Nachgefragt (14): Weihnachtsgeld für Minijobber

In der Rubrik „Nachgefragt!“ geht es heute um die Zahlung von Weihnachtsgeld für einen Minijobber. Welche Auswirkung diese Sonderzahlung auf einen Minijob hat, das verrät Michaela aus unserem Service-Center.

Nachgefragt! von Udo aus Karlsruhe:

Ich habe seit dem 1. Januar 2016 einen Minijobber in meiner Firma beschäftigt und möchte ihm ein Weihnachtsgeld zahlen. Er verdient monatlich 425 Euro und soll im November zusätzlich eine Sonderzahlung  von 200 Euro erhalten. Somit überschreitet er die 450-Euro-Grenze im November. Kann er weiterhin Minijobber bleiben?

Beantwortet! von Michaela aus dem Service-Center:

Hallo Udo,

die monatliche Grenze von 450 € wird im November überschritten, entscheidend ist hier jedoch die Jahresgrenze von 5.400 €.

Die für Sie wichtige Berechnung sieht wie folgt aus:
Monatlicher Verdienst: 425 € x 12 Monate = 5.100 €
Weihnachtsgeld: 200 € 1x im Jahr = 200 €
Summe: 5.300 €

Somit wird die Jahresgrenze nicht überschritten und Ihr Minijobber bleibt auch mit dem Weihnachtsgeld weiterhin Minijobber.

Hinweis:
Der regelmäßige Verdienst ist von Ihnen als Arbeitgeber vorausschauend bei Beginn der Beschäftigung zu ermitteln. Der Betrachtungszeitraum umfasst dabei 12 Monate. Hierbei sind neben den laufenden auch einmalige Einnahmen, wie z.B. das Weihnachts- oder Urlaubsgeld, hinzuzurechnen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite.

Was bei Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze zu beachten ist: Verdienstgrenzen

Beiträge für Minijobber einfach berechnet – mit unserem Beitragsrechner.

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27 Kommentare zu “Nachgefragt (14): Weihnachtsgeld für Minijobber

  1. Ich war bis zum 31.8.2018 in einem Einzellhandel Unternehmen mit 25 Std. Wöchentlich angestellt.Bin am 01.09.2018 in den Ruhestand gegangen und habe schon seit einigen Jahren einen Minijob den ich erst einmal noch weiter ausüben möchte.Meine Frage lautet ,wie viel darf ich in diesem Jahr dazu verdienen um meine Rente nicht aufs Spiel zu setzen. Rente mit 63 ohne Abzüge . Vielen Dank MFG A. Lindemann

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    • Guten Tag Frau Lindemann,

      mit 63 Jahren haben Sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht. Die Hinzuverdienstgrenze bei Rentenbeziehern, die die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben liegt bei 6.300 Euro pro Kalenderjahr. Die Hinzuverdienstgrenze regelt wie viel ein Rentner zu seiner gesetzlichen Rente hinzuverdienen darf. Wird diese Grenze überschritten kann es zur Kürzung oder zum Wegfall der vorgezogenen Altersrente oder der Erwerbsminderungsrente führen.
      Um jedoch Minijobber zu sein und zu bleiben gilt eine Verdienstgrenze im Jahr von 5.400 Euro. Bei einem 450-Euro-Minijob können Sie durchschnittlich im Monat bis zu 450 Euro verdienen. Arbeiten Sie ein Zeitjahr lang durchgehend, dürfen Sie also 5.400 Euro verdienen. Zu berücksichtigen sind auch einmalige Einnahmen wie beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.
      Sie haben also als Altersvollrentner vor Vollendung der Regelaltersgrenze die Möglichkeit bis zu 6.300 Euro pro Kalenderjahr zu verdienen, wären aber bereits ab einem Verdienst von mehr als 5.400 Euro kein Minijobber mehr, sondern ein Midijobber. Für Midijobber ist nicht mehr die Minijob-Zentrale, sondern die Krankenkasse zuständig.
      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Ich frage mich, wie es ist, wenn man nach Stunden bezahlt wird, und in manchen Monaten die 450 EUR voll hat, in anderen aber vielleicht nur 350 oder 400 EUR verdient hat. Kann man dann ein Weihnachtsgeld bekommen, wenn man insgesamt im Jahr incl. des Weihnachtsgeldes unter den 5.400 EUR bleibt? Ich bin da unsicher, denn würde man das Weihnachtsgeld auf die einzelnen Monate umlegen, wären ja in den Monaten, in denen man bereits durch das laufende Entgelt 450 EUR hatte, die Grenze überschritten (dafür wäre aber in anderen Monaten noch „Luft“). Handelt es sich bei der Minijob-Grenze also um eine monatliche oder eine jährliche Betragsgrenze?

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    • Hallo,

      die versicherungsrechtliche Beurteilung, ob es sich um einen Minijob oder eine versicherungspflichtige Beschäftigung handelt obliegt Ihrem Arbeitgeber.

      Bei einem Minijob darf der durchschnittliche Verdienst im Monat 450 Euro nicht übersteigen, auf Jahressicht 5.400 Euro. Dies gilt unabhängig davon, ob ein fester oder schwankender Verdienst vereinbart wurde.
      Weiterhin sind einmalige Einnahmen, deren Gewährung mit hinreichender Sicherheit zu erwarten sind wie zum Beispiel Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld, bei der Ermittlung des Arbeitsentgelt zu berücksichtigen.
      Wird durch die Einmalzahlung die zulässige Jahresarbeitsentgeltgrenze von 5.400 Euro nicht überschritten, ist die Zahlung des Weihnachtsgeldes kein Problem.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. An diese Richtlinien hält sich aber nicht jeder Arbeitgeber. Was heißt es wenn der AG. sagt Du arbeitest auf Stundenbasis Du bekommst keine Lohnfortzahlung und auch keinen Urlaub Von Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld ganz zu schweigen. Ich arbeite in einem Cafe als Reinigungshilfe, alle dort beschäftigten arbeiten auf stundenbasis

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    • Hallo,

      der Anspruch auf Urlaub, Feiertagsbezahlung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist im Bundesurlaubsgesetz und Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Das heißt, der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, diese Ansprüche zu gewähren. Macht er dieses nicht können Sie als Arbeitnehmer arbeitsrechtlich dagegen vorgehen. Nähere Informationen zu Wegen der Durchsetzung Ihrer Arbeitsrechte erhalten Sie unter folgenden Link.
      https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/01_grundlagen/04_arbeitsrecht/10_klagen_vor_dem_arbeitsgericht/node.html

      Einen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld gibt es nicht.
      Alternativ empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer konkreten arbeitsrechtlichen Frage zur weiteren Beratung an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wenden.
      Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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    • Hallo Frau Moscato,

      für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.
      Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit Ihnen als Minijobberin trifft.

      Wenn Sie krank sind muss Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihren Lohn (Entgeltfortzahlung) weiterzahlen. Sie haben Anspruch auf den Lohn, den Sie bekommenen hätten, wenn Sie nicht krank gewesen wären.
      Die Entgeltfortzahlung wird nur für den Zeitraum geleistet, an dem Sie geplant waren aber aus gesundheitlichen Gründen an der Arbeitsleistung verhindert waren.
      Genauso ist dies bei Feiertagen. Fällt der reguläre Arbeitstag (z.B. der Arbeitnehmer arbeitet immer Freitags) auf einen Feiertag, so haben Sie Anspruch auf Feiertagsbezahlung.

      Mit freundlichen Grüßen

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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