Werden Roboter bald für uns putzen, waschen und bügeln?

Das folgende Interview über Haushaltsjobs im Smart Home der Zukunft finden Sie auch hier im Audio-Format:

 

Saugroboter, die die Wohnung vom Staub befreien, intelligente Stromzähler und vernetzte Haushaltsgeräte, die sich über das Smartphone steuern lassen – die Digitalisierung hält ungebremst Einzug in die eigenen vier Wände. Aber welche Rolle übernehmen unsere Haushaltshilfen zukünftig? Werden selbstgesteuerte Roboter bald ihren Job übernehmen? Die Minijob-Zentrale hat zusammen mit dem Institut für Trend- und Zukunftsforschung einen Blick in die Zukunft geworfen und in ihrem neuen Trendreport das digitale Heim und die Haushaltshilfen von morgen beleuchtet. Über die Ergebnisse spreche ich jetzt mit dem renommierten Zukunftsforscher Dr. Eike Wenzel, der in Heidelberg das Institut leitet und bereits zwei Bestseller veröffentlicht hat.

Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforscher

Dr. Eike Wenzel, Zukunftsforscher

Guten Tag, Herr Dr. Wenzel!
„Hallo, grüße Sie.“

Herr Dr. Wenzel, Sie stellen die Prognose auf, dass im Jahr 2026 Minijobber, also hochflexible Arbeitskräfte, den Löwenanteil der arbeitenden Bevölkerung ausmachen könnten. Was führt Sie zu dieser These?
„Roboter können mit Sicherheit nicht alle Arten von Aufgaben übernehmen, gerade spezialisierte Aufgaben können gut durch Minijobber ausgeführt werden. Und Minijobber sind gerade im Privathaushalt oftmals Spezialisten ihres Faches und haben Erfahrung und Routine in ihrer Tätigkeit, die nicht so einfach durch Roboter ersetzt werden kann. Roboter sind also vielmehr eine Unterstützung für Minijobber. Durch ihre Hilfe können Minijobber ihre Arbeit viel schneller erledigen, denke ich, und sind letztlich leistungsfähiger.“

Die Zukunft in Deutschland wird nicht zuletzt durch den demografischen Wandel geprägt: Welche Auswirkungen hat das auf den Dienstleistungssektor, insbesondere hinsichtlich Kinder- und Seniorenbetreuung sowie Haushaltstätigkeiten?
„Ich glaube, dass uns in den nächsten Jahren ein Unterstützungs- und teilweise auch ein Fachkräftenotstand bevorsteht. Und Haushaltshilfen werden in den kommenden Jahren da viele Chancen finden, die Löcher zu stopfen, die entstanden sind.“

Wie wird sich das Anforderungsprofil der Haushaltshilfen in Zukunft verändern? Also welche Aufgaben werden sie künftig übernehmen?
„Digitalisierung stellt neue Anforderungen, aber sie enthält auch viele Chancen. Neue Technologien können Minijobber bei ihrer täglichen Arbeit entlasten. Roboter könnten beispielsweise den Hausputz übernehmen oder sie können auch tatsächlich helfen, Kranke umzubetten. Die Betreuung, insbesondere bei alten Menschen, ist in der digitalen Gesellschaft in den nächsten Jahren auch ein stabiler Arbeitsmarkt, weil wir einfach immer mehr Menschen jenseits der 60 werden und wir werden auch immer mehr Menschen jenseits der 80 haben, die immer noch autonom, selbstbestimmt bei sich zu Hause leben möchten.“

Minijobber werden als Seniorenbetreuer also künftig eine wichtige Rolle spielen. Aber können die Technologien denn in Zukunft auch den Faktor Mensch und die soziale Komponente ersetzen? Also werden Roboter beispielsweise den Platz von Haushaltshilfen einnehmen?
„Ich glaube, dass die komplette Roboterisierung der Betreuung gar kein großes Horrorszenario ist und auch so nicht stattfinden wird. Mensch und Maschine werden in den nächsten Jahren eher stärker kooperieren, um dem Pflegenotstand gerecht zu werden. Und in der Betreuung gibt es also viele Szenarien, die für die Unterstützung durch Roboter gemacht sind. Aber wie gesagt, Mensch und Maschine werden kooperieren.“

Smart-Home-Anwendungen stellen höhere Anforderungen an die Kompetenz von Haushaltshilfen. Werden ihr gesellschaftliches Ansehen und ihre Vergütung dadurch steigen?
„In den kommenden Jahren gibt es eine deutliche Werteverschiebung, wie wir es momentan in unserer Arbeitswelt beobachten. Mehr Geld und Status wird aber dabei nicht mehr der einzige Wert sein, der mit Arbeit verbunden ist. Haushaltshilfen leisten einen wertvollen Beitrag, so sehen wir es für die nächsten Jahre, für ein intaktes Familienleben zum Beispiel, spielen gerade in der Betreuung älterer Menschen aber auch noch mal zusätzlich eine wichtige Rolle. Und daher verdienen sie eine größere Wertschätzung und wir gehen auch davon aus, dass in den nächsten Jahren diese Entwicklung schnell einsetzen wird.“

Vielen Dank für das Gespräch!
„Gerne.“

 

Übrigens: Sie können Ihrer Haushaltshilfe schon jetzt eine größere Wertschätzung entgegenbringen, indem Sie sie bei der Minijob-Zentrale anmelden. Das geht ganz einfach per Haushaltsscheckformular. Alle Infos finden Sie unter www.minijob-zentrale.de.

3 Kommentare zu “Werden Roboter bald für uns putzen, waschen und bügeln?

  1. Mal kucken, wie viel diese Roboter dann kosten werden, wenn sie auf den Markt kommen. Es gibt ja schon heute Staubsaugerroboter. Aber wirklich viele, die so ein haben, gibt es nicht. Interessant wäre natürlich ein universal Roboter, der nicht nur Staubsaugen kann, sondern halt auch bügeln, waschen usw. kann. Aber was so einer wohl Kosten wird und die wichtigere Frage: Wann erscheint so ein Roboter?

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  2. Nun ja wenn ich mir die ganzen Staubsauger-Roboter anschaue, dann muss ich einfach davon ausgehen, dass sie uns das in Zukunft erledigen werden. Natürlich wird da noch etwas Zeit vergehen, aber ich glaube das lässt sich nicht verhindern.

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  3. Hallo,

    Der Beitrag ist wirklich sehr interessant. Das Thema Roboter im Haushalt wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Ich bin mal gespannt, wann wir Menschen nichts mehr machen müssen und Robotern nur noch beim arbeiten, putzen. bügeln, etc. zuschauen werden und wie wir dann damit umgehen werden.

    Liebe Grüße

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