Arbeitslohnspende zur Förderung der Flüchtlingshilfe

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Viele Bürger und Unternehmen engagieren sich sowohl privat als auch finanziell, um Flüchtlingen zu helfen. Die Finanzverwaltung hat dafür spezielle Regelungen getroffen. Diese sollen die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden für die Flüchtlingshilfe seit dem 1. August 2015 bis zum 31. Dezember 2016 vereinfachen.

Arbeitnehmer haben die Möglichkeit auf die Auszahlung von Teilen des Arbeitslohns zu verzichten.  Diese Arbeitslohnspende behält der Arbeitgeber ein und leitet sie auf ein Spendenkonto weiter. Auch Minijobber können auf diese Weise für die Flüchtlingshilfe spenden. Folgende Regelungen sind für Arbeitgeber von Minijobbern bei der Entgeltabrechnung relevant:

Sozialversicherung

Der Teil des Lohns, den der Arbeitgeber einbehält und abführt, ist bei allen Arbeitnehmern nach wie vor beitragspflichtiges Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung. Die Abgaben aus dem Beschäftigungsverhältnis müssen also trotz der Spende aus dem gesamten Arbeitsentgelt berechnet und abgeführt werden. Dies gilt sowohl für die Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung als auch für die Umlagen, die ein Arbeitgeber entrichtet.

Steuern

Bei Arbeitslohnspenden von 450-Euro-Minijobbern unterscheidet man danach, ob der Arbeitgeber den Lohn aus dem Minijob pauschal mit 2 Prozent oder nach den individuellen Besteuerungsmerkmalen versteuert.

Wenn Arbeitgeber von dem Recht Gebrauch machen, das Entgelt aus einem 450-Euro-Minijob pauschal mit 2 Prozent zu versteuern, muss die Pauschsteuer auch von der Spende berechnet und an die Minijob-Zentrale abgeführt werden. Die Steuerfreiheit hat in diesen Fällen bei der Entgeltabrechnung keine Auswirkungen, da die Bemessung der Pauschsteuer den sozialversicherungsrechtlichen Regelungen folgt. In diesen Fällen ergeben sich bei der Entgeltabrechnung keine Änderungen gegenüber der bisherigen Verfahrensweise. Der Minijobber kann die Spende bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung im Folgejahr geltend machen und erhält so die steuerliche Entlastung, die seinen Gesamteinkünften entspricht.

Berechnet der Arbeitgeber die Einkommensteuer aus einem 450-Euro-Minijob nicht pauschal, sondern – wie bei allen anderen Arbeitnehmern – nach den individuellen Besteuerungsmerkmalen, greift die Steuerfreiheit. In diesen Fällen muss von der Arbeitslohnspende keine Einkommensteuer berechnet und abgeführt werden. Die steuerfreien Lohnteile fließen so – durch die Verminderung des Arbeitslohns – nicht in die Einkommenssteuererklärung ein und können deshalb auch nicht bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung noch einmal geltend gemacht werden.

35 Kommentare zu “Arbeitslohnspende zur Förderung der Flüchtlingshilfe

  1. Die Idee der regelmäßigen Spende – jetzt für Flüchtlinge, alternativ vielleicht auch für andere Bedürftige – ist an sich gut. Aber warum bitte, ist die Spende SV- und Steuer-pflichtig und kann noch nicht einmal mit einer Spendenquittung bestätigt werden? Nicht ausgereift!

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    • Beim SV-pflichtigen Arbeitnehmer ist die Spende steuerfrei, jedoch sozialversicherungspflichtig.
      Die SV-Pflicht macht Sinn, da somit im Fall von Lohnersatzleistungen (z. B. Krankengeld, Arbeitslosengeld) sowie bei der späteren Rentenberechnung nicht von einem verminderten SV-Brutto ausgegangen wird.

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    • Die Minijobzentrale hat das veröffentlicht, was das Finanzministerium beschlossen hat und zugleich die Frage beantwortet, ob die steuerfreie Spende auch sv-frei ist. Das steht nämlich logischerweise nicht im BMF-Schreiben. Darüber hinaus ist die Stellungnahme wichtig, denn würde ich nur nach dem Wortlaut von SvEV (§1 Abs. 1 Nr. 1) vorgehen, könnte ich glatt meinen, dass die Spende auch sv-frei ist.

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  2. Das ist der Gipfel der Unverschämtheit. Für alles muss der Bürger gerade stehen. Was ist mit unseren Obdachlosen, Rentnern die von Ihrer Rente nicht Leben können? Dann noch Steuer darauf erheben noch abgezockter geht es nicht mehr. NEIN DANKE Ihr seid fertig….

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  3. Jetzt drehen sie hier wohl vollkommen ab….
    Bald kommt auf jeden Brief die Zusatzmarke „Nothilfe Flüchtlinge“ in Höhe von 35 Cent, demnächst steht an jeder Ecke einer mit ’ner Sammeldose für’s „Winterhilfswerk Flüchtlinge“.

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  4. Diese Aktion kann nur Satire sein. Diejenigen, die sich mit Mini-Jobs durchschlagen, sollen davon noch etwas für Leute abgeben, die noch nie irgendeinen Cent in unsere Sozialsysteme eingezahlt haben? Ich kann es bald nicht mehr glauben, was hier im Lande abläuft.

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  5. Könnte man nicht gleich pauschal von jedem Minijobber 10 oder 20% des Lohns abziehen? Wer das nicht möchte kann das Geld am Ende des Jahres mit einem Zusatzformular zur Steuererklärung wieder zurückfordern.
    Das würde das System wesentlich vereinfachen und die Frage ob man spenden möchte oder nicht wird bei der momentanen Entwicklung sowieso bald obsolet.
    Wer nicht „spendet“ ist Systemkritiker und soll nach dem Wunsch des neuen DGB-Chefs baldmöglichst entlassen werden.
    Willkommen in der Welt der Guten.

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  6. Kurzer Hinweis:

    Mit unserem Beitrag informieren wir über die von der Finanzverwaltung getroffene Regelung zur vereinfachten steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden.

    Zahlreiche Anfragen – insbesondere auch von Arbeitnehmern – haben uns in den vergangenen Tagen gezeigt, dass es einen erhöhten Informationsbedarf zur Möglichkeit einer Arbeitslohnspende gibt. Wir stellen diese angefragten Informationen gerne zur Verfügung.

    Selbstverständlich bleibt es jedem Beschäftigten selbst überlassen, sich für die Möglichkeit einer Arbeitslohnspende zu entscheiden.

    Beachten Sie beim Verfassen von Kommentaren bitte auch unsere Kommentierregeln: https://blog.minijob-zentrale.de/kommentierregeln/

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  7. Heute Freiwillig morgen Pflicht der Flüchtlings Soli kommt und keiner wird sich drücken können. So wird es sein. Alternativ könnte man auch die GEZ erhöhen oder gar die MwSt. das wär doch was, aber auch das kann nicht mehr lange dauern und wird kommen. Das geht doch auch: „Nun fordert die Leipziger Stadtratsfraktion der Grünen die Umbenennung des Richard-Wagner-Platzes in „Refugees-Welcome-Platz“. Vorstandssprecherin Christin Melcher…..“
    Viel Spass weiterhin.

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  8. Hallo,
    was soll die Hetze – viele der Meinungen resultieren nach meiner Auffassung aus Unwissenheit und mangelnder Nächstenliebe.
    Das Verfahren ist konform zu den üblichen Spendenregelungen. Diese können bei anerkannten Spendenempfängern steuerlich geltend gemacht werden. Wurden aber als Lohn immer voll verbeitragt. Da aber durch diesen Abzug das Steuerbrutto gekürzt wird, kann die Spende bei der Veranlagung nicht nochmals geltend gemacht werden.

    Meine Frage an die Minijobzentrale, ist sicher gestellt, dass die gezahlten SV – Beiträge für den Betrag der einbehaltenen Spende beim Finanzamt als Vorsorgebeitrag voll anerkannt werden?

    Mit vielen Grüßen aus Leipzig

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  9. Ich finde, Harz4-Bezieher sollten auch was spenden für Neubürger.
    Und noch eine Bitte von mir; Nicht nur an Neubürger spenden, auch für Katzenhilfen. Wenn ihr das macht zeugt das von wahrer Stärke

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  10. Super Idee, da Minijobber ja im Allgemeinen zu den richtig Reichen gehören, stets überlegen, wie sie ihre Millionen steuersparend anlegen, wird sie diese Chance wahrlich begeistern. Da hat endlich mal wer mitgedacht….
    Ja liebe Mitarbeiter der Minijobzentrale, mein Vorschlag für Euch: Dann mal los, verkauft Eure ganzen Privatkram und spendet dazu Euer monatliches Gehalt,
    ihr wollt doch gute Menschen sein, OK, wenn Ihr 300 Euro behaltet, geschenkt. Verkauft auch noch die Zukunft Eurer Kinder und Enkel, Ihr wollt doch gut sein, keine Nazis oder Rechte.
    Und kleiner Tipp, Taschentücher unbedingt behalten, auch Ihr werdet noch bittere Tränen weinen und Euch fragen warum Ihr, als Systemdiener, nicht mitbekommen habt, wie Ihr Euren eigenen Untergang und den der Kinder und Enkel aller Deutschen gefördert habt.
    Eins ist sicher Frau Merkel wird dann in Paraguay sitzen und über Euch lachen.
    Also, schlaft schön weiter ….

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  11. Wenn überhaupt arbeite ich schwarz. Nur durch Pack-Verlinkung bin ich hier gelandet und kann nur sagen: Euer Ansinnen ist nicht nur Krank sondern geradezu eine Verhöhnung der Menschen. Bei einer späteren Aufarbeitung unserer Zeit werden auch Ihre Angestellten nachweisen müssen, an welcher Stelle im System sie standen, … durch diesen Artikel habt ihr es gezeigt !!!

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  12. Jetzt mal ernst. Wieso wird die arbeitende Bevölkerung auch noch verhöhnt? Wenn sich dafür auch noch wirklich jemand findet, hat dieser das kommende Chaos einfach nur verdient!!

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  13. Die Idee kann ja wohl nicht wahr sein. Welcher Angestellter sitzt denn da hinter dem Ofen? Bitte selbst seinen Beitrag von üppigen Gehalt abgeben, ansonsten brauchen wir die Flüchtlinge und ihre Probleme hier überhaupt nicht, haben selber mit den Problemen und allein erziehenden Müttern und auch den vielen Alten mit der Altersarmut zu tun. Da sollte mal schleunigst was gemacht werden. Die Betreuungspauschale muss wieder eingeführt werden, egal welchen Namen sie dann bekommt. Arbeitskräfte dürren nur herhein, wenn sie bei ihrer Botschaft ein Asylantrag gestellt haben, hier alle Prüfungen von Arbeitswillen – und Arbeitsmöglichkeiten, die Loyalität zum DEUTSCHEN STAAT mit seinen Gesetzen, sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich (solo Frauen- und Kinderrechte), Prüfung und zur Verfügungstellung des ARBEITGEBERS einer Wohnung, …. dann kann man jemanden rein lassen, nur dann, wenn fst steht, dass er dem Staat und der Gesellschaft (Kirchen, Ehrenamtlichen) nicht zur Last fällt.
    Ich beone, ich bin kein Fremdenfeindlicher, habe die ganze Welt bereits, aber auf meine Kosten.., habe da viel Geld gelassen und dann wieder Heim.

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  14. Gehts euch noch gut? Nehmt von mir aus einen Teil der Steuern, das kann man ja nicht verhindern. Aber hier mit der „Willkommenskultur- Betroffenheitsmasche in die Taschen derjenigen greifen zu wollen, die sich zum größten Teil etwas dazu verdienen müssen, um über die Runden zu kommen, ist schon eine sagenhafte Unglaublichkeit (um nicht „Frechheit“ zu schreiben).

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  15. Danke, dass ihr meinen Kommentar gelöscht habt, der niemanden persönlich beleidigt hat, sondern eine Tatsachen Feststellung war.

    Ich schrieb, dass diejenigen, die jedes Jahr MINDESTENS 500.000 Zuwanderer in Deutschland fordern um die „Schrumpfung der Bevölkerung“ zu verhindern, das auch selber bezahlen sollen.
    Allen voran alle im Bundestag sitzenden Parteien und Lobby Organisation wie DIHK, DGB, usw.

    Die Industrie freut sich schon jetzt über den gestiegenen Profit durch den gestiegenen Konsum von Nahrungsmitteln, der früher weg geworfen wurde weil eh viel zu viel produziert wird.

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  16. Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir weisen noch einmal darauf hin, dass wir in unserem Beitrag nur über die Regelungen zur Arbeitslohnspende informieren, mit diesem Beitrag jedoch kein Spendenaufruf verbunden ist.

    Außerdem bitten wir um eine sachliche Diskussion und verweisen noch einmal auf unsere Kommentierregeln: https://blog.minijob-zentrale.de/kommentierregeln/
    Verstöße gegen diese Regeln dulden wir nicht und behalten uns die Löschung einzelner Kommentare vor, sowie bei wiederholtem Verstoß einzelne Nutzer zu sperren bzw. die Kommentarfunktion im Blog zu deaktivieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  17. Ich finde, dass für einen Blog der Minijob-Zentrale eine Person in Vollzeit ausreichend sein sollte. Weshalb ist überhaupt ein Blog erforderlich? Das ist doch pure Geldverschwendung. Zudem gibt es eine Hotline für Fragen zum Thema Minijob. Das scheint eine Art Selbsttherapie zu sein. Die Krönung ist jedoch nun, dass nochmals an die geniale Idee der Arbeitslohnspende erinnert wird. Diesmal natürlich im Zusammenhang mit Flüchtlingen, weil dies gerade en vogue ist. Hier also der Verbesserungsvorschlag, das gesamte Team auf eine Person (plus evtl. Stellvertretung) zu reduzieren, damit hier nicht unnötig Steuergelder verbrannt werden, denn dies geschieht an anderen Stellen bereits zuhauf. Mit den Einsparungen am Personal können dann ja weitere Gelder an Flüchtlinge fließen. Hinweis: Dieser Kommentar enthält keinerlei Beleidigungen und entspricht dem Thema, daher braucht sich kein Blogger die Mühe zu machen, diesen zu zensieren.

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  18. Danke für die klare Stellungnahme. Nach der Veröffentlichung des BMF-Schreibens vom 22.09.2015 habe ich vergeblich die Information bzgl. der SV-pflicht bzw. -freiheit dieser Spenden gesucht. Soweit ich es gesehen habe, hat bis jetzt keine andere Krankenkasse offiziell dazu Stellung genommen. Die Information ist für alle Lohnbüros sehr wichtig.

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