Urlaub bei Minijobs: Hierauf kommt es an

Ostern, Pfingsten und Fronleichnam – eine Gelegenheit sich in den kurzen Arbeitswochen mit wenigen Urlaubstagen einen längeren Erholungsurlaub zu gönnen. Ergänzend zu unserem Blogbeitrag „Minijob: Urlaub berechnen leicht gemacht„, folgen hier weitere wichtige Informationen rund um den Urlaubs-Anspruch bei Minijobs.

Dauer des Urlaubs:

Gesetzlich ist der Mindesturlaubsanspruch auf 24 Werktage festgelegt. Unter Werktagen versteht man alle Kalendertage ausgenommen die Sonn- und Feiertage. Ist im Arbeitsvertrag nicht von Werktagen, sondern von Arbeitstagen die Rede, handelt es sich um eine Fünf-Tage-Arbeitswoche. Bei einer anderen Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit als auf sechs Tage pro Woche vermindert sich der Urlaubsanspruch entsprechend. Verbleibt bei der Berechnung ein Bruchteil, der mindestens einen halben Urlaubstag ergibt, wird er auf einen vollen Urlaubstag aufgerundet.

Hinweis: Beantragt ein Beschäftigter einen Urlaubstag für einen Arbeitseinsatz, der in einen neuen Kalendertag hineinreicht (z.B. Nachtschicht), wird dieser als ein Tag gewertet.

Berechnung des anteiligen Urlaubsanspruchs:

Arbeitet ein Beschäftigter an weniger als sechs Tagen pro Woche, wird der persönliche Urlaubsanspruch wie folgt berechnet:

Individuelle Arbeitstage pro Woche x 24 : 6 (übliche Arbeitstage Montag bis Samstag) = Urlaubstage

Hinweis: Bei der Berechnung des individuellen Urlaubsanspruchs ist nur relevant, an wie vielen Tagen der Beschäftigte in der Woche arbeitet, und nicht, wie viele Stunden er an den einzelnen Tagen leistet:

Wartezeit:

Der volle Urlaubsanspruch ergibt sich grundsätzlich erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten.

Teilurlaub:

Besteht das Arbeitsverhältnis noch keine sechs Monate, hat der Beschäftigte einen Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat der Beschäftigung. Näheres hierzu regelt § 5 des Bundesurlaubgesetzes

Urlaub an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen:

Hat der Beschäftigte (z.B. Schichtarbeiter) an Sonn- und Feiertagen nicht frei, sondern ist nach seinem Dienst- oder Schichtplan zur Arbeitsleistung verpflichtet, sind diese Tage urlaubsrechtlich wie normale Werktage zu behandeln.

Zeitpunkt des Urlaubs:

Der Arbeitgeber hat die Urlaubswünsche seines Beschäftigten zu berücksichtigen. Es sei denn, er kann dringende betriebliche Belange oder soziale Gesichtspunkte anführen, um dem Urlaubswunsch zu widersprechen.

Übertragbarkeit des Urlaubs:

Der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr bewilligt und genommen werden. Ist dies dem Beschäftigten aus betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht möglich, gibt es eine gesetzlich festgelegte Frist. Demnach steht es dem Beschäftigten zu, seinen Resturlaub aus dem Vorjahr bis zum 31. März des Folgejahres zu beanspruchen.

Urlaubsabgeltung:

Kann der Beschäftigte seinen Urlaubsanspruch wegen der Beendigung seines  Arbeitsvertrages nicht realisieren, steht ihm eine Abgeltung des Resturlaubs zu.
Die Abgeltungshöhe richtet sich nach der Berechnung des Urlaubsentgelts.

Lesen Sie auch unser Merkblatt zum Arbeitsrecht.

Infos zum Anspruch auf Urlaub bei Minijobs haben wir auch in unserer Videoreihe „Minijob? – Wir antworten“ zusammengefasst:

145 Kommentare zu “Urlaub bei Minijobs: Hierauf kommt es an

  1. Ich habe eine Frage zur Urlaubsregelung im Minijob. Ich habe 25 Tage gearbeitet in der Zeit von Januar bis zum 15. Mai. dazu kommen 5 Krankheitstage ( mit Attest ) 1 Urlaubstag ( weil der Arbeitgeber Urlaub macht ) 6 Tage wegen med. Rehabilitation
    Gesamt 37 Tage, der Arbeitgeber möchte nur die 25 Tage zur Berechnung berücksichtigen.

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    • Hallo Maria,

      Das Bundesurlaubsgesetz gesteht jedem Arbeitnehmer in Deutschland mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub im Jahr zu. Sehen Tarif-oder Arbeitsverträge einen längeren Urlaubsanspruch vor, gilt auch dieser entsprechend für den Minijobber.
      Ist die Anzahl von Arbeitstagen in der Woche regelmäßig ungleich, also z. B. mal zwei oder drei Tage in der Woche, bezieht sich die Berechnung des Urlaubs auf das Jahr und nicht auf die Woche. Die auf 52 Wochen (= 1 Jahr) bezogenen Werte ergeben dann die Jahresarbeitstage.
      Das Bundesarbeitsgericht hat festgelegt, dass die Arbeitsverpflichtung in einem Jahr bei einer 5-Tage-Woche 260 Arbeitstage beträgt und 312 Werktage bei einer 6-Tage-Woche.
      Die Formel lautet dann:
      Gesetzliche oder tarifvertragliche Urlaubstage x eigene Arbeitstage / Jahreswerktage (312)/Jahresarbeitstage (260)
      Beispiel:
      Eine Minijobberin übt an 90 Tagen im Jahr einen Minijob aus. Mitarbeiter in Vollzeit arbeiten in einer 5-Tage-Woche und haben einen Anspruch auf 20 Urlaubstage im Jahr.
      Berechnung:
      20 Urlaubstage x 90 Tage / 260 Jahresarbeitstage = 6,92 Tage
      Lösung: Die Minijobberin hat einen Anspruch auf 7 Urlaubstage im Jahr. Das Ergebnis 6,92 wird kaufmännisch auf 7 gerundet.
      Bitte beachten Sie, dass bei einer unterjährigen Beschäftigung die Jahreswerktage beziehungsweise Jahresarbeitstage entsprechend der Monate zu kürzen sind.

      Sind Sie infolge unverschuldeter Krankheit oder einer medizinischen Vorsorge- bzw. Rehabilitationsmaßnahme arbeitsunfähig, haben Sie Anspruch darauf, dass Ihnen Ihr regelmäßigen Verdienst bis zu sechs Wochen weiterzahlt wird. Sie haben Anspruch auf Lohnfortzahlung für die Tage, an denen Sie ohne Arbeitsunfähigkeit hätten arbeiten müssen.
      Wichtig ! Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht erst nach vier Wochen der Beschäftigung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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      • Sie haben meine Frage nicht beantwortet. Ich bin zum 15.05. 2018 gekündigt, deshalb möchte ich wissen wieviel Urlaub bekomme ich. bei 37 Tagen von denen ich 5 Tage krank und 6 Tage in der Reha bin . Geht die Berechnung von 37 Tagen aus, oder 37 Tage minus 11 Tagen, an denen ich krank bzw. in Reha bin. Mit der Hoffnung eine konkrete Antwort zu bekommen, grüsse ich Sie freundlich .

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        • Hallo Maria, ich glaube die Minijob Zentrale darf keine Rechtsauskünfte erteilen, hat wohl etwas mit dem Rechtsdienstleistungsgesetz zu tun. Besser mal beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales anrufen, die Hotline kann dir bestimmt besser helfen. Tel.Nr. 030221911004

          LG maxi

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        • Hallo Maria.
          Es sind doch noch gar nicht alle Angaben von Ihnen gemacht worden, die eine exakte Berechnung ermöglichen. Wie soll da eine exakte Zahl herauskommen?
          – Haben Sie regelmäßige wöchentliche Arbeitstage?
          – Sind die Krankheitstage zusammenhängend?
          – Wäre an einem der Krankheitstage eigentlich ein Arbeitstag gewesen?
          – Wie viele Urlaubstage werden den in ihrem Betrieb vollzeitbeschäftigten Festangestellten gewährt und warum (Tarifvertrag, betriebliche Übung, einzelvertragliche Vereinbarung)?
          – Wie viele Urlaubstage wurden mit Ihnen für das gesamte Jahr vereinbart?
          – Wieviele Krankheitstage- und Rehatage sind bei Ihnen auf regelmäßige Arbeitstage entfallen?

          Sie sehen, so einfach wie 25 + ggf. 11 ist das nicht, wenn es korrekt sein soll.

          Freundliche Grüße,

          Achim Trenzen

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        • Hallo Maria,

          für die Berechnung der Urlaubstage kommt es auf mehrere Faktoren an, die uns nicht bekannt sind.
          So wissen wir nicht, ob Ihre Arbeitsverpflichtung bei einer 5-Tage-Woche oder 6-Tage-Woche liegt, wann Sie arbeitsunfähig waren, ob ein Tarifvertrag zugrunde liegt und wann Sie genau das Beschäftigungsverhältnis begonnen haben. Daher haben wir Ihnen die Berechnungsformel zur Verfügung gestellt, damit Sie Ihre Daten entsprechend einsetzen können.

          Abschließend empfehlen wir Ihnen, dass Sie sich mit Ihrer arbeitsrechtlichen Frage an das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales wenden.
          Dieses erreichen Sie von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer: 030 / 221 911 004.
          http://www.bmas.de/DE/Service/Buergertelefon/buergertelefon.html

          Freundliche Grüße

          Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Hallo,
    ich bin Student und gehe in meinen Ferien sehr unterschiedlich arbeiten.
    Die Zeiträume in denen ich arbeiten gehe sind zwischen Februar – April und
    Juli – Oktober.
    Ich arbeite maximal 50 Tage im Jahr, aber wie schon erwähnt sehr unterschiedlich verteilt. Beispielsweise gehe ich in einem Monat zwei Wochen arbeiten oder auch nur eine Wochen oder ich gehe drei Tage in diesem Monat arbeiten und in einem anderen Monat vier Tage und so weiter. Ich arbeite von Mo – Fr.
    Steht mir Urlaub zu? Wenn ja, ab wann? und wie berechne ich diesen?
    Zum Beispiel:
    Dieses Jahr war ich – bis jetzt – im Februar nur 5 Tage arbeiten und im März 4 Tage. Das nächste mal werde ich erst im Juli/August arbeiten gehen.
    Meine Rechnung: 20*9 / 260 = 0,69 = 1 Urlaubstag?
    Steht mir dann schon nach 9 Arbeitstagen 1 Urlaubstag zu?
    Wenn nicht, kann ich dann die Arbeitstage aus Februar und März mit den Arbeitstagen aus August, September und Oktober zusammen rechnen?
    Könnt ihr mir bitte weiterhelfen? Vielen Dank im Voraus :)

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    • Hallo Thomas,

      der von Ihnen berechnete Urlaubsanspruch von einem Tag bezieht sich auf ein 12 Monate andauerndes Beschäftigungsverhältnis. Da Ihre Beschäftigungszeiten jeweils befristet und kürzer als 6 Monate sind, reduziert sich der Urlaubsanspruch entsprechend der Beschäftigungsmonate nochmals.

      Um eine rechtssichere Auskunft zu Ihren speziellen Fragen zu erhalten, empfehlen wir Ihnen, sich an das Bürgertelefon zum Thema Arbeitsrecht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu wenden oder anwaltlichen Rat einzuholen. Das Bürgertelefon erreichen Sie montags bis donnerstags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Rufnummer 030/221 911 004.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Hallo. Ich nache Vertretung im Reinigungsbereich. 2-3 Std täglich. Manchmal nur 2 Tage oder 1 Woche (5 Arbeitstage) pro Monat, und manchmal 4 Wochen lang. Der Chef sagt ich hätte keinen Urlaubsanspruch da ich keine regelmäßigen Einsätze habe. Es sind aber jedes Jahr 120 – 150 Tage die ich in Vertretung arbeite. Habe ich wirklich keinen Urlaubsanspruch?

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    • Du hast definitiv Urlaubsanspruch. Grundlage für die Berechnung der Anzahl der Dir zustehenden Urlaubstage berechnet sich aus der Anzahl der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitstage. Sind die – wie bei Dir – unregelmäßig, muss ein Durchschnitt gebildet werden.
      Beispiel:
      2 Tage in der 1. Woche,
      5 Tage in der 2. Woche,
      0 Tage in der 3. Woche,
      1 Tage in der 4. Woche,
      3 Tage in der 5. Woche u. s. w.
      ————
      11 Tage in 5 Wochen, also 11 : 5 = 2,2 Arbeitstage im Durchschnitt.
      Wenn bei Euch die Leute z. B. 30 Tage für eine 5-Tage-Woche bekommen, dann stehen Dir 30 : 5 * 2,2 = 13,2 bezahlte Urlaubstage zu.

      Die Vergütung je Urlaubstag richtet sich nach der Anzahl der durchschnittlichen Arbeitsstunden je Arbeitstag, kannst Du also in der gleichen Art und weise ausrechnen.

      Wichtig: Normalerweise geht man hier aber nicht von nur 5 Wochen aus, sondern von drei Monaten oder sogar von einem ganzen Jahr. Deine Stundenzettel hast Du sicher aufgehoben? Wenn ja, kannst Du das locker ausrechnen. Wenn nein, ist Dein Chef verpflichtet, die zwei Jahre aufzuheben. Dann kannst Du die Dir dort zeigen lassen und kopieren. Fertig.

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    • Hallo Frau Grunitzky,

      wir stimmen Achim zu. Sie haben einen Urlaubsanspruch. Wir errechnen dabei den Urlaubsanspruchs wie folgt:

      Ist die Anzahl von Arbeitstagen in der Woche regelmäßig ungleich, also z. B. mal zwei oder drei Tage in der Woche, bezieht sich die Berechnung des Urlaubs auf das Jahr und nicht auf die Woche. Die auf 52 Wochen (= 1 Jahr) bezogenen Werte ergeben dann die Jahresarbeitstage.
      Das Bundesarbeitsgericht hat festgelegt, dass die Arbeitsverpflichtung in einem Jahr bei einer 5-Tage-Woche 260 Arbeitstage beträgt und 312 Werktage bei einer 6-Tage-Woche. Die Formel lautet dann:
      Gesetzliche oder tarifvertragliche Urlaubstage x eigene Arbeitstage
      / Jahreswerktage (312)/Jahresarbeitstage (260)

      Beispiel:
      Eine Minijobberin übt an 90 Tagen im Jahr einen Minijob aus. Mitarbeiter in Vollzeit arbeiten in einer 5-Tage-Woche und haben einen Anspruch auf 20 Urlaubstage im Jahr.
      Berechnung:
      20 Urlaubstage x 90 Tage / 260 Jahresarbeitstage = 6,92 Tage
      Lösung: Die Minijobberin hat einen Anspruch auf 7 Urlaubstage im Jahr. Das Ergebnis 6,92 wird kaufmännisch auf 7 gerundet.
      Bitte beachten Sie, dass bei einer unterjährigen Beschäftigung die Jahreswerktage beziehungsweise Jahresarbeitstage entsprechend der Monate zu kürzen sind.

      Freundliche Grüße
      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  4. Hi! Habe meinen Minijob nach zwei Monaten bereits gekündigt und muss jetzt noch zwei Wochen arbeiten. Habe ich in diesen zwei Monaten einen Urlaubsanspruch erarbeitet?

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