentscheiden!

      Viele Grüße Angi

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  2. Vor Bezug der Altersvollrente und vor Erreichen der Regelaltersgenze wurde bei einer geringfügigen Beschäftigung auf die Rentenversicherungspflicht verzichtet. Kann ab Erreichen der Regelaltersgrenze wieder zur Rentenversicherungspflicht optiert werden
    a) ohne Bezug einer Altersvollrente
    b) mit Bezug einer Altersvollrente?

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    • Hallo Christian,

      hat sich ein Minijobber in der laufenden Beschäftigung bereits von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, ist die Befreiung für die gesamte Dauer dieser Beschäftigung bindend. Der Minijobber bleibt damit auch nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze und nach dem Rentenbeginn befreit und ein Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit ist nicht möglich.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Die Hinzuverdienstgrenzen bei EM Renten steigt zum 1.7.17, wird dann der Minijob versteuert wenn es über 450 Euro geht. Rechnerisch erlaubt sind ab 1.7. dann 525 Euro Hinzuverdienst…..

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    • Hallo Torsten,

      die Hinzuverdienstgrenzen in der gesetzlichen Rentenversicherung und die Verdienstgrenzen von 450-Euro-Minijobs leiten sich jeweils aus verschiedenen Gesetzen ab und haben nichts miteinander zu tun.

      Die zulässige Verdienstgrenze für Minijobs ist nicht von den Regelungen zum Flexirentengesetz betroffen. Demnach handelt es sich bei einer Beschäftigung um einen 450-Euro-Minijob, wenn das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung regelmäßig 450 Euro im Monat bzw. 5.400 Euro im Jahr nicht übersteigt.

      Sobald Sie in Ihrem Minijob regelmäßig mehr als 450 Euro verdienen, handelt es sich nicht mehr um einen 450-Euro-Minijob.

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Hallo, ich bin verwirrt, bin Altersrentnerin und arbeite seit etlichen Jahren als Minijobberin. Mir wurde gesagt, dass bestehende minijobs nicht geändert werden können? Ich möchte gern die Befreiung rückgängig machen. Altrentern wird die neue Lösung vorenthalten? Warum?

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    • Hallo Frau Wronna,

      Sie haben richtig gelesen. Hat sich jemand in seinem aktuell bestehenden Minijob von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, kann er ab 1. Januar 2017 keine Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlen. Der Grund dafür ist, dass er sich in seiner laufenden Beschäftigung bewusst und ausdrücklich gegen die Zahlung von Pflichtbeiträgen zur Rentenversicherung ausgesprochen hat. Näheres zu den Hintergründen kann Ihnen Ihr Rentenversicherungsträger erläutern.

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  5. Adam Riese würde aber noch beachten, dass die Beiträge jeweils zum 1. Juli des folgenden Jahres eine Rentenerhöhung bewirken. Und außerdem schon deshalb höher ausfallen, weil für jeden Monat nach der Regelaltersgrenze ein Zuschlag von 0,5 % hinzukommt. Von Rentenanpassungen wollen wir hier mal nicht reden.
    Fazit: Nach etwa 4-5 Jahren sind die geleisteten Beiträge in Form von Renten wieder zurückgezahlt.
    Ach und noch was: Frauen werden in aller Regel älter als Männer

    Und jetzt noch der Knüller:
    Die Rente aus den Beiträgen ist noch höher, wenn man in den neuen Bundesländern arbeitet, also z.B. im Bayerischen Vogtland! (schon gewusst?)
    Oder ist jemand von den Experten andere Meinung?

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  6. Trotz der vielen Fragen und Antworten weiß ich jetzt immer noch nicht, ob es sich – lohnt – dass meine Frau nach Erreichung der Regelaltersgrenze zum 01.06.2017 – auf die Versicherungspflicht (als Regel-Altersrentnerin) nicht verpflichtet.
    Sie also weiterhin sich Beiträge abführen lässt.
    Nach momentan Stand mtl. Beitrag – 16,63 EUR – und dafür mehr Rente – mtl. 4,50 EUR – dann lohnt sich doch das nicht.
    Außer meine Frau wird 110 Jahre alt (pauschal ausgedrückt).
    Denn nach Adam Riese sind 16,63 EUR x 12 = 199,66 EUR im Jahr.
    Bei 2 Jahren bereits 399,12 EUR.
    Sie muss also noch mind. 7 1/2 Jahr leben (was ja keiner von sich weiß), um die
    Beiträge wieder als Rente zu bekommen.
    Also – großer Schmarrn (m.E.) für einen normalen 450,- EUR-Job, der nach Erhalt seiner Rente Beiträge weiterbezahlt.

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  7. Pingback: Neue Broschüre: Wie können Minijobber Ihre Rente verbessern? | Die Minijob-Zentrale

  8. Das, was jetzt ab 01.01.2017 auf die Lohnbüros (bezüglich der Versicherungspflicht eines geringfügig beschäftigten Flexirentners) zukommt, steht in keinem Verhältnis mehr zu einer Abrechnung eines Minijobs. Schon in den letzten Jahren ist die Abrechnung eines Minijobs mit mehr „Risiken“ verbunden als die Abrechnung eines „normalen“ Arbeitnehmers. Unser Fragebogen für Minijobber ist zumindest doppelt solange wie der eines Arbeiters.

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  9. Ich habe fünf Fälle zu beraten:

    1. Vorgezogene Altersrente zum 01.12.2016 – Beendigung sv-pflichtiges Arbeitsverhältnis 30.11.16, Minijob ab 1.12.2016
    RV-Beitragspflicht für AN entfällt in 12/2016, da bereits Rentner – Verzichtserklärung muss nicht unterschrieben werden
    Kann ab 01/2017 auf die AN-RV-Freiheit verzichtet werden, da Regelaltersgrenze noch nicht erreicht wurde?

    2. Pensionär (Beamter) fängt Minijob 01.12.2016 an – wie oben, keine Arbeitnehmer-Beitragspflicht zur RV wegen Pension.
    Könnte auch hier ab 01/2017 auf eine AN-RV-Freiheit verzichtet werden, falls noch Rentenansprüche erworben werden können, die sich auswirken würden?

    3. Beschäftigung seit 5 Jahren als Minijobber, RV-Befreiung im Jahr 2013 nach Erhöhung auf 450 EUR wurde gestellt – ab 01.12.16 Renter (vor Regelaltersgrenze)
    Somit in 01/2017 keine Möglichkeit mehr auf die RV-Befreiung zu verzichten?
    RV-Beiträge des Arbeitgebers sind trotzdem rentensteigernd ab 01/2017?

    4. wie bei 3. Unterschied, keine RV-Befreiung gestellt, da Verdienst seit 2013 weiterhin unter 400 EUR
    Gibt es hier eine Möglichkeit ab 01/2017 als Vorruhestands-„Rentner“ zur RV zu „optieren“?

    5. Die Rente würde somit laut Ihrer Mitteilung zum 01.07.2018 das erste Mal mit den zusätzlichen Rentenpunkten aus dem Jahr 2017 (Entgelt aus Jahresmeldung 2017)angepasst ?
    In welcher Höhe wirken sich bei einem Jahresverdienst von 5.400 EUR die AN-Zuzahlungen von 3,7% (199,80 EUR/Jahr, 16,65 EUR/Monat) aktuell auf die spätere Rentenerhöhung zum 01.07.2018 aus;
    welche Erhöhung ergibt sich, wenn nur der Arbeitgeberbeitrag 15% bzw. 5% bezahlt wird (Auswirkung ja nur bis zur zum Erreichen der Regelaltersgrenze)?

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    • Hallo Martin,

      bitte haben Sie Verständis dafür, dass wir in unserem Blog nur allgemeine Informationen rund um Minijobs an unsere Leserinnen und Leser weitergeben. Eine versicherungsrechtliche Beurteilung erfolgt stets für den konkreten Einzelfall. Aufgrund der abstrakten Angaben in Ihrer Anfrage ist uns eine detaillierte Beantwortung Ihrer Beispiele leider nicht möglich. Gerne können Sie sich für eine versicherungsrechtliche Beurteilung schriftlich an uns wenden. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier: https://www.minijob-zentrale.de/DE/05_multifunktionsleiste/02_kontakt/node.html

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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      • Leider gehen Sie in Ihrem Artikel nicht detailliert genau auf diese Fragen ein, die ja für diese spezielle Gruppe von Rentnern interessant sind.

        Es ging mir nur darum, ob diese Art von Rentner eine Möglichkeit haben trotzdem oder gerade wegen des neuen Gesetzes ihre Rente nochmals aufzubessern.

        Die Fragen bezogen sich auf folgenden Textabschnitt in Ihrem Beitrag:

        Was gilt für Altersvollrentner, bei denen der Minijob am 31.12.16 bestanden hat?

        Hat der Altersvollrentner bereits am 31. Dezember 2016 einen Minijob ausgeübt, ist er nach wie vor rentenversicherungsfrei. Dies gilt unabhängig davon, ob er die Regelaltersgrenze erreicht hat oder nicht.

        Neu: Der Altersvollrentner kann auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten und Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlen, um die Höhe seiner Rente zu steigern. Auch hier führt ab 1. Januar 2017 bereits die Zahlung des Arbeitgeberanteils zur Rentenversicherung bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze zu einer Erhöhung der Altersvollrente des Minijobbers.

        Es gibt zwar mittlerweile ein Schaubild zu dem Thema von der Minijob-Zentrale – dies deckt allerdings nicht alles ab
        https://www.minijob-zentrale.de/SharedDocs/Downloads/DE/Schaubilder_pruefhilfen/gewerblich/rv_beschaeftigter_altersrentner_ab_2017.pdf?__blob=publicationFile&v=2

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  10. Und we wirkt sich der Verzicht auf die Versicherungsfreiheit als geringfügig Beschäftgter im gewerblichen Bereich mit der dann erforderlichen Zuzahlung (3,7 %) bei Beschäftgung
    a) in den alten und
    b ) in den neuen
    Bundesländern aus, z.B. bei einem zu versichernden Entgelt von 5400 EUR ?

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    • Hallo Jonny,

      wenn Sie im Jahr 5400 Euro verdienen, erhöht sich Ihre monatliche Rente in den westdeutschen Bundesländern um 4,43 Euro und in den ostdeutschen Bundesländern um 4,67 Euro.

      Die Beträge gelten nur dann, wenn Sie Ihre Altersrente ohne Abschlag wegen vorzeitiger Inanspruchnahme beziehen.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  11. Bewirkt denn der Verzicht auf die Versicherungsfreiheit als geringfügig Beschäftgter auch, dass er/sie als Pflegeperson noch zusätzlich versichert wird und aus den Beiträgen der Pflegekasse ebenfalls noch eine Rentensteigerung erwarten kann? Vielleicht sogar mit einem erhöhten Zugangsfaktor, wenn die Zeiten nach der Regelaltersgrenze zurückgelegt werden?

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    • Hallo Jonny,

      wenn auf Grund einer geringfügigen Beschäftigung auf die Rentenversicherungsfreiheit als Altersvollrentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze verzichtet wird, tritt keine Versicherungspflicht wegen einer nicht erwerbsmäßigen Pflegetätigkeit ein. Genauere Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  12. Genau das passiert im Moment meiner Frau. Sie hat sich vor Jahren für Ihren Minijob mit 160 EUR befreien lassen und tritt am 1.2.2016 Ihre vorzeitige Altersrente nach 554 Monaten mit 63 Jahren und 2 Monaten an. Sie würde nun gerne die RV-Pflicht als Altersrente in Anspruch nehmen.

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  13. Der Beitrag enthält einen schwerwiegenden Widerspruch:
    Hinweis 1: „Was gilt für Altersvollrentner, die erst …“, dritter Absatz.
    „Neu: Ab 2017 können Altersvollrentner, … verzichten und Pflichtbeiträge zahlen“. Im Schussabsatz hingegen wird diese Aussage eliminiert:
    Hinweis 2: „Wichtiger Hinweis: Minijobber, … dürfen nicht ab 1. Januar 2017 in dem laufenden Minijob auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten.“

    Hier bleibt die Frage ist es ein Versehen bei der Textverfassung oder sogar eine politisch gewollte Diskriminierung der Altrentner?

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    • Hallo Herr Singer,

      meines Erachtens ist die Formulierung lediglich unglücklich, aber nicht falsch.

      Der letzte Absatz, dass Minijobber ab 01.01.2017 in dem laufenden Minijob nicht auf die RV-Freiheit verzichten können, bezieht sich auf sonstige Personen die keine Altersrentner sind. Bislang ist es ja so bei diesen „sonstigen Personen“, dass grundsätzlich bei Aufnahme eines Minijobs RV-Pflicht besteht. Von dieser kann sich der Arbeitnehmer befreien lassen und in Folge zahlt nur noch der Arbeitgeber die Pauschalbeiträge und der Beitragsanteil des Arbeitnehmers entfällt. Diese Personen, die sich haben befreien lassen, können in der bestehnden Beschäftigung NICHT wieder in die RV-Pflicht zurück kehren. Die RV-Befreiung ist somit eine Einbahnstraße ohne Wendemöglichkeit =)

      Im Gegenzug dazu wird der Altersrentner ab 01.01.2017 mit erreichen der Regelaltersgrenze versicherungsfrei und aus der RV-Pflicht von Gesetzes wegen zunächst „rausgeworfen“. Grundsätzlich wird hier die Rechtslage bis 31.12.2016 beibehalten, nur das bislang der Bezug einer Altersvollrente maßgeblich war, und nun das Erreichen der Regelaltersgrenze maßgeblich ist. Die Wirkung, der Eintritt der RV-Freiheit, ist aber gleich geblieben.
      Ab 01.01.2017 kann der Altersrentner aber einen Antrag stellen, dass die RV-Pflicht wieder eintreten soll. Diese Option gab es vorher nicht, wenn der Altersrentner aus der RV-Pflicht raus war, gab es kein zurück mehr. Altersrentner haben somit ab nächstes Jahr im Gegensatz zu den „sonstigen Personen“ eine Rückkehroption in die RV-Pflicht.

      Unterm Strich sind somit die o. g. Ausführungen für den Normal-User wenn dann unglücklich gewählt, aber nicht grundlegend falsch. Zumal im letzten Absatz auch ganz korrekt nur von Befreiten gesprochen wird und nicht von versicherungsfreien. Befreiung und Versicherungsfreiheit sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Der Absatz ist somit korrekt, aber für den Normal-User kann er missverständlich sein.

      In meinen Augen könnte man mal noch klären, wie folgender Sachverhalt zu bewerten ist: Jemand nimmt einen Minijob auf, lässt sich befreien, erreicht dann später die Regelaltersgrenze und Versicherungsfreiheit tritt ein. Kann er dann einen Antrag auf RV-Pflicht stellen oder fällt er noch unter die Personen die sich haben befreien lassen und nicht mehr in die RV-Pflicht zurück kommen?!

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    • Hallo Herr Gymnich,

      die Frage lässt sich aufgrund der zahllosen Besonderheiten der Rentenberechnung leider nur ganz grob klären.

      Mal in sehr kurzer Kurzfassung die Rentenberechnung erklärt: Man nimmt das verdiente Entgelt des Kalenderjahres (in dem Fall nehmen wir 5.400 Euro für 2016), teilt das durch den allgemeinen Durchschnittsverdienst aller Versicherten des jeweiligen Kalenderjahres (Wert ergibt sich aus Anlage 1 des SGB VI) und erhält so Entgeltpunkte (also 5.400 Euro geteilt durch den Wert für 2016 i. H. v. 36.267 Euro = 0,1489 Entgeltpunkte). Ausgehend von einer stino Altersrente ohne Abschläge muss man die Entgeltpunkte nur noch mit dem aktuellen Rentenwert Ost/West multiplizieren. Beim aktuellen Rentenwert (West) ergeben sich somit 0,1489 EP x 30,45 Euro = 4,53 Euro monatliche Rente.

      Nicht viel, aber immer im Hinterkopf behalten das eine RV-Pflicht auch immer Wartezeitmonate mit sich bringt und das noch aus Beitragszeiten. Wenn man so will sind Beitragszeiten die „wertvollsten“ Wartezeitmonate.

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    • Hallo Herr Gymnich,

      wenn Sie ein Jahr lang monatlich 450 Euro verdienen, erhöht sich Ihre monatliche Rente um 4,04 Euro (in den ostdeutschen Bundesländern um 4,37 Euro).

      Bei der Ermittlung Ihrer Rentenerhöhung sind wir davon ausgegangen, dass Sie Ihre vorzeitige Altersrente wegen Schwerbehinderung 36 Monate vor dem eigentlichen Rentenbeginn in Anspruch genommen haben.

      Ohne den Abschlag wegen vorzeitiger Inanspruchnahme der Altersrente, würde sich Ihre Rente um 4,53 Euro erhöhen (in den ostdeutschen Bundesländern um 4,90 Euro).

      Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  14. Pingback: Minijobs 2017: Das ändert sich im neuen Jahr | Die Minijob-Zentrale

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