Minijob trotz Elternzeit – wie das geht

Elternzeit - © kolinko_tanya / Fotolia.comSie sind in der Elternzeit und überlegen, einen Minijob aufzunehmen? Ob als Zeitungsträger oder Haushaltshilfe – ein Minijob in der Elternzeit kann eine prima Lösung sein, um Ihre Haushaltskasse klingeln zu lassen. Wir verraten Ihnen, wie es geht und worauf Sie achten sollten.

Was versteht man unter Elternzeit?

Elternzeit wird die unbezahlte Arbeitsfreistellung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen nach der Geburt eines Kindes genannt. Jeder Elternteil, der in einem Arbeitsverhältnis steht, hat Anspruch auf die Elternzeit bis das Neugeborene sein drittes Lebensjahr vollendet hat.

Was muss ich tun, bevor ich einen Minijob annehme?

Während Ihrer Elternzeit besteht Ihr bisheriger Arbeitsvertrag weiter. Wenn Sie einen Minijob bei einem anderen Arbeitgeber aufnehmen möchten, holen Sie vorher die Zustimmung Ihres eigentlichen Arbeitgebers ein. Ihr Arbeitgeber kann seine Zustimmung innerhalb von vier Wochen aus betrieblichen Gründen verweigern. Geschieht dies nicht fristgerecht, gilt sie als genehmigt.

Unser Tipp: Vergessen Sie nicht, Ihrer Elterngeldstelle mitzuteilen, dass Sie einen Minijob ausüben, da das Elterngeld eventuell anders berechnet wird. Ihre zuständige Elterngeldstelle finden Sie hier: familien-wegweiser.de.

Wie viele Stunden darf ich während der Elternzeit arbeiten?

Während der kompletten Elternzeit dürfen Sie maximal 30 Wochenstunden arbeiten, auch, wenn Sie kein Elterngeld mehr beziehen.

Wird das Entgelt aus dem Minijob auf mein Elterngeld angerechnet?

Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro. Jeglicher Hinzuverdienst wird auf das Elterngeld oder ElterngeldPlus angerechnet.

Unser Tipp: Nutzen Sie den Elterngeldrechner und ermitteln Sie die Höhe Ihres voraussichtlichen Elterngelds bequem online.

Wie viel darf ich bei meinem Minijob verdienen?

Die monatliche Einkommensgrenze für einen geringfügigen Minijob beträgt 450 Euro.

Darf ich mehrere 450-Euro-Minijobs nebeneinander ausüben?

Ja, das ist möglich. Beachten Sie dabei nur, dass Ihr Gesamtverdienst aus den jeweiligen Beschäftigungen durchschnittlich 450 Euro im Monat bzw. 5.400 Euro im Jahr nicht übersteigt.

Welche Sozialabgaben fallen für den Minijob an?

Grundsätzlich besteht in der Rentenversicherung die Versicherungspflicht, von der Sie sich befreien lassen können. Ihr Beitragssatz für die Rentenversicherung beträgt 3,7 Prozent von Ihrem Minijob-Entgelt. Haben Sie einen Minijob in einem Privathaushalt, zahlen Sie 13,7 Prozent. Ihre gesetzliche Krankenversicherung bleibt beitragsfrei bestehen, da ihr Arbeitsvertrag bei Ihrem eigentlichen Arbeitgeber während Ihrer Elternzeit ebenso bestehen bleibt. Ihr Minijob-Arbeitgeber zahlt neben einer Steuerpauschale auch einen Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung.

Wo finde ich einen geeigneten Minijob?

Die moderne Technik bietet Ihnen viele Alternativen zur klassischen Suche in der Tageszeitung. Einige Betriebe sind inzwischen dazu übergegangen, die Suche nach neuen Arbeitnehmern über das Internet durchzuführen. Am effektivsten und leichtesten klappt die Suche nach einem Minijob über Jobportale. Über diverse Filter und Suchfunktionen der Jobportale haben Sie viele Möglichkeiten, Ihre Suche nach Ihren persönlichen Wünschen zu gestalten. So kann der neue Minijob nur einen Mausklick entfernt sein!

Unser Tipp: Nutzen Sie die Haushaltsjob-Börse der Minijob-Zentrale! Wenn Sie einen Minijob im Privathaushalt suchen, sind Sie dort genau richtig. Schauen Sie sich unser Angebot direkt mal an.

Für alle werdenden Mütter haben wir in einem Blogbeitrag alle Informationen zum Mutterschaftsgeld bei Minijobs zusammengefasst.

Infos zum Minijob während der Elternzeit haben wir auch in unserer Videoreihe „Minijob? – Wir antworten“ zusammengefasst:

112 Kommentare zu “Minijob trotz Elternzeit – wie das geht

  1. Hallo,
    Ich mache gerade ein Haushalt in 3 unterschiedlichen Familien. Ich bin schwanger und schaffe leider nicht so lange. Wie dann das läuft? Was muss ich dafür haben wenn der Arbeitgeber Geld für mich zählt oder die Krankenkasse? Wie lange kann ich krankgeschrieben sein? Wie lange kann der Arbeitgeber für mich Geld zahlen? Wo muss ich was beantragen? Vielen Dank im Voraus wegen so viele Fragen.
    Mit freundlichen grüßen,

    Nino

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    • Hallo Nino,

      unsere herzlichen Glückwünsche zur Schwangerschaft!

      Ob und für wie lange Ihr behandelnder Arzt Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt, können wir natürlich nicht beurteilen. Sie bekommen im Krankheitsfall von Ihren Arbeitgebern das Entgelt für längstens sechs Wochen weitergezahlt. Ihren Arbeitgebern reichen Sie jeweils die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ein, eine Kopie reicht aus.

      Ihre Fragen zu mutterschutzrechtlichen Leistungsansprüchen beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Servicetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter der Telefonnummer: 030/20179130 (Montag bis Donnerstag 9:00 bis 18:00 Uhr) oder per E-Mail: info@bmfsfjservice.bund.de.

      Sollten Ihre Arbeitgeber Rückfragen zum Erstattungsverfahren haben, steht das Service-Telefon der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft von montags bis donnerstags von 7:00 bis 16:00 Uhr und freitags von 7:00 bis 14:00 unter 0234 304-43990 gerne zur Verfügung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  2. Wenn ich Elternzeit (ohne Elterngeld) in Teilzeit (30Std) beim Hauptarbeitgeber in Anspruch nehme und zusätzlich bei einem anderen Arbeitgeber einen Nebenjob (kurzfristige Beschäftigungseinsätze max. 400Euro) weiterführe. Ist das möglich?

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    • Guten Morgen,

      grundsätzlich ist es möglich neben der Elternzeit in der Hauptbeschäftigung einen Minijob auszuüben. Jedoch könnten damit die zulässigen 30 Wochenstunden, die Sie während der Elternzeit arbeiten dürfen, überschritten werden.

      Bitte sprechen Sie mit Ihrem Hauptarbeitgeber, da Sie bei ihm die Elternzeit beantragt haben. Er entscheidet auch, über die Möglichkeit dieser Nebenbeschäftigung.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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  3. Hallo liebes Team,
    Meine Chefin hat mich wegen meiner Schwangerschaft in das Beschäftigungsverbot geschickt. Ich bin jetzt Zuhause und bekomme Lohnfortzahlung. Darf ich einen Minijob annehmen?

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    • Hallo Steffi,

      seitens der Minijob-Zentrale können Sie einen Minijob neben einer Hauptbeschäftigung ausüben. Dass Sie sich mit Ihrer Hauptbeschäftigung im Beschäftigungsverbot befinden, ist dabei nicht relevant.
      Gestatten Sie uns abschließend noch zwei Hinweise.
      Bevor Sie einen Minijob annehmen, prüfen Sie in Ihrem Arbeitsvertrag, ob Sie Ihren Hauptarbeitgeber darüber unterrichten beziehungsweise seine Zustimmung einholen müssen und klären Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob die Aufnahme eines Minijobs zu empfehlen ist.

      Freundliche Grüße

      Ihr Blog-Team der Minijob-Zentrale

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