Mutterschaftsgeld bei Minijobs

Schwangere Minijobberinnen mit einem Arbeitsentgelt von bis zu 450 Euro sollen während der letzten sechs Wochen vor der Entbindung und dürfen bis zum Ablauf der achten Woche danach nicht beschäftigt werden. Der Lohnausfall während dieser Zeit wird teilweise durch das Mutterschaftsgeld und den Zuschuss des Arbeitgebers ausgeglichen. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Gruppen von Minijobberinnen.

Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt

Das Bundesversicherungsamt zahlt Mutterschaftsgeld für Minijobberinnen, die zu Beginn der Schutzfrist nicht selbst bei der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitnehmerinnen, die privat oder familienversichert sind. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem Nettoentgelt der letzten drei Monate vor Beginn der Schutzfrist. Für den gesamten Zeitraum der Schutzfristen erhält die Minijobberin maximal 210 Euro.

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Mutterschaftsgeld gibt es auch im Minijob

Der Arbeitgeber leistet nur dann einen Zuschuss, wenn das Arbeitsentgelt bis zum Beginn der Mutterschutzfrist höher ist als 390 Euro monatlich. Der monatliche Zuschuss beläuft sich auf die Differenz zwischen 390 Euro und dem Nettolohn. Das  Mutterschaftsgeld können Sie beim Bundesversicherungsamt unter www.mutterschaftsgeld.de beantragen.

Frauen mit eigenem Krankenversicherungsschutz

Versicherungspflichtige Arbeitnehmerinnen, Studentinnen, Rentnerinnen und Bezieherinnen von Arbeitslosengeld I, die selbst Mitglied einer Krankenkasse sind und nebenbei einen krankenversicherungsfreien Minijob ausüben, erhalten Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes entspricht dem ausgefallenen Nettoarbeitsentgelt, wobei die Krankenkasse maximal 13 Euro pro Tag zahlt. Um den Verdienstausfall auszugleichen, zahlt der Arbeitgeber ergänzend einen Zuschuss in Höhe der Differenz zwischen Mutterschaftsgeld und Nettolohn.

Tipp: Berechnen Sie die gesetzliche Schutzfrist der (werdenden) Mutter vor und nach der Entbindung mit unserem Online-Rechner Mutterschutzfristen.

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Aktualisiert am 22.06.2017

108 Kommentare zu “Mutterschaftsgeld bei Minijobs

  1. Hallo ich habe folgende Frage. Ich bin seit dem 01.06.18 in einer Zahnarztpraxis für 4h/Woche angestellt. Jetzt bin ich schwanger. Ich habe gelesen das die 13 Wochen vor der Schwangerschaft zählen für die Berechnung des Mutterschutzgeldes. Da ich in der Praxis keine Prophylaxe mehr machen kann aufgrund der Schwangerschaft und auch nicht anders einsetzbar bin habe ich jetzt trotzdem Anspruch auf Lohnfortzahlung? Die Praxis möchte nämlich das ich einen Aufhebungsvertrag unterschreibe.
    Ich würde mich über eine Antwort freuen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Lydia Herzog

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    • Hallo Frau Herzog,

      Frauen, die in Teilzeit beschäftigt sind, werden wie Vollbeschäftigte umfassend durch das Mutterschutzgesetz geschützt. Das gilt selbstverständlich auch für Frauen, die in einem Minijob arbeiten. Der Mutterschutz beginnt, sobald Sie schwanger sind. Ihr Arbeitgeber muss Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes wirkungsvoll mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen schützen und dabei die gesetzlichen Mutterschutzvorgaben zum Gesundheitsschutz, Kündigungsschutz und Leistungsrecht beachten und umsetzen.
      Mutterschutzbedingte Arbeitsunterbrechungen ergeben sich, wenn Ihr Arbeitgeber Sie aufgrund von betrieblichen und ärztlichen Beschäftigungsverboten nicht beschäftigen darf. Lohneinbußen müssen Sie in diesen Fällen nicht befürchten. Sie haben Anspruch auf Lohnfortzahlung (Mutterschutzlohn), wenn Ihr Arbeitgeber Sie aufgrund von teilweisen oder vollständigen Beschäftigungsverboten nicht mehr beschäftigen darf. Als Mutterschutzlohn wird in der Regel das durchschnittliche Arbeitsentgelt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor dem Eintritt der Schwangerschaft gezahlt. Ist das nicht möglich, ist der Berechnung der tatsächliche Zeitraum des Beschäftigungsverhältnisses zugrunde zu legen. Übrigens – Im Fall von Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz bekommt Ihr Arbeitgeber durch das Umlageverfahren U2 den fortgezahlten Lohn zu 100 Prozent erstattet!
      Sie selbst können Ihr Beschäftigungsverhältnis während Ihres Mutterschutzes durch Eigenkündigung oder Abschluss eines Aufhebungsvertrages beenden. Sollten Sie dies in Erwägung ziehen, lassen Sie sich unbedingt vorab beraten. Fragen hierzu richten Sie bitte an die zuständige Mutterschutz-Aufsichtsbehörde.
      https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/familienleistungen/mutterschaftsleistungen/aufsichtsbehoerden-fuer-den-mutterschutz-und-kuendigungsschutz/aufsichtsbehoerden-fuer-mutterschutz-und-kuendigungsschutz–informationen-der-laender/73648

      Bei Fragen zur Berechnung unterstützt die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft Ihren Arbeitgeber gerne. Das Service-Team der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft ist montags bis donnerstags von 7:00 bis 16:00 Uhr und freitags von 7:00 bis 14:00 unter 0234 304-43990 erreichbar.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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