Nachgefragt (9): Lohnfortzahlung auch für Minijobber


In unserer Rubrik „Nachgefragt“ informiert heute Susan zur Lohnfortzahlung von Minijobbern.

Susan

Nachgefragt! von Silke aus Hamm:

Ich übe einen 450-Euro-Minijob aus. Nun wollte ich mich erkundigen, was passiert, wenn ich mal krank bin. Mein letzter Arbeitgeber hat mich während meiner Krankheit weiter bezahlt und konnte sich von der Minijob-Zentrale einen Teil dieser Kosten zurückholen. Das gilt doch auch bei meinem jetzigen Arbeitgeber, oder?

Beantwortet! von Susan aus dem Service-Center:

Hallo Silke,

Sie als Minijobber haben bei Krankheit, also bei Arbeitsunfähigkeit, Anspruch auf Fortzahlung ihres regelmäßigen Verdienstes durch den Arbeitgeber. Dieser Anspruch besteht für eine Dauer von bis zu sechs Wochen. Der Verdienst wird für die Tage fortgezahlt, an denen Sie ohne Arbeitsunfähigkeit zur Arbeitsleistung verpflichtet gewesen wären. Voraussetzung ist ein mindestens vierwöchiges bestehendes Arbeitsverhältnis.

Für Minijob-Arbeitgeber hat der Gesetzgeber ein Ausgleichsverfahren vorgesehen. Ob Ihr Arbeitgeber zur Teilnahme an diesem Ausgleichsverfahren verpflichtet ist, kann unter anderem mit dem Online-Rechner zur Feststellung der Umlagepflicht geprüft werden. Weitere Infos zur Teilnahme am Umlageverfahren gibt es hier.

Zahlt Ihr Arbeitgeber die sogenannte Umlage 1 („Aufwendungen bei Krankheit“) kann er sich auf Antrag 80 Prozent des von ihm fortgezahlten Bruttoarbeitsentgeltes von uns wieder erstatten lassen.

Weitere Infos finden Sie unter Entgeltfortzahlung und Arbeitgeberversicherung.

 

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Nachgefragt (10): Mehrere Minijobs neben einer Hauptbeschäftigung

Nachgefragt (9): Lohnfortzahlung auch für Minijobber

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Nachgefragt (6): Vollständigkeit von Meldungen

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Nachgefragt (4): Änderung der Geschäftsadresse

Nachgefragt (3): Rente und Hinzuverdienstgrenze

Nachgefragt (2): Studenten und Minijobs

Nachgefragt (1): Anmeldung eines Minijobbers

21 Kommentare zu “Nachgefragt (9): Lohnfortzahlung auch für Minijobber

  1. Hallo, mein Sohn hat einen Minijob bei unserem städtischen Bauhof.
    Er arbeitet 10 Stunden, montags fünf und dienstags fünf.
    Wenn er an einem oder beiden Tagen krank ist bekäme er doch normalerweise eine Entgeldfortzahlung? Benötigt er dann eine Krankmeldung vom Arzt?
    Nur für die Tage an denen er arbeitet oder für die komplette Woche?
    Bisher werden ihm nämlich nur die Stunden bezahlt, die er auch gearbeitet hat.
    Da er eine psychische Erkankung hat, fällt er leider öfter einmal aus.
    Theoretisch käme er auf 400 Euro im Monat. Durch Krankheit kommt er aber immer nur auf 200 Euro.
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

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    • Guten Tag Frau Schwarz,

      für Minijobber gilt der Grundsatz der Gleichbehandlung. So dürfen Minijobber nicht schlechter behandelt werden als vergleichbare vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer.
      Dies gilt im Arbeitsverhältnis für alle Maßnahmen und Vereinbarungen, die Ihr Arbeitgeber mit dem Minijobber trifft.

      Wenn Ihr Sohn krank ist, muss ihm sein Arbeitgeber seinen Lohn (Entgeltfortzahlung) weiterzahlen. Er hat Anspruch auf den Lohn, den er bekommenen hätte, wenn er nicht krank gewesen wäre.
      Die Entgeltfortzahlung wird nur für den Zeitraum geleistet, an dem er geplant war (montags und dienstags) aber aus gesundheitlichen Gründen an der Arbeitsleistung verhindert war.

      Ob bei Krankheit ein ärztliches Attest vorzulegen ist, ist mit dem Arbeitgeber zu klären beziehungsweise dem Arbeitsvertrag zu entnehmen.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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