Minijobs in den Semesterferien: So verdienen Studierende etwas dazu

Christian Schirk IFür Studierende steht jetzt endlich die schönste Zeit des Unialltags vor der Tür: die Semesterferien! Eine gute Gelegenheit noch schnell die Urlaubskasse etwas aufzufüllen. Praktika oder Werkstudententätigkeiten sind hier die gängigen Formen.

Eine weitere Möglichkeit lassen viele dabei außer Acht: einen Minijob im Privathaushalt. Wie das genau funktioniert, darüber informiert unser Experte Christian Schirk.

Das komplette Interview können Sie unten nachlesen oder hier im Audio-Format anhören:

 

1.) Herr Schirk, was genau sind denn Minijobs im Privathaushalt?
„Ein Minijob im Privathaushalt ist eine Beschäftigung mit einem Verdienst von bis zu 450 Euro im Monat. Und bei diesen Beschäftigungen muss es sich um Tätigkeiten handeln, die üblicherweise von den Angehörigen des Privathaushaltes selbst vorgenommen werden.“

 
2.) Welche Jobs können die Studierenden konkret ausführen?
„Übliche Tätigkeiten sind beispielsweise die Raumpflege oder aber die Kinderbetreuung, die Hausaufgabenbetreuung, die Pflege von alten oder pflegebedürftigen Angehörigen im Privathaushalt, die Gartenpflege oder aber auch die Betreuung von Haustieren.“


3.) Und welche Vorteile hat eine solche Beschäftigung?
„Der Beschäftigte selbst kann zunächst mal davon ausgehen, dass, wenn er beispielsweise 200 Euro im Monat brutto verdient in diesem Minijob, er auch 200 Euro netto ausgezahlt bekommt, weil – bis auf den Zweig der Rentenversicherung – keine Sozialversicherungspflicht eintritt und der Privathaushalt im Regelfall die Pauschalversteuerung wählt mit zwei Prozent. Das bedeutet: Der Minijobber bezahlt keine Einkommensteuer unmittelbar aus diesem Minijob heraus.“

 
4.) Haben Sie denn einen Tipp, wo man schnell ein passendes Angebot finden kann?
„Empfehlen kann ich das Online-Portal Haushaltsjob-Börse.de. Man kann sich dort kostenlos registrieren, kann dort sagen, welche Tätigkeiten angeboten werden von Seiten des Privathaushaltes, oder aber welche Tätigkeiten der Jobsuchende konkret übernehmen möchte. Und die Kontaktaufnahme erfolgt dann über die persönliche E-Mail-Adresse, die im Profil hinterlegt wird.“

 
5.) Was sind die nächsten Schritte, wenn der Studierende einen Minijob gefunden hat? Muss er seinen Minijob anmelden?
„Wenn der Privathaushalt mit dem Studenten übereingekommen ist, dass ein Beschäftigungsverhältnis eingegangen werden soll, dann ist es so, dass ein sogenannter Haushaltsscheck von den beiden Parteien ausgefüllt werden muss. Das ist ein einseitiges DIN-A4-Meldeformular. Das wird anschließend an die Minijob-Zentrale gesandt und die Minijob-Zentrale übernimmt alle Arbeitgeberpflichten und kümmert sich um alles Weitere. Es ist also wirklich ein einfaches Sorglospaket für diese Beschäftigungsform.“

 
6.) Wenn die Verdienstgrenze bei 450 Euro liegt, ist es denn möglich, mehrere Minijobs miteinander zu kombinieren?
„Es ist ohne weiteres möglich, mehrere Minijobs nebeneinander bei verschiedenen Arbeitgebern auszuüben. Das einzige Kriterium, das hierfür eingehalten werden muss, ist, dass bei der Zusammenrechnung beider Minijobs, die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat insgesamt nicht überschritten wird. Wenn beispielsweise ein Minijobber insgesamt drei Minijobs ausübt mit einem Verdienst von jeweils 150 Euro, kommt man in der Zusammenrechnung auf 450 Euro im Monat. Und das würde dazu führen, dass diese drei Minijobs auch zu den gesetzlichen Regelungen zu Minijobs nebeneinander ausgeübt werden können.“

 
7.) Viele Studenten erhalten staatliche Unterstützung durch BAföG. Wie sieht es in solchen Situationen mit einem Minijob aus? Gibt es Einschränkungen bezüglich eines Zuverdiensts?
„Das BAföG sieht explizite Hinzuverdienstgrenzen vor. Das bedeutet, wenn der Student ein Entgelt im Monat von bis zu 407 Euro bezieht, wird das BAföG ungekürzt weitergezahlt. Überschreitet das Entgelt in diesem Minijob diesen Betrag, dann kommt es zu einer anteiligen Kürzung der BAföG-Leistung. Aber auch hier ist schon eine Änderung in Sicht, denn im Herbst 2016 wird der Gesetzgeber diese Verdienstgrenze angleichen. Dann wird die Verdienstgrenze für BAföG-Empfänger ebenfalls bei 450 Euro liegen.“

3 Kommentare zu “Minijobs in den Semesterferien: So verdienen Studierende etwas dazu

  1. Hallo,

    ich habe folgende Frage:
    Wenn ich am 01.06.2016 eingestellt wurde (60 Stunden- Vertrag) und der Vertrag bis zum 31.7.2016 läuft (ggf 31.8) und ich 7,5 – 8 Stunden mehrmals die Woche arbeite, kann ich als kurzfristig Beschäftigter und abzugsfrei geführt werden, oder?
    Grüße

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  2. Pingback: BaföG-Hinzuverdienstgrenze erhöht sich auf 450 Euro | Die Minijob-Zentrale

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